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LOS ANGELES
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Deutsche Texte des Mittelalters
herausgegeben
von der
Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften
Band XXIV.
Mittelhochdeutsche Minnereden. 1.
Die Heidelberger Handschriften 344, 358, 376 und 393
herausgegeben
Kurt Matthaei.
Mit 3 Tafeln in Lichtdruck.
BERLIN
Weidmannsche Buchhandlung
1913.
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Deutsche Texte des Mittelalters
herausgegeben
von der
Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften.
I
Band XXIV.
Mittelhochdeutsche Minnereden. 1.
BERLIN
Weidmannsche Buchhandlung
1913.
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Mittelhochdeutsche Minnereden.
I.
Die Heidelberger Handschriften 344, 358, 376 und 393
herausgegeben
Kurt Matthaei.
Mit drei Tafeln ln Lichtdruck.
BERLIN
Weidmannsche Buchhandlung
1913.
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_ -UNIVERSITY O^ALIFORNIA
Jnhalt
SeiU
Einle itxing . vil
Texte:
1, Der Minne Gericht . 1
Minne und Pfennig . 34
3. Der Minne Freud und Leid . 46
4. Der Traum im Garten . 55
5. Der Minner im Garten . 59
6. Minm und Gesellschaft . 65
7. Männertreue und Frauentreue . 74
8. Die zehn Schwestern . 81
9. Der entflogene Falke . 92
10. Das Minnetuntier . 96
11. Bestrafte Untreue . 113
12. Der Minne Gericht . 120
13. Der Stern der Treue . 134
14. Frau Minne weiß Rat . 143
15. Der Minne Gericht . 152
Anhang: Lesarten . 156
Namenverzeichnis . 172
Wortverzeichnis . 173
Berichtigungen . 183
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_ __ _ JJNI^RSITXOF CALIFORNIA-
Einleitung.
Die geplante Sammlung mittelhochdeutscher Minneallegorien läßt sich
nach den Grundsätzen dieser * Texte’, d. h. wenn möglichst die ganzen Hand¬
schriften abgedruckt werden sollen, nur in etwas erweitertem Sinne hersteilen,
denn die Sammelhandschriften enthalten fast immer außer den allegorischen
Gedichten auch rein lehrhafte. Mit deren Aufnahme aber erweiterte sich von
selbst der Titel der Sammlung.
Der vorliegende erste Band enthält 15 ungedruckte Minnereden, darunter
12 Allegorien, und zwar nur aus Heidelberger Handschriften. Von diesen fehlen
dann in der Sammlung nur noch zwei, die vorläufig aus besonderen Gründen
ausscheiden mußten: der wichtige cod. pal. germ. 313, der verhältnismäßig wenig
ungedrucktes Material enthält, und der cod. pal. germ. 348, der sich zu selb¬
ständigem Abdruck überhaupt nicht eignet. Das einzige Gedicht, das er bietet,
ist in der Wiener Handschrift 2796 viel besser erhalten, wie ich mich selbst über¬
zeugt habe; es steht hier an fünfter (letzter) Stelle, und die vier vorausgehenden
Minnegedichte sind ihm nach Inhalt und Form (Titurelstrophen!) nahe verwandt.
Es empfahl sich also, den cod. pal. germ. 348 nicht als Leithandschrift abzudrucken,
sondern ihn zurückzustellen, bis er bei einem Gesamtabdruck der Wiener Hs. zum
Vergleich herangezogen werden kann.
Um Wiederholungen zu vermeiden, schicke ich den Einzelbeschreibungen
folgendes voraus:
Alle Hss. stammen aus dem 15. Jahrhundert, sind auf Papier geschrieben
und (bis auf den cod. pal. germ. 358) in Schweinsleder gebunden; alle sind
beschrieben bei K. Bartsch, Die altdeutschen Hss. der Univ.-Bibliothek Heidelberg
1887. Bartschs eigene Angaben sowie seine Verweise auf ältere Beschreibungen
machen ein nochmaliges Eingehen auf die Geschichte der Hss. an dieser Stelle
überflüssig.
Die Schreibung habe ich nach den hierfür aufgestellten Grundsätzen
behandelt und vor allem das Nebeneinander von i und j, u und Y nach heutigem
Brauch geregelt, d. h. i und u für den Vokal, j und v für den Konsonanten
gesetzt. Von den Konsonantenhäufungen habe ich nur eine, nämlich ff im
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VIII
Einleitung.
AnJuut, hr.^vltiiif, iiUv andern aher hclhchalfen, aneh fß und pIT, damit das hand-
schrifUichc liild tnö<ili<list t/rfreu hcirahrt hieibe. Ans dem (jJeiehen Grunde habe
ich auch, ss und ß tjenan wie in den Jlss. unterschieden.^)
June doppelte lielatndluiKj haben die aus andern Hss. zum Verbessern
oder Knjänzen übernommenen erfahren: soweit sie im Text selbst Auf¬
nahme fanden, sind sic der Srhrcibanp der Jlaupths. soviel wie möglich angeglichen,
im Apparat jedoch mit ihrer eignen Schreibung und allen Abkürzungen wieder-
gegeben worden. Im Ver.sanfang habe ich den kleinen liuchstaben durchgeführt,
der auch in den Jl.'ts. {zumal im cod. pal. germ. Sii) bisweilen rorkommt. l'Cbenso
habe ich gclcgentlirhcs E im Ver.s'inncrn (1 131S. 3:}o6 u. ö.) beseitigt,
anderseits bei üot, bei lugetinamrn und Personifikationen den großen Anfangs¬
buchstaben eingeführt. Die Absätze stammen alle von mir. lunige Gedichte haben
rote Überschriften oder rote Initialen; diese sind durch Fettdruck, jene durch
Sperrdruck h ervorgehoben .
Cod. pal. germ. 344.
Bartsch a. a. O. S. 100. — Die Hs. besteht aus 02 Blättern mit alter
Zählung, die jedoch i'on 54 auf 50 überspringt; am Anfang und am Schluß
befinden sich außerdem noch zwei leere, ungezählte Blätter, so daß es im ganzen
05 Bll. sind. Das erste Blatt am Anfang ist ganz leer, das zweite (nach
Bartsch 1*^ trägt oben die alte Nummer der Hs. (C. 77); beide sind am Papier
und am Wasserzeichen kenntlich als Vorsatzblätter. Vom ersten, ungezählten
Blatt der ersten Lage ist nur noch ein schmaler, jetzt angcklebter Streifen vor¬
handen. Die Lagen umfassen 12 Bll., die letzte nur vier; am Ende der Lagen
befinden sich Kustoden.
Das Wasserzeichen ist ein Ochsenkopf mit Augen, Ohren und gestielter
sicbenblättriger Blüte zwischen den Hörnenu
Die Blätter sind 31 cm hoch, 20,5 cm breit. Zum Beschreiben ist ein
13,5 cm breiter Baum durch senkrahte Linien eingefaßt und einspaltig mit ab¬
gesetzten Versen (20 bis 30 auf der Vollseite) beschrieben, aber nie in seiner
ganzen Breite ausgefüllt. Der Abstand der Zeilen ist auf den ersten Blättern
mit einem Stichel abgemessen.
Die Gedichte 1 und 4 beginnen mit großem rotem Anfangsbuchstaben; die
Versinitialen sind rot gestrichelt. Zur Ausschmückung des Textes dienen 41 farbige,
einfach ausgeführte Bilder, deren ErUmterung ich im Apparat geben werde. Sie
nehmen fast immer die halbe Seitenhöhe ein und gehen von Bl. 13' ab über die
Breite des begrenzten Raumes bis zum Blattrand hinaus.
Vorn auf dem Einband ist links oben von alter Hand die Nummer an¬
gebracht, und am unteren Schnitt sind noch schwach die Worte zu erkennen:
’) Die Schreibung tz bzic. cz habe ich in der Handschrift 344 zu z i^ereinfacht , sonst
aber unverkürzt beibehalten.
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- UN4VER&ITY OF CAbtfORNiA
Einleitung,
IX
Vom Elenden Knaben. Auf dem Rücken steht nufer der Xnmmer: Poem(ata)
iiariar(um) rerum (in drei Zeilen); darunter sind noch drei Zeilen rerwischt.
yils Entstehungsjahr der Hs. darf vieUeicht das am Schluß des ersten Gedichts
erwähnte Jahr angesehen werden: 1459.
Nun zur Schrift. Sie macht zunächst einen sorgfältigen Eindruck, ent¬
hält aber doch, neben den inhaltlichen Echlcrn, eine ganze Reihe kleiner Versehen,
.so daß rerhältnismäßig viele Varianten nötig wurden. Sehr häufig fehlen einzelne
liuchstaben, vor allem t am Wortende; da es sich aber hierbei doch wohl um
eine lautliche Erscheinung handelt, habe ich die Buchstaben in der Regel nur
dann ergänzt, wenn eine Verwechslung möglich war, wie bei gi'osse I v^n, wo
der Sinn den Superlativ erfordert, oder bei dem zweimaligen de für den Genitiv
der (1 1329. I45ü). Auch die mehrmals verstümmelte Vorsilbe ve- ('vemiden loOis,
vezihe I1708, veschmehen 22?s, vesclimeclit 2293, veiehen 4242) und andre,
regelmäßig auftretende sprachliche Eigenheiten des Schreibers habe ich natürlich
hier wie auch sonst unangetastet gelassen, soweit sie nicht den Reim stören.
So setzt der Schreiber fast regelmäßig liebe ein, wo offenbar das ältere minne
gestanden hat; dies kommt im Versinnern nur noch sehr selten vor, z. B. 1 1012.
1057. 1438, während cs sich im Reim viel häufiger erhalten hat, z. B. 1 312. 43i!.
J2 154. 196. Wo aber der Schreiber z. B. das ihm geläufigere nit auf -icht reimt,
wie 1 172. 233. 279. 497 u. ö., habe ich es in nicht geändert.
Den Umlaut bezeichnet der Schreiber durch ein kleines e über den Vokalen:
stättes, höchste, möhte, triiw, übel; neben & ist freilich e häufiger: stets, mer
(Märe), wer (wäre), verschniehen usw. Daneben verwendet der Schreiber auch
ä und ö mit zwei deutlich nebeneinander stehenden Funkten, aber nur in Wörtern,
denen eigentlich gar kein Umlaut zukommt. So schreibt er regelmäßig ä in Wörtern
wie gnäd, bäpst, här, gäch, rät, hät, die alle im Mhd. ein ä haben; einen andern
Laut vertritt ä nie. Vielseitiger ist der Gebrauch des ö: es entspricht nicht nur
dem mhd. 6 wie in trößt, roßen, nöt, oder dem aus ä verdunkelten alemannischen
0 wie in gön, lön, ön, stön, sondern auch dem mhd. ou wie in öwe, öch, ögen,
röben und schließlich dem mhd. 0 wie in wöl, göt, spöt. Über den lautlichen
Wert von ä und ö neben k und ö läßt sich demnach nichts Bestimmtes sagen.
Die einzige Abkürzung , die noch dazu selten vorkommt, ist ein Haken
für r oder er: so^gfeltikait, vnßli, her', her'en.
Inhalt:
1. Der Minne Gericht. Bl. V — 55" (a). Verglichen mit dem cod. pal.
germ. 313 Bl.409'‘ — 439” (b). — 1,^)
2. Minne und Pfennig. Bl. 34' — 47” (a). Einen Frankfurter Druck
von 1580 erwähnt Gervinus (Gesch.d.d. Dichtung II'* S.444). Den vollständigen
‘) Die fetten Nummern bezeichnen die Reihenfolge der hier abgedruckten Gedichte.
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EitiUitung.
X
Titel verzeichnet der Catalogns nocus nundinarum autumnalium Francofurti ad
Moentim von 1580, und ztear der von Feier Schmid in etwas andrer Form teie
der von Georg Bähen. Der Druck selbst ist mir nicht bekannt geworden. — 2,
3. Der Minne Freud und Leid. Bl. 48’' — 58’ (a). — 3.
4. Der Traum im Garten. Bl. 59’ — 61*. — 4,
Die.^e vier Gedichte sind alle von einem Verfasser; sein Name ist nicht
bekannt, aber er nennt sich selbst wiederholt den ‘ elenden Knaben' (1 29. 3519. 4245).
Seine Bedeutung hat bisher nur Gervinus a.a. 0. gewürdigt; dazu vergleiche Kurt
Matthaei, das 'Weltliche Klösterlein' und die deutsche Minne- Allegorie (Diss.
Marburg 1907) S. 37 ff. Die vorliegende Hs. kann nicht das Original sein, denn
sie wird im ersten Gedicht an vielen Stellen durch die jüngere, sonst nicht sehr
zuverlässige Handschnft b berichtigt oder ergänzt. Zweifellos aber liegt sie einem
Straßburger Druck von 1499 zugrunde, von dem E. Weller zwei Ausgab^i anführt
in seinen Annalen der poetischen National-Literatur der Deutschen, 1864, Bd. 2
S. 10. •) Hier sind die Gedichte 1 — 3 allerdings durch verbindende Übergänge
zu einem Ganzen verschmolzen, aber ihre gleiche Reihenfolge, die Ähnlichkeit der
Holzschnitte mit den Bildern der Hs., vor allem auch der Wortlaut des Textes
lassen keinen Zweifel an der Abhängigkeit des Drucks von der Hs. Schritt für
Schritt läßt sich die Spur des Bearbeiters verfolgen: gröbere Versehen hat er
entweder gar nicht erkannt und einfach beibehalten, oder aber gewaltsam entfernt,
z. B. durch Auslassen ganzer Ver,9e; kleinere Verseheti hat er vielfach sinngemäß
berichtigt und dadurch dem Druck einigen selbständigen Wert verliehen. Mehrere
Verbesserungen und ergänzte Verse habe ich denn auch in den Text aufgenommen
und im Apparat mit d bezeichnet; wo aber der Druck infolge eigener Ergänzungen
überhaupt nicht zum Vergleich in Betracht kam, wie bei 2643 — 688. 3 1—74. 419— 522,
da habe ich auch für die Handschrift keine Sigle verwendet.
Cod, pal, germ, 358,
Bartsch a.a. 0. S.lOßf. — Die Hs. enthält 144 von alter Hand gezählte
Blätter, außerdem nach Bl. 39 und 66 je zwei leere Blätter, nach Bl. 73 und am
Schluß je ein leeres Blatt mit neuer Zählung. Dazu kommt noch ein Vorsatz-
und ein Nachsatzblatt, so daß es im ganzen 152 Bll. sind. Einzelne Blätter
fehlen nach Bl. 121 und 132. Die meisten der 13 (gezählten) Lagen umfassen
12 Bll.; Lage 6 hat zehn, Lage 7 acht und Lage 12 vierzehn Blätter.
‘) Von der ersten Ausgabe (53 Bü.) besitzt die Berner Stadtbibliothek ein Exemplar,
ein zweites in Straßburg ist 1870 mit verbrannt. Ich selbst habe nur die andre Ausgabe ein-
gesehen, von der sich ein Exemplar in der Fürstlich Fürstenberg ischen Bibliothek m Donau-
eschingen befindet. Es bricht mit Bl. 52 unvollständig im dritten Gedicht bei v. 374 ab, «nd
ich traue deshalb Wellers Angcden nicht, daß bloß ein Blatt fehle. Die Blattzahl der beiden
Ausgaben kann sehr toohl verschieden sein, und tatsäMich gibt Hain im Repertorium biblio-
graphicum (Nr. 930) 60 BU. an.
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Einleitung.
XI
Als Wasserzeichen kommt vor: ein Ochsenkojff mit Augen, spitzen Ohren
und kurzer Kreuzstange zwischen den Hörnern; dasselbe, etwas größer; dasselbe,
doch statt der Kreuzstange gestielte fänfblättrige Blüte.
Hie Blätter sind 20,5 cm hoch, 14,5 cm breit und von zwei unter sich
ähnlichen Händen einspaltig mit abgesetzten Verszeilen beschrieben. Hie erste
Hand (= St. 1 — 4, Lage 1 — 7) schreibt 27 bis 28 Zeilen auf die Seite und zählt
di^ Lagen vorn auf den ersten Blättern; die zweite Hand (= St. 5 — 12, Lage
S — 13) schreibt bloß 22, selten 23 Zeilen, auf Linien, und zählt die Lagen hinten
auf den letzten Seiten.
Alle Stücke haben rote Überschriften und beginnen mit großen roten
Buchstaben, wie sie in den vier ersten Stücken auch zur Bezeichnung stärkerer
Sinneseinschnitte Vorkommen. Hie Anfangsbuchstaben der Verse sind rot gestrichelt;
in Stück 5 — 12 dienen außerdem rote Schnörkel zum Ausgleich der Zeilenlänge.
Hen schön gepreßten braunen Ledereinband, der auch andre Pfälzer Hss.
{z. B. 348 u. 357) schmückt, ließ der Pfalzgraf Otto Heinrich von dem Buchbinder
Georg Bernhard aus Görlitz anfertigen. Her Vorderdeckel zeigt im Mittelfeld
das bärtige Bildnis des Pfalzgrafen, mit den Buchstaben OHPC (Otto Heinricus
Palatii Comes) und der Jahreszahl 1558, alles in Goldpressung; der hintere
Heckei trägt in der Mitte das goldgejyreßte Pfälzer Wappen. Beide Hcckel sind
in den Ecken mit Metallbeschlägen besetzt und werden durch zwei Schließen
zusammengehalten, von denen aber nur noch eine brauchbar ist. Vorn über dem
Bild steht eine alte Nummer: 1441; von einer andern Signatur ist nur noch zu
erkennen: CI.. Ein alter Titelzettel am Rücken trägt die Aufschrift: 358 Poema
uariarQ R(eruni); darunter steht rot auf einetn Schildchen: Minne.
Hie abgedruckten Gedichte sind alle von der zweiten Hand geschrieben.
Statt des Striches über dem i habe ich den Punkt durchgeführt. Has Umlaut¬
zeichen ist bei ö und ü, selten bei k, ein kleines e; es wird von zwei wagerecht
übereinander stehenden Strichen gebildet und unterscheidet sich deutlich von dem
kleinen o, das immer einen geschlossenen Kreis bildet. An diesem Merkmal fest¬
haltend, habe ich mich in vielen Fällen für ein ü entschieden, wo man eher ein
ü erwarten sollte.
Hie Abkürzungen sind: wagerechter Strich für n, m (my, nymer, wOnic-
lichen), ein Haken für er (w', g’H, vngeu'te), das Zeichen für -ra- (speh),
vereinzelt außerdem ’ für -us (Ven’). Her Schreiber bevorzugt die vollen Formen
danne und wanne, selbst tcenn das Versmaß einsilbiges dan und wan verlangt:
danne ßiai. 185. 195. 215. 255. 315. 321. 7181. 857. 310. 565; wanne 545. 680. 98. 305.
468. 8353. 561. 9 172. Ebenso bildet häufig proklitisches en- in negativen Sätzen
eine überzählige Silbe: 5234. 6 149. 219. 490. 7 154. 175. 275. 277. 306. 313. 317. 349. 392.
418. 438. 856. 91. 166. 223. 390. Auch dos Wort frawe ist bald einsilbig, bald
zweisilbig zu lesen. In allen diesen Fällen bin ich natürlich dem Schreiber gefolgt.
Eine vollständige Inhaltsangcbe der Hs. gibt die Ältswert-Ausgabe von
Holland und Keller (Lit. Ver. Stuttgart Bd. 21) S. XXII — XXilV.
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XII
Einleitung.
Die IJundschrift enthalt:
1. Meister Alta>vert. Das alte Seh teert. JH.D — Gedrueht nach dieser
Jls. soieie den Ueidelbertjer JIss. 31;} und 355 durch Holland und Keller a. a. O.
i>. 1—10.
2. Meister Altsteert, Der Kittel. Bl. C — .39'’. Gedruckt nach denselben
JIss. ebenda S. 11 — 09.
3. Meister Altsicert, Der Tugenden Schatz. Bl. 40’" — 66'". Gedruckt nach
denselben JIss. ebenda S. 70 — 110.
4. Meister Altsteert, Der Sjtiegel. Bl. O?"" — 75^ Gedruckt nach denselben
JIss. ebenda S. 117 — 128.
5. Der Minner im Garten. Bl. 74'" — 82'". Gedruckt nach dieser Hs. durch
K. Matthaei in seiner Dis.scrtation (s. i>ben S. X) S. 8.^ — 80. — 3.
0. Der Liebesbrief. Bl. 82'" — 85". Die ersten 50 Zeilen nach die.scr Hs.
gedruckt bei K. Geuther, Studien zum JAcderbuch der Klara JJätzlerin, Halle 1899,
S. 95 f. Das ganze Gedieht ist mit den J.,csarten einer Hs. Bechsteins gedruckt
im Liederbuch der JJätzlerin, hcrausgeg. von C. Haitaus, Quedlinburg und Leipzig
1840, S. 145-147.
7. Treue Minne macht froh. Bl. 85" — 94". Gedruckt ebenda S.206 — 210.
8. Minne und Gesellschaft. Bl. 94" — 107" (p). VcrglieJten mit dem Berliner
Ms. germ. Fol. 922 Bl. 37'" — 42" (r). Uber die Datierung und die Verfasserfrage
vgl. Zeitschrift f. d. Altertum 30, 224 und Emil Schmidts Dissertation: Die Frage
nach der Zusammengehörigkeit der 2metisehen l'ragmentc von dem Minnehof usir.,
AJarburg 1908, S. 18. — G,
9. Alännertreue und Frauentreue. Bl. 107" — 118" (p). Lückenhaft ge¬
druckt nach einer Ulmer Hs. (Abschrift v. d. Hägens in Berlin, Ms. germ. 4" 776)
in Kellers Erzählungen aus altdeutschen JIss. (Lit. Vcr. Stuttgart Bd.35) S. 634 ff.
Verglichen mit dem Berliner Als. germ. 4” 909 Bl. 37" — 42" (e), dessen Text mit
dem Kellers fast wörtlich übereinstimmt, und mit der Donaueschinger Hand¬
schrift 77 Bl. 295"— 302" (f). — 7.
10. Die zehn Schwestern. Bl. 118" — 134" (p). Verglichen mit der Donau-
eschinger Handschrift 77 Bl. 302" — 312" (f), dem Berliner Als. germ. Fol. 922
Bl. 30" — 34" (c) und bis v. 558 außerdem mit dem cod. pal. germ. 313 Bl. 261"
bis 270" (b). — 8,
11. Der entflogene Talke. Bl. 134" — 140". — 9,
12. Der schwere Traum. Bl. 140" — 144". Gedruckt ohne Angabe der Hs.
(Stuttgart, Cpq 69) in Büttners Franconia, Beiträge zur Geschichte, Topographie
und Litteratur in Franken Bd.l, Ansbach 1813, S.220 — 232; im Liederbuch der
Hdtzlerin S. 125 — 127.
Cod* pal. germ, 376*
Bartsch a. a. 0. S. 114. — Die Hs. besteht aus 130 Bll. Auf das Vorsatz¬
blatt und drei leere, zu einer Lage gehörige Blätter folgen zehn beschriebene
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XIII
Einleitung.
0
Liogen zu 12 BIL: vor der Jetxten Lage ist ein Blatt (09) einzeln geheftet. Zu¬
gleich mit dem Text setzt eine alte Blattzählung ein, die bis zum Schluß des
zweiten Gedichts (112'') reicht, aber zehn auf Bl. S7 folgende leere Blätter über¬
springt. Den Schluß bildet eine Lage zu vier Blättern, die von neuer Hand als
Hl. 112^ bis 112* gezählt sind, und das Nach.^atzblatt. Auf Bl. 1* vorn befindet
sich die alte Signatur: C 182, auf Bl. 112^ hinten die kopfstehende Zahl: 1970,
cetmutUch eine alte Nummer.
Das Papier hat als Wasserzeichen einen Ochsenkopf ohne Augen, mit
Ohren und langem Kreuzstab zwischen den Hörnern; auf einigen Blättern eine
JP-färtnige Figur, auf der oben eine kleine vierblättrige Blüte sitzt.
Die Blätter sind 20 cm hoch und 14,5 cm breit.
Zicei Hände sind deutlich zu unterscheiden: die Schrift des ersten Gedichts
ähnelt der des cod. pal. germ. .113 außerordentlich; am Schluß der Lagen befinden
.sich Kustoden, die aber fast ganz abgeschnitten sind. Der beschriebene Baum,
dessen Begrenzungslinien manchmal noch schwach zu erkennen sind, ist 13 cm
hoch und 9 cm breit. Drei einspaltig geschriebene Strojdien nehmen immer eine
Seite ein; Strojdien und Verse sind abgesetzt. Den Anfang des Gedichts bezeichnet
ein großer schwarzer Zierbuchstabe.
Das zweite Gedicht stammt von andrer Hand. Auf einem 15,5 cm hohen
und etwa 10 cm breiten, durch Linien begrenzten Baum enthält jede Seite 27 bis
29 abgesetzte, auch einspaltig geschriebene Verse mit rot durchstrichenen Initialen;
den Anfang der Vorrede und des Gedichts ziert ein großer roter, schwarz ver¬
schnörkelter Buchstabe (s. die Tafel). Den Beginn einer direkten Bede deutet
gewöhnlich am Band ein rotes Zeichen II an.
Auf dem Bücken des Einbands befindet sich tmter der Nummer die neue
Aufschrift: Die Jagd Hadmar’s von LABER; darunter steht von alter Hand:
Poem: de Virtutibus et bonis moribus (in vier Zeilen); auf der Bückseite von
Bl. 1*** steht oben: Den laberer vnd ey sproch.
Die Schreibung gab selten Anlaß zu ändern; durchweg habe ich nur die
Umlautstriche beim ü f/wrcÄ Punkte ersetzt. Die einzige, noch dazu selten ver¬
wendete Abkürzung ist ein wagerechter Strich für m oder n; thümer, himel, wen.
Inhalt:
1. Hadamars V. Laber^ Jagd’. Bl.V — 87’. Gedruckt nach der Erlanger Hs. von
Schmeller (Lit. Ver. Stuttgart Bd.20), nach mehreren Hss. von Stejskal fWien 18S0).
2. Das Minneturnicr. Bl. 88’’ — 112'" (h). — 10,
Cod, pal, germ, 393,
Bartsch a. a. 0. S. 128 f. — Die Hs. besteht aus 97 Bll. Auf eine Lage
von vier leeren Blättern, deren erstes als Vorsatzblatt festgeklebt ist, folgt ein
einzelnes, ebenfalls leeres Blatt. Es trägt vorn die alte Signatur der Hs. (C. 121)
und zeigt Bostspuren von den Nägeln zweier Schließen, muß also ursprünglich
das erste Blatt gewesen sein. Dann folgen beschriebene Lagen von 12 Bll. (nur
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XIV
Einleitung.
die vorletzte hnt 10) mit Kustoden am Schluß, (ileichzeitüf mit dem Text beginnt
eine alte lilattzählunf/ ; sie reicht bis Bl. 87, ühersprmgt aber nach Bl. 81 zwei
leere Blätter und zählt 8.:i doppelt. Den Schluß bilden wieder vier leere, von
neuer Hand gezählte Blätter, deren letztes auch Bo.st.^puren von Nägeln zeigt und
im Deckel festgeklebt ist; in der Mitte schimmert die Zahl 6281 durch (eine
alte Nummer?),
Das Wasserzeichen ist ein Ochsenkopf mit Augen und langgestielter
fünfblättriger Blüte zwischen den Hörnern. Die vier ersten Blätter sind aus
besonderem Papier.
Die Blätter sind 21,4 cm hoch, 15,5 cm breit und einspaltig mit 19 bis
28 abgesetzten Versen beschrieben. Alle Stücke (außer St. 12) beginnen mit großem
• • _
rotem Buchstaben, Stück 9 und 10 außerdem mit roter Überschrift. Die Anfangs¬
buchstaben der Verse sind rot gestrichelt, nur nicht auf Bl. 12’ und Bl. 73’ — 81''.
Der jetzige einfache Schweinsledereinband ist nicht der ursprüngliche; das
beweisen die erwähnten Itostspuren auf den früheren Umschlagblättern. Auf dem
Bücken steht unter der Nummer: Poema in Landern Dei et B. Virginis (in vier
Zeilen); auf dem unteren Schnitt: Von Sprüchen.
Der Schreiber ist mit wenig Sorgfalt und ebensowenig Verständnis ans
Werk gegangen. Keine der drei andern Hss. ist in einer so unschönen, ruich-
lässigen Schrift geschrieben, keine weist so viele Versehen, Lücken und sinn¬
entstellende Lesarten auf uie diese. Und all diese Mängel fallen um so mehr
ins Gewicht, als vier der hier abgedruckten fünf Gedichte vorläufig aus keiner
andern Hs. bekannt sind; auch eine Nachfrage beim Handschriften -Archiv in
Berlin blieb ergebnislos. Um nun den Ajtparat nicht unnütz zu belasten, habe
ich bei den Texten dieser flüchtigen Kursivhandschrift auf Reinheit der Reime
verzichtet und das Fehlen einzelner Verse nur im Text (durch Punkte) bezeichnet;
auch die vielen belanglosen Korrekturen, die der Schreiber schon selbst vorgenommen
hat, sind, wenigstens bei den Lesarten des Anhangs, nicht mit auf geführt.
Von der Häufigkeit der Abkürzungen gibt die Lichtdrucktafel schon eine
Vorstellung; ich will sie aber hier noch einmal zusammenstellen, mit den Auf¬
lösungen :
dafi, hertzfi, jagfrow = dann, hertzen, jungfrow;
ny, VDl, vfi = nym, umb, und;
mi», V03 = mir, vor;
v'sert, dien' = versert, diener;
dz, WZ = das, was;
versorgz, verspottz = versorget, verspottet;
speh, tgen = sprach, tragen;
spehen 12584, bitur 13267 = sprechen, creatur;
tr\^, pf\^, \frer = truw, pfüw, üwer.
Als Umlautzeichen dient ein mehr oder weniger deutliches kleines e. Es
findet sich zuweilen auch da, wo man einfaches e erwartet, über einem Buehsiahen,
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Eifiteiiung.
XV
der ebensogut o wie e sein kann; das ö wäre dann als Bezeudmung des dumpfen
e-Lautes anzusehn in der Vorsilbe ge- (^gölich 11 208, gölobt 12708, göfallen 14350);
aber in den Stammsilben der Wörter sehen 12612, gesehen 14346, sendlich 12ir>i,
welhes 14406, eilenden 14 453, ewiger 14474, ferner in gen (gehe) 13458, geh
15 130, der 15213 ist es offenbar verbesserte Wiederholung eines mißratenen e.
Da diese Fälle überhaupt vereinzelt auftreten und nicht an bestimmte Wörter
gebunden sind, drucke ich stets einfaches e.
Inhalt:
1. Peter Suchenwirts Rede vom jüngsten Gericht. Bl. P — 4". Gedruckt
nach der Sinzendorf -Thurnschen Hs. in P. Suchenwirts Werken, herausgeg. von
A. Primisser, Wien 1827, S. 142 ff. (Nr. XLII) mit Lesarten dieser Hs.
2. Lob der Frauen. Bl. 5^ — 9^. Gedruckt mit den Lesarten einer Hs.
Becksteins im Liederbuch der Hätzlerin S. 113 — 115. Geuther a. a. 0. S. 56 ff",
schreibt das Gedicht ohne überzeugende Gründe Suchenicirt zu.
3. Bestrafte Untreue. Bl. 10' — 14' (g). Ergänzt nach der Weimarer
Papierhs. 0145 Bl. 60'’ — 72' (w), deren Schreibung ich, abweichend von dem
S. VIII auf gestellten Grundsatz, treu gefolgt hin, tceil es sich um ein längeres,
zusammenhängendes Stück handelt. Nach W. Gloth, Das Spiel von den sieben
Farben, Königsberg 1902 (= Teutonia Heft 1), S. 72 ist dies Gedicht 'wahr¬
scheinlich identisch’ mit einem bei Bächtold S. 109 auf geführten Gedicht des
Londoner Ms. Add. 24946, 110 — 114. Die Vermutung hat sich bestätigt. — 11,
4. Von rechtem Minneleben. Bl. 14' — 20'. Gedruckt mit den Lesarten
einer Hs. Becksteins im Liederbuch der Hätzlerin S. 131 — 134.
5. Der Minne Gericht. Bl. 20* — 3?'. — 12,
6. Der Stern der Treue. Bl. 37' — 48'. — 13.
7. Frau Minne weiß Rat. Bl. 48* — 58'. — 14,
8. Wer kann allen recht tun? Bl. 58' — 60*. Gedruckt nach der Stra߬
burger Hs. A. 94 in Myllers Sammlung deutscher Gedichte Bd. 3 (Fragmente)
S. XXVII f.; mit den Lesarten einer Hs. Bechsteins im Liederbuch der Hätzlerin
S. 150 — 152; in Laßbergs lAedersaal Bd. 3 S. 421 ff.; nach dieser Hs. im Anzeiger
f. Kunde des d. Mittelalters, herausgeg. von Aufseß und Mone, Bd. 3 S. 22 — 24.
9. Der Minne Gericht. Bl. 60* — 65'. — 15,
10. Von den sieben Farben. Bl. 65' — 68*. Die verschiedenen Drucke
führt W. Gloth a. a. 0. S. 9 ff. auf.
11. Von dem Krautgarten. Bl. 68* — 76'. Gedruckt im Liederbuch der
Hätzlerin S. 243 — 248.
12. Die Liebesprobe. Bl. 76'— 81'. Dies Gedicht haben bisher alle
Beschreiber der Hs. für den Schluß von Nr. 11 gehalten, weil es ohne jede Kenn¬
zeichnung unmittelbar darauf folgt. Nicht einmal Geuther hat es als selbständiges
Stück erkannt, obtcohl er nach eigner Angabe (a. a. 0. S. 31) die Hs. verglichen
hat, sotveit sie (tcie hei Nr. 11!) für seine Untersuchung in Betracht kam. Die
einzige Angabe über das Gedicht habe ich in Goedekes Grundriß (I* S. 301)
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XVI
Kwhilunq.
(jefntnlen, sie ist ahcr noch dnxn entstellt: die
sind nändich auch auf dies Gedieht zu beziehen,
angeführte. — Gedruekt naeh dem cgni. 718 mit
in Kellers Erzählungen aus altd. Ilss. S. 150—
nennt sieh am Schluß als l’^erfas.^ter: Frösehe! ron
Text dem egm, :i70 viel näher steht als dem egm.
ich im Anhang vollständig gehe.
13. Der Minne Gericht. Jil. 8:1'' — 87".
dieser JIs. gedruekt bei Geuther a. a. 0. S. Höf;
im Liederbuch der Hätzlerin S. iHG — 280.
zieei ersten Zeilen der Seite 301
und nicht mehr auf das vorher
den Abiveiehungen des egm. 270
-KiO; in beiden Münchner Ilss.
Laidnitz. Daß der Heidelberger
317, beu'cisen die Lesarten, die
Die ersten 24 IVrÄ'e .sind nach
das ganze Gedieht ist gedruckt
Hei der Fertigstellung der Arbeit bin ich von mehreren Hibliotheken, vor
allem von der Handschriftenabteilung der Großherzogl. Universitäts-Bibliothek zu
Heidelberg in dankensuerter HV/se unterstützt worden. Ich habe die Hss. teils
in Heidelberg selbst, teils in Dessau abgeschrieben bzw. verglichen und dann
noch einmal zur Korrektur hier gehabt. Während der Drucklegung ist mir die
Hilfe des Herrn Dr. Hübner i'on großem Wert gewesen; viele seiner Konjekturen
habe ich dankbar aufgenommen und durch ein H. kenntlich gemacht. Besonderen
Dank schulde ich Herrn Prof. lioethe, der die Arbeit angeregt und dann bis
zu Ende bereitwilligst durch .seinen Hat gefördert hat; jedes H. unterm Strich ist
dessen ein Zeuge.
Hildesheim.
Kurt Matthaei.
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Mittelhochdeutsche Minnereden. I.
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1.
Der Minne Gericht.
Von dem Eilenden Buoben.
[^'•1
Aln liebe sacli hat mich be¬
zwungen
und mit lust dar zu gedrungen
da/? ich hat willen on underlöß
zu dem daß ich mit synnen uß-
erköß
5 für all diß weit mir zd hail.
ein gutter anfang macht mich
gail.
nun hat es sich also ergangen
daß seufzen, synnen und verlangen
sind worden mins lones höchste
zit.
10 klainen tröst man mir zu lön git
und kan erwerben kain andre
fröd.
es zimpt och nit wibes gütikeit
so hört ze sein zö irem getrüwen.
ze vil versagen tut offt geröwen;
15 und truw vergessen, sie ver-
schmehen —
es töt we, daß muß ich jehen.
[1*] Dar umb an ainem morgen fr&
lag ich in ungemeßner unrft.
die hett besessen so ganz min
herz,
20 verswunden was all min scherz,
all min gedanck zä laid gericht.
uff erden mocht mich getrösten
nicht,
dan laiders was mir nie ge¬
schehen
von lieb, müß ich die wärhait
jehen.
25 ich söcht hilff an allen enden
do — ,
es was umb sust, ich mocht frö
von kaines tröstes hilffe werden,
ich gedacht, min laid bedacht alle
erden
und ich wer genant der eilend
kuab,
30 min zd nam der was schab ab.
das laid hat mich so gar besessen
Die Überschrift von einer Hand des 17. Jahr- 15. sie Tersmehen b, sich schroehen a.
hunderts. 20. schmercz a, smercz b.
3. DaS H., Dan a. 25. do b, da a.
Bild: nach v. 16: Landschaft mit Bäumen im Hintergrund. Der Dichter, im drei¬
farbig [grau-weiß-rot) gestreiften Aneug wie auf allen Bildern, in halb knieender Stellung vor
der Geliebten, die sieh abwendet. [Siehe die Lichtdrucktafel.)
D*ntache Text« de« MittelaUoT«. XXIV. 'l
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2
1. Der Minne Gericht.
das all min fröd mir was ver¬
gessen.
ich sprach: ‘werder Göt, tü mir
din hilff,
ich schry an dich, rieff und gilff
35 das ich mins laides wurde ent¬
laden!’
ye mer ich dag, ye grössern
schaden
ich von minem laid enpfieng.
Ich ged&cht wie ob ich gieng
von dißer weit in ain gewild,
40 da ich nit sech kain menschen
bUd
und ich kainer untrüiw wird kunt.
ich häb mich ufE zä der selben
stünd
und volgkt in trüwen minem rät.
es ward mir güt, dan ich wer
sust töd
von xmgUcher trftw die ich ver-
nam.
46 ich gieng eilend, biß ich zu wald
kam
in dem sinn das ich min dag
tragen wölt all min lebtag.
der wald was lang, schön und
brait,
50 alle gezierd siner natur was an
in geleyt,
das ich sines geliehen nie gesach.
grün in grün was sin obtach
mit mangerlay blüt blümlin färb,
miner zungen vernunfft verdarb
55 das ich des waldes zier mag ver¬
bringen.
34. rüS b.
41. l. Vnnd mir kein vndrw ward k. b.
45. Tnglicker b, ongetrüwer o. Vgl. v. 221.
46. wald 6, land a.
50. Aller a, All b. jn geleyt b, im geert o.
ich hört da mangen vogel singen,
der da saß vor der sunnen glesten
uff höhen bömen, grünen esten,
den da sin natur zü zwingt
60 das er näch lust lieblich sing^
[^''1 daß ich gehört nie süssers ge-
schray.
ir weßen das was mangerlay
die musica in rechtem ton ze-
zieren
mit tenor und discantieren,
65 das es gelich zü samen zoch.
zü heren den lost was mir gach
und beschöwen des waldes boden
gezierd
mit mangerlay färb wol gefloriert
das alle sprangen durch das gras.
70 in dem lust der frtWen ich ver¬
gaß
mines laides ain michel tail,
da ich sach manges tier so gail
in hohen springen vor mir
scherzen:
blawfüß, falcken mit iren terzen,
76 habich, sperwer und edel aren;
vil ander vogel da waren,
hirs, hinden und bereu
(es verdrüß ze hören wie vil der
weren,)
gailtent all näch ir tagend art.
80 mich gerow minner nye kain fart.
ich fand öch vil kalter brunnen,
die do flnsßen durch den glast der
sunnen
nß hohen felseu ab ze tal.
ir dauhen wit indem wald erhal.
69. Das a, Die b.
70. frMen It., frowen a{b).
TI. h. h. rehenn vnd b.
82. den b, fehlt a.
84. danhen a, fliessen b, trUmen d.
Bild: nach v. 52: Der Dichter mit Hut, Stock und Tasdte geht dur^ einen Wald.
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1. Der Minne Gericht.
3
85 die tr&w mich zwang daß ich det
wenden
höpt and 5gen zä mangen enden,
do ich wnnder lost vernam.
in sölicher begird do ich kam
Yon rechtem weg off engen pfad,
90 den ich ye unwissend vertrat,
biß ich kam in ain dick gewild.
der weg ward mir on mässen
wild,
doch lert mich min stolzer sin,
ich lies nit ab, ich gieng für hin.
95 grosser sorg wirt offt güt rät.
mich ombfieng nie grösser nöt,
das ich best&nd und wist nit mer
wa ich sölt keren hin und her.
ich räfft Got mit herzen an
100 das er mir hilff zä rechter ban.
Als ich nun indem jamer stünd
und hört do, da ward mir kund
ein kleglich stim, die was hei.
ich erschrack und was doch
schnell
105 durch die dom und wilden hag,
biß ich vernam die senlich dag.
die erklang nß grimmem zorn:
'ach das ich ye ward geboml’
also laut die stim ümer mer.
110 sölicher dag erschrack ich ser,
wan ich sach nit was es wer.
das bracht minem herzen grösse
swer.
do ich ermant und kröch färbaß
85. ich b, fehlt a.
90. Tnwissen b, wissend a.
92. weg b, fehlt a.
95. Von gr. o, Gr. b. offt b, fehlt a.
102. do das ab.
108. ye b, nie a.
durch die dicke an daß graß,
115 do sach ich ain wiplich bild
sitzen
in zarter wät, in trurigen witzen.
l^'] ir hend warend vor laid be-
schlösßen,
die zeher über die wenglin ge¬
flossen,
das sie nahend waren trat.
120 sie was schön, doch was sy mat,
dan alle fröd sie bettend ver mit¬
ten.
ir har was ir ah geschnytten,
das tüch was schwarz, zerrissen,
inflecken.
iren lib wisß den sach man
blecken
125 wol geformiert und schon ge-
/*lissen,
die dom hetten yn zerrisßen
an mangen enden, das erbarmt
mich.
sie was sust schön und minicklich.
ir mändlin was verblichen.
ISO sie sach mich nit, ich was ge¬
schlichen
haimlich zä ir vil nahend,
ir dag begund min herz umb-
fahen
und macht als min laid zwifach
näw,
wann ich hört nie grösser rüw
135 dan die der frowen herz umbfleng.
117. warn b, hett sie a.
118. warend jr Aber die a, ab den b.
122 aus b, fehlt a.
125. geflissen b, geschlissen a.
126. yn b, fehlt a.
135. dan fehlt ab.
109. Vmer b, jamer o. _
Süd: nach v. 116: Wald, fern im Hintergrund eine Burg. Kom rechts kniet mit
gefalteten Händen ein MädcJien in grauem Kleid, vom links kommt der Dichter auf sie zu.
1*
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4
1. Der Minne Gericht.
Ich ermant zeletscbt und gieng,
das die zart min ward gewar.
sie erschrack und ward gefar
röt als ain glügender zunder
140 und redlöß von dem wunder.
es was mir laid und sprach zü ir;
‘nit erschreckt, frow, von mir;
ich bin öch ain eilend man,
ir sölt kain laid von mir nit
hon.’
145 sie sach uff, ich tett sie grdssen.
sie danckt mir kurz mit Worten
sdssen
und frägt mich wer ich wer
und wie ich her körnen wer.
[4'‘] ich antwirt ir mit zfthten:
150 ‘frow, ich bin in flühten
vor grösser lieb und will begeben
alle die weit und min leben
hie in dißem wald enden,
mich sol untrüw nimer trenden,
155 als sie bis her hät geton.’
sie sprach: ‘gesell, ich solt uff
stön
gen dir und enpfahen dich,
so hät min laid bekrencket mich
das ich es nit mag getain.
160 du solt mir es nit für übel hön.’
ich sprach: ‘min frow, one spöt,
ich bitt üch durch den werden
Göt,
mag e.s ge.«iin, geschaident mich
der fräg:
war umb tragt ir üwer senlich
dag
165 und zerrissen ser üwer claid?
möcht ichs gewenden, es wer mir
nü laid,
es sölt von mir ungemeldet sin.'
sie sprach: ‘es wer mir ain pin,
solt ich dir minen komer clagen.
170 min laid würd nüw, ich möht ver¬
zagen
und müst mich Schemen der ge¬
schieht’ —
‘frow, der forch der dörfft ir
nieüt;
wan wer sin laid will zerstöm,
der läß sin gütten fründ höm.
175 der will ich sin näch üwerm
willen.’
Sie sprach: ‘gesell, wiltu stillen
ein tail mins laides, so setz dich
nider zü mir und höre mich!
ich will diner bet dich erhören
180 und sagen waß mich hät tain be¬
tören
[4'J und brächt zü sölichem jamer und
laid.
ursach was min grösse hertikait,
die ich zü ainem knaben trüg,
ich kan mir nit gewe^nen gnüg,
185 wan ich bedenck min törhait.
der selb I nab hett geleit
sin lieb und tröst ganz uff mich,
wan er mir ze dienst sich
137. die h, je die a.
143. man b, knab a.
1.54. wenden b, spenden a.
158. myn b, nin a. vor inicb gestrichen:
sich a.
160. übelhün a.
166. vor laid gestrichen: es wer mir;
daiüber von jüngerer Hand: solich uwer(?)
leit a, es wer mir leid b. nit fehlt ab.
172. nicht b, nit a.
184. kan . . geweynen b, kund . . gewinnen a.
186 aus b, fehlt a.
187 ff. spätere, aber mit Bleistifl wieder
gestrichene Zusätze: trOst •>' gancz uff mich
leit; ... dienen {aus dienst ; mich gestridien)
sich herbot; bifi in von hinen nem der
tott a.
188. mir aus b, fehlt a.
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1. Der Mmne Gericht.
5
ganz mit willen hett ergeben.
190 was ich nun wolt, das was im
eben,
er dient mir ganz mit stetikait.
onver schult tet er mir nie kain
laid,
ich mfiß min aigen schuld
ver jehen.
s61ich lieb bön ich nie gesehen
195 als der selb knab z& mir hott,
er staind vor mir dick blaich und
röt,
min lieb hett in also besessen,
schl äffen, wachen nöch ge essen
mocht er nicht in manigen tagen,
200 er tett mir offt sin nöt clagen
wie er nahend töd wer.
es was mir laider alles immer
and sprach, er sölt lässen dar von.
er antwir mir: “frow, ich en kan.”
205 ich verstaind öch wol das war
was,
ye doch mocht er nit erwerben
das
das ich im fr&ntschafft wölt
erzögen,
dar umb er bat und gab sich
aigen
libs und zä minem gebot.
210 ich wag es ring, es was min spöt.
ich sprach: “hab gedult, ich dich
1er,
dan büler daß sind martrer.”
[drj das was miner grosser törhait
schuld.
er laid lang und hett gedult
215 und setzet es alles zö der g&ete
min,
192. Ynnerschiild 5, 0 aer schalt a.
205. das war a, was es h.
209. Libs vad gats b, Lib ynd gät a.
216. alles aia a, ein h.
die soll dar in ain mitler sin.
es haM nit und was alles verlörn,
sin liden tet im zom,
er clagt es haimlich an manger
stat
220 da er rät und hilff bat
mich ze wißen zu glicher trftw.
es was umb sust, sin jamer nüw
ward dick vor mir mit grosser
dag.
es erbarmt mich, afe ich dir sag,
225 und was mir laid sin liebe größ.
ie doch so belaib er vor mir trost
los,
wan hertekait het mich also be¬
sessen
das ich miner tugend hett ver¬
gessen.
das ist mir zu grossem schaden
körnen,
230 als du sichst und hast vernomen.
er sprach öch dick zft mir:
“wie bin ich so unselig zü dir?
in allem leid tröst du mich nic/tt,
wan was ich lid, das mir ge¬
schieht
235 umb dich allain, schöne fi’ow.
wan das nit wer, machtu schäwen
jamers nöt an mir armen,
hetestu gilt, es müst dich er¬
barmen ! ”
eins tages ich mir das gedächt
240 das ich in mit glimpff mit mir
brächt.
do er sin komer tet clagen,
ich sprach, ich wölt im färb
tragen
und min frAntschafft zA im ziehen.
224. als b, alles a.
233. leid tr. b, tröst so tr. a. nicht b,
nit a.
241. sin komer] senen mir b.
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6
1. Der Minne Gericht.
es gerow mich bald, ich tett in
fliehen
[5*^1 und wider für im dennocht nicht.
246 Hör mer miner törhait ge¬
schieht :
do ich yemam sin stettikait,
ich tet als wer es mir gar laid,
und sant an in fründ und herren,
250 das sie*in da Ton sölten keren
mit tröwen und mit bitten,
ich bedacht es mit behenden
Sitten
und ließ in ziehen das er was
unschuldig; jedoch so kund ich
das
255 nie von im vemiemen
das er mich tet beschemen
in sölichem liden mit ainer dag.
sin gedult was groß, als ich dir
sag.
wie ich im tet, er lies nit ab
260 mir ze dienen als ain stetter
knab.
ich det in miden, es was im laid.
mir ze geben was er berait,
wan lib und güt was min aigen.
das tet er mir dick und vil er¬
zögen
265 offembar und haimlich an allen
orten
mit geberden, wercken und Wor¬
ten.
was sol ich dir mer sagen?
min untrüw hät mich selber ge¬
schlagen.
da der selbe knab enpfand
270 das er mir dienet one danck
und mich mit güt nit moch ge¬
winnen,
247. Do b, Das a.
254. yedoeb b, ye a.
er gedacht in sinen sinnen:
sit du nit magst lässen da von
und söltest also verirret stön
275 alle zit, das wer ain michel dag,
und rüwen weder nacht noch tag,
[6’’] es wer weger, du werest tö<L
sin sjmn gaben im den rät,
so in güt möcht gehelffen nicAt,
280 er sölt mich laden für gericht,
daman haimlich sach richten tüt,
vor frow Fenus und im gespUen
güt.
es geschach also, ich ward ge¬
laden.
das kam mir zü grössem schaden.
285 min gesell, hab nit verdriessen,
lang sach mag man nit be¬
schließen
mit kurzen Worten.’ ich sprach:
‘wie?
frow, ich gehöret kain ding lieber
nie;
solt es weren alle min tag,
290 es verdrüß mich nit, fol endent
üwer sag!'
‘das tet ich gern’, sprach sie, ‘ge¬
sell,
wer nit so größ min ungevelL
doch tü ich gern was ich mag.
Do nun kam des rechtes tag,
295 ich was gehoi'sam, ich stalt mich
dar.
do der knab min ward gewar,
der bat gerichtes und fürsprechen
und nam frow Lieben die frechen,
die trat hin für mit siner dag
300 und sprach: “dißer knab hät nacht
und tag
gedient mit fliß dißer frowen hie”
279. nicht b, nit a.
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1. Der Minne Gericht.
7
und erzalt alle sach, wa und wie,
als du es von mir häst gehört:
^'die hat wider min geböt in be-
dört
305 and mit irer untrüwer hertikait
im unbillich tröst und hilff
ver sait,
zfi schmacheit werden wiben göt,
die wöllen trösten sin gemftt.
[6*’] er hofft, sie mög sin gelögen
nicht,
310 er stät all hie und bitt gericht."
ich hat also die richterin
frow Fenns, kAngin der min,
das sy mir erlöben wölt
frow Eren, daß sie sölt
315 mir min antwirt fAr bringen,
es ward erlöbt, sie tett mir
dingen
alles das mir zA recht nöt wer.
sie hört mich nnd trat daher
in fryem müt nnd sprach alsus:
320 “hört, edle kAngin frow Fenns,
frow Lieb hät beclaget ser
dißer frowen an ir er,
wie sie mit hertekait behent
hab brächt den knaben in eilend.
325 sie spricht, sie stand hie on logen,
der knab hät offembär und tögen
ir gedient ain lange zitt;
er hab aber ir ere da mit gefryt,
das sie im nit wolt zA sagen.
330 er tA unbillich sie beclagen,
wann frowen er zA gehört
off versagen, das ichi bedört
wert mit falsch ir eren schäm.
804. jn b, ain a.
305. vndm h.
307. smacheit h, schmachet a.
311. bat h, bitt a; in a öfter Präs. st.
Prät. (624. 762).
326. ynnd 5, mit a.
dar umb sie hertikait an sich
nam
335 nnd wer zA zitten ungednltig.
zA dem rechten sy sie im nit
schuldig.”
da wider frow Liebe rett mit
synn :
“merck, edle frow kAngin,
die frow hie one lögen stät,
[7'’] als ir denn wol gehört hönd;
341 der knab hab ir gedient vil zitt
und hab mit sölichen eren gefryt,
als dan ir antwirt hät geint,
der knab stät hie nnd getrwt
345 der selben frowen noch so wöl
das sie selber dar umb sagen söl
das er sie nie gebat
wider ir er, die sie hat
sie kant wol sinen stetten sin,
350 sie gedorfft öch nit versuchen in,
er hett sie nngem wöllen betören,
man sol sie selber dar umb hören
ob dem allem also sy”
sprach frow Lieb die fry.
355 frow Er die fArt mich Wn dan:
“ist wär das fAr bringt dißer
man?
das soltu sagen”, sprach sie zu
mir,
“er will es ganz getruwen dir.”
ich was so vest und biderb
360 das ich nit wolt reden da wider,
wann es was luter die warhait
frow Er sprach : “ es ist mir laid,
es solt kain frow so hört nit sin.”
trnrig gieng sie wider hin in
328. ere 5, fehlt a.
332. ich h, ist a.
339. hie d, fehlt ab; doch vgl. v. 301. 310.
350. verflachen b.
357. Das solta b, Da solt a.
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8
1. Der Minne Gericht
365 und sprach: “ich verhört die sach
eben:
die frow sprach, gült es ir das
leben,
sie w61t nit lögen der warhait,
der knab hab war gesait,
und habe sie nicht recht an im
gefaren,
[7'] so bitt sie das man ir wölle
sparen
371 mit gnaden dißen handel.
sie will b&ssen und wandell
und bessern alle ding.”
Frow liieb sprach: “der Jüng¬
ling
375 hett zü ir ze clagend mer;
das will er lässen umb ir er.
ir groß ungetrüw wil er verswi-
gen;
frow Fenus, dancket im mit
nigen !
man seit die frow hab bekant,
380 er öch rechtes gerichtes ermant
das ir im sprechend urtail,
das dise frow hört und gail
ernstlich werd gesträfft umb ir
hörte groß,
wan zü allem ding gehört möß.
385 und als sie bitt gnad erwerben,
ich sprich: nain, sie sol ersterben!
was sie hett verwirckt an dißem
man,
das ist im nit allain gethön,
sunder mir und min gebotten.
390 die solt man nit also verspotten,
frow Trüw, an üch ist gebrochen!
frow Stet, läßt ir es ungerochen
das dißem knaben stett mit herti-
kait
gegolten wird, es wird dch laid
395 und aller frowen güt verschmecht.
swigend ir dar zü, ir taind nit
recht.
frow Güt, wie mögend ir das ge-
liden ?
dise frow hät üch tain vemiden.
frow Er, ir liessend öch billich ab
400 ze bittend für sie, dan dißer knab
hät üch gedient one sold;
[ö''] um ir er ward er ir hold.
frow Zucht, ir habend sie übel
gezogen,
das sie den knaben hät getrogen.
405 frow Scham, üch ist öch laid ge¬
schehen
von dißer frowen, daß müß ich
jehen !
schentlich ist es gütten wiben
hertikait und untrüw triben.
merck, frow Fenns, edle küngin,
410 (wir alle, din höff gesin,
von dißer frowend sind miss¬
handelt)
das sie darutnb bus und wandelt
mit strenger urtail und pin vil,
das ander frowen dar an ain by-
spil
415 by dißem mögend nyemen.
wan wir söltend uns alle Schemen
das ain sölich übell tetterin
solt ön gericht körnen von hin.
und wer hie frow Aventüre,
420 sie wer mit mir ungehüre
ze rechen sölich größ missetät.
892. jrs 5, es a.
394. Gegelten a. ach b, 5ch a.
398. Termyden b.
405. laid fehU ab.
412 aus b, fehlt a.
414. byspii b, ain spU a.
419. hie b, fehlt a.
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1. Der Minne Gericht.
9
frow, helfft uns aß dißer nöt
und fragend umb näch urtails
recht”
ich sach an min trüwen kneht
425 und marckt wol sin erbarmen,
das er hett mit mir armen:
lieber gesell, läß erbarmen dich
das hört geschray Aber mich!
ich mäß truren biß an min end
430 und hieß mit recht die eilend,
frow Eren bitten halff mich nicht
sie wagen so höch diß geschieht
das mir alle gnäd ward verzigen.
da frow Lieb nun hett yerswigen,
[8'] frow Fenus die richterin
436 fraugt umb näch rechter min,
macht urtail waß ich verfallen
wer.
ich staind öetrAbt und wainet ser.
frow Lieb sprach: “mich duncket
recht,
440 sit sie iren trüwen kneht
verschmecht hät on alle schuld,
das sie fürbas aller menschen huld
ymer mer söl gebrachen
und alle tag in wild struchen
445 leben ir zitt und sin ver mitten,
barfüß und ir här abgeschnitten,
daß sie ir hertikait selber enpflnd.
also ich sie mit minem urtail
bind,
und duncket mich dar näch sin
genüg,
450 näch dem und er liebe trüg.”
484. nun b, jm a.
437. Nach a. b.
438. bedntbt b, trübt a.
442 aus b, fehlt a.
Das urtail ward gefolget zwar
nahend von den frowen allen gar.
allain frow Er für mich bat;
es was umb sust, ich mßst an
stat
455 mich enplössen vor gericht
in menges menschen angesicht.
owe der schäm die ich enpfieng,
da ich vor mengklichem gieng!
[8*'] ich sach das min lieber knab,
460 wie wol ich daß von im hab,
waint mit mangem, daß ist wär.
ab geschnitten ward mir min här.
do daß urtail alles ward vol-
bracht,
frow Er die truret und gedächt
465 an min liden und jamer groß,
do sie mich sach nackend bloß,
und fiel zu föß den frowen allen
mit senfiten Worten und süssem
kallen
und bat sie fast und ser
470 durch aller rainen frowen er
das sie mir armen wib
nun ain claid an minen lib
erlöben wölten zü dißer fart,
das ich nit zu schänden frowen
zart
475 gieng nackend und ploß.
frow Lieb hett ser verdroß;
doch kum ward ich gewert diß,
also wann dißer rock zerriß,
so sölt ich fürbas nackend gön
480 umb die nntrüw die ich het getön.
443. Ymer a, Nit b.
458. menglich nackent g. b.
468. vnnd b, vne a.
Bild: nach v. 458: Das Mädchen geht nackt, mit aufgelöstem Haar an einer Schar
Leute vorbei, unter denen man auch den Dichter bemerkt. Eine Frau zeigt mit dem Finger
nach dem Mädchen, das aus Scham die linke Hand vors Gesicht hält. Kein Hintergrund.
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10
1. Der Minne Gericht.
do das geschach, frow Er zoch ab
dißen swarzen rock sie mir gab.
do ich den heit an geleit,
ich ward mit geschray hin gefeit
485 in dise wilde scharpffe dom.
we daß ich ye ward gebomf
ach! müß ich schryen z& aller
zitt.
allen komer den ich do lid,
hon ich von untrftw und hertikait
490 sie sind selig die sie nit trett,
und verdampt öwenclich
[d'l die sich nit stdssend an mich.*
Also die frow die red beschloß.
mit zehern sie iren lib begoß,
495 das sie ain wil ward red löß.
ich sas by ir in dem graß
und mocht doch mich enthalten
nicAt,
ich waint mit ir diße geschieht
sie sprach: * gesell, du häst gehört
500 was mich arme hät bedört
und mich zu sölichem kumer
bracht.
dich vertröst hön ich gedächt;
ich hön geteilt min laid mit dir,
also mttstu och tain mir.
505 sid du (Ach sprichst eilend sin,
so soltu mir sagen den kumer din,
wann es ist der betr&bten fröd
so sy habend gliches laid.’
[lor] Ich sprach: ‘frow, ich hon
ver nomen
482. BwarezS links am Hände ergänzt a.
483. Danach: Den sie mit mir het ge>
teilt o.
484. gegeyt b, gericht a.
490. trett vielleicht ein schwäbischer Plural
(vgL Am. 19, 358 und v. 1390) H.
493 aus b, fehlt a.
510 üwer laid, wie ir sind körnen
in öwer nöt; es tüt mir we.
und als ir mich bittend me,
ich söll &ch öch sagen minen
kumer,
das td ich gern, ich armer
tummer,
515 und sag dch mit kurzen Worten
das in allen stucA»n und orten,
wie dch beclaget hab der knab,
des glichen ich öch ain sach hab
und kan dar zä nit mer gesagen
520 dan Hebers zwar by minen tagen
ich nie gewan nöch nymer t&.
die hät mich brächt in größ unrö,
das ich nahend bin verzagt,
ir hörte die hät mich verjag^
525 in dießen wald von (fer weit,
wan ich fand kain biUich wider-
gelt
von ir, nymmer tröst noch trftwe.
das tet mich so ser rdwen
das ich vor laid bin körnen her.
530 Ir habt gehört nun min swer
und höff, gelftck hab mich gewißt
do ich mit tröst noch wird ge-
spißt
wan als ich von fich vemomen
hab,
so mag ich mins laides körnen ab.
535 als ir mir sagt, so ist ain gericht
do man sölich Sachen schHcht
ich bit Ach, frow, umb üwer ere,
497. nicht b, nit a.
502. vertröst = vür tröst.
505. dich b, mich a.
516. stocken b, staben a.
525. der b, diser a.
530. nin a.
537. vmb] durch b.
Büd: nach v. 506: Wald, im Hintergrund eine Burg. Der Dichter sitzt dem Mädchen
gegenüber im Gras; sie hat ein rotes Kleid an. Durch erhobene Hände wird das Gefach
angedeutet.
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1. Der Minne Gericht.
11
ir wellend mir geben wiß und
lere
wie ich mit füg körn dar in.
540 by üwerm laid bedenckt das min,
[iO'l das will ich verdienen ewenclich,
und ob es ümer wirde fügen sich
das gelück mir w61t glichen hail,
dar an sol sin üwer tail.
545 ob ich üwer pin möht machen
gering,
ich hör nit uS dan mir geling,
und will öch dar nmb sterben
oder ich will uns tröst erwerben,
dar umb so wisend mich bald
550 uff den weg in den wald
do ich find das geschworen ge-
richt.
zwar da von läfi ich nicht.’
Als wir unßer sag brächten zu
end,
die frow bot mir ir hend
555 und danckt mir miner gehaifi
und sprach: ‘den weg ich wöl
waiß.'
sie staind uff und ich mit ir.
sie gieng ain gütten weg mit mir
durch den wald und wilde dom.
560 sie hett den weg öch verlora,
sie clagt mir stetz ir laid
wol uff ainer mile brait,
biß sie uff den rechten weg kam.
und e ich urlöb von ir nam,
565 do bat sie mich innecklichen ser
das ich ir nit vergeß mer,
ob ich ir icht gnäd möht er¬
werben.
das sie also nit dörft sterben,
und käm ich herwider frow,
570 das ich dan sie süchte do;
das wölt sie ümer dienen umb
mich.
wer aber das es fügte sich
[^*"1 das ich miner bett nit wird ge-
wert
und öch nit wider zü ir kert,
575 das ich dan durch frowen er
schwig der geschieht ymer mer
und allen werden wiben
das sagen solf und schriben
was ir gemüt hett tain be¬
schweren,
580 das sie da vor gewaraot weren
und hütten sich vor ungetrüwer
hört,
das sie nit körnen in das gefört,
urtail und pin ‘da ich in bin.
zü frowen gehört gütiger sin
585 gen den sie mit stät erend.
ich tain sie das recht leren,
das ich laider vor kund nie;
dar nmb so ge ich eilend hie.
es zimpt ye nit werden wiben
590 das sie gegen trüw falschait
triben.
wer ich des vor under rieht,
so dörfft ich hie liden nicht,
ich verkünd in mines laides pin,
das sie dar vor gewamet sin
595 das sie nit sind untrüw und härt.
güt gesell, Got sy din gefärt!
die nacht die kumpt, ich schaid
von dir.’
545. ring b.
551. nach find gestrichen: in a.
578. 8olt ynnd b, soltn' a.
579. tain hett umgesteüt nach b.
583. Die indirekte Rede geht ohne weiteres
in die direkte über; ebenso v, 1061.
585. Gen b, Den a. sie nit a, die sich
mit b.
588. eilend b, fehlt a.
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12
1. Der Minne Gericht.
ich Sprach: ‘frow, üwer begir
will ich werben mit ganzem fliß.’
600 sie böt mir ir hendlin wiß:
‘gesegen dich Göt, körn her wider
schier ! ’
also mit wainen schied sie von
mir.
[1D\ Nun dar, gelück, nun füg mir
hail,
das ich wider werde gail
605 und entladen werd miner nöt
wer siner sach stüttecklich nach
gät,
dem kan nit wol mislingen,
er tüt etwas dar von bringen,
dar umb heb ich mich uff die
fart,
610 als mich die schön hät gelart,
durch wild dom, durch den
strach.
der wald was da gar ruch,
das ich nahend was verzagt,
ich gedacht: 'wer nach fröden
jagt,
615 der möß dick komer hön.*
das selb tett ich sehen an,
wen wann laid am hörtsten stät,
geren tröst dar näch gät.
dar umb wolt ich nit lässen ab,
[W'^Jich wolt e sin der eilend knab
621 all min tag ön endes zil.
ain stolzes tier haben wil
ain stritigen jeger, das ist war.
ich für im land hin oder her
625 biß ich körn uff das recht gefört,
(wem anbentür ist beschert,
der müß sie tragen alle sin tag,)
und kom zö ainem gezierten hag.
das was von mangem dom schon
630 wunlich geflochten als ain krön
und was von roßen mit flis
getailt röt, plaw und wisß.
es was gehagt als ain wand,
ich gieng biß ich ain tür fand,
635 das wären zwü linden gren.
ich erschrack und ward doch
kün,
wan es was in der weit ye sit:
wer nit wacht, der gewint nit.
die tür die was Offen höch;
640 uff ainen berg waß mir gach
[^^'Idie wunder werck zü schöwen.
ich sach die aller schönste öwe
die kain mensch ye gesach.
nicht von zierd ir gebrach:
645 von blömen, blüten und graß
mit allen varben bedeckt waß.
ain Cläres wasser dar durch ran,
da saß manger fogel an.
zü ring schib wol ainer mil brait
650 was der hag dar umb berait
mit mangem wunderlichen riß.
als wer es das irdisch paradiß,
so was es näch wünsch wol ge¬
schickt.
nach Inst ich hin und her plickt,
655 wan grösser wunder ich nie ge¬
sach.
610. gelart h, gelert a. 649. schib fMi b.
624. ging ym b, far a. 653- wer ab.
631. Und fehlt ab. vor von gestrichen:
mit a.
Bilder: vor v. 603: Waid. Der Dichter reicht dem Mädchen ewm Abschied die Hand.
nach V. 640: Wald, links zwei Linden, rechts ein großes Gehege, Wiese mit Blumen.
Der Dichter hält (zum Zeichen des Staunens) die linke Hand an die Backe.
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1. Der Minne Gericht.
13
Ich sach ab ze tal in den bach
an ainer wunnencklichen liten
die minecklich«ten frowen riten.
ir pferd was wiß, und gedeckt
660 von allen varben dar uJEl gelegft;
swarz allain dar nff gebrach,
do ich die frowen ane sach,
ich gedacht es wer ain engel rieh,
ich hett nie gesehen sin gelich.
665 ich sach öch zwen falcken
in den wolcken walcken.
has6 sie zü ainem raigel trägend;
bald sie in zü der erd schlägend,
wan die frowen ritten baissen.
670 min won tett mich raissen
das ich gedacht: ‘nnd söltest ster¬
ben,
du wilt all hie tröst erwerben.’
da die frow iren falcken wider
bi dem Inder hett, sie trat nider
675 von dem pferd uff die erden,
ich gedacht: ‘möht dir Ion wer¬
den!’
173'-] ich lieff bald und hielt daß pferd.
die frowe erschrack und begerd
das ich ir kunt tet behend
680 wer mich durch diß eilend
gesant hett in diß schön owen.
es wundert ser die frowen,
doch böt sie mir, die mineclich,
ir hand; ich danckt ir inneclich
685 mit geberden und mit nigen.
658. myimiglichaten b, mineck liehen a.
nach 658 m b:
Die was nit geczirt nach englischen syten
Zwo jongfrawen mit jr ritten.
664. sin] irn b.
673. fraw b, fehlt a.
sie sprach: ‘gesell, du solt nit
swigen.
schem dich nit, es mag dir ge-
frömen.
du bist umb sust nit her körnen,
das merck ich wöl an dinen ge¬
berden.’
690 ich sprach: ‘gnäd, frow edle und
werde,
ich tain als ainer der erschrickt
so er sinen tröst anblickt,
vor liebes lai<f waiß ich nicht
wie ich min red zä äch rieht
[13»] wan üwer gnkd ist mir unerkant’
696 sie sprach: ‘gesell, ich bin Lieb
genant,
die bin ich ganz ungetailt’
‘min jamer hät sich j^ailt’,
sprach ich, ‘wan ich hab funden
700 der ich mit träw zü allen stunden
gedienet hab und gesach sie nie.
gnedige frow, sind ir nun hie,
so ist verswunden vast min dag.
von recht ich üch min kömer sag,
705 wan ir sind die die allen armen
gen lieb hilfft, und habt erbarmen
üwern knehten, als sich das zimpt.
üwer gnäd sicher daß vernimpt,
und waist öch wol der werde Göt,
710 ish hön gehalten üwer geböt
gen ainer frowen, uff minen aid.
zü irem willen waß ich berait
682. die b, alle die a.
685. Deygen b, migen a.
693. laides a, laids b.
694. red b, laid a.
698. tailt a. Ich bin from vnd myn hercz
daa geilt b.
Büd: vor v. 677: Landechafl, im Hintergrund Berg mit Kirche, davor ein Fluß.
Der Dichter begrüßt mit dem Hut in der Hand zwei berittene, vornehm gekleidete Damen. In
der Luft ein Falke mit einem Beiher in den Krallen.
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u
1. Der Minne Gericht.
genzlich mit lib und gut,
min herz zä dienst ir nimer rüwt’
715 und erzelt ir do alle sach
die mich brächt zfi dem unge-
mach:
‘an der will wibes gfit verderben,
on schuld läßt sy mich sterben
und will mir fröd erzögen niht
720 von ir beger ich gericht,
dar umb bin ich körnen in die
owe.
bewiß mir hilff, du edle frowe,
von recht gehört es Ach an
zetrösten mich betrübten man.’
725 sie sprach: ‘gesell, ich tü dir des
büß.’
in den stegraiff satzt sy den föß
[J4*-] und sich wider zü röß schwang,
‘wöl uff mit mir, der weg ist
lang,
du solt sin hüt min gast,
730 ich benim dir diner sorgen last.’
Sie rait da hin, ich gieng mit
ir,
und verhört mins herzen begir.
sie fört mich uff die höhe der
öwe.
sie sprach: ‘merck, gesell, und
schöwe
735 daß wunecklich geziert feld.
daß dort her schint, daß sind zeit.
719. mir nymer b, mich miner a.
725. dirs b, dir das a.
729. hynt b. Vgl. v. 984 f.
733. die fehlt a, ein b.
742. da wont der b, went er a.
745. yff 5, es nff a.
752. Stet] er ab. Vgl. v. 756.
nun sind ir in der zal,
da man von seit, and haißt der
gral.
dar inn sind fröd aller geschieht;
740 was im nun der mensch bedicht,
das ist da und dannocht me.
wer da wont, der lit kain we.
da won ich und min gespilen güt
und haben frow Fenns in hüt.
174*1 da sich uff und merck es eben,
746 ich will dir under richtnng geben
wa iegklicher frowen wonung
syg:
frow Fenus, unßer küngin fry,
ist daß schönst daß du sichst
750 das nehst dar by das min ist
zü der rechten hand, alß sich
zimpt
dar nach frow Stet ir wonung
nimpt,
frow Trüw ir gezelt dar näch hat
in,
frow Güt ist ir nächbürin.
755 uff die andern Sitten her mer
do sitzt am nehsten frow Er.
frow Zucht dar näch hußen tüt,
frow Scham nahend by ir rüwt,
zü dem letsten die Lieb die ge¬
hör,
760 dar näch ze nehst frow Aubentür.
also sichstu unßer Ordnung.’
759 paßt weder eu t. 750 noch tu v. 760;
in der feststehenden Reihenfolge der Tugenden
kommt auch sonst (v. 792 ff., v. 893 ff., v. 968 ff.)
auf Scham stets gleich Abenteuer, und evoar
auch an leteter Stelle; deshalb ist vieUeicht mit
Hilfe von v. 843 f. und d gegen ab tu lesen:
zu dem letsten die lieb und gebär,
die man nent frow Anbent&r.
Büd: nach v. 732: Wald. Der Didtter im Gespräch mit Frau Diebe; er hält ihr
Pferd am Zügel. Rechts frißt der Falke den Reiher. — Von diesem Büd an fehlen Tasche und
Stock des Dichters.
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1. Der Minne Gericht.
15
Ich sprach: ‘wer aller menschen
zung
nur uff mich gericht,
dannoch die gezierd möht ich
nic^t
765 der zeit Volbringen.’
ich tett in mir selber dthgen,
es wer von menschen nit besacht,
Q6t es selber hät gemacht
wan was ie menschen haben ge¬
dacht
770 von zierd, das was dar an vol-
bracht
mit gewirckt mangen bilden
der zamen und der wilden,
die also in wappen strebten
gelich als sie warlich lebten.
775 yegklich zeit hett sin aigenschaift
in wäppes zaichen nach maister-
schafft
von gold, gestein und berlin fin,
samet, purpur und sydin
[J5»-] mit mangerlay färbe gezierde.
780 ain yegküchs näch siner wirde
hat siner aigen färb ain tach.
als nun geb&rt, ich Ach sag
wunder werck von knöpffen schön,
ain yegklich gezelt uff siner krön
785 hat ain knöpff von edelm gestain,
so gröB, fin und rain
hett es kein mensch nye gesehen.
die taten durch die sunnen
brechen
gelich alß wer es ain morgen
Stern.
790 den ganzen gral tetten sie ziem
von iren fröden rieten glösten.
frow Fenus hett den bösten
karfunckel mercklich und groß,
der da mit heften ußgoß
795 liecht bayde nacht und tag.
groß wunder zierd an im lag
von allen färben der gestain.
min frow Lieb die rain
hett ainen robin von Orient,
800 der Ifiht dort her sam er brent,
mit mangerlay gestain färben;
allain swarz tet dar an darben,
wer gesach ye hfipscher gezier?
frow Stet hett ain minecklichen
saffir,
805 der do glast mit /'inem blaw;
kain andre färb sach ich do.
frow Trüw hett von grossen
listen
uff irem gezelt ain amatisten,
fin brun mit andren iarhen deß
gelich.
810 frow Gfit die erentrich
hett ain topasius ze knopff,
[75*] fin gel nach siner natur löff;
kain andre färb sach ich dar an.
nun wil ich z& frow Eren gön.
815 uff der andern Sitten ir gezelt
lag.
die hett ze knopff ainen smarag,
fin grün näch siner rainikait
mit fil andern stainen dar in
klait.
frow Zucht hett ainen demant.
762. sprach h, sprich a.
764. Dannoch 5, Dar näch a. nicht 5,
nit a.
765. geczelt h.
766. dingen 5, dringen a.
770. Von 5, Vor a.
777. 787 ows b, fehlen a.
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791. riehen b, aigen a.
794 aus d, fehlt ab.
795. Bayde liecht a.
808. gecjder b, gezierd a.
806. anderm einem a, einen enden b.
809. and‘n färben b, andrem fin a.
818. klait] geleit b.
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16
1. Der Minne Gericht.
9
820 des färb in swarz wirt erkant;
alle herte er über tretten tut.
frow Scham die güt
ain kristall lütter und fin;
wisß, mit andern berlin
825 verwirckt den andern glich
was er. frow Aubentftr die rieh,
ain kalcedonius was ir knöppff«
krön,
von allen farwen gemengt schön,
wan sie ist gemain in aller weit.
830 dar umb ist gemengt ir zeit
mit mangen färben, alß sich
zimpt.
sie ist nütz, wer sie in güt
ver nimpt,
sie tüt biegen mangen man
der sie zü recht nit halten kan.
835 wer sie nympt, dem dient sie
gern,
sie zücht jung lüt und tüt sie
lern
lieb und laid und dick grösse nöt.
doch die tugend sie an ir hät:
sie lert größ ding erw'erben,
840 sie lässet ir diener kainen sterben
[le»-] und wont nit gern by den zagen,
ir geschieht kain tötter mag
sagen,
dar umb ist sie nit ungehür.
sie nent sich frow Aubentür.
845 Da nun frow Lieb hett erzelt
den Orden der gezelt uß erwelt,
820. in swarcz in graw a.
827. knopffg 5, knöppil a.
885. nympt a, snekt h.
838. sie 5, die sie a.
839. erben ah.
sie sprach: ‘gesell, wöl uff, ich
rit.
wir wöllent essen, es ist zitt!’
ich sprach: ‘gnäd, frow, ich volg
üch geren.*
850 uff dem weg tet sie mich leren
wie ich min sach sölt handeln
eben.
ain köstlich mäl tet sie mir geben,
daß ich deß glich nie enpfieng.
nach dem essen sie mit mir gieng
[^<>*]zü allen frowen und bevalch mich
in:
856 ‘lönd üch den knaben enpfolhen
sin,
der hät unß allen gedient schön
und mag ^och erwerben kainen
Ion’
sprach frow Lieb die werd.
860 Ain yeglich mit Worten und ge¬
berd
tet enpfahen und trösten mich,
frow Gut die milt sunderlich
für ander frowen mir tröst gab.
sie sprach: ‘min lieber knab,
865 wer dient werden wiben gut,
der läß nit kümem sin müt
ob im ain «ril wir< versaget;
ze letscht er doch tröst erjaget,
ain hiderb wib tüt Schemen
870 trüwen dienst on Ion zenemen,
daß ainer büßen nit verleit
daß ist ir beder nnderschaid.
842. keym d6rn mag geachitden b.
844. nent sich] ist von recht b.
858. doch b, da a.
862. gutt b, Venus d, fehit a.
867. ein wU w. u. b, yil wib versagend a.
Büd: nach v. 854: Frau Liebe, tn rotem Kleid mit grünem Umhang, erJdärt dem
Dichter die sedis Zelte, die rechte auf einer Wiese aufgeschlagen sind. Sie hohen, wie auf allen
folgenden Bildern, ein farbiges Fähnchen an der Spitze.
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1. Der Minne Gericht.
17
ist die dtn von gütter art,
ze trösten sie sich nit lang spart.
875 so es geschieht, gedenck an mich.*
ich sprach: ^frow, daß tün ich.
üwers tröstes will ich öwig leben,
üwer g^äd sol mir urlöb geben.’
Ich schied von den frowen zart.
880 ain jär mir gesetzt ward
zü dem rechten von den frowen,
ain morgen fr& in der öwen
in der schränd da man t&t rich¬
ten,
sölich sach gar frftntlich schlich¬
ten.
885 mich be(f&nM doch, daß m&ß ich
jehen,
daß ich lieblicher zierd nie hön
gesehen
[i/'-jdan an den zelten allen waß.
dar an ich mangen rymen laß,
die ob den türen wären gemacht,
890 von berUn gold fln besacht,
als sich yegklicher frowen zam.
in den lymen staind ir nam.
der edlen k&ngin frow Fenns
rymen sprach alsus:
895 'von adams zitt hät min gewalt
gehabt ain sölich gestalt:
was lebt, frowen nnd man,
mäß minem gebott sin undertön.’
frow Lieben gezelt rymen waß,
900 der Int also, als ich in laß:
‘allen den die liebend mich,
den selben ich versprich
daß ich nit sich an gestalt nöch
gut:
allain lieb mir lieben tät.’
905 frow Stetten rim daß waß der;
nun merck ain yegklich büler:
‘ich hatß Stät, die z& lieben ge¬
hört.
wa ich nit bin, da wirt zerstört
bald lieb und wuchset dar usß
laid,
910 man erwbt alle ding mit stäte-
kait.*
frow Gütten rim gehört werden
wiben,
den hett sie also läsßen schriben:
‘ich haiß Gfit und gehör dar zü
daß ich näch senendem herzen
rfiw.
915 wer ich nit, so wiechß dick laid;
als größ übell vermide^ gütikait.’
frow Trüwen, der lieben hört,
waren also irs rymen wort:
‘ich bin Trüw, der natur geböt.
920 all lieb on mich ist ain spot,
[i^'lwan trüw ist rechter lieb ain
zaichen.
ich tain herte herz waichen.’
es staind geschriben an frow Eren
zeit:
‘ich bin der höhst schätz der weit.
925 yederman hett mich geren,
und tüt maniges mich uneren.
wie wol man mich ainest verldßt,
niemand mich gar wider erkdst;
873. diu b, dan a.
885. bedQckt d, bendgt a.
893. edeln b, edle a.
896. G Ynd gehabt a.
900. ala b, fehlt a.
907. hiefi o, bin b. die b, dir a.
910. erwirbt b, vertribt a.
916. Ala dnreh ab. venniden o(6).
XtaataolM Text« Am MtttoUltan. XZIV.
917 üt wohl vorangestellter Dativ ; F. dmw
d. L h. 5 stellt den Nominativ voran, ähnlich
wie V. 826.
918. jra b, fehlt a.
920. All lieb on mich b, Aller liebin mir a.
927. verläßt a, gelnat b.
928. erhofft a, koat b.
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18
1. Der Minne Gericht.
es müß im allwegen bangen an.
930 ich gib der weit bdhsten lön.
dar umb ist mangs umb mich tod,
die andern habend gelitten not.
Oner ist min wider sach,
die bringt all die weit in ön-
gemach.’
935 frow Zucht die löblich
hett geschriben, also laß ich;
'ich bin Zucht und gehör an
bayde frowen und man.
ich tain mich allen gölten lieben,
940 allain die bößen mich zerklieben.’
frow Scham het in mittell
an irem zeit dißen tyttel:
4ch bin Scham und gehör zü
wiben
die daß eren spil wöllen triben.
945 schäm weret manig misse tat,
blaich antlit mach ich rött.’
frow Aubentüir büchstaben
waren in Worten also begraben:
‘ich bin Aubentür genant,
950 manigem manschen ward ich be-
kant,
den ich hilff uß angst und not.
ich küsß manigs mündlin röt.’
Also lütten die tyttell all.
ich gieng getröstet also mit schall
[iS’’] mit frow Lieben in ir gezelt
956 sie sprach: ‘gesell, sichstu daß
veld
und ain hütten? daß merck mit
synn,
941. hatt d, fehlt ab. in H., ain a{b).
946. ich a, sie b.
951. 52 umgestellt nacJi b.
954. tröstet a, trosts b.
da sitzet öch ain frow in.
die ist aller nnßer wider sag.
960 die liden wir daß sie mag
unßer tagend schain dester baß,
wen wa ye böß by dem gölten
waß,
so mag man es dester baß er¬
kennen.
hör, ich will dir sie nennen:
965 frow Fürbaß ist sie genant,
die Terfürt lüt und land,
wann sie mit wanckellmüt
unßer küngin vil ze laid töt.
sie töt mich Lieb zerspalten,
970 sie mag stdt nit lang gehalten,
trüw töt sie verschmehen,
gut mag sie nit an sehen,
ere sicht sie nit triben gern,
Zucht mag sie nit lern,
[^s*] schäm hät by ir kain stät,
976 böse aubentür ir näch gat,
kain lugend mag by ir beliben
die den Wechsel gert ze triben
und alle büch walten wil.
980 schand wirt ir endes zil.
es ist wol, wan es geschieht’
ich sprach: ‘frow, es irt mich
nicht’
In der red hain körnen wir.
frow Lieb behielt mich by ir *
985 die nacht mit grosser röwe.
do nun kam der morgen fröe,
frow Lieb gieng frölich mit mir
für gericht; do funden wir
960. wirt o.
963. mans b, es a.
970. st&t 22., sie a{b). '
972. Czneht a.
Bilder: vor v. 955: Die Zdtwiese. Der Dichter kommt von links m Begleitung etceier
Frauen auf die Zelte tu. Im Hintergrund eine Stadt, davor auf einem Felde ein Haus.
nach V. 988: Der Dichter wird von Frau Liebe (in rotem Kleid) tu den Stufen
geleitet, die in das vorderste Zelt fuhren.
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1. Der Minne Gericht.
19
frow Fenns in ir kaißerlich krön.
990 die frowen all geziert schon
sassen näch Ordnung z& gericht
frow liieb die schampt sich nicht
und bat die kAngin daß sie solt
verniemen min dag, die sie wolt
[19 »■] für bringen von minen wegen.
996 es ward erlöbt, sie sprach: ^der
tegen
hät gedienet ainer frowen zart
mit stetter lieb und getrüwer fart
zfi aller zitt als ain getrüwer
kneht
1000 die hät on schuld in ver schmeht
und aller siner sinnen entricht
was sie im verhieß, das hielt sie
nicht
ir wanckler müt hät in geschla¬
gen
mit untrüw’ — und tet do sagen
1005 alle sach, wie mit hertikait
sie mich brächt hett in diß laid,
und bat die frowen do nmb die
geschieht
daß sie mir wöllend tain gericht,
daß gesträffet werd sülich untrüw.
1010 die frowen all mit grösser rüw
wagend die sach und waß in laid.
recht ze sprechend wärent sie be-
rait
doch frow Ere erfür tratt
und sprach: 'wer waiß was da
hät
1015 die frowen dar zä tain bewegen?
man söl ir kain recht an rucken
legen,
sunder sie lässen ir antwirt hören,
dcM man daß recht nit tüt er-
stören.’
Als die red was vemomen
1020 von frow Eren, do waß körnen
[19*1 frow Anbentür, die sach mich an.
sie sprach: 'was sücht hie dißer
man?*
sie ward deß ganz nnder rieht
sie spraeü: 'daß ist gemain ge¬
schieht.
1025 wa ich hin oder her ker,
so find ich selten minner mer
kain rechte lieb mit trüwen tri-
ben.
stet will niemend me beliben,
wann wa zway gesellend sich,
1030 falsch ist das ain, das dunckt
mich,
zürn minsten, sind sy es nit bede.
manger tret der stät claide
mit dem mund und herzen nit,
das ist nun der weit sit.
1085 vil gehaissen und betriegen,
lieplich gebaren und fälschlich
liegen,
trüw zfi sagen und sie ver-
schmehen,
laß gedencken und frünüich sehen,
wer am maisten git, der hät den
köff:
1040 daß ist nun der lieben löff.
9l8d.9ünmge»iellt gegen ab. mb, fehlt a.
1015. than b, fehlt a.
1017. sie lat b, tds lassen d, l. sie l&ß ?
1018. Das d, Do ab. nit d, fehlt ab.
1020. do b, die a.
1023. des b, daß a.
1024. sprach b, sprachen a.
1026. myner b, mimer o.
Büd: nach v. 1020: Das Gerichtaselt. Venus in grünem Kleid mit Krone auf hohem
Sits; links und rechts davon die Tugenden. . Links kniet Frau Ehre {oder Abenteuer?), Venus
neigt Kopf und Sand nach ihr hin; rechts kniet der Dichter neben Frau Hebe.
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20
1. Der Minne Gericht.
untrÄw ist so gemain worden
daß niemend halt der minn orden.
in gättem sy es ftch verkünt:
sträffend ir sie nit, ir habend sin
sund.
1045 ich kan üch nit mer gesagen,
min ampt daß ist: ich sol es
clagen.’
[50«*] Do mit tet sie ir red be-
schliesßen.
die frowen betten alle verdriesßen
von der jemerlichen dag.
1050 yegkliche sprach : * wie kan und
mag
daß beschehen by unßern tagen?’
jegkliche frow tett do sagen
wie ir geböt nit wer gehalten,
dar umb so wird die lieb zerspal¬
ten.
1055 die grösst sach dar umb wer
das wenig lebten der büler
die da westen der minn orden.
dar umb wer sie ze nicht worden,
dan übel gebruchen macht dick
laid
1060 zä ainer gemainen gewonhait.
‘wer nit waißt, der kan nit
sinnen ;
dar umb söllen wir verkünden
nnßer geböt in allem land,
daß es sy niement nnbekant
1065 und sprechen müg: “ich lid nöt
umb das man mir nie verkünt
hät.”
wer dar an brechen tüt,
1051. Do a.
1055. grost b, grSssen a.
1067. dan daran b, dem an a.
1068. Sräfft a.
s^äfft man die, es wirt güt
und mag niemend dar über cla¬
gen.’
1070 sie Hessen den rät umb hin fra¬
gen.
er gefiel in allen und ward be¬
schlössen.
sie giengen alle zü mir unver¬
drossen
und batten mich daß ich min
schwer
ließ an stön ain wil und wer
1075 ir kneht allen geliebten zü eren.
sie wölten mich wißen und leren
[-0»] die Lieben orden und geböt,
daß ich daß tät durch den werden
Göt
und verkünt es allen lütten
1080 die diß sach wöllend trütten,
und tät sie die regel nnderwißen
wie lieb mit lieb sy ze spißen.
ich erschrack der bet und ant-
Wirt in:
‘gar zekrank ist min sin
1085 ze foU enden sölich größ geschefft;
es bedarff größer wisßhait und
krafft.’
min entschuldigung halff mich
nicht,
ir bitten stät was also gericht
das ich in nit mocht versagen.
1090 ich sprach: ‘by allen minen tagen
schwerer sach ich nie verhieß.’
‘glück den kdnen selten nie ver-
Heß’,
1085. CzQ werben 8. g. botschafft b.
1086. nnd feMt b.
1092. den knnen s. b, der selten kei¬
nen a.
Büd: vor v. 1077: Dasselbe Zdt, nur größer angelegt. Venus {diesmal in rotem
Kleid) spricht mit dem Dichter. Hinter dem Thron drei Frauen.
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1. Der Minne Gericht.
21
sprach frow Fenus, ‘wir dancken
dir,
du häst erfüllet unßer begir.’
[21’-] Ich ward gefiert in ain haimlich
gemach,
1096 dar an ich ain bäch sach,
dar in geschriben waB der lieben
recht;
and wer ye waß geweßen ir kneht,
der namen waren da all geschri¬
ben.
1100 und wer ich lenger da beliben,
ich hett ir namen all geleßen,
wer trüw oder untr&w wer ge¬
weßen.
es geschach, mir ward gezelt
von frow Fenus usserwelt
1105 sie sprach: ‘tä uff herz und sin
und merck min geböt dar in.
der sind dryzehne in der zal,
die soltu verkünden über al.
Earckhait verüief ich am ersten
schier.
1110 es tüt als ain vergifftes tier,
wan lieb miXt haben wil und gert.
karckhait alle liebe versert
[^i'lund macht dick veil an werden
wiben.
karckhait tüt vil gelöst vertriben,
1115 mift ist liebes wares zaichen.
Das ander geböt will ich dir
raichen :
du solt alle lügen fliehen,
wer gern lügt, der tüt nit ziehen
Stätte lieb in sinem herzen.
1120 in warliait soltu schimpffen und
scherzen.
lieb mag kain lüg nit liden.
Das dryt geböt: du solt myden
von Göt übel schelten und schwe¬
ren.
sülich Unzucht tüt lieb weren,
1125 frow Zucht nit lidet daß.
Das fierd geböt ist daß:
du solt kain lieb verretter sin,
so belipt lang verswigen die din.
wer claflt, dem wirt gegolten,
1130 mit gelicher mäß wirt er geschol¬
ten.
grosses ding erwirbt schwigen,
verschwigem herzen sol ain kaißer
nigen.
wer nit schwigt, der wirt ze-
spöt
Nun merck daß fünfft geböt:
1135 diner lieb haimlichkait
sol nit vil werden gesait.
was sich zwayt, daß tryt sich
gern,
da mit kömpt lieb zü uneren.
1107. Diese 13 Gebote stammen ebenso wie 1109. 1112. 1114. Earckheit b, Kranckhait a.
die 23 Eegeln (v. 1197 ff.) aus dem Traktatus 1109. verbietS d, verbynt b, verkünd a;
de Amore des Andreas CapeBanus Qvrsg. von H. schlägt verküd = verqoide vor.
E. Trojd, Kopenhagen 1892) und folgen in der 1111. milt 5, will a.
dort 8. 105 Anm. 15 angegebenen Reihenfolge. 1113. dich veil b, dick a.
Daß der ‘elende Knabe’ direkt aus dem UUein. 1114. dnt b, fehlt a.
Traktat und nicht aus Joh. Harüiebs Über- 1115. Milt b, Mit a.
setsung oder aus der ‘Minne Regd’ des Ever- 1120 aus b, fehlt a.
hard V. Cersne schöpft, hohe tcü m meiner Dies. 1125. t. mydt es mit bas b.
8. 34 nachsuweisen versucht. 1136. vil] czweyen 6.
Bild: nach v. 1096: Zwei Gemächer, durch Vorhänge getrennt. Im linken der Dichter
(Mein, im rechten susammen mit Venus im Gespräch.
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22
1. Der Mmm Oericht,
ain tröpf! on melden git frdden me '
1140 dan Offenbär lieb ain ganzer se.
Das sechßt böt sol sin:
du solt eren den bülen din
und im din kffschait behalten
und die mit nicht zerspalten.
1145 alles Abels soltu dich Schemen.
Daß sibend geböt soltu ver nie¬
men:
ains andern bfilen tü nit nneren.
mit wissen soltu in nit verkeren,
[•2^'‘]wan wer mir das min röbt,
1150 daß sin ist mir öch erlöbt
lieb will kain untrAw hön.
Daß achtend gebOt soltu ver-
stön:
was dein natürlich schäm zä wib
ver&iefet zA haben, das sol din lib
1155 nit begeren zA bAlschafft.
näch eren sol sin der lieben krafft.
Das nünd geböt daß lut also:
mit züchten soltu weßen fro
und der frowen gehorsam sin,
1160 und stättikait dar in erschin.
Daß zehend geböt daß gib ich
dir:
du solt mit ganzer stetter begir
näch der minnen ritterschafft wer¬
ben
und schand höher wegen dann
sterben.
1165 wiltu erwerben der lieben sold,
so hab zucht, trüw und er hold,
1145. ubelfl h, übel o.
1148. yn 5, fehU a.
1158. schäm 5, fehit a.
1154. Yerkünt a, Wer kirnt 5, l. Verküt
{vgl. V. 1109) ? H. sol b, will a.
1172. nyemS b.
SO Wirt din nam mit eren geschri-
ben
zA den die by lieb ye stet beliben.
Daß ailfft geböt ich dir ge-
sprich :
1170 du solt sin hüpsch und höfflich
mit allem wandel und sytten,
din früntschafft söl sin niemans
yermitten.
lieb will kain Unzucht hön;
bistu stet, du sigst ir an.
1175 Daß zwölfft böt also lut:
wan dir din lieb schimpffes ge-
trüwt
und der lieb spil mit dir zA tri-
ben,
so soltu näch irem willen beliben
gehorsam und niemen yergAt
1180 was sie dir in trUwen tüt.
lieb angenomen wirt halb yerrert,
trüw halten öfft lieb mert
Daß letscht geböt merck eben:
['^<2»] so dir din lieb will fröd geben
1185 und früntschafft in der lieben
spü,
da sol haben schäm kain zil.
kain schäm sol da nit sin.
also dient man frewlin fin.
lieb in gehaim kain schäm sol
hön.
1190 also soltu min böt yerston,
die ich dir hon tain bekant.
die yerkünd durch alle land!’
1180 aus b, fehit a.
1181. verrert d, verirt o, verzirt b.
1186. So solto h. b.
1188 aus b, fMt a.
1191. thun b, fehlt a.
Büd: nach v. 1192: Großes Gemach, m den Steinwänden ^»ndbogenfenster. Links
auf einem Lesepult ein auf geschlagenes B%wh, auf dcu der Dichter hinseigL Venus sUht
daneben.
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1. Der Minne Oerieht.
23
Also gieng frow Fenus hain.
die andern jfrowen all gemain
1195 bliben by mir da sitzen
nnd erzalten mir mit witzen
der lieben regeU und Iren orden,
(die warend lang gehalten nit
worden,
daß brach in allen grössen quäl,)
1200 zway und drysig stück wer ir zal,
die sie mir erzalten do.
Die erst die lut und waß also:
[^3 •'] niemand sich entschlachen kan
da mit der lieü, er sie frow oder
man,
1205 daß es mit e sy gebunden.
inallen weßen hät man ye lieb
funden,
in junckfrowen, witwan, jungk
nnd alt;
wan alle ding sind in ir gewalt,
ir wirckung geruiot nie.
1210 Die ander regel ist die:
der mag kain lieb trütten
der es seit me lütten,
lieb will verewigen sin,
klaffen ist liebes grösste pin,
1215 und hät kain giAsser schwer
dan ain klaffenden minner.
glück sie billich tüt vermiden
die mit riemen er abschniden.
1199. bracht b.
1202 ff. vgl. Anm. tu v. 1107. Tataäeh^ch sind
es 33 Hegeln, in dieser Reihenfolge (nach Trojels
ZMung S. 310): 1. 2. 3. 31. 4. 19. 5—10.
12. 13. 14 (geteilt). 16. f 16. f 17. 18. 20—30;
statt Begd 11 sind swei andere eingefügt.
1208. entschlachen a, entschnidigen h.
1204. yerliefi a, Terliebt b.
1205. 06 umgestellt nach b.
1206. je b, nie a.
1209. gerllwt b, gewert a.
1214. grösse a.
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1220 Die drytten regel verkünden
wir:
niement ganz kan recht hön
zway lieb; es müß ye die ain lön.
lieb will nit haben gemain.
wer ir mer hät, der hät ir kain.
1225 doch kompt dick daß zwen man
ain frowen lieb hond,
und zwo frowen ainen.
Also will die fierd regel mainen:
zway aim dick lieb tragend,
1230 ains zway nit mag lieb haben,
daß ist der lieb gerech^ikait.
Die fünfft regel sy dir geseit:
der lieb natnr ist die
daß sie ruwt selten nie.
1235 sie mag nit stet in weßen sten,
sie müß uff und nyder gen,
sich meren, sich minem näch ir
art.
lieb nie ganz volendet ward,
[23 •] und waißt mensch nit ir endes zil.
1240 Die sechst regel ich s&gen wil:
wan lieb tüt minem sich,
bald sie zergat, daß sag ich,
und Wirt selten wider brächt,
wa lieb gen lieb wirt verschmacht.
1245 wan aber lieb ruschen tüt,
ze wachsen zwar sie nymer rüwt.
sie will öch nit gefirt hön.
lieb gen lieb nit mag still stön,
1215. grosser b, grösse a.
1216. Daß ain klaffender a(&). mynner b,
nn mer a.
1218. riememen a.
1219 fehlt ab.
1222. ain a, andern b.
1231. gerechtikeit b, gerechikait a.
1234. sie rhwt b, czwayt a.
1235. in] an eym b.
1240. sagen b, haben a.
1245. raschen b, machen a.
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24
1. Der Mime Oeriehi.
gelich als ain orlay daß still stät:
1250 der röst es bald verderbet hät
dar umb mag lieb gefiren mt
Die siebent reget hat den sit
das lieb gen lieb erfrdt nicht
waß lieb gen lieb on lieb ge¬
schieht
1255 es mag lieb nit fröd bringen
was sie nimpt von lieb mit
zwingen ;
wan zwnngne lieb und zwnngne
röt
werend nit lang in der nöt
die lieb fröd will haben gunst.
1260 Merck der achtend regel kunst:
ain man mit ganzer völkumenhait
z& frowen mer lieb trett
das macht die natnr und sip:
sie sind gemacht nß mannes rip.
1265 dar umb selten frowen hön
so größ lieb als die man:
es ist also geschickt worden,
doch manig wip heit den orden;
wie wol man sagt, von waichen
synnen,
1270 so tüt doch mang in lieb örinnen.
Die nünd regel hät den sin:
wan nnder zway lieben ains hin
gät Ton der weit und stirbt,
ist es das die lib nit verdirbt
[^4»-] in dem lebenden in zwain jar,
1276 so wert sie ewicklich zwär.
1251. nit h, nidit a.
1252. 53 aia b, fehlen a.
1257. zwnngne r. a, gryben r. b.
1262. dreyt b.
1265. selten d, selten ob.
1270., biynnen b, tringen a.
1275. In b, Gen o.
1277. Yalscher b, Falschen a.
1279. vor mag gestrichen: t&t a.
1283. VnredUch a, Inredlich 6. dem b,
den a.
falscher lieben regel leren töt:
waß uß den ögen, uß dem m&t
daß rechte lieb nit liden mag.
1280 Die zehend regel ich dir sag:
wo zway lieben sich vertragen
früntschafft, da sol kain absagen
on redlich schuld von dem andern
sin,
wan untr&w ist liebes höhste pin.
1285 es sol niemand on redlich ursach
berObt werden lieben gemach,
nnstät lieb tät betören.
Die aiUft regel soltn eren:
niemand rech lieb verbringt
1290 den Inst der lieb zü lieb nit
zwingt.
was lieb ret, daß mäß geschehen,
vor lieb ist niemand fry gesehen,
durch lieb sind alle ding erdacht,
er ist nit selig der lieb versmacht,
1295 man sol sie eren zü aller stund.
Die zwölfft regel sy dir kunt:
lieb wonet nit in dem huß
do karckhait gät in und uß.
sie will haben milt hend,
1300 die verließ sie nie in eilend,
lieb gen lieb mag nit sparen,
milt ist liebes vächgaren,
do mit man lieb vachen tüt
Die dryzehend regel hab in hüt:
1305 ein waren lieb haber fröwt nicht
waß im lieb und lust geschieht
1285. TU redlich b, nnredlidi a.
1287. lieb tät a, dat lieb b.
1288. eren a, hom b.
1289. recht b.
1290. Der a.
1292. Vor b, Wär a.
1298. karckheit b, kranckhait a.
1305. warer o.
1306. im b, nS a.
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1. Der Minne Gericht.
25
von andern l&tten; es ist öch
recht
[24-] alle ander fröd er verschmecht,
allain im liebt sins lieben handeil,
1310 liebs und laids begert er kainen
Wandel,
und gefeit im nit sust uff erden.
Die vierzehend regel sol wer¬
den
dir verkftnt zü dißer st&nd;
wan lieb wirt offenbar und kund,
1315 so mag sie selten lang weren.
haimlich trftw hät lieb geren,
lieb mit gehaim tdt man tr&tten,
offne lieb gehOrt zü e lütten,
kain lieb ward nie so üaiß
1320 als die die niemant dan lieb
wai^.
die mag der claffer nit verjagen.
Die fünffzehend regel wil ich
dir sagen:
waß man lichtlichen erwirbt,
geren es wider bald stirbt.
1325 waß lieb kompt uß ringen Sachen,
die tfit sich bald schemlich
machen.
hart gewinen raizt den man,
das er nit geren läßt da von.
Daß ist der sechzehent^ regel
1er:
1330 schwerlich gewinen übet ser.
was man gewint mit arbait,
daß hät man gern mit stetikait
ringe liebe und linde kolen
sol niemand gern wit holen,
1335 es enzint sich bald und üscht
gern.
1309. im 5, 8 im a. liebt b, fehlt a.
1319. heis b, wiO a.
1320. dan lieb fMt b. weis b, wiOet a.
1327. 80. gewonnen b.
Die sibenzehend regel will ich
dich lern:
lieb gen lieb hät ye den si^,
als man ßnt und feit nit,
wan lieb lieb an plickt,
1340 von rechter lieb sie erschrick
und ferbt sich blaich oder röt.
sölich natur die lieb hät.
(55'-] ich wölt daß kain claffer
sült wissen diß haimlich 1er,
1345 so wird manig mensch behüet vor
Sünden.
Die achzehend regel will ich
verkünden:
lieb vor lieb kan selten lögen;
wo sie ist, da sind die ögen.
wan waß mir liebt, daß sich ich
gern. ^
1350 anplick taind herzen versern,
öch ist deß herzen geböt.
vor melden behüet sie, werder
Göt!
ich wölt daß kain melder wer,
er enpfund was diß tner
1355 offenbart von lieben plicken.
Die nünzehend regel soltu
schicken:
so üeb gen lieb uff pUcken tüt,
gar selten do daß herz rüwt,
es werd zittern und springen.
1360 daß und mer kan lieb bringen,
wan üeb hört lieb nennen,
do by mag man üeb erkennen:
es tüt sich Verben und wirt im
haiß.
es geschieht mangem daß er nit
waißt
1329. der sechezehend b, de Bechsehest a.
1837. syt b, Bitten a.
1854. Er enpfond wan er d. m. b, fehU a.
1855. lieben b, melden a.
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26
1. Der Minne Gericht.
1365 Daß ist der zwainzgost regel
sit:
lieb mag sich verbergen nit.
man verbürgt baß röß und man
dan ain lieb, so es lieb tßt sehen
an.
dar nmb liebes hüpschkait
1370 ist wer sie haimlich and still
trait
mangem wirt von lieb nit ver-
zigen,
wan er wer stet und verswigen.
Die ain und zwainzgost regel
ist:
von natur, als man oft lißt,
1375 nüwe lieb die alte vertribt
aine by der andern nit belibt,
daß alt müß werden zä gast,
nüwe ding liebend vast,
[25*] mangem ist näch uüwem gäch,
1380 wie wol daß böst kumpt selten
hemäch.
lieb ön sach kains Wechsels gert
Die zwo und zwainzgost regel
dich daß lert:
Zucht und frümkait allain
macht wirdig und rain
1385 ain yegklich mensch lieb zehaben.
kain schnöder man sol lieb haben
nöch öch kain schnöde frow,
die ir nit mer gert zu schowen.
es ist schad daß frümkait
1390 den lieb die ir lieb versait;
waß in laid, mich nit verdrüsßt.
wan ain man siner güte genüßt
und daß boßhait werd ver>
schmecht
von allen gelüpten, so gedächt
1395 jederman frümkait näch.
sust näch gewin ist yederman
gäch.
Die dry und zwainzgost regel
spricht:
ain yegklicher geliepter läßt
nicüt,
er hab forcht in siner lieb,
1400 daß es im ain ander nit ab dieb
nnd daß sin wandel nit misse fall
sinem lieb in schimpff nnd in
schall.
die forcht t&t im alweg we
daß sinem lieb nit laid dar nß ge.
1405 lieb ön sorg nit mag bestön.
Die fier und zwainzgost regel
sich an:
lieb nß rechter sorgfeltikait
sich mert nnd wechset nß stüti-
kait,
wan waß yemant besorgt im
entfliehen,
1410 daß tüt es gern früntlich ziehen,
daß es belib und nit entwich,
sorg der verlast macht lieb rieh.
[^^'*1 wan zway nmb ain sach dingen,
keiner läßt sich gern ver dringen.
1415 do mit sich lieb meren tüt.
Die fünff und zwainzgiost regel
rüwt
auch in diser regel sin:
wan lieb ain aigkwän tüt gewin
1371. wurd 6.
1376. andero b, fehlt a.
1380. best b.
1388 aus b, fehlt a.
1390. Dent 1. die ir a, Die 1. der b. Vgl.
Anm. zu 490.
1394. gelipten a, lat,'- b.
1398. Dicht 5, nit a.
1399. sinem b.
1409. enffliehent mit geztrichenem t a.
1418. argwon d, argnng a, eigening 6.
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1. Der Minne Gericht.
27
daß ain ander sin lieb traüt,
1420 so wachset lieb und arbait,
so wer er willig zü allen Sachen,
offt argkwän tät lieb starck
machen;
do mit Wirt lieb gedienot schön,
lieb will zd lieb kainen gesellen
hön
1425 der nit macht lieb lieb nnd werd
nnd tüt lieb waß lieb nmb lieb
begert
e ich mich von lieb verdringen
ließ,
ich tät e waß mich lieb hieß.
Non sol man mercken eben:
1430 der sechß und zwainzgost regel
leben
ist da^ lieb stättes bekAmern t&t.
wer an lieb gedenckt, der selten
rüwt,
vil minner er schiäfft und ißt
der an lieb gedenckt und nit ver¬
gißt,
1435 der sich an allen Sachen Aber trit;
kain arzet mag im gehelffen nit.
ye grösser lieb, ye grösser we,
daß ist der minn sucht gemain e.
der minner rdu;et zA kainer
stund.
1440 senen, sAffzen uß herzen grund.
Aber sich blicken nnd schemlich
lachen,
ungeberd und unsin machen
1422. starck b, an a.
1425. lieb b, fehlt a.
1427. dringen 5, verdingen a.
1431. dan a. lieb (Mt ab.
1484. vnnd b, fehlt a.
1488. gemaine o.
1488. römet a, mwen b.
1440. Senen 5, Sinem a. vor nd ge-
stridten: czA a.
1446. L. tr. a. ist freit a, L. lieb es a. fryt b.
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kan daß Abell, nnd waißt kain man
wan der es hät getragen an.
1445 alle Abel es Aber trit.
liebes tröst allain es fnt,
und haisset wöl der schwer orden.
daß seit der dem es ze tail ist
worden.
Nun merck waß ich dir sag.
1450 daß ist der xxvij regel klag:
waß lieb dienst gen lieb send,
aller erst zü fröden wirt es
ge ent
wan es sinem lieb wirt kunt
dar umb liebt lieb zü aller stund.
1455 waß ains güts tüt uff erden,
es fröwt nit, sölt es nit werden
sinem lieb offenbar;
so wer die arbait nit volbracht
gar.
lieb macht ring alle not,
1460 wan es lieb von lieb für güt hät.
Der xxviij regel Zer
ist daß ain wissend liebhaber
nit anders gelobt güt ze sin
den gedencken wie er schin
1465 sinem lieb zü gefallen
inemst, schimpff und schallen,
was er lit, deß acht er nicÄt
so es sinem lieb zü güt geschieht,
sin gedanck und bewegen ist
1470 sinem lieb zü gefallen zü aller
frist,
und fröwt in nit waß er tüt,
1450. der b, de a.
1451. stend ab.
1460. für güt a, vemomen b.
1461. Der . . 1er b, Die . . er o.
1462. ein b, fehlt a.
1463. Über das eigeniümlidte g&t ze sin
vgl. Grimm IV, 120. H.
1467. nicht b, nit a.
1469. bewegen a, begir b.
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28
1. Der Minne Gericht.
es dnnck den sin lieb gut.
aller lieb wircknng stet
in dem daß lieb zd lieb get,
1475 dan so wirt lieb mit lieb ver aint.
Die xxviiij regel maint:
wo lieb gen lieb sich tut ver¬
tragen,
do mag lieb nit ver^a^en.
daß waß ye stätter liebe art
[•2?''']daß sie gen lieb nit spart.
1481 was lieb von lieb ye begert,
daß Wirt lieb an lieb gewert.
wie mag lieb do beston
do sich lieb versagen kan?
1485 wan waß mir liebt, daß hon ich.
wie m6ht ich het verzihen mich?
daß ist warer lieb orden und
leben.
Die dryssigst regel merck eben:
kain Meb uff erden
1490 mag von lieb erfült werden
mit lust, frdden und fäg,
es bedunck lieb nit sin genüg,
wie lieb tüt lieb laben,
so mag doch sie kain benügung
haben,
1495 sie gedenckt, es sdlt mer sin.
dos bringt lieb offt grösse pin
von mangem bößen claff^.
dar umb nöt und nütz wer
daß Oöt allen lieben ze stftr
1500 geschaffen hett ain warne t&r,
daß niemend sech an kainen orten
1478. versagen b, laides haben a.
1479. ye ft, ir a.
1484. Do sich b, Wan waß mir lebt daß a.
1486. bet b, fehlt a.
1489. lieb h, laid a.
1496. Das b, Die o.
1500. Warner b.
1502. mit . . und b, tn o vertauecM.
1504. sp. heimUch y. b.
1507. mer 5, merer a.
wo sich lieb mit werck und
Worten
enphelhen tdt nach liebes gir,
daß er sprech: ‘‘volgt mir
1505 und hört uff, es ist genüg,
der mercker sich es ze unfüg!”
so belipt manig lieb mer ver-
schwigen,
die falsch claffer nit lat verligen.
lieb ungemüt näch lieb ringt,
1510 dos selb ir gissen schaden
bringt
|xvr]so ist es doch also körnen her
daß man ye fand falsch claffer,
da für niemant ist gefryt,
wan das glück will haben nit
1515 daß macht das manger wirt ter-
sagt
Als die xxzj regel sag^:
von lieb ain clainer arckwon
ain liebhaber zwingen kan
daß er vill öösser züversicht
1520 dick nympt uß ainer dainen ge¬
schickt,
wan lieb tüt uß clainen Sachen
dick ain gissen arckwon machen
und schätz offf klain laid
hoch, schwer, wit und brait.
1525 lieb mag nit wol gelaiden
daß man ir ycht tüt ab schniden,
sie will ganz sin on betnegen.
daß macht das lieb mit lieb tüt
kriegen
1510. Das ir selber b, Do selb ir a.
1514. Wan b, Was a. Vgl. 3 ne.
1515. wirt y. d, ynuersagt ab.
1516. clagt 5.
1519. yil bösser b, will wissen a.
1520. uß b, es uß o. geschit, dahinter
geetriehenes k a.
1528. offt b, uff a.
1527. on betnegen d, ynbedrygen b, yn-
betrOgen a.
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1. Der Minne Gericht.
29
zu manger stund one schuld.
1530 doch wechßt dar dick größ huld,
wan lieb sin Unschuld verstät,
daß es ain sach gez&met hät.
es ist licht das lieb in eorn feit,
dar umb doch kain liebe zerspelt,
1535 wan lieb will gezangket h5n.
Die xxxij regel sich an:
der kan nit wol lieb tragen
der by allen sinen tagen
übrigen wolnust näch gfit hät;
1540 wan sin gedencken nit näch lieb
stät,
sunder wie er güt gewin.
fröwen mät will haben die minn.
[58'-]2war kainer recht lieb tregt
der uff ander sach sin lust lett.
1545 lieb begert ze haben gemach
on yorUeb sust yor all sach.
als zwayen herren niemen dienen
kan,
also will lieb kain mit handel h5n.
sie bedörfft aller sin allain.
1550 Die letschten regel trag mit dir
hain:
ain wärer liebhaber on underläß
sines liebes gestalt nie yeryaß.
es ist gebildet in sin herz,
das er es in ernst und inscherz
1555 unyergessen tüt yor im sehen,
dick in schlauff, daß müß ich
yehen.
lieb nympt lieb all zit wär.
Also hästu die regel gar
und waß der lieben orden sy’,
1560 sprechend die frowen alle fry,
*die soltu durch unßem willen
yerkünden öffenbar und stillen
durch alle witte land,
daß es sy niemand unbekant,
1565 beiden frowen und man,
die lieb zetryben willen hönd;
daß sie hin für nit mer tryben
der falschen lieb Wechsel schriben,
als biß her ist geschehen.
1570 du solt die wärhait in yerjehen:
wer f&rhin daß tät brechen,
daß wir es alles wöllen rechen
heimlich und öch öffenbär,
daß mengklich mag niemen wär
[^s^ldaß uns leid ist daß unßer orden
1576 also zä laster und sehend ist
worden
yon den falschen, bößen bülem,
die nicht den den tusch gern
und mit raim ir sach triben,
1580 und öch yon den bößen wiben,
die mengen zö übel kerend
die sust bültend näch eren.
wann einer nit will dar an:
“ain ander! der sol «Wob hön"
1585 sprechend sie und ist nun sit.
dar umb manger gesell schond nit
sunder gütter wiber er,
der sust gern stät wer,
so er yernympt dißen löff,
1590 daß man umb lieb machet köft.
solicher handell tüt lieb zerschni-
den,
wir mögend es nit lenger liden.
1533. ist b, fehlt a. zorn fehlt a.
1535. Vgl. 4 tat.
1539. Vbrigen b, Verbringen a.
1540. lieb 6, gftt a.
1542. Vryen b.
1552. vergas 5, verdrofl a.
1554. er es b, es ist a.
1579. raim] mm b.
1584 nach b. Sin oder s. lob a.
1586. schont d, schon b, schand a.
1590. man b, fehU a. kauB b, r&B a.
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30
1. Der Minne Gericht.
es muß je gesträfft sin
mit rechtem gericht nnd pin,
1595 daß ain getr&wer erber b&ler
siner lieb niem nutz und er
und der b6ß siner untrüw engelt.
dar umb warn alle weit,
daß sie vor sträff hütten sieb’,
1600 sprachen die frowen, ‘daß bitten
wir dich
nnß und allen geliebten zfi eren.’
Ich sprach: ‘frow, daß tät ich
geren
und wer willig, künd ich es wöl.
ains ich Ach vor fragen sol:
[■29'’]ir habt mir der lieben böt erzölt
1606 nnd iren orden uß erwelt.
so wölt ich gern wissen daß
waß lieb wer und uß waß
sölich lieb wüechß und kdm,
1610 daß ich ir natur ganz vernem.
so wöst ich döster bas es ver¬
künden
wie sich lieb tüt enzinden.’
Die fröwen sahen ain ander an
und sprächend: ‘hör waß dißer
man
1615 von uns begert nun z& sagen,
wer nit waißt, der mfiß fragen,
wir haben dich vor under schaiden
was lieb lieben tfi und laiden.
nun wöUen wir dir verkünden hie
1620 waß sach die lüt zü lieb ziech.
. [^5*] daß geschieht von manger figur.
lieb kompt etwan von natur,
daß ains dick ahn ist genaigt
daß im früntschafft nie erzaigt
1625 und er es vor nie hett gesehen,
die wärhait möhtest du also
jehen :
sichstu vil schöner frowen vor dir
ston,
der din her^ nie kuntschafft ge-
wan,
1630 aine uß den allen dir wöl gefölt^
die für sie all din herz begert
sölich lieb selten lang wert,
wan sie knmpt uß lichter natur
sach.
Wirt sy aber dar näch zwifach
1635 mit andern Sachen, die do ziehen
zü lieb, mag niemand fliehen
so rincklichen do von,
wan so Wirt zwifach der ban.
also wan ains der lieb haSten tüt
1640 mit stdttem dienst und mit g^t,
so Wirt die natürlich lieb er^iciH
und sich dan zü gewisser lieb
schickt
uß früntlicher dienstbar keit ;
wan dienst nnd gäb sind liebes
klaid,
1645 nnd sölich lieb weret lang,
so sie hät von' natur anfang.
Du solt öch wissen daß
das kain sach zimmet baß
1601. geliebten 5, liebten a.
1609. hinter lieb gestrichen: k&m vnd a.
1612. Wie a, Vfi was sach b.
1626. w. müssen wir all j. b.
1627. frawen b, fowen a.
1628. din bercz b, ding hercien a.
1629 fehU ab.
1637. do o, me da b.
1639. haStra o, 'willen b.
1641. erquickt b, erkält a.
1642. g. L 8. b, Sachen gezalt a.
Bild: vor v. 1605: Das Innere eines Holzbaues. Der Dichter sitzt im Kreis der
Tugenden.
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1. Der Minne Gericht.
31
zü lieb dan stete gehaim.
1650 die ist der liebe haim,
dar uff sie gewonUch wachsen tdt.
gehaim ist zfi aller lieb g^t,
alle ander sach sie über tritt,
was gehaim erwirbet nit,
[30*-] daß bringt man hart zfi gemach.
1656 gehaim macht mercklich yil sach,
vor gheim bywesen
mag kein lieb lang wesen,
sie mfiß sich in lieb ergeben.
1660 uß den Sachen wechset liebes
leben.
Nun soltn fürbas hören mer:
es sind noch dry 1er
die lüt zfi lieb zu körnend laden,
die soltu mercken one schaden.
1665 nutz, schön und erberkait,
den ist lieb zfi dienen berait
yil mer dan sinem wider tail.
es macht frowen und man gail
an iren lieben lieblich schon;
1670 sie zühet ser zfi liebes tron.
solt ich min sin zfi lieben keren,
so hett ich ye die schönsten geren
und die mit adel und erberkait
für ander frowen weren beklait
1675 und öch mehtig an gfit
sölichs yast ziehen tfit
zfi lieb und lieb mein,
besunder der da bfilt näch eren.
im lieber ain sölicher bfil wer
1680 dan arm, graw und nnmer;
wie wol lieb nit mag und kan
das allwegen gesehen an,
wan was lieb ir usserwelt,
daß für alle ding ir gefeit.
1685 daß ist wär, so lieb ist gethön.
die sach tfit lieb fahen an.
schdn, gfit, trüw und er
[30»] ziehen fast und liebend ser,
als dan wol billich ist.
1690 also sy dir geantwirt zfi dißer
frist
uff daß fragen’ sprächen sie all.
Ich danckt in mit schall
ir nnderwisung und gfitter 1er,
der wölt ich yergessen nymer mer
1695 und es yerkünden näch ir begir.
ainer bett wart geyolg^ mir,
do ich für die eilenden frowen bat
die mir ir sach befolhen hat,
do sie sasß by mir im graß,
1700 und um ir hörti yerurtailt waß.
gnäd ward erwisßt und erbarmen
uff min trüw der yil armen,
daß fi’öwt mich gar ser.
zfi letscht do frägt ich mer
1650. Der o.
1651. off a, nfi b.
1656. hert b, fehlt a.
1656. mercklich a, menglich b, mincklich ü.
yilsach a.
1657. 58 atu b, fehlen a.
1663. ZQ k.] koimen b.
1666. Den d, Dienen ab.
1667. 68 vertauscht in b, doch statt 1667:
Vnnd uil dick glnck ynnd heiL
1667. dan d, fehlt a.
1670. krön b.
1674. wer b.
1677. mem b, in eren a.
1679. lieber . . . wer a, übt . . . mer b.
1680. graw a, grob b.
1687. Schon 6, Scham a.
1695. es b, er a.
1696. wart gefolgt b, genolgent a.
1701. Der gnäd a.
Bild: nach v. 1704 : Landschaft {ohne Grün), im Hintergrund eine Stadt. Der Dichter
steht mit erhobenen Händen einer Frau gegenüber {Venus?), tooM «m sich tu bedanken.
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32
1. Der Minne Gericht.
[51''] und sprach: ‘wie sol es dan
besten
1706 umb min frowen, die ich hön
umb ir untrüw her geladen?’
sie sprachen: ‘es sol öch on
schaden
ain wil in gfitem wandel ston,
1710 und du soll wider z& ir gön
und ir öch verkünden dise ge¬
schieht,
daß sie sich güttlich mit dir rieht
und gewamet sy vor schaden,
anders wir taind sie für laden
1715 für diß gericht uff den mayen,
wan wir da zwischen dch zwayen
din für gelete warhait.
daß mäß ir ümer werden laid
daß sie unßer geböt also ver-
schmecht
1720 thü öch als ir trüwer knecht
und lauß ab die alten schuld,
ob sie dich tröst mit irer huld.
daß wir sie bitten, die fröwen din.
will sie vor schand behüttet sin,
1725 so volg unßers rätes und 1er
und trib sölichs nit mer!
daß zimpt den eren wöl.’
Ich sprach: ‘frowe, ich sol
üwer bett üch nit verzihen.
1730 will mir min frow nun tröst ver¬
üben,
ich wil vergessen und vergehen
als mins laids, und min leben
näch allem irem willen richten.
1713. vor 8. 5, Tor dißem s. a.
1716. Tch 5, 6cb a.
1717. Din b, Dan a.
1722. irer a, nnwer b.
1723. die b, mit o.
1724. schaden b.
1727. den a, jm b.
1730. Ynd mag mir jr lieb gediben b.
ain klainer tröst mag es wöl
schUchten
1735 und mir ringem alle pin.’
frow SUt sprach: ‘gesell min,
du bist wirdig aller erren,
[31 ’l sit du din lieb nit tüst verkeren.
wie wol sie dir vil laides hät be-
wißt,
1740 doch du sie nit uff gist
und will ir zü gebot stön.
das gehört ain stütten büler an.’
die andern frowen öch all
dancktend mir mit schall,
1745 und ich ward gelöbt mit Sitten,
danken ward nit vermitten
von mir armen den werden,
ich naigt mich zü der erden
gen dem engelschüchen hör
1750 und sprach: ‘werder Göt, mir be-
schör
krafft und macht, daß ich es füg
und diße ere wider bringen müg.
daß tütt ich ganz mit willen
geren.
gnedige frowen, ich will keren
1755 von üweren gnäden wider zehaß
und üwer gebött verkünden nß.
dar umb bitt ich üwer urlöb milt
und üwem segen mir zü schilt
mit gunst mir ze lihen.’
1760 sie sprachen: ‘gesell, nit vezihe
mögend wir dir kainer sach.
Göt behüt dich vor ungemach
und hab dich in hüt mit fliß.’
1731 au$ b, fehlt a.
1732. myns leben b, lebes o.
1739. vil laides a, nit liebs b.
1742. steten b, st&tter a.
1752. w. bringen a, w. ve'dienen b.
1754. frawen b, frow a.
1760. sprachen b, sprach a.
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1. Der Minne GericM.
33
sie bntten mir ir hend wiß:
1765 ‘trut gesell, far mit bail,
alles gelAck werd dir zetaiL’
ich danck in und waß frow.
Also von danen schied ich do.
[32 r] ^evelliges dienst m&ß gl&ck wal¬
ten.
1770 was man yerhaißt, daß sol man
halten,
dar nmh wil ich gehorsam sin.
als mir gebüten die frowen fin,
so tain ich allen den verkünden
die sich in lieb wöllen verbinden,
1775 der lieben geböt nnd iren orden,
als er mir ist geben worden
nß der schül der rechten minn,
daß es jeder man mag werden
inn
wie man sOl lieb gen lieb hon.
1780 es sy frow oder man,
hiettend sich vor nntrüw nnd
hürt
and vor allem nnstettem gefürt,
[35*1 dar durch lieb wirt gewert
und mangem dick sin eer versert,
1785 als mit remen, melden, claffen
nnd Wechsel triben als die affen,
und als die schiessend zä ainem
zill,
und untrdw jeger näch dem wild.
1767. danckt b.
1769. Qefelliges d, Beuelliges a, Gnedigs b.
1772. gebyten die frawen b, geb&t die
frowe a. fin aus min a.
1773. ich b, fehlt a. den b, dafi o.
1778. ynn b, jnnen a.
1782. vnstetem 6, yngestettem a.
1784 aus b, fehlt a. machen b.
offt betriegen macht sie gail,
1790 do von ze sagen ist ir hail.
manger nem nit hundert pfund
daß er hält und wird nit kunt
wie kan lieb do geben m&t
do man alltag sie verratten tfit?
1795 Pfidich der schand die es tribent
ander mannen oder wiben!
wie mag lieb geheißen daß?
es hieß billich liebes hasß.
[33>’] da man nun uner sücht,
1800 er abschnit, es sy verflücht!
und alles gelück müß es fliehen
daß sin sinn dar uff tfit ziehen,
zwar es nit ungerochen belipt,
im Wirt gegolten, wer es tribt
1805 daß end wirt zwar geren gfit,
der näch eren werben tfit
alle ding laussend sich begon,
aber man sech daß end an:
es wirt gern den wercken gelichl
1810 nun merckend eben, arm und
rieh,
waß ich üch verkündet hon,
daß ir yt tfit brechen dar an
(und wült mit trüwen gewamot
sin)
und öch schaffen andre pin,
1815 do mit ir gesträfft würt
ob ir daß weßen überfürt.
1786/*. offenbar verderbt; vieJleieht ist eine
Lücke vor 1787 anzuseUsen. R.
1788. Tndrfr 5, ainem a.
1790. ir b, mir a.
1795. ea a, sie b.
1807. vor sich gestrichen: sig a.
1814. Euch zehnten vor der p. d.
Bilder: vor v. 1769: JÄnliche Landschaft. Der Dichter verneigt sidt sum Abschied
vor den Frauen.
nadi V. 1798: Landschaft; vom redUs reicht der Dichter einer Frau die Hand; seine
Linke ist wie zur Warnung erhoben. Links eine Frau in rotem Kleid.
SeatMb« Text« de« llUteUlten. XXJV. 3
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34
1. Der Minne Gericht.
und es gefiel öch nit Gut
wan ir über fort der eren gebüt.
dar umb sind stet, biderb, frum
und trüw
1820 in üwer lieb, so wirt nüw
üwer fröd mit grossem hail,
und niemend mit dem gutten tail.
uöl uff, fug glück und will mich
dar
das min lieb öch niem war
1825 diße sträff und ir geschieht
und sich mit güt dar nach rieht,
daß ich noch tröst empfahe schier
und nit bedörff sagen ir,
ob sie nit wend dißen schaden.
1830 daß sie für gericht werd geladen
und würd körnen zu grossem
schuer,
daß mir doch laid wer.
zü ir werden gü ich höffen tu
sie lauß es nit körnen dar zü
1835 und seh min stüt und trüw an.
Do mit sol diße red ain end
hon,
die ich, in stetter lieb ain knab
eilend,
allen geliebten zü wamnng send,
daß niempt in trüwen hin für w'är
1840 näch tußend fierhundei-t fünffzig
und nün jär.
Sequitur alia materia.
2.
Minne und
[34 '] In dem fügt es sich also
daß ich sach zwai aldo
gegen ain ander grülich schlichen
über ain Steg; yegklichs hieß
wichen
5 nun daß ander mit geding.
es waß Lieb und der Pfenning.
Lieb die sprach bald; ‘wich mir!*
der Pfenning: ‘sag an schier.
Pfennig.
wer bistu, das ich dir wichen sol?
10 dins höhmüts überhübstu mich
wöl.
uff erden lebt nit min gelich.
mir dient gern arm und rieh,
und küng und kaißer erend mich,
wes über hebstu dich?
15 daß nimpt mich wunder von dir
daß du nit wilt wichen mir.*
1823. Löff fflg a, Wol vff d, Daa f. b. 1833. gu] gütt b.
1831. schwe' fr, schaden a.
Büd: am Schluß: Landschaft, große Burg im Hintergrund. Vom steht der Dichter
neben seiner Geliebten. — Wenn man das Bild gegen das LidU hält, sieht man darunter links
am Rande eine weiß übermalte Federzeichnung desselben Künstlers. Sie reicht nicht ganz bis zur
Mitte des Blattes und stellt eine Frau dar, die in eine Kapelle eintritt.
Zu 2.
1. Der Anfang scheint zu fehlen. 8. pf. antwort d.
3. Hier setzt d erst ein.
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3. Minne und Pfennig,
35
die Lieb sprach mit gfitter sit:
‘ich verste wöl daß du mich
kennest nit,
doch will ich mich dir nennen:
20 Lieb bin ich. kanstu mich erken¬
nen,
so wer es zwär gar laid dir,
din über niemen gen mir.
es ist mir geschehen nie.
min gewalt hät geweret je
25 Ton dem und sich die weit an-
fieng,
nnd e ye ward kain pfenning,
hön ich gehörst über alle ge¬
schieht.
sie haben sich mir ergeben eu
kneht,
wie sie alle sind geweßen.
30 kains ist vor mir geneßen,
sie habend gedient mit lost mir.
nit also ist geschehen dir:
[-54 »Imanger hät dich gar verschmäht,
der mit begird waß min kneht
35 ich hon regiert mange land
e du, Pfenning, ye wardst erkant
lang zitt, daß ist wär.
vil der menschen schar
habend gelitten umb mich den
töd.
40 ich mach gering alle nöt,
die nngestalten mach ich schön,
mir dient aller musica gedön.
ich mach sittig die jungen
nnd zier mit züchten die zungen.
45 ich mach die ledige frow,
die alten jung, die jungen graw.
ich 1er dich mit synnen
er nnd g^t gewinnen.
28 nocä d, fehlt a.
45. Die czvng kan die a.
50. Danczen <2, Dancz a.
54. in fehlt a.
ich 1er reden und singen,
50 danzen, stechen und springen
und alle ding sich zieren
die mir dienen und hoffieren.
ich won in allen herzen
die in fröden wöllen scherzen,
55 und mag niemand rech ön mich
inder weit fröwen sich,
mich umb fahen ermlin wiß,
mich schöwen clare öglin mit fliß,
mich küßt manges mündlin röt;
00 so git man dich umb schnödes
köt
mich sehen münch und nunnen
gern,
die dich nit türren ern.
kain macht gesigt mir an,
als manger dir hät getön.
[35 »-ich bin yederman berait,
66 so bistu mangem versait,
der dich, Pfenning, nit hät
nnd dient mir frü und spät
niemen ganz gesagen kan
70 waß fröd nnd Inst mir hanget an,
nnd kain lust mag mir geliehen,
dar nmb soltu mir billich wichen,
daß tü, so gang ich min fart
wan es ist ain alt gesprochen
wort:
75 lieb überwint alle ding.*
‘Nain’, sprach aldo der Pfenning,
‘du römst von höhen eren dich,
bait, du sölt öch hören mich,
du sagst von grössen rechten
80 die du habst in allen geschlehten,
nnd din gewalt alle weit zwing,
nnd waißt nit daß ich Pfenning
deß mer hOn dann diner dry.
67. nit d, fehlt a.
75. 'Omnia vincit amor’: Vergü, Buco’
lica 10, 69.
79. grossen d, grossem a.
3*
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36
2. Minnt und Pfennig.
küng, f&rst, gräff oder fry,
85 kayßer, bäpst und kardinäl,
bischoff, apt und provinciäl,
pfaffen, m&nch und nnnnen,
waß ir vemnfft hät gewannen
und wie sie alle sind genant,
90 so sind sie mir baß dan dir er-
kant
min wird nnd stät ist gemert;
wer mich hftt, der wirt geert.
du gddest von grossen sacben
die du, Lieb, kündest machen
95 an alten und an jungen,
[do*] an herzen und an zungen,
und on dich sy kain fröd.
din für niemen ist mir laid,
din lust ist minem nit gelich.
100 ich mach wiß nnd rieh,
geu;eltig, edel nnd Och schOn,
nnd gibt daß alles süß gedün.
wie der mensch ist gestalt,
nngeschaffen, narr oder alt,
105 gebnr oder unzühtig,
werden werd nnd düchtig
so sie mich Pfenning gewinen
mit arbait nnd mit sinnen,
es stöllet yedermann näch mir,
110 und kan erfüllen kain begir.
ye mer ich wird, ye lieber ich
bin.
kainer will mich werffen hin.
ich bin abgot und rüff lut,
ich mach hirat tind bmt,
115 ich kan alle zungen keren,
daß sie sagen daß ich hör geren.
ich bin an allen enden werd
do man din nit begert;
und wan du tüst erksdten,
120 so bin ich gewonlich by den
alten.
nnd zwar. Lieb, wo ich erwinde,
do bistn ganz eilende.
manger durch mich lit eilend und
WC,
daß er min gewin dester me.
125 man gewin mich mit kOff oder
mit brand,
mit wüchem oder mit schand,
mit uff setz oder mit trugen,
[35'-] mit falschait oder mit lugen,
mit kuppeln oder mit helen,
130 mit scholdem oder mit Stelen,
oder wie man mich gewnnen hat,
so bin ich geert frü nnd spät,
man sicht gen mir kain laster an.
hät er mich, so müß er gOn
135 by den besten yomen an der
spitz.
man acht nit an kunst nOch an
witz.
Adel, Lieb nnd Frümkait,
Schdne, Er, Oerechtikait
müssen mir alle entwichen
140 nnd verschmecht näch schlichen,
nnd wer nun hät pfenning vil,
der ist gehalten wie er wil,
und zü hoff ain werder man.
niemand on mich kan er gehön.
145 als es nun stet Inder weit,
so ist nit liebers dan gelt
nnd frägt man näch minr stät
nnd acht nit wie es der sei gät
90. Die syndt d.
101. Gewaltig d, Geueltig a.
102. gyb das aller sttsseste g. d.
104. Yngeschaffen d, Yngeschaffet a.
110. erfüllen d, gefallen a.
111. vor bin gestrichen: bin wird a.
114. beyrat d, bereit o.
116. bör icb a.
120. gewbnlicb d, gewolicb a.
123. mich] lieb <i. wee d, w a.
127. tagend a.
138 feJUt a, Seböny frow ere Tnd g. d.
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3. Minne und Pfennig.
37
mir Wirt gedient zwar ön spöt
150 mit mer fliß dan ettwan Göt.
all arbait die wirt Tolbrächt,
ist umb mich Pfenning erdacht,
wie man mich wol gewinne,
so bistu, arme Minne,
155 an mengen enden ön werde,
do man min von herzen begerte.
man git dich umb mich,
dar umb besser dan du bin ich.
wer mich hät, der beknmpt din
wöl.
160 deß kempffes ist die weit völ,
[36*1 das du din lob selten z&hest hin
wo ich Pfenning nit enbin,
und do du ofit an bist verzagt,
do Wirt mir Pfenning nit versagt
165 niemen kan mir nain jehen.
waß ich will, daß mäß geschehen,
ich zier dich, Lieb, und mach dich
schlecht
billich bistu min kneht,
wan du ön mich bist selten
genem.
170 dar umb. Lieb, dich nit schem
mir ze wichen, dan din orden
ist nun vast unwerd worden,
daß man dich nimer will halten,
falsch will dich zerspalten,
175 daß man selten zway sicht ainen
die bede einander mit trüwen
meinen,
als es vor jären waß gestalt
aber zwar min gewalt
ward vor nie so größ,
180 du bist nit min genöß.
dar umb bald wich mir,
daß nit gewalt, daß b&t ich dir,
anders dir wirt bekant’,
sprach der Pfenning all zehand.
185 Frow Lieb staind f&r und
sprach :
‘lieber Pfenning, hör und heb
gemach . .*
und wolt iren glimpff haben er¬
zalt
do stiesß der Pfenning mit gewalt
sie von dem Steg in den bach.
190 do ich eilender knab daß sach,
ich erschrack und ylt schnell
die frow rdff mit stime hei:
[37*-] ‘hilf durch Göt, es ist zitt
daß ich des lebens werd gefrytl*
195 ich tett es gern und lieff da hin
und erwischt die frowen Min.
sie was worden kranck und
schwach,
und zöch sie kom nß dem bach,
daß sie lag als wer sie töd.
200 ich staind in grosses jomers nöt
und clogt Göt diße mer,
daß frow Lieb tod wer.
in dem so nam ich wär
daß sie nit töd waß gar.
205 ich tet sie schalten und wenden,
biß daß sie mir am wort begund
senden
und sprach: ‘gesell, wie ist mir
geschehen hie? ich danck dir.
mag ich, ich will es nmb dich
151. die arbait umgeeteUt nach d. 204. nitt d, fehlt a.
182. nit d, mit a. 206. eyn wort d, fehlt a.
Büd: vor v. 193: Feld, quer durch fließt ein Bach. Auf hoher Holebrücke eteht der
Pfennig m Oestalt eines sehwarsbärtigen Mannes, der offenbar einen Juden darsteUen soll. Frau
Lid>e liegt im Bach, so daß nur ihr Oberkörper sichtbar ist. Links kommt der Dichter mit
gekreusten Armen (sum Zeichen des Schreckens). Bechts im Hintergrund Türme und Windmühle.
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38
2. Minne und Pfennig.
[37*] verdienen; der Pfenning hät mich
211 nachend verderbt on schuld,
mag ich haben von diner huld,
so lanß es dir sin laid
und hilff mir durch die haid
215 in die wftestin, in das feld
do den stät min gezelt.
ich bin so schwach daß ich nit
kan
on din hilff weder ston noch
gon.’
‘edle frow’, ich do sprach,
220 ‘mir ist laid &wer ungemach.
6öt waißt, kan ich es rechen,
ich hilff ffch dißen höhmät
brechen
an dem Pfenning, ob ich kan.
er mßß mir werden underton,
225 ftch ze dienen näch üwerm lust
und er;
er Wirt min her nimer mer,
und will üch dienen mit stet
und Volbringen Awer gebet,
die ir mir habt tain sagen,
230 und will Ach selber tragen
in Awer gezelt uff minem rAck,
und seter mir es zA ainem glAck
daß ich Ach, edle frow her,
die ich vor also nie mer
235 recht getragen hon, nu tragen sol;
282. satzt a.
233. Das <2, Doch daO a.
234. ich d, fehlt a.
235. na] Tod ad.
239. nach lieb gestrichen: löbt mich a.
245. wonen d, wrmne a.
der lust tät minem herzen w'öl,
wie wöl mir Awer liden ist laid,
und dag mit Ach Awer kranck-
hait.’
frow Lieb danckt mir und löbt
min sin.
240 ich hüb sie uff und trüg sie hin.
[38'‘Jsie clagt mir ser Aber daß feld
biß in ir wnneckliches zeit,
wie sie der Pfenning hett ver-
stössen
mit vil andren iren genössen,
245 daß sie all wone» mAsten
all verschmecht in ii'er wAstin.
der Pfenning wer worden also
werd
das ander tngent niemen begert.
jedermann tßt allain sAchen in.
250 In der sag körnen wir hin
do der werden gezelt waß
uff geschlagen in dem graß.
ich rente die edeln frowen Min
und maoA2 böt dar inn.
255 do ich also tet vor ir ston
und wolt mit urlöb von ir gön,
[38*] do hört ich ain grosse c/ag
vor dem zeit in dem hag.
der geschieht wundert mich ser.
260 Lieb sprach: ‘es ist frow Er
mit andern t^’ainenden frowen,
253. renne mit einem Punkt über dem
eweiten Strich; rfinte = reinte 'reinigte'?
2öSf. DaUegt ich die edle fraw hyn Yn
ergab mich irem gebot willig eyn d.
254. mag a. inn sin a.
257. dag d, sag a.
261. warnenden B., ainenden(.^ a.
Bilder: vor v. 241: Bach mit Brücke; der Dichier ndU hnieend Frau Liebe au»
dem Wasser.
nach V. 260: Zdt der Frau Liebe; es kehrt auf den folgenden Bädern wieder, doch m
wechselnder Größe, Gestalt und Farbe. Frau Liebe liegt im Bett (vgl. v. 254), der Dichter sUdä
daneben, um sich eu verabschieden. Im Hintergrund hügelige Landschaft, doch hier wie auf
einigen der folgenden Bilder flüchtig ausgeführt.
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2. Minne und Pfennig.
39
die hie inder wüsten owen
all gar min nächbürin sind,
von deß laidigen Pfennings pin
265 vertriben, also öch bin ich.
die wöllend villicht clagen mich.’
in der red sie do in giengen. .
sie clagten sie nnd enpfiengen
mich do als ainen gast
270 und sprachen: ‘frow, nit last
nnd erzelt üwer kranckhait,
wan es ist uns werlichen aUen
laid.
dar umb sind wir körnen her
zä ver niemen diße mer.’
(sa»-] frow Lieb in ganz do erzalt
276 daß grösß unrecht und gewalt
daß von dem Pfenning waß ge¬
schehen,
und wie er sie hett tain ve-
schmehen
und gestössen in des baches sere,
280 daß sie nahend ertruncken were,
wan ich hett geholffen ir.
des danckten sie alle mir.
Do frow Lieb daß hett erzelt,
die werden frowen usßerwelt
285 sie bewainten diß geschieht,
kaine mocht lang gereden nicht
vor wainen, doch frow Er
tröst do frow Lieben ser
und sprach: ‘liebe gespil min,
290 der kumer ist nit allain din.
da waß grössers nit gemitten,
wir habens all vor gelitten
[39*] von dem Pfenning, daß ist war,
lang zitt und vil jär.
295 wir sind worden von im ve-
schmecht
wenig sind nun unßer kneht.
was Werder frowen, die ich hön
jung genert mit eren schön,
die macht der Pfenning in clainer
stund
300 an wirden nnd an eren wund,
dar umb mösten wir fliehen
und her in die wüeste ziehen,
wan unßer 1er ist nit mer wert,
wan yederman deß Pfennings be-
gert
305 und sicht nit an mich Ere.
daß dag ich Göt ümer mere
daß sich die weit hät verkert,
daß man den Pfenning für mich
ert,
der etwan alzitt waß min kneht
310 und zwar, wenn ichs bedecht,
so solt ich truren ser,
des nöt tut sprechen mer.
dem zwar nymmer misslingt
der stets näch eren ringt,
315 sunder spricht: “ach Göt, wie ser
get güt nun für er
und gewalt für recht!
daß dag ich armer kneht”
es solten sich die jungen schämen,
320 wann sie verkerend der alten
namen.
die er höher wegend dan sterben.
263. Die all a.
265. vor bin gestrichen: ich a.
270. nit d, din a.
282 aus d, fehlt a.
291. Das o.
807. 306 umgestellt gegen ad. fOr d, fü a.
812. mir a.
314. Fehlen danach stoei Verse? H.
315. ach d, Och a.
319. schamO d, Schemen a.
Bild: nach v. 288: Fünf SchwesterUtgenden und der Dichter Stehen um das Bett
herum. Frau Ehre klagt.
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40
3. Minne und Pfennig.
lässend laider mich umb den
Pfenning verderben,
umb deß b6ßen, schndden Pfen¬
nings balde,
Got, du waist, on min schulde/
325 do mit frow Er ir red bescbl&ßt.
Frowen Gerechtikait nit ver-
dr&ßt,
[40r]sie staind nff, als ich üch sag,
und sprach: 4ch bin öch ain
dag
und vertriben uß der weit
330 daß macht öch daß böß gelt
wa ich mich sol keren und wen¬
den,
so sicht man an allen enden:
der Pfenning zücht hin,
wie gerecht ich ymer bin,
335 wie wiß und wie kftnstig,
schön und vernfifftig.
der Pfenning an dem rechten
tftt bannen und echten,
bevesten und eitleren,
340 mit falschen zungen absolvieren;
es ver zücht und verkert alle
recht
wan er will, so ist schlecht
sin sach, und gewint die zehe.
[40*]bytel, schriber und fürspreche,
845 procurator, juristen und advocat
und wer gewalt an rechten hät,
die stond alle dem Pfenning by,
827. Die d, Ich a.
832. man d, mich a.
887 nach d, Mer dem pf. dan die r. a.
838. Thüt d, Es t&t a.
842. üt es ad.
361. fftr d, fehli a. l. Oot?
wie ungerecht er ymmer sy,
niemant by mir und den armen.
350 daß möß Göt ymmer erbarmen
daß ßr mich, der Götz gewalt,
der Pfenning wirt usserwelt,
der doch die sei also verfürt’
355 satzt sich nider und fieng an
frow Wißhait die wolgetön,
und wolt öch die dag meren
und sprach: ‘ich hön ainen herren
[di**] laider öch an dem Pfenning,
360 der über alle er hät geding.
wa ich by armen wonen thö,
do bin ich terschmecht spät und
frü,
man heit den wißen der güt hät,
der sust wöl tret der narren pfat
365 witz on pfenning tregt nit für,
armer witz stat vor der tür,
so richer gät in und uß,
und verdirbt vil witz in armans
haß.
ist das nit ain kleglich ding
370 daß für mich der Pfenning
geert söl werden allenthalben?
er machet die wißen kalben,
öch die geleiten, daß sie ir kanst
alle ziehen zü siner gunst,
375 daß sie nit gebrachen eben
als sie Göt und ich in hön geben,
wie der Pfenning tüt klingen,
854 fddt a, Dar nach vff dem selbigen
gefert d.
860. h&t] min a. Der vbertiifft alle ding d.
362. Terschmecht B., fMt ad.
863. Man heit d, Vnd holt a.
867. vor in gestrichen: nfi Tnd a.
872. Er kan a, Das machet d.
Büder: vor v. 827: Frau Gerechtigkeit klagt. Der Didtter steht hier wie auf den
folgenden Büdem am Bettende. Die Haltung seiner Arme deutet die Erregung an.
nach V. 858: Frau Weisheit sitzt am Bett der Frau Liebe und klagt. Links und reehls
vom Bett Truhe und Kommode.
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2. Minne und Pfennig.
41
als tän sie in red nnd in singen,
gewint ain armer ain wißen sin,
380 so zücht doch der rieh hin;
er felscht kunst und wißhait
daß sy Got von himel claid
daß mich, die Got gewirdiget hät,
der Pfenning yerdring frü nnd
spät*
[41 »] do mit schwaig sie der geschieht
386 Frow Frhmkait die ließ nicht,
sie yerf&rt die dag nnd sprach:
‘ich lid größ ungemach
von dem Pfenning, daß ist wär.
390 mir ist inder weit wonen schwer,
der Pfenning gät über al für,
so Frümkait stät hinder der tür
nnd müß von im verschmecht be>
liben,
baide von manen und von wiben,
395 do der Pfenning ist zü hoff also
werd
daß man schlech der Frümkait
nit begert.
wer nit uffsatz und pfenning hät^
der gehört nit in der fürsten rät
[45»-] kan er nit der nüwen list,
400 so hilfft nit daß er frum ist
nnd wer frümkait rauten kan,
man spricht, er sy ain schlechter
man
und nit von den höhsten sinnen,
kan er aber güt gewinnen
405 mit uffsatz, wüchem nnd triegen.
378. thüt man d, tä a.
385. der d, die a. Vgl. 1 57«.
390. Her a. Ut fMt a.
391. gat d, fMt a.
406. Teingen a unklar; Bonben d.
412. Dan d, Do a. das fMt ad.
teingen, schmeheln und liegen
und verschlahen als ein göckler,
so ist er zü höff nit nnmer.
schlecht frümkait on pfenning
410 hät in der weit kain geding.
so Wirt der Pfennmg nit geren
dan das man in tüt vast vil eren;
deß Frümkait nit geren tüt,
so dan g%Tt daß böß güt
415 wie wol mich Göt hät gebotten,
so tüt die . weit doch min spötten
wo ich ön pfenning bin und ste.
daß klag ich Göt ymmer mer.
also bin ich versmecht:
420 ich waß vor herr nnd bin nun
kneht*
da mit tet Frümkait schwigen.
Frow Edle staind uff mit nigen
nnd wolt öch sagen iren sin
und sprach: ‘ich hin üwer die-
nerin
425 nnd geher zü dienst üch werden,
allen tagenden uff erden.
[4.9*’] wan ich wer Edel nit genant,
mir weren dan tagend bekant
und hielt iren orden und geböt
430 ich bin öch laider ze spöt
von dem Pfenning worden,
daß öch wenig miuen orden
halten tain und öch eren.
man will sich nyme dar an keren
435 daß min wird ist näch tagend
streben.
414. Als dan begert d, So er dan o.
417. ich On ich On a.
424. byn d, fMt a.
4StJ bis 429 stehen auch über dem Büd,
sind aber da gestrichen a.
432. ich a.
Bilder: vor v. 385: Frau Frömmigkeit stM Klagend am Bett der Frau Liebe,
vor V. 427 : Frau Adel kniet wehklagend am Bett.
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42
2. Minne und Pfennig.
und in falschen Sachen leben,
süßt sin wir näch der natur stam
alle körnen von Adam
daß niemant edel ist besacht
440 dan der den tugend edel macht,
also waß vor der alten sit.
daß will man jetzund haben nit.
[43»-] wenig taind näch tugend stellen,
sunder sich zü dem Pfenning ge¬
sellen.
445 wer den hät und gewinnen kan,
der haißt h&wer ain edelman
und Wirt geert frd und spät,
ob er tagend halt nit enhät,
so Wirt er doch da von hoch
ge ert.
450 darumb hät sich der adell verkert,
und ist worden nun sin löff
wfichem, röben und falscher köff,
spilen, schelten und schweren,
höchfart triben und unerlich zeren.
455 daß was vor zitten grosse schand,
daß ist nun er indem land.
tetten es die fürsten unerlich
schetzen,
so ließ manger von sölichem
tretzem
und forte sin er dem adel näch
460 und wer näch dem pfenning nit
so gäch.
der liebt laider den allen so vil
das nahend zwar des adels spil
niemand schier sicht triben,
durnieren, stechen, werden wiben
465 dienen mit ritterlicher Arunst.
man setzt nun den gunst
in den pfenning und gewin.
dar uff setzt yederman sin sin
und hät der ritterschafft kain
acht.
470 yederman näch dem pfenning
tracht
mit wuchern und uneren.
Werder Got, thü es verkeren,
(/.?'] were dem adel schand,
das ich wider indem land
475 wird werd als by den alten,
ich mäß für ain schand halten
daß nun der Juden spil
der adel laider triben wil.
es tüt sei und er betören.’
480 Do mit tett frow Edel hören
dißer dag. so sach ich
aber ain frowen miniclich
uff staind öch do zü dißer hand,
Gaistlichhait waß sie genant,
485 demüticlich in rüwer wat
aldo öch an die dag trat
[44 r] und sprach: ‘Lieb, du edler schätz,
mir ist laid der groß traz
den der Pfenning hät bewißet dir.
490 hör waß hät er öch ge tön mir.
ich waß von Göt der weit geben,
daß ich solt leren gaistlich leben,
do mit die sei nun zü zieren,
der Pfenning kan daß höffieren,
495 das man in ert und mich nit;
und solt doch sin der gaistlich sit
daß sie den Pfenning verschmecht
nun ist sie worden öch sin kneht.
439. edel d, fehlt a. 485. geträwer a.
444. vor gesellen gestrichen: stellen a. 497. hat versch. a.
463. schiel a. 498. sie d, fehlt a.
465. riterlicher knnst d, ritterlichem last a.
Bild: nach v. 486: tVau Geistlichkeit in B'onnentracht kniet am Bett. Frau Liebe
liegt hier und auf dem nächsten Bild mit entblößtem Oberkörper in einem Himmelbett.
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2. Minne und Pfennig.
43
ich sol sin fry, umb sust;
500 so kan deß Pfennings lieb und
gunst
nmb mich machen failen köff
nun stAt näch köffmans löS.
wer mer git näch marcktes schi-
nen,
der behelt mich z& dem sinen.
505 gar selten kan kain armer mer
körnen zä der gaistlichen er.
der pfenning bestet und licht
und besetzt die weit und wicht
bäbst, bischoff und kardinäl,
510 pfaffen, mfinch, nunnen über al;
im ist bicht und bäß fail,
und aller sacraroent hall
ist alles zd sinen spilen berait;
und waß gehört in der gaistlich-
hait,
515 daß solt alles umb sust sin.
so wirfft der tftffel sin somen
darin;
[44 '] daß beschlecbt der Pfenning,
ist es nit ain kleglich ding
daß 6öt sin sacrament
520 der böß Pfenning also schent
und verfürt köffcr und verköffer?
hört öch nöch andre mer:
wan sie den pfenning gesamnet
hönd,
kain nutz mag dar uß gon,
525 und söch by in kain hail
und macht sie ungehorsam und
gail,
daß sie irs ordens gar vergessen,
sie wöllen wol trincken und essen,
frölich sin als weltlich lüt
530 und öch schimpffen mit der br&t
und ziehen sich als die layen
und wöllen sin vornen am rayen,
und waiy? nit waß in über belipt
daß das almäßen nit tribt.
535 es tät stechen und tumieren,
es tüt bälen und hofieren,
hoffart triben, und Schemen sich
daß sie sich ziehend geistlich,
und weren sich platten tragen,
540 die doch sind ir pfläg und ir
wagen,
und niemend stettes daß almäsen
in
und wöllen doch nit pfaffen sin.
zwar sölicher handel im nit zimpt
der alltag Göttes almäßen in
nimpt.
545 er ist zwar den tod schuldig dar
an
der daß almäßen nit verbetten
kan.
es gehört den armen lütten
[45’‘] und nit dar mit frowen trütten
und wölnust triben dißer weit.
550 daß macht als das böß gelt
daß ich Gaistlichhait wird ent¬
wicht.
Werder Göt, sie under rieht
die dir zä dienst sind gegeben,
daß sie fieren ain ander leben,
555 do mit sie der sei hail triben
und lassen den Pfenning beliben
in knehts löff und diene mir.
so Wirt erfület min begir
und würde der Pfenning wider
kneht
509. Kirchen bäbst a, Eylchen d.
513. sainen mit offenbar getilgtem a a.
514. in die d, l. an der?
521. konffer d, kOff a.
525. l. sacb = sacket.^ H.
533. waidt a.
540. sind (2, fehlt a.
543. Zwor d, Vnd czwar a.
555. sie d, ist a.
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44
2. Minne und Pfennig.
560 nnd min orden gehalten recht.*
do mit macht sie ir red ain end.
Frow Lieb, kranck und eilend,
[45 «] danckt in fast ir dag
mit kurzen werten, daß ir sag
565 ain end hett, dan sie waß kranck.
dar näch nit gar lanck
träten die frowen z& mir her
und sprachen: * gesell, unßer
schwer
hastu gehört von deß Pfennings
gewalt.
570 wie ist es nun in der weit ge¬
stalt?
will es niergen verkeren sich?
daß sag nnß, daß bitten wir dich,
daß wir von dir niemen tröst
und unßers kömers werden erlöst
575 nnd mögen wider mit eren
wider haim in die weit keren.’
‘ach, edle frowen*, ich do sprach,
‘mir ist laid Awer nngemacb,
nnd t&t mir we, daß waißt Göt,
580 daß fich der Pfenning macht zd
spöt
[46'‘]iind also ich merck diß geschieht,
so ist kain bessrung nicht
ye lenger, ye erger in der weit,
nnd Wirt nit geert dan daß gelt
585 bayden fürsten, stetten und lande
wdchem nnd röben ist nime
schände.
wie wöl min sag bringt laid,
so ist es doch die wärhait.
nnd wölt Göt daß ich sölt geleben
590 daß ir der weit wftrdent wider
geben
und söltend berschen und walten
als da vor by den alten!
dar umb wölt ich ain stum sin.’
Sie danckten mir deß willen
min
595 und sprächen: ‘geseUe, erbarms
Göt!
und bitten dich, biß unßer böt
nnt t& es aller weit sagen
daß wirs Göt wöllen clagen
nnd bitten umb räch als lang und
vil
600 biß sin barmherzkait macht zil
nnd end an dißem jamer quäl,
der die sei senckt ab zA tal;
und die sach mag nit besten,
es mäß ain plag dar Aber gön,
605 die Aber all pläg schryet: wäffen!
wie wöl es Got tAt vil strauffen,
so will sich doch niemend dar an
keren
und allain den Pfenning eren
nnd vergessen tugend und Göt’
610 ich sprach: ‘frowen, Awerm geböt
wer ich billich gehorsam,
nnd wirckten es frowen nnd man:
[46'] so fArcht ich nun es mach zom,
und hab die arbait gar verlomu
615 doch dar umb will ich nit laussen.’
sie danckten mir und giengen ir
strässen:
592. ir da a, ir deten d. 611. ich d, ich a.
595. geselle d, gesellen a. 616. ginge d, ich gieng a.
610. eüwerm d, iwer a. _
Büder: nach v. 562: Links am Bettende steht der Dieder, reMs die sechs Frauen, deren
eüu bemüht scheint, Frau Liehe besser eueudecken.
nach V. 566: Landschaft. Der Dithter verneigt sich vor einer Frau und reicht ihr
sum Abschied die Hand; vier andere Frauen stetten dahinter.
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3.
und Pfennig.
45
'doch sol uns nit wunder niemen
daß uns der Pfenning tfit ver Sche¬
men.
es tfit es Götes sun schöpffer,
620 den macht er sicher so nnmer
daß man im me eren bewißt
dan Göt, der nnß alle spißt.’
Ich nam nrlöb von frow Lieben
do,
die lag kranck und unfro.
625 ich bat sie mir Och urlob geben;
sie sprach: 'gesell, sol ich leben,
ich will din vergessen nicht
und bitt dich, verkünd diß ge¬
schieht
allen die mich lieb hönd,
630 was mir der Pfenning hät gethon,
wie er min gespilen und mich
sehend,
die wonen all hie indem eilend.’
[47 r] ich verhieß es ir mit fliß ;
sie bfit mir ir hendlin wiß:
685 'trut gesell, far hin mit hail,
an allem glück sy din tail.’
Also schied ich und ließ sie
kranck.
mficht ich nun verdienen danck
von den werden tagenden frowen,
640 die vertriben sind indie wüesten
owen
und verschmecht von dem Pfen¬
ning,
so doch hett ich min geding
verbrächt und verkünt min gebot,
dar zfi hilff mir, werder Göt,
625. mir d, fehlt a.
641. Vnd d, Waren a.
643. Hier bricht d ab.
652. ich.
645 zfi tröst und hail den alten eren!
küng, fürsten und grössen herren
und alle üwer ritter und kneht
und sust alles menschen geschieht,
geistlich und weltlich, rfiff ich an:
650 üch mit allen trüwen ich herman
aller tagend und Göttes huld,
das ir öch der tugend Unschuld
betrachten wolt und das wenden
das nit also an allen enden
655 Wißhait, Kunst, Frümkait und
Ere,
Lieb, Adel und Gaistlich Lere
bezwungen werd von Pfennings
gewalt,
der die weit macht ungestalt.
die höpter haben des me schuld,
660 daß sie in eren und haben gedult.
tetten sie wficher und schand ver¬
schmähen,
do wdrden sie bald an sehen
[47 •] das er w^c^er und schand verdirb
und jederman näch eren wirb
665 und wird tugend werd als by den
alten;
sust wird ie die regel nit ge¬
halten.
das mich ert, das will ich eren.
das merckt eben, ir fürsten und
herren :
wfilt ir nit wenden daß leben,
670 ir müst dört dar umb rechnung
geben.
halt tugend lieb und werd
und den der sie sfichen begert.
657. ward.
660. in fehlt.
662. worden.
663. wonsch.
Bdd: nach v. 682: Der Dichter steht allein am Bett der Frau Liebe und reicht ihr
eum Abschied die Hand.
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46
2. Minne und Pfennig.
und verscbmecht die näch laster
ringen,
wie sie den pfenning zu samen
bringen,
675 so habt ir die tugend wider erlößt
und mangen biderman getröst,
die yetzund verscbmecht und ver-
triben sind
und von dem Pfenning liden pin.
so bringt ir wider die alten Sitten,
680 die hie schand haben vermitten,
und Wirt die weit gebessert schön,
und empfahen dar umb lön,
der den güten ye was berait
von Göt in der öwikait.
685 der verlieh in hail in allen dingen
die alle zitt näch eren ringen,
und behüt sie hie und dort vor
eilend !
do mit hab die red ain end.
3.
Der Minne Freud und Leid.
[4S»-] Es ist geweßen ye ain sit,
wem bekümert herz wont mit,
daß er gedenck an schuld, an
schaden,
das ers mit hail werd entladen.
5 also tett ich an ainem tag,
do ich indißen gedencken lag;
dan lieb tet mir etwa laiden.
ich gedacht; ‘machstu schaiden
laid von lieb, so wird dir baß.
10 und wie ab dich dar zü hilffe daß
das du diner frowen zü aller zitt
trüwlich dienst on wider strit?
wie möht die gut so hört gesin?
sie tett dan öch den willen din
15 und wiechß kain zom zwischen
unß baiden.
also wird lieb von laid geschaiden,
und lebst all zitt inder fröden
hnß.’
[48 '■J Min gedencken gieng mir uß;
ye mer ich gedacht, ie irrer ich
wari.
20 ich hüb mich uff an die fart
und gieng zü walde in ain,
do ich irret all ain,
dar umb daß ich minen Sachen
dester baß möht ende machen
25 mit gedencken näch dem hail.
des Waldes lust macht mich gail,
676. vor getröst gestrichen: erl6ßt.
679. den.
Zu 3.
1. ain nachträglich vom Schreiber eingefugt.
2. herz fehlt.
12. hinter dienst gestichen: .czSl aller czitt
18. die] dir.
18. Vß minen.
19. ward] waß.
21. in oder an?
21 f. Der Beim ist offenbar verderbt.
Büd: über dem Anfang: Landschaß; der Dichter reicht mit dem Hut m der Hand
einer Dame seine Bechte.
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3. Der Minne Freud und Leid.
47
daß waß mit fröden geziert,
mit mangerlay blumliii gefloriert,
daß zwar an im nit gebrach
30 an dem boden und obtach.
deß sumers gewalt hett in ge¬
macht
mit allem fliß so wunecklich ge¬
sucht
daß mich wnndert von siner zier,
des frowten sich die wilden tier,
[i9 ••] der ain tail luffen und sprangen,
86 ain tail gailten und och sungen,
als es ir natur het gemessen.
mines kömers und gedencken.
40 ye doch so tett ich wider sencken
min gemüt uff den ersten sin,
dar umb dan ich waß körnen hin,
und gieng von weg ain gfite leng
in dem wald biß an ain end eng,
45 do ich ungehindert also belib
und min sinn zä samen trib,
rin zu machen minen komer groß,
der arbait mich nit verdroß.
Alß ich also gedacht und saß,
50 unlang dar nach do hört ich daß
ain wipliche bild näch friem schal
lieblich sang, und erhal
so wunecklichen indem wald.
ich erschrack and ylt öch bald
55 an den weg durch die dicken
und sprach; ‘min sach die will
sich schicken
d&ß ich müß aber lenger sorgen.’
ich kam zürn weg und staind ver¬
borgen
und sach daß dort her tratt
GO in frowem möt uff ainem pfad
ain mineckliches frölin zart und
fin,
daß sang so lut daß liedlin:
‘ein stet, ain tr&w mich erfröwt..’
min sinn wurden mir zerströwt
65 do ich an sach daß geziert bild.
ir u'ät waß rot, und gieng im wild
[Jö»] näch allem wünsch gebildet zwär.
ain krenzlin trüg sie uff irem här.
ich staint vergafft sie an ze-
blicken,
70 und ward es sich also schicken
daß ich hört zu der andern hand
ersüffzen ain bild ich do fand,
des bald min äugen namen war.
do sach ich truriclichen dar
75 engegen gön ain wunecliche magt,
ir hend beschlössen, als ob sie
werlichen clagt
ir wät was graw, ir höpt bedeckt,
sust waß alle schön an sie gelegt
und gar zühtig in dem wandel.
80 So macht sich also der handeil
daß die frowen näch miner begier
32. gesacht aus gemacht. 60. frowen.
38 fehlt; man kann etwa ergänzen: Des 66. wSt fehlt, röt ir mnnd. Vgl. v. 77.
Waldes zier lie6 mich yergessen. 73. Bald min aigen wer.
47. rin = ring. 74. dar] dfirt her.
49. hinter also gestritten: so. 75. Erst hier setzt d ein.
57. Wan a, Daß E.
Bilder: nach v. 30: Feld, im Hintergrund Häuser; der Dichter geht spazieren,
nach 0. 70: Zwei Frauen in rotem Kleide unterhalten sich stehend; die eine hat ein
Kopftuch, die andre einen Kranz im Haar. Im Mittelgrund hinten sieht man den Kopf des
Dichters, der im Gebüsch versteckt lauscht.
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48
3. Der Minne Freud und Leid.
begegneten ain ander nahend by
mir.
[50»-] sie waren gespilen, als ich ver-
nam.
die ain z& der andern kam
85 und wurden ain ander nahend,
so früntlich begirlich umb fahend
ge sähe ich nie; mit Worten süssen
tetten sie ain ander grüssen:
‘sag an, gespil, mir die mer:
90 waß hät tain dich bringen her?
war umb bistu singend also frow?
läß mich wisßen*, sprach die graw,
‘ob ich icht mit diner fröd
geringem müht min laid,
95 wan es tüt erfrüwen mich
was zü hail süchet dich;
daß soltu genzlich gelüben mir.'
Die rot spracÄ uß fryer begier:
‘mich wundert ser, dürst ich es
frägen,
100 was dich her hab getragen,
daß du trurig vor mir stäst
du solt mir sagen diner sorgi'n
last
[50*1 mir ist laid waß dir gebricüt
miner fröd ich dich under rieht,
105 als du mich gebetten häst.
ich hön von ainem knaben trost.
der liebt mir so gar iniclich
daß ich in hab genzlich
zü aller zitt in minem herzen.
110 yer sch wunden sind mir all min
schmerzen
wan ich sin trüw gedencken tü.
in fröden ich allzitt rü,
das macht sin werde güte,
die mir trüst min gemüte,
115 und wölt uff erden kain fröd hön
anders dan alzitt in sehen an.
das wer wöl min himelrich.
alle fröd sind ir nit gelich
die lieb gen lieb kan machen.
120 kain ander ding mag es besachen
das yolkomne fröd uff erden sy,
es sy dan menschen minn da by.
wer ich ain gewaltige kayßerin
und trüg nit zü ainem knaben
minn,
125 so wer on fröd min gewalt,
richtnm oder schön gestalt
in minem herzen gar yeraicht
was sol mir das do fröd zerbricht?
fröd on lieb nit mag gesin.
180 dar umb fröw ich mich des kna¬
ben min,
der mir liebt zü aller stund,
nun dar, gespil, dir ist kunt
wor umb ich allzitt frölich bin.
nun sag mir öch dinen sin,
[5i»‘]trut liebe gespil, des bit ich dich.’
136 Die graw die sprach: ‘das tain
ich.
sit du din herz hast uffgetön,
das min will ich dich öch wissen
lön.
nnser sinn sind gar nngelich:
140 ich trur, du bist frölich,
92. gra d, frow vad graw a.
95. Wan d, Wafl a.
98. rot sprach d, red sprachs a.
108. gebricht d, gebiist a.
106. bOn fröd lieb vnd t. a((f).
119. 120 umgestellt nach d.
122. minn] fröd a(d).
187 aus d, fehlt a.
Bild: nach v. 102: Wie das letzte, nur etwas von der Seite gesehen. Die Frauen hier
wie auf den folgenden Bildern durch rotes und graues Eieid unterschieden.
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3. Der Minne Freud und Leid.
49
and körnend doch aß ainer sach,
als ich dir das kaat mach,
da fröwst dich lieb, so trar ich.
diner törhait wandert mich.
145 da kanst nit wöl gdden
von den grossen fröden.
trat gespil, w61t es dir nit ver¬
schmähen,
so w61t ich an fahen
and dir sagen minen mät.
150 din für niemen ist ye nit gfit.
ich hon lieb, das wisß 6öt,
och ain knaben, der min geböt
halten tüt näch liebes art,
dem min herz nie hät gespart
155 trüw and stett tailen mit.
ich glob daß uff erd leb nit
in trüwen ich in and er mich
maint,
und kan her^r von lieb sagen,
160 so sol man ye das min fragen,
das hät versüch ye der lieben spil
mit allem last dick und vil
in eren, als sich dan zimpt;
und wer es recht vernimpt,
165 so sprich ich wöl uff minen aid:
das hät hundert laid
und kain fröd her gegen,
gespil, ich will es aß legen:
[üi^lich hon ain knaben, der mir ge¬
feit,
170 für all diß weit mir usser weit,
den sich ich gern, daß ist min
fröd.
144. wandert d, daß w. a.
145. n. w. ge enden a, nit toI sagen vnd
güden d.
149. mjnen d, dinen a.
157 fehlt a; dz sich hab eins de andere
also vereint d.
158. hinter ich gestrichen: mich maint a.
DfoUeb« Text« dee Uittelxlter*. XXIV.
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höre da wider manig laid:
wann ich in sich, so gedar ich
nicht
frölich gestellen min gesicht
175 und müß die fröd halb ver miden
vor der falschen zungen schniden.
villicht so merck es ain melder,
so wird die fröd mir ze schwer
und verwandelt in grosses we.
180 hör was ich dir sag me:
sich ich in nit, so ist min dag
mit süffzen, sennen naht und tag.
vor verlangen hön ich kain rü.
ob es daß glück mir fügt dar zä
185 das wir ettwan zu samen körnen,
so stond wir als die stömmen,
und truren versucht unßer begir
die künden bedi wir
ain ander nit wöl erzögen.
190 er schrecken, zittern ist unßer
aigen.
die forcht mir alle fröd er wert,
merck was lieb fröd beschert:
tät man allzitt die warhait sagen,
so wölt ich lieb dester lieber tra¬
gen.
195 trat gespil, du waist öch wöl,
wer lieb recht haben söl,
das er sie vil müß miden.
das ist liebes das gröst liden.
hon ich lieb, so müß ich besorgen
200 bede aubend und den morgen
\52r] daß ich sie icht ver ließen tü.
des gewint min herz nimer rü.
sit es ist klain des lieb verdrüßt.
159. kan von herczen ad.
179. we verbessert aus schwer a.
187. versücht = verschiuht.
192. beschwert d.
202. Des d, Das a.
203. Vgl. 4 186 f.
4
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50
3. Der
Freud imd Leid.
und vil arckwanß dar uß be¬
schlüst,
205 so möß ich allwegen in sorgen sin
das ich nit erzürn den knaben
min
und verließ min trüw und arbait,
die ich uf! in hön gelait.
licht erzürnt er sinen müt,
210 das er mir kippeln und küßen tut
und tüt mich zihen daß
des ich nie schuldig waß.
das bringt mir sölich pin
das ich lieber on lieb will sin.
215 sicht er mich zornlichen an,
[5-2''] das tüt mir durch min herz gön.
Min gespil, hör fürbas mich:
tüt es dan machen sich
das ich zü im ain arckwan ge¬
winn
220 wie er ain andre hab im sinn,
vor laid müht ich verzagen,
das ferich will mir min herz ab¬
nagen
und läßt mich nit körnen zü güt.
merck, gespil, was lieb tüt:
225 und es nun gelücA: mir
ganz hilff näch miner begir,
das mir der knab näch minem
müt
was mir gevait, genzlich tüt,
und zwischen uns ist kain misß-
fallen,
280 die fröd wer ob in allen,
wie wöl mir selten möge hön.
204. dar] das a.
205. seyn d, ston vnd sin a.
222. Die Torcht d.
225. ob das glück d, es nun gel&ckt a (es
Oenitiv = des).
228. gewalt a. _
dannocht hangt laid dar an.
ie lieber mir der knab ist,
ye mer besorgen zü aller frist
235 müß ich das er mir nit sterbe
oder sust von mir werbe,
und das mich lieb icht bring dar
o
zu
das ich wider min er tü.
wan wo lieb ist allain,
240 do ist vei'sagen nit gemain
und kan lieb nit tain genug,
das bringt lieben unfüg.
das besorg ich für alle ding
das mich lieb nit dar zü bring
245 das es dem claffer icht werd kunt
dar umb sorg ich zü aller stund.
Hör von lieben noch ain ge¬
schieht,
und macht mir vil fröden ze
nicht :
[55»‘] hon ich in lieb, so sich in geren
250 an gelück, an wird und an eren.
dar umb haiß ich in ritten
zü höffen, tumieren und öch
stritten,
über mer und gen Brüssen,
gen Ysi>anien und gen Rüssen
255 und andre land nach ritter schafft,
das bringt mir fröd und krafft.
merck das liden das dar an hang^:
stets mich näch im belangt;
dar uß mir groß liden enstät
260 das ich nit waiß wie es im gät.
so müß ich besorgen ymmer
231. mir] wirs d.
240. Do ist d, So a.
245. es d, er a.
250. Zü nemen an g. d, Sin g. a.
254. ysanien a.
Bild: nach v. 212: Wie das leUte, nur ist die Farbe der Kleide vertauscht.
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3. Der Minne Freud und Leid.
51
wie er verließ lib und er.
dise sorg kömpt mir nit ab.
nun merck was ich fröden hab,
265 und gelöb das ain tag fröd
nit geweren mag on laid.
laid aber wol geweren mag
on fröd zwär mangen tag.
ich will der fröd gern enberen,
270 das mich laid nit th& beschweren,
und ob es mir gät näch minem
sin,
dannocht ist laid dar inn.
uff mich man lügt und schryt,
wan glück will haben nid.
275 nöch hon ich nit gar geseit
was mir lieb bring laid,
und kan niemend gar bedencken
wie vil laids lieb tüt krencken.
wer es recht besinnen wil,
280 so ist des laides also vil
[55'] das ich billich trurig stön.
dar umb möß ich wunder hön
das du dich fröwst der torhait.
wa ain fröd, da hundert laid.
285 wers versöcht, der ist min züg
das ich laider nit lüg.
es ist mir worden zä sur.
nun waistu, gespil, wes ich trur
und was ich an lieb schowe.
280 dar nmb ich in den wald flöhe,
das ich des lidens sy vertragen,
belib by mir und hilff mir clagenl’
sprach die graw die geschieht.
Die röt sprach; ‘das tfi ich
nicht.
295 als ich verste dinen m&t,
so syen wir by ain ander nit
g&t.
r>i '] da also doch halft do verclagen,
dar uff will ich antwirt sagen:
diner red wich wundert.
800 es haben gelebt manig hundert
die wißer waren dan du und ich,
die doch lieb fröwten sich,
ye wisser, ye edler, ye richer,
ye stercker, ye gelerter, ye ge-
licher
305 und ye mehtiger sie geweßen sind,
ye e sind sie worden blind
durch liebes fröden lust,
und haben doch wöl öch gewißt
was lieb laides und fröd brecht,
810 und sie dar umb nit verschmecht,
sunder stets dar näch geworben,
mancher ist dar umb gestorben,
die andern litten grosse nöt.
das alles die lieb gemacht hät.
315 wan nit lieb übte sich,
was wer fröd? das bitt ich dich,
alle hüpschkait dißer erden
tüt alle umb lieb werben,
rieh und arm dient der min
820 biß her von der weit an begin.
sie hät die weit alle in gewalt,
schön, ungestalt, jung und alt.
Adam flel, der erst man,
274. Vgl. 1 1614.
287. schwer ad.
28S. tniren a.
289 f. In d reimt schüch : flOch.
296. darunter getirichen v. 307 f. a.
297 unklar; So da dich als von lieb düst
clagea d, Das also ich dich hört do cl. B.
298. wiU d, fehlt a.
299. Deyn red mich ser bekimmert d, D.
Mden sich w. a.
819. arm mit der gemain a(d).
823. vor fiel gestrichen: ge a.
Bild: nach 0.296: Hügdige Landschafl. Vom die etoei Frauen im Gespräch.
4*
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52
3. Der Minne Freud und Leid.
do in Göt geschüff, von stunden
an
325 durch lust der lieb von siw ge-
böt.
David, den sunder liet lib Got,
durch lust der lieb ainen mord
begieng.
Absolon, der schönst, flöhe und
behieng
an ainem böm durch liebes lust
330 und ward gestochen durch sin
brust.
Salomon der wissag, Gottes kneht,
den zwang öch die lieb schlecht
der ain mörin lieb gewan;
des bat er ain abgöt an.
335 Samson, der sterckst, tet geben
umb lust der lieb ögen und leben.
Aristotiles, der gelertst in kunstj
laid
das in mit willen ain frow rait.
Virgilius siner kunst vergaß,
340 das er in ainen korb saß;
der lust brächt in zä ungemach:
er hieng, das in mengklich sach.
Achilles und öch Tristan,
die zwen edel kün man,
345 Hector und Paris, die werden
held,
Troillus, der junglin usserwelt,
haben ir leben und liebe
geben umb lust der wibe.
PiVamus, das edel herz,
850 mit sinem b&len umb liebes scherz
riben sich baide an ain sch wert:
ir baider herz do das begert
das macht alles der lieben spU.
menig tußend mer und vil
355 haben durch den lust ir leben ge-
ent.
betten sie der fröd nit erkent,
sie betten die wöl vermitten.
ich will volgen den alten Sitten
und nit wißer halten mich
360 dan sie alle, als du tflst dich.
['>C'] sich an was lieb kan bringen,
sit ir lust kan also zwingen
den stercksten und den he/-sten,
den wißten und den gelertsten;
365 und mochten die nit sicher weßen,
wie möcht ich dan geneßen?
ich mäß näch lust der lieb stellen
und mich fröwen mins gesellen
und nit sehen claffen an,
370 dar vor sich nit gehütten kan:
es w’ont bößen und glitten mit
fürbas mag ich mer biten nit.
ich bin die erst wo lieb tfit
zemen.
dar umb will ich mich nit Sche¬
men
375 und frölich sin lieb zü eren.
gespil, du solt mirs nit verkeren
und lauß ab din törhait
din seltzmar sin ist mir laid;
nun rüwe und setze da von
380 und laß uns wider haim gön’,
sprach die röt, ‘das bit ich dich.
325. lust d, last a. lieb sin geböt a.
326. nach bet gestrichen: gut a.
332 aus d, fehlt a.
837. Aristoteles und Phyüis: v. d. Hagen,
Gesamtabenteuer Bd. 1 Nr. 2.
339. Über das Korbabenteuer vgl. Gesamt-
abenteuer Bd. 3 S. CXXXIX ff.
349. Priamus ad. das das a.
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850. l. schmerz ?
351. l. triben ?
363. huhsten a(d).
364. wjsesten d, widen a.
365. sicher d, sich a.
372. ich nit mer a.
373. wo die erst a, umgesUÜt nach H.
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3. Der Minne Freud und Leid.
53
es Wirt dir lieben, gewerstu mich,
dar umb: wer ain getrüwen bülen
hät,
der fröwe sich, daß ist min rät,
385 wan trüw in der lieben orden
ist nun gar seltzam worden,
wan es lebt nit vor liebes krafft
und ist ains herzen rechte aigen¬
schafft,
und mag kain herz frölich sin,
390 es schin dan lieb dar in.’
Als sie ir red beschlössen hät,
[öö*-] ich uß dem busch zÄ ir trat,
wan es was und ducht mich zit
do zä entschaiden dißen strit.
395 ich größt sie iniclichen mit ge¬
berden ;
sie erschrecken baid vil werden,
doch danckten sie mir mit fliß
und boten mir ir hendlin wiß.
ich sprach: ‘edeln frowen minic-
lich,
400 nit erschreckt und hört mich,
ich bin ganz näch üwerm willen
und beger den krieg stillen,
ob ich künd, weßt ich die sach.
mir \<^er laid öwer ungemach;
405 mag es gesin an uwer göt,
so läßt mich wissen üwern mut.
[37r\ ich will min sin dar an legen,
ob ich öch bede möht verainen.’
Die frowen sahen ain ander an
410 und sprachen: ‘zwar dißen man
das glück hät gefürt her.
wir söllen im sagen diße mer
und gewalt geben von uns beden
die sach zö entschaiden.’
415 es gefiel in wol und geschach.
yegklich gelobt und sprach:
‘min gesell, nun entricht
mit dinem urtail diß geschieht,
wir wolgen dir kurz und lang.’
420 Ich sprach: ‘wer ich nit so
kranck
an sinnen, ich tett es geren.
doch will ich üwer bett geweren,
wan kainem ist kain ding zö vil
do man im volgen wil.
425 üch zö dienst will ich wägen,
wes ich nit waiß, daß möß ich
. . frägen.’
sie danckten und erzalten mir
zö baiden sitten ir begir,
als es eben hett gelut.
430 also ward mir deß rechten ge-
truwt.
yecklich befalch mir iren tail.
ich sprach: ‘nun dar mit hail!
ich hön üwer sach vernömen,
zö rechter zit bin ich körnen.
435 üch töt des kriegs nit nöt.
üwer yegklichs zwär recht hät:
wan ir ain ander recht verstond,
baide ir mit ain ander haim gond.
[•>7*’] als ich dan underschaid:
440 by lieb ist ye geweßen laid;
von natur lieb fröd begert
bringen,
uß fröd dick laid entspringen,
wie künd ich kennen die fröd.
388. mins a. 412. ym d, nan a.
405. an d, ön a. 413. von d, wo a.
407/". Als Beim darf wohl lain «legen) 417. vnd a.
: Terain(en) angesetet werden; lainen paßt in 418. Hier bricht d ab.
der Bedeutung nicht gane. 437. ir fehU. verstond atu verstand.
Bild: nach v. 406: Landschaft; links und rechts im Hintergrund hohe Bäume. Vom
steht der Dichter swischen beiden Frauen und sucht sie su versöhnen.
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54
3. Der Minne Freud und Leid.
wan ich nit wißt was wer laid?
445 by dem snren kent man daß siesß.
also ich Awern strit bieß.
als ir rotte sprecht das do nit sy
volkömen, ist die lieb do by
fr6d nff erden, das ist wär,
450 als mich bedunckt, ^anz und gar.
als ir graw’e setzt üwer gedenck
wie lieb in groß laid sencA-,
das mag ich üch gelegen nicht,
als ich üch daß under rieht:
455 bringt nun lieb fröd,
so mdß sie öch bringen laid,
das ains dem andern werd erkant.
wer fröd nit früd genant.
460 wer sin wider sach dar leit
und ye grösser lieb befacht,
ye grösser laid do öch macht,
wan es der totderfal also git
dar solt enden vast der stritt:
465 wer wöl went, wol dem ist,
wer übel went, dem yil gebrist
nnd merck: zway tragend lieb ge-
lich,
das ain mag machen do von rieh,
das ander macht arm do von.
470 also weit ir hie die sach verston.
wer all sach versorgen tüt,
der hät selten gütten müt.
[58»']wer aber sin sach bevilcht dem
glück,
der schlecht vil sorg zu rück.
475 also mag öch sin üch baiden:
lieb von laid mag man nit schai-
den,
doch lieb das laid nngelich nert.
aim ist von ir mer fröd beschert,
dem andern mer laids nnd trieb-
sal.
480 das glück ist nit glich über al.
dar umb tüt dick ains nit schelten
das das ander muß engelten.
also mag üch baiden sin.
dar umbso hört daß urtail min.
485 merckt teas ich üch hon erzelt,
ir baid frowen usßerwelt,
dar näch sölt ir üch richten nun:
offt zway als ir kriegen taind
und habend doch baide recht.
490 da mit sig üwer sach schlecht,
von dißem urtail niemend uß
ain fröd nnd gond wider ze huß,
und fröwt üwer bülen getrüwen
nnd laußt üch nit rüwen
495 ob ir von lieb kumer lit;
es lonet wider ain zitt
das offt versagt ain jär.
das glück feit her und dar:
es ist hüwer der rötten allain,
500 es mag üch werden gemain
baiden ze jftr, das fieg Göt
und ander aller getrüwer rät’
Do ich also hett geschwigen,
[5S»] die frowen mir baid nigen
505 und sprachen: 'gesell, wtr dancken
dir,
du hast erfült unser begir.
447. rette.
448. Ist ist = enist (tnhd. ensi) oder
man besser mit JET. nit statt die?
452. senckt.
466. vor laid gestrichen: l&d.
469 fehlt.
462. Ye] In.
463. wider] ynder.
464. enden fehU.
seiet 466. went = wsenet oder wendet.
479. triebsal aus triebsail.
485. was fehlt.
500. nac6 üch gestrichen: magen.
601. Baide.
505. wr.
506. Da.
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3. Der Minne Freud und Leid.
55
wir sind der warhait under rieht,
die wir vor wißten nicht.’
‘din 1er macht mich frow
510 und gibt mir trost’ sprach die
g^aw.
deß glichen tet öch die röt:
‘des danck ich dir frü und spät’,
und sprachen baide: ‘trat gesell,
6ot behüt dich vor ungefell!
515 wir westen gern den namen din,
möht es mit dinem willen sin,
das wir k&nden kennen dich.’
ich sprach: ‘frowen, so haiB ich
in rechten trftwen der eilend
knab.’
520 yegkliche mir ir hendlin gab.
ich danckt in mit grösser begir.
also schieden sie von mir.
4.
Der Traum im Garten.
159*"] Aines tages fügt sich daß
das ich in ainem garten sas
in dißen gedencken ganz allain
wie ich miner werden frowen rain
5 näch irem willen möht gefallen
in schimpft, in ernst und öch in
schallen,
und ir geböt ich nit über trett
und gehorsam wer was sie mich
bett,
das nicht ganz an mir brech
10 und sunder früntlich zü mir
sprech :
‘näch allem wünsch so fröwstu
mich;
begerstu sin, das tain öch ich.’
so wer öch aller min will völ-
brächt !
Ich sas also infröden und ge-
dächt
15 den Sachen näch als tieft
das ich von rechter begir ent¬
schlieft.
mich ducht wie die schön minic-
lich
zü mir nider satzte sich
und sprach: ‘gesell, ich bin by dir.
20 wiltn nun wissen min begir:
das ich beger von dir, das ist min
tröst
da mit du dich bekümert häst.'
ich sprach: ‘ja, min öwiger hört,
ich gehör ye nie lieber kain wort
25 dan din willen nun zü wissen,
den zehalten hön ich mich ge-
flissen
und will do mit enden min leben.’
Sie sprach: ‘gesell, nun merck
es eben:
laß dir kain sach bringen laid,
Zu 4.
9. Das = Das sie. 17. Micht mit gestrichenem t.
Bild: vor dem Anfang, Bl. 58*: Landschaft, links und rechts betoaldete Hügd; am
rechten Hügd liegt der Dichter mit aufgestütztem Kopf und hält die rechte Hand flach an die
Brust, Vor ihm im Mittelgrund steht $eine Geliebte, mit der er sich im Traum unterhält.
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56
4. Der Traum im Garten.
30 du wissest dan die rechten war-
hait.
[5fl»] wiltu das dir söl gelingen,
so diene Gut vor allen dingen,
fldch klaffen, nid und hasß.
din gehaim sag nit fürbaß,
35 mit schweren soltu dich nit
rechen,
kainer frow'en soltu übel sprechen,
vor allen dingen röm dich nicht,
was dir von frowen gut geschieht,
din lieb trag haimlich und still,
40 nit schrib an die wend waß sy
din will,
biß wärhafftig und verschwigen,
din trüw lauß nit verligen,
biß zühtig mit Worten und geber¬
den,
niemend getrüg mit geverden.
45 du sölt bülen näch eren,
dinen bulen nit verkeren.
biß milt, stet und fridlich,
vor vil güden so hüt dich
und nit lauß dich zorn überwin¬
den
50 und öch dich nit trnncken finden,
hab gedult recht mit aller sach,
by den lütten du dich früntlich
mach,
grüß sie vil und habs in eren.
niemans soltu spotten geren,
55 hab dinen mund in stetter hüt.
näch redlichen Sachen setz din
müt,
niemend verschmech und biß
muntber.
hüt dich vor schänden, ich dich
1er.
57. muntber wohl vom Schreiber verlesen
aus yrinutber, das tum Sinn der vorhergehenden
Verse besser paßt.
78. übe.
du solt dich zü den gütten ge¬
sellen,
60 näch büsem güt soltu nit stellen,
ere, mfit., güt soltu brißen,
was du nit kanst, das fräg die
wißen.
[60']trüwer sach soltu flißen dich;
biß zierlich, herlich und weltlich.
65 du solt keck und manlich beliben
w'o man ritterliche werck tüt tri-
ben,
und fiüch nit umb kain nöt,
wig schand höher dan den tod.
das gehör als die knaben an
70 die durch er zü bülen gön.
das soltu als verkünden in,
das sie mit dir mercken den sin.
das ist min will in der gemain.
Wiltu nun wissen waß mir
allain
75 von dir übel und wöl gefeit?’
sprach die schön usserwelt.
* lieber gesell, du hast ain sitt,
du truwst mir übel, das darfst du
nit;
und ziehst mich öch argkwon
80 des ich nie sin und müt gewan,
und verschwürst es w’er ge¬
schehen.
das mich belaidget, das müß ich
je^en.
also fremd bistu gen mir on nöt
das mir öch lieber wer der töd
85 dan sölichs liden önverschult;
und wer nit so größ min gedult,
so möbt ich durch diß geschieht
nit werden da mit nnder rieht
ob die lieb die min herz treit,
79. l. durch arew. ?
83. bistu fehlt.
87. nach ich gestrichen: nit.
89. das erste die aus min.
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4. Der Traum im Garten.
57
90 indir wer lieb oder laid.
das entricht ich doch vast gen
dir,
und solt doch gelöben mir
[60 p] das ich kain übell an dir beginn,
setz es nß dinem sinn,
95 min gesel, das bitt ich dich,
und tü nymmer also betrieben
mich,
so will ich sin din trüwe gespil.
nit anders ich von dir geren wil.
halt din trüw stet an mir,
100 des geliehen tain ich wider gen
dir.’
Also die schön ir red beschloß,
ir zü antwirten mich nit verdroß,
und sprach: ‘selig sy die stund
dar inne mir von ir ist worden
kirnt
105 miner liebsten frowen sin und be-
gir
und gehüsten, die sie het gen mir.
min liebster hört, seint daß dm
gebot,
so bit ich den lieben werden Göt
das er mir verlihe crafft und sin,
110 das ich all weg erschin dar in
und dinen willen ganz verbring,
das wer mins herzen geding.
Göt wisß das nit uif erden
mir zü größer fröd mag werden
115 dan dir ze dienen mit gefallen,
doch merck ich an dinem kalleu
das dich verdrüßt das ich zü
zitten
mit dir zürn und wider stritten
und, als du mainst, ön alle sach.
120 dar zü ich min antwirt mach:
90. Indier.
97. sin feJüt.
106. gebesten.
107. dem.
lieb müß gezancket hön.
ob nun zü zitten ain arckwan
mir bekümert min gemüt etwaß,
so wechßt doch dar uß kain haß,
[<'i'’]der unßer lieb mag zertrennen.
126 es kumpt uß lieb, wiltus erkennen,
hett ich dich nit lieb, was
kümertes mich
wie du teilest halten dich?
es wer mir alles eben schlecht,
130 du tettest wol oder unrecht,
besorgnust der Verlust mich
krenckt;
das min herz offt bedenckt,
wan es ist von natur sit
das böß zü besorgen, das güt nit.
135 es mag licht sin daß lieb ver¬
drüßt ;
dar uß sie vil arckwäns beschlüßt.
hett ich mich sölichs ye bedacht,
so hett mich lieb dar zü bracht,
die ich dir trag mit stetten trü-
wen.
140 ewiger trost, lauß dich nit rüwen
und vergib mir; hab ich it geton,
ich wil es füro faren lön
und ymer tain näch dem willen
din.
din stetter diener will ich sin
145 und thön wöl getrüwen dir.
was du schaffest mit mir,
ich wil mich ffissen zü dinem ge-
böt’
Die schön die sprach: ‘nun
danck dir Göt;
din verhaissen mich fröwt,
150 und din antwirt hat zerströt
als min laid und ungemach,
121. vgl. 1 isss.
135/*. vgl. Sgosf.
150. czentört.
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58
4. Der Traum im Garten.
hat gemacht min fr6d zwifach.
kumme im näch, als du sprichst,
da mit du mir in min hei'z brichst
155 und machst dich werd gen Gut
und der weit
und enpfaclist von mir daß wi¬
der gelt,
[6io\ waß ich mit eren mag tain
(daran soltu kainen zwifell hön),
und will mich richten ganz dar zu
160 und will machen minem herzen ru
und dir min herz tailen mit
des geliehen öch ich dich bit.
wan es geschieht, wirt mi< fröden
unßer lieb von laid geschaiden,
165 und also mag es weren öwenclich.
min gesell, Göt behüt dich!
es ist zitt, ich schaid von dir.
mir ist erfült min begir.’
Ich sprach: ‘frow, durch din
gnäd g&t
170 bit ain wil und tröst min gemfit!
nit schaid also bald von mir,
hör min tröst und min begir!
sit du mir ganz häst verhaissen
verzihen
und din fr&ntschaff wider gelihen,
175 so soltu nit also von mir gaben,
snnder mich mit willen umb fahen,
dinen frönd, mit ermlin wisß.
des bitt ich dich mit ganzem fliß:
mich zft dir, lieb, also bind
180 das ich der richtung ganz enpfind.’
Sie sprach: ‘gesell, wer es nit
ze vil?
eins ich dir doch sagen wil:
ich gönd dirs, wölt es niemen
sehen
der minen eren tat näch spehem’
185 sie sach hin und öch her
ob yemand me da wer.
[<'-'■] mit lust sie mich umb fieng.
die fröd mir durch min herz gieng,
das mich beducht sicher daß
190 das mir nie wer worden baß
all min tag, und hett gewölt
das es öwenclich weren sölt.
es waß verschwunden als min
laid,
ich was umb geben mit aller fröd,
195 als ich lag an ir gezierten brüst
Mir was so wöl indem lust
das ich von rechter beg^ ent-
wacht
ich erschreck das mir min herz
kracht,
do ich niemand sach nöch fand.
200 ich staind uff trurig z& hand
und söcht im garten hin und her,
ob sie yemgend verborgen wer.
es was umb snst, ich fand ir
nicht
mich bekömert ser diß geschieht
205 das es laider nit also was,
und satzt mich nider in daß graß
und bedächt mich trurig dißer
mer,
wie es nun ain tröm wer
und wie größ fröd hett do von.
210 was möhten dan mir die mercker
tain,
ob mir das glück wird bereit
das uß dem tröm wird ain wär-
hait?
Also tett ich die sach betrach¬
ten
154. in fekU.
163. mit] min.
173. min venihen.
199. sach steAt über gettrichenem fand.
207. difie.
210. mercker] werck.
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4. Der Traum im Garten.
59
und höch in minem gem&t achten
215 die geböt und ir begir,
die sie im schiäff hett z& mir,
daß ich sie trülich halten wölt
und verkünden waß ich sölt,
nit minner dan ob ir mund
220 mir sie hät machen tain kunt.
die Süllen hie mit verkündet sin
allen rainen frölin fin
und allen rainen gespilen güt
die näch eren haben müt
225 und bülschaift mainent zetriben
gen rainen werden wiben,
daß sie an sehen diße 1er
und hütten sich vor uner
und vor Unzucht iren lib.
280 dar mit erwirbt er werde wib.
es ist wöl was im gfits wider fert
dem die tagend sind beschert
und also hielten dißer frowen ge¬
böt.
die behüt öch der werde GMit
235 allweg mit hail vorlaid
die frowen dienend mit stettikait
und ire ere allzitt bewaren!
Ich mocht es nit lenger sparen,
ich gieng her hain und sücht sie
240 und sagt ir alles wa und wie
und was ich hett gehört und ge¬
sehen.
sie sprach: ‘gesell, ich will dir
vejehen :
es ist min will und gefölt mir
wöl.’
do mit sich die red enden söl,
245 die ich, ain knab eilend,
allen gutten gesellen send.
5.
Dis ist ein sproch von dem mynner in dem garten.
[74r]
Zwar, Mynne, din orden mich
krencket.
welich man sich dar nach lenket
daz er getruwer lieb pfligt
und so gut besnnder wigt
5 ein wip vor allen wiben,
die yn mit truwen schriben
wil in ires herczen grünt,
da Wirt ein wemdez für enczünt
in dem getrüwen herczen.
10 daz senfczen, senden smerczen
wirbet an in manche zit.
sin trost an der getrüwen lit
und alle sin höhste wünne.
noch clarer dan die sünne
15 lüchtet sie in sins herczen grünt;
daz stricket unentladen bünt.
wann er die guten myden müz
und iren süßen senften grüz,
daz ist ein leit on ende.
220. ne fehlt.
222. AUaijL
229 /f. Singular und Plural wechseln will-
lArlich.
285. Vnd allweg.
Zu 5.
11. mache. Verses ‘ unauflösbar'; man erwartet freilich
16. Tinentladen heißt nach dem Sinne des eher onentloeset oder allenfalls onentl&zen. R.
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60
5. Der Minner im Garten.
20 daz nyinan kan g-ewende.
[~^isin hoher inut sich swerczet,
manig jamer an ym schcrczet.
daz niüz er ymmer liden
die wil daz er muz miden
25 sin liep; daz ist di groste not,
verre wirser dan der tot.
der nymet schir ein ende,
sint senenden herczen elende
mit jamer ymmer seuffczen birt.
30 wan er von lieb entpfremdet wirt,
w’az sal er dan uff erden?
sin lip muz dar zu werden
daz er verluset die sinne,
hilff, Venus, küniginne,
35 sit daz wirket din gewalt!
die rechte lieb ist so gestalt
alz ich dir, frawe, künde,
werlich du hast sin sAnde,
leßest du verderben steten mflt,
40 wer daz in dime dinste tut.
wo von mir daz ist bekant,
daz wil ich sagen alzehant.
[73r] Daz waz hür in dez meyen zit,
die mancher hand wunne git,
45 wanne laup uz den esten sprüßet
und sich die plud entslüßet.
da daz stunt in der bilde,
ich reit über ein gevilde;
daz waz mir werlich unbekant,
50 ich waz nye kumen in daz lant.
von wunder sich daz Schichte
daz ich mich fürbaz richte
und mich myn weg sus eben trug,
ich kam für einen garten clug,
55 der waz wit, unmaßen groz,
da mitten durch ein waßer floß,
dar uff ging manig grozer kiel;
die augenw’eyde mir wol geviel.
ich trat ab für dez garten tor.
60 ich waz nit lenger mer da vor
und richte gegen dem waßer mich,
ich sach nnmaßen cleglich
in jamer einen jungen man.
der waz von libe gar wolgetan,
[“^••ler mohte ein künig, ein keyser .sy;
66 doch wont ym sende in herczen
by.
ich trat ym nahe under einen
bäum,
daz ich der sweren leste saüm
erkente und hörte waz er sprach.
70 ich Stunt daz er mich nit ensach.
‘o we!’ sprach der gehöre,
‘ich mag nit me gestüre,
min sendes hercze müz zurgee
veremelczet, alz vor dem füre ein
snee,
75 vor rechter liebe zönder.
so liep ist mir besonder
ein wip, die hercze nnd sinne er-
koz,
die mich vil armen krefftloz
machet hie nnd manche stünt.
80 gewaltig in mynez herczen grünt
ist ir lip zart, gehöre,
ich han nit me zu störe
von ir wann seneclich clage,
daz ich sie gern alle tage
85 mit frewden wülte schau wen.
daz glicht wol dem tauwen,
[76»-] der dez meyen frucht erlapt
24. maz mnz.
51. schickete.
55. vor groz gestrichen: breit.
58. Da.
64. übe aus liebe.
86. Daß ton hier vom Dichter in der
üblichen starken Form gebraucht wird (taowe ;
schaawe), beweisen die andern Infinitive ohne
-n im Beim : v. 72, 98, 106 u. a.
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5. Der Minner im Garten.
61
min hercze würde frisch beliapt,
daz sus vor leyd verswindet,
90 und jamer sich gesindet
zü mir, wann ich sie myden müz.
so wird mir hoher frewden büz,
wann ich den werden schin muz
spar,
ein tag ist mer wann hundert jar
95 die ich by lieb were.
0 we der senden swere!
wanne ich daz so bedenke,
dez müz myn lip sich krencke,
wann ich der seiden bin entwert,
100 min hercze sich in jamer bert
und wil daz jamer rechen,
ein stahel mühte zurbrechen
an den man leit also getwang,
daz mir ist leyder alzelang.’
105 er want sin hende und arme:
‘ach liep, laz dich diz erbarme!
ich secze ez in din eygen hant.’
Vor rechter liebe im do geswant,
[76 •] daz er unversünnen nider saz.
110 die liebe ir groz gewalt do maz,
in der mazz er sus belag.
die liebe der sin hercz pflag,
die was krefftig und groz.
ich sach hin uff dez Wassers floz
115 vil manig schiff dort her ge,
wol funfhündert oder me,
mit mangen hohen segel ffn,
rot waz ir aller schin.
da mit ich sie erkante,
120 e daz mir ymant nante
daz ez waz die frawe myn,
Venus, die edel künigin,
dar manigen diener brachte,
der truwen sie gedachte
125 an den der in dem garten lag;
sin not sie clegenlichen wag.
dem tet si vil wol geliche;
vil manigen herren riche,
künigin und herczogin,
130 grefinne und mange frawen fin,
[77»]raer danne funfftusent an dem her,
die mit ir kamen über mer,
die di künigin so riche
brahte dar so küstenliche
135 durch ere und im wirdekeit.
ez darff im zwar nit wesen leit,
die kost sie gar geringe wag
durch den der in dem garten lag.
mit sulcher hei'schafft kam sie dar
140 daz ir myn äugen namen war.
so rilich waz daz gancz her:
ich horte da bucken, pfiffen mer,
tamburn und bosumen schal;
ritter waz da manig zal,
145 fideln, rotten, seyten spil,
dez eim keyser wer zu vil,
der sulicher reicheit pflege,
wo er zu velde lege,
alz sie mit frewden pflagen.
150 einhalp dez waßers lagen
die wite wurffen encker in;
daz in gebot die künigin
[77«’] und hiez sie beiten an der habe.
die frien namen die segel abe
155 an der selben wile.
die vart wol tusent mile
dar ane ruwe hat gewert,
daz maniger ruwe hat begert.
Venus, die edel künigin,
160 saz in ein cleinez schiff lin
und für hin da sie ligend vant
dem in dem galten do geswant.
den weg sie do nit lenger spart,
sie. ging zu im uff der vart.
165 da sie die erden rurte,
iren grozen gewalt ich spurte,
daz er nit lenger da gelag.
er Stunt uff und sprach: ‘ist ez
tag?
min truren ist erschrecket:
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62
5. Der Mtnner im Oarten.
170 wer hat mich hie gewecket?’
uz lachendem munde,
alz wol die künigin künde,
ein willig, gütlich grüzzen bot.
sie sprach: ‘mir ist leit din not,
[/S'’]und darff dich doch nit rüwe.
176 din liebe und din trüwe
hat dich mir gemach et w'ert
und auch der der din hercze
gert’
‘o we!’ gar tugentlich er sprach,
180 ‘ez ist so lang daz ich sie sach.
wer sit ir, liebe frawe myii?’
sie sprach: ‘ich bin ein künigin,
die da Venus ist genant,
der alle herczen sint bekaiit,
185 und han gewalt der mynne.
wer strebt nach mynem gewinne,
dem gib ich herlichen rat^
sin heil an myner helffe stat.’
er sprach: ‘sit irs, die künigin,
190 wem tüt ir danne ewer helffe
schin ?
mir ist leider türe
uwer hilffe und uwer stüre,
ir sit ein ungetruwez wip.
wie mag erliden ewer lip
195 in mynem herczen sülich not?
ich waz nahe in der liebe tot
[78»] nach der vil süße» aneblicke.
min lip lag in der senden stricke,
min frewde waz zegangen,
200 min hercze müste erlangen
so swinde nach der lieben:
ez möbte zu stücken stieben,
sit mir so selten ist beschert
dez sich myn sendes hercze nert.
205 dez muz ich gein nch tragen haß,
sit üwer hilff mir ist so laß
und manigem gelück scbibet
der liebe durch spotten tribet,
dem rechte liebe nye wart kunt
210 und ze aller zit sin munt
daz boste werden frawen gibt,
dem selben selten tce geschieht,
dar umb daz ers nit türe wig^
und daz sin trost dar an nit ligt
215 durch lieb er gar truncken wirt,
daz im die höhste frewde birt
dem ist üwer helff wolbereit
und lonet im umb sin arbeit.
[78''] so gar sit ir verstummet
220 und uwer mut vertummet
daz ir nit lonet yeden man
dar nach alz er verdinen kan.’
Mit wiczen sprach die künigin:
‘nu hür und laz din zürnen sin,
225 ich w'il dicli dez berichte,
du sagest mir gar von nichte,
dez ich nit achte hin noch her.
wie mag ich seiden den gewer
der selde nicht erkennet
230 und werde wip nit nennet
für hohen schacz in sinem mü^?
wie mag dem lip oder göt
geschehen von in* wirdikeit?
ez en ist ym weder liep noch leit.
235 ob ym iht von irr güte wirt,
der höhsten seiden er doch enbirt,
daz er sich doch nit frewet
zwar rechte liebe in strewet
under im smehen füz,
240 daz er doch ymmer liden müz
[79«’] daz er den werden ist unwerd.
wer dez zün frewden nü begert,
da kümpt wol nach dem willen
myn
der kürsen glich ir mentellin.
177. vor mir gestrichen: mich. 212. me.
197. süße. 231. mute.
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5. Der Minner im Oarten.
63
245 zwar der sich dir nit glichet:
din getruwer möt dich richet
und edelt dinen werden lip,
daz dich hohe und edel wi^
ymmer haben dester baz,
250 sit din möt ir nye vergaz.
du achtes tur ir süßickeit,
din Zunge ist zu aller zit bereit;
wie dik yn lobez wirt erdacht,
daz wirt von dir ye vollenbraclit.
255 dez müßen alle werden wip
prisen dinen werden lip
für den der yn nit lobez gibt.
ob dem ymmer heil geschiht
von keinem guten wibe,
2C0 die wil ich abschribe
von aller hohen, werden art.
ir lobp si immer me verspart,
[80»-] ob sie zu dem bösten küset
und rechte liebe verlüset,
265 do man ir wirdiclichen gert,
sie müz doch ymmer sin unwert,
und hat ir dank ein ende.
••
ich darff ir me nit pfende,
wanne sie sich glichet der kürsen
so.
270 die aht ich recht alz ein ströyn
stro.
verleget ist derselben mut,
wann yn geschiht auch nymmer
gut,
sie haben niht truwen in herczen,
sie sint auch los dez smerczen
275 der von rehter liebe kümpt,
der doch vil manigen werden
frümpt
daz er der werlt lob bejagt.
hörstn nu waz ich dir hab ge¬
sagt?
allen den die nu uff erden leben,
280 hon ich die wilkür geben,
jedem man nach sinem müt.
küset er übel oder güt,
da volge ich ye mit willen mite;
daz sal von rechte sin myn site.
[80"] dar umb bedenk sich yederman
286 waz ym daz beste si getan,
und pfleg rechter liebe also
daz er sich geliche nit dem stro,
daz uff der erden sich verlit.
290 Dez valken und dez raben sit
sint mir auch bede wolbekant;
die bede vögel sint genant,
ir adel ist doch nngelich.
wer ich nu so künstenrich,
295 daz byspi/ wölt ich dir noch
sagen :
den raben siht man selten jagen
nach hoher spise edelich.
er tut nach siner art gelich,
recht alz er ist ein raben kint
300 wo er weiz ein schelmigs rint,
mit Urlaub daz nenne ich dir,
dar stet sin müt nnd alle sin gir;
er spiset da rehte vol,
in düncket wie er hab so wol
305 erflogen gar ein edel tyer.
im wart. nye sür, dez glaub mir,
[8J»-]da daz tier der nyder lag;
er schriet doch durch den langen
tag
und machtez wit und offenbar.
310 dem raben ich wol geliche zwar
vil mangen der daz selbe tut.
248. wipt. 295. byspilt.
253. yn aus ym. 808. schiert.
268. pfenden.
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64
5. Der Minner im Garien.
der ny verdinte lieplich gut
von keyme guten wibe
und wil doch claffen tribe,
315 daz selten wird von ym gespart,
der tut wol nach dez raben art.
ich sag dir von dez valken site:
den fürt man hohen herren mite,
dar umb daz er edelichen tut.
320 er ist von art also gemüt:
wann er dez reyels flug erküset,
die vart er nyramer mer ver-
lewset;
wie hoch sin fligen wirt gezilt,
den valken doch dez nit bevilt,
325 er flügen wit und höhet sich,
daz er wird dem reyel glich
oder über in geflüget,
den reygel gar betrüget.
[81 o] wie hoch sin fligen wart gestalt,
330 der valke gewinnet sin doch ge-
walt,
daz er yn doch zu der erden
bringet.
mit erbeit er dar ringet
und auch mit lust, dez er sich
nert.
manig fligen wirt von ym gebert,
335 dez jn doch wenig verdrüßet.
gar tügentlich genüßet
er waz ym von dem reygel wirt.
sin munt doch schrien gar verbirt,
dez der rabe dicke pfligt,
340 wo ich vor ym der nyder ligt.
Wer wil nach valken art der-
jage,
der sal sich höhen alle tage
mit tagenden und mit milde.
325. er Augen wit = er erflOge in wite R.
327. am Ende gestrichen: den.
341. iagen.
342. h5h6n.
351. l. sin lip?
er spar nit waz dem Schilde
345 ye gegeben wart ze lobe,
sus sal er ritterlichen tobe
menlich noch eren prise.
wo er mag daz bewise,
daz sal nit von im sin gespart.
350 er sal auch witen sine vart,
[^<2'']da von lip gehöhet wirt.
ist nu sin hercze also begirt
daz er durch werder frawen gruz
zühet sich in sülche nnmüz
355 daz nu lit an verderben,
und waget sere sin sterben,
damit er edelt sinen lip,
daz yn höhe und edel wip
mit günste wol erkennen
360 und in zu gute nennen,
ye edler ist ein edel wip,
ye tugenthaffter ist ir lip.
sie kan daz wol bedencke,
ir hercze ist so gelenckc
365 daz sie yn lieplich nymp dar yn.
er sal auch in dem herczen sin
mit rechter lieb sie bewar,
mit trüwe und auch mit stete gar.
so mag beclyben im ir grfiz,
370 daz ym wirt aller sorgen buz.’
Der werd sprach gar unver-
zaget:
‘frawe, ir habt mir vil gesaget;
[S^^ldar nach wil ich mich richten,
wil mir selde pflihten.
375 ich wil ye rehter liebe pflegen.’
er nam mit willen iren segen
und sprach mit zühten schone;
‘fraw, myner seiden crone,
kündet rechte liebe ir,
363. bedencken.
864. gelencken.
377. schon.
379. vor ir gestrichen: mi
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5. Der Minner im Garten.
65
380 SO hoffe ich daz sie danke mir.*
hin schiet die künigin wolgemut,
sie sprach: ‘ich weiz daz sie ez
tüt.*
Sie hat yn sus bescheiden
von liebe und auch von leyden,
385 von werden und auch von un-
werden.
der beider sit uff erden
wart mir in dem garten könt,
reht alz ich horte da zu stunt.
6.
♦
[94»] Diz ist ein krig ob mynnen beßer sie oder geschelleschafft.
[95*'] Mich betwang ein swerer müt,
alz noch dicke manigen tät
dem doch nit enwirret.
min sin der waz verirret
5 in wfinderlicher norme,
in der sorgen forme
waz ich gar gedr&cket,
min frewde waz mir enzücket,
ich enwest wie ader war.
10 ich gedaht: ‘heylalle, yeia ieral
west ich waz nu griffen an,
daz ich nit würde der sinne wan!*
Ich gen sus und verquellen
nnd wU mir selb daz leben stein.
15 da kam mir in mynen gedank
daz ich beitte nit zu lang,
ich reit hin nyder in den gränt,
einen sperwer an der stünt
nam ich mit mir durch kurczwile
20 und reit hin mit sneller yle
uff einen wnnniclichen bach.
ein gezelt ich vor mir sach,
[95*] daz waz wit und hoch.
manig bäum sich dar über zoch,
25 daz ichs hum dar durch erkos.
ich wart miner sorgen los
ein teil von dem palän.
ez waz von roter varwe brün,
uz richem flüwel gesniten
30 nach gar edelichem siten.
ein gülden cron waz der knauff,
der mir in die äugen slauff
mit sime claren glaste,
für mich ylt ich vaste,
35 biz ich dar kam harte na.
ich erbeißte balde da
und gedahte: ‘wart, wer ist hie?
Got gebe daz mich yeman sie.’
Da ich mich süs einen sach,
40 min pfert an ein stndach
bant ich nnd ging lise dar
uff den anger wol gevar
da daz gezelt waz uff geslan.
do ick so na kam dar an,
45 da hört ich dinne lise
[96»-jzwo stimme gar nach prise
mit süßen Worten sprechen,
da begonde ich stechen
mit minem meßer eine nat
50 da sach ich in richer wat
Zn 6.
5. norme c, orme p. 29. flnele c.
25. küme e, feKU p. 44 au» c, fehlt p.
Dantfoh« Text« de« Mittelelten. XXIV. 5
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66
6. Minne und Geselhchaft.
zwey bilde die ich bekante,
die man gemeinlich nante
die blümen vor allen frawen.
ir blicke die machten mir tawen
55 min hercze an frmdcn dürre,
waz mir ye leydes würre,
dez waz mir gar vergeßen.
sie waren beide geseßen
uff einen pfulwen sydein
60 und hatten by den zyden
ein buch in ir beyder hant
und lasen dar an von Tristrant
und von Ysoten der reinen,
wie einz daz ander meynen
65 künd in steter minne.
mit herczen und mit sinne
konden sie truwe halten
[96»] gar an allez spalten,
sus lasen sie da beyde.
70 ir nam hatte underscheyde
und auch ir leben, waz mir ge¬
sagt:
die eine waz frawe, die ander
waz magt,
und waren beide der wünsch vil
gar.
Da sie gelesen hatten dar
75 wie Tristant und Ysot
hielten truwe biz an den tot,
da sprach die fraw zu der magt:
‘ach Got, waz seiden waz in be¬
tagt
da sich die mynne an in erhüp!
80 wanne minne sere darnach ye
grfip
wie sich gehielte wip und man.
min tmt gespile, nü sag mir an:
bist du der minne dienst wip
56. frende c, sorgen p.
57. iJber wart steAt ein z ; rt ist aber nicht
gestrichen p.
oder wez nietet sich din lip?’
85 die reine magt da wider sprach,
da dise rede also geschach:
‘pfy, sölt ich mynnen leben
und sült wider die ere streben!’
die frawe sprach: ‘wie meinstu
daz?
[9/'-]wiltu der mynne sin gehaz,
91 so haßest du der werlt pris
und dünckest mich nit vollen wis.
nu sage mir uff die truwe din
wie dann din leben künne sin?’
95 si sprach da wider: ‘daz sag ich
dir:
geselleschaff die liebet mir
in herczen, in müte,
wanne sie hat in ir hüte
wip und dar zu werde manne.
100 in der schänden banne
wirt dar in vemyebelt
wer die mynne tribelt.
er Wirt auch dicke schäm rot,
sin hercz muz auch liden not,
105 wann mans begynnet prüben.
man kan auch nit geüben
die mynne ein kurcze stunt
ez werde dann den lüden kunt.
so ist ere und hoher mut verlom.
110 die süße mynne wirt ein dom
und in dem herczen ein galle.
[57*] so lebe ich in dem schalle
mit Werder gesellikeit.,
ich tancz und singe und bin ge-
meit
115 beide hie, dort und da;
so gest du allez lüstern na.
wo zwey claffen heimlich,
so swürest du sie meinden dich
59. tS syden c.
108. IndC c, lüde p.
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6. Minne und GeseHsckaff.
67
und daz sie wißen din tat,
120 da von din hercze freude lat.
also enwirst du nymmer fro,’
die frawe zörniclich do
der rede ein antwürte gap:
‘die rede lütet alz plippen plap,
125 sie enhanget noch enlenet.
hett ich mich hät nit gesenet,
mir g^üwefe vor dinen Worten,
daz sie an allen orten
sint also effenlich
130 daz du die werden minne rieh
mit geselleschafft vertümmen wilt,
durch die vil mancher hat verspilt
nnder schilten ritterlich.
[9S'-]wenest du danne betrigen mich,
185 sit du selber vil wol weist
daz an der mynne volleist
nyman kan erwerben pris?
der minnen nyman zu wis
wart, er müste ir volgen.
140 wilt du ir sin erbfilgen
und mit lobe sin so lach,
ich weiz sie leget an dich gerach,
daz du mit den guten gesellen
. wirst geschant in der hellen.’
145 die magt do lechenlich sprach:
‘wer nü förht diz ungemach,
der sal in den kirchoff flihen.
s61t man mich uz der hüte zihen,
ich enmag der mynne nit geloben.
150 jai sie hat mit der arme cloben
dir gevangen der sinne veder,
dich hat betäubt ir krefftig weder
und troffen mit ir donrstral.
du bist erzogen in der quaZ,
155 dar ynne enlebt ich nit ein jar.
[98«-] du stellest nach diner frewden lar,
also tut in dem hu«
ein kacze nach der müs,
sus varest du sin alle zit.
160 ob dir danne wol gelük geschit
daz er kümet wo du bist,
ob dir danne umb ere iht ist,
so müst du gein ym swigen.
dar umb so wil ich nygen
165 der werden, guten geschelleschafft.
ir kürezwile hat wide krafft.
ich vinde sie war ich körnen,
min truren laz ich lömen,
so du ez heltest in der don.
170 din frünt ist auch von dir gewan
daz du yn trätest minniclich;
lachest du danne gütlich
yergen einen andern an,
von zom er uff dich sagen kan
175 du minnest einen andern,
din hercze wölle wandern
nach fremder mynne, und schendet
dich.
[99»-] er kan auch wol gerümen sich
waz du ym heimlich hast getan.
180 du müst mer hut vor ym han
danne hetest du zu rehter ee.
auch hast du schänden von ym
me,
der sorgen wirdest du nymmer
fry,
du fürhst daz ein ander sy
185 im verre lieber danne du bist.
120. lat] haet c.
127. gruwede c, grüwe p.
141/*. Hübner faßt lach alt Nebenform tu
lack ‘ lau ' {DWb VI, 34). Oder lies slach (B.) ?
gerach sieht aut wie eine Mitchform von geiich
und r&che. Vod m. 1. s. vollich Ich wen sy
syget an dich c, was schvoerlich das Richtige
trifft.
154. qnael c, qnale p.
157. hSs c, hnse p.
166. wide c, wider p.
b*
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68
6. Minn* und OeuMsehafi.
daz tut allez der mynnen list
und kan ez an dir gestellen.
so erfrewen mich die gesellen,
ich mein wip, mayd und man.
190 ir keyns ich uzgefaßen kan.’
da dise rede also geschach,
die frawe in argem müte sprach:
‘ach mynne, ach mynne, ymmer
wel
wie sal ich geliden me
195 den gewalt den dise begat,
daz sie so gesmehet hat
dinen namen und wirde wert
und nit me werder mynne gert?’
da sprach sie zu der werden
magt:
[PS»] ‘ach wie manchem du hast gesagt
201 daz du yn mynnest sunder yar.
du tüst sie alle wenen war.
wie kAnd daz ymmer werden gut
daz din gar unsteter mfit
205 nyergen kan beliben?
sdümb wilt du triben,
daz heißest du geselleschafft,
so ist der höhen mynne krafft
edel und gewere
210 und aller schänden lere.
die besten die ye worden,
sint in der mynnen orden
gewesen allez ir leben,
waz möhte beßer frewde geben
215 danne da lieb ist by liebe?
da Wirt ieglichz zu diebe
und s^ilt dem andern sorgen groz
und seczet uff der frewden floz
und enwißent nit umb truren.
220 ez ist auch von naturen
daz niht mag one mynne leben,
mynne müz in den lufften sweben,
[iOO'-jsi ist auch in dem wage,
der süßen mynne läge
225 die ist manigfaltig
und aller der gewaltig,
ez sy zam oder wilde,
und aller menschen bilde,
mynne ist auch in hymelriche.
230 die clöster alle geliche
beswert man in der mynne.
dar umb müet mich in synne
daz du mich wenst yerbleffen,
mit dinen Worten effen.
235 daz ich geselleschafft geste,
dez gefrisch ich ny nit me
in allen mynen jaren.’
da sprach die wolgebaren,
schöne, küsch, werde magt:
240 ‘ du hast von mynnen vil gesagt,
auch hast du mich da by gezigen
daz ich sy dar zu gedigen
daz ich mynne hye und da.
ir keinen ich ungetröstet la
[100*] die mir clagen ir not
246 ich wölt Uber ligen tot
danne ich ymant tete kAnt
daz mich sin mynne hette enzAnt
mit gnter geseUeschafft bin ich
fro,
250 dar under ich mich hüten so
daz man mich nihtz gezihen kan.
sag, vörhtest du niht dinen man,
ob ers icht würde von dir gewar
daz du mynnest anderswar
255 danne nach siner mynne solt?
zwar er würde dir nymmer holt
190. ys gefassin c, yzgefafiet p.
195. Danne p, Die c.
198. Der n. m. w. m. p, D' niemS w'd*
wirde e.
212. Die sint c, Sit p.
217. stelt dem c, schilt den p.
227. wilde c, wild p.
255. vor siner gttirichen: d p.
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6. Minne und GeseUechaft.
69
darzu nimt dich in sinen spot
beid die werlt und auch Got.
die inynne tut auch den schaden:
260 welichz hercz mit mynne wirt
überladen,
Gotz er mit vergißet
und waz zu eren mißet.’
da^ sprach die wolgeblümet
mag^, ir lip gerümet
265 ie wart von allen luten,
ir lop daz konde trüten
[101 »•] zuht, ere, wirde und pris ;
ich werde nimmer also gris
daz ich ir könde vergeßen.
270 hette ich den hymel beseßen,
wincket sie mir, ich kerne aldar,
so lüstig waz die magt gevar.
si waz ein morgenstern,
ir Worte die horte ich gern
275 von der mynnen underscheit
ich wünscht dicke uff mynen eyt
daz alle frawen iren müt
hetten; seht, daz were güt;
so hielten sie meniclich zu frünt
280 d«r sich nü an yn versünt
wan ez stet leider nü also:
ist ein frawe mit yman fro,
mit welchem sie ez nit entüt,
den wil ez nit düncken gut.
285 dar umb flißent ewch, reine wip,
daz ir n^ans lip
uz vaßet vor in allen,
so düncket gnt ewer schallen.
[101»] Der frawen rede waz unver-
swigen,
290 ir schimpf in arg waz gedigen,
ir keine der andern nit verdrug.
gar genge waz ir Worte pflüg,
si menten in her und dar.
da wart myn sperwer get^ar
295 einer lerchen, darnach er swang,
daz die schelle lute erclang.
owe und ach der melde!
da geswigen in dem gezelde
die magt, daz wip von hoher ge>
burt
300 sie sprach: 'ach! hat man gehört
die rede die wir han getriben,
so ist vil leydes uns becliben.’
zu yn beiden ich da ging;
mit grüzze mich gütlich enpfing
805 die magt, wanne sie mich kante,
mit namen sie mich nante,
danckes ich ir nit versweig;
die frawe mit zühten mir da
neig.
da baten si mich siezen hyder,
310 von mir wart nit gerett da
wider.
[lo^»] ich gedahte: ‘ich wils mich wem
niAt,
daz gelück mir nymmer me ge-
schiht ! *
da ich nyder da gesaz,
die frawe kond ir red baz
' 315 danne die magt; dez sprach ^ie
an.
si sprach: ‘frünt, du salt mir
san:
hast du unser rede gehört.
257. nemet c, mynnet p.
268. Dis c, Da p.
2/Bn. nach ere gestrichen: vnd p.
268. nach also gestrichen: gtif p.
278. Betts c, Hette p.
280. D' c, Dar p.
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282. frawen mit gestrichenem n p.
294. gewaer c, genar p.
300. spraichS c.
302. yns vil leydes p, umgesteBt nach c.
304. si mich e, ich p.
811. darüber gestrvAen v. 194 p. nit p.
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70
6. Minne wn<2 Gesellschaft.
so mäht du wennen wir sin ver-
tört,
wir meinens nit durch ertlich.
.S20 nü düncket in den sinnen mich
daz nit beßers danne m}iine si
so man trüwe hat daby.
so sprichet dise werde magt
und hat daz wider mich gesagt,
325 geselleschafft si beßer.
dez ist myn frewde leßer,
biz daz ich erfarn die warheit.
nü sage reht uff dinen eyt,
unser welcher rede duncket dich
krump?’ —
330 'dar zu bin ich gar zu tümp
daz ich künde geslihten
und ewern zom verrihten.’
[102 f] die magt uz rotem munde sprach,
da dise rede do geschach:
335 ‘hastu rehter sinne kralft,
so gestest du der geschelschafft !
dez ist sie von dir wol gewon.’
die fraw liez noch nit da von,
si sprach: 'du salt mir gestan,
340 sit ich daz best erkom han.’
do macht yeglich ir rede so gut
daz ich gedaht in mynem müt:
ich enkan mich nit bewarn.
ich sprach: 'frawe, lat michz er-
varn
345 und gebt mir frist ein halbz jar.
ich erfarn ewch sicherlich war
dez rechtes an ein end
an manchem manne behende.*
si sprachen : ' yle bald dinen weg,
350 enschühe brücken noch den
Steg!’ —
319. dorch ertlich p, ernstlich c, l. dor-
nehtlich ?
327. die e, diese p.
331. ich is k. c.
853. kerte c, kere p.
'so lat mich üwern nrlaup han.’
si sprachen bede: 'daz si getan!’
da kerte ich myne Straße,
ich sprach: 'gelück, laße
[103’-] mich nü schier kümen dar
356 da ich der rede ein ende ervar
und die rehten warheit,
daz ich den frawen wend ir leit.’
Ein knappe von den wappen
kam,
360 der mir vil sorgen do benam.
er sagte von einem hoffe groz.
der rede mich da nit verdroz.
er sprach: 'nü ylent hin,
ir vindent da ritters herczen sin
365 in ern form gestempfet,
uff tugent stampf geempfet
ist da manig werder lip,
beid magd, man und wip.’
da ylt ich hin waz ich mohte,
370 wann mir kein sümen tocht«,
ich must rennen und draben.
der hoff hat sich erhaben,
da ich aldar kam geritten,
freud wart da nit vermiten;
375 sich frewten frawen und man,
keyn hercze waz da freuden an,
[103 «■] menlich ir mit fliß pflag.
daz werte biz an den vierden
tag.
da fugte sich die stunde
380 mir zu seiden funde,
daz sich gehawffet hette
vil werder ritter stete
in ein gezelt gar heimelich.
zu yn vil balde hub ich mich,
385 ich gedaht: 'nu bin ich kamen ja
356. ende aus rende p.
863. 8. zn m' c.
368. magede c, fehlt p.
370. dockte c, tocht p.
375. vrauwete c, fehlt p.
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6. Minne und OeseUschafl.
71
uff miner reyse rehten sla.
alhie die besten ritter sin
die man vindet umb den Byn.
an allen dingen underscheit
390 wißent sie die warheit.’
ich wil ewch nennen wer sie
warn,
ich meine die süßen, werden, Clä¬
ren:
der tagend künig von Beheim,
by ym der gr&ve von Sponheim,
395 der in der wibe lobe swebt,
wann sin hercze nach ern strebt,
auch sich da geseczet hat
von Winsperg her Cunrad,
[104 '•] der edel und der reine.
400 by ira der von Fleckensteine
saz, der biderb Heinrich,
dez düncket nit alleine mich:
nntügend ist an im gefrit,
die tugent er bert reht alz ein
smit
405 d6iz ysen tut mit dem hamer.
by im in wirde kamer
saz her Symon von Gäntheim,
der ist der tagend honigseim.
von Stronburg her Eberhart
410 auch darinne gesehen wart,
auch sach ich sunder trigen
den guten Gerhart von Biegen,
da saz auch der edel zart,
von Wacheim her Gerhart
415 da saz auch gar m&des rieh
her Cunrat von L&ssenich.
da waz auch in wirde schone
389. l. on underscheit B.
393. Gemeint tat König Johann von Böhmen,
der 1346 bei Crecy fiel.
394. Vgl V. 459.
410. darunter gestrichen: Den gnten ger-
haxt p.
418. gerhairt v. L c.
her Cunrat von Landescrone.
da saz der da übet ritters werk,
[104 'l her Gerhart von Schafsperg
421 und von Dietsch her Otte,
der nye wart zu spotte
zu keiner massenie.
nach mannes mfit ist sin crie,
425 den übet er uz und da heime.
er ist becleibet mit der eren
leime.
wie ieclicher si der jare jüng,
si tunt zu tügenden manchen
Sprung.
da kam gegangen von Hohenloch
430 her Lüeze, der alle schände ye
floch.
sin künfft myn äuge gern sach.
Alin münt mit luter stimme
sprach,
daz sie ez horten überal
und in ir aller oren schal:
485 ‘herre her künig, vil werder man,
wült ir mir herlauben an,
ir und dise vil werde schar,
daz ich mit Worten hie ervar
einer frage, durch die ich bin
440 zu ewch kumen daher in?
nyman ez für arg enpfa!’
der könig sprach für sie alle:
‘ja’.
[105'-] da sprach ich: ‘herre, vil werder
lip,
eine schone magt und ein reinez
wip
445 die kriegten umb ein sache
421. Vnd her d. her o. p, By eme va pri-
sich h. 0. c.
430. läcze] gotze c.
431. äugen p(c). vor sach gestrichen:
sahen p.
441. Vn is n. c.
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72
6. Minne und Geseüschaß.
mit herczen ungemache,
umb mynne und umb geselle¬
schafft,
welchz habe die besten krafft,
geselleschafft oder mynne.
450 wie düncket ewch in dem sinne?’
dez antw&rt er mit snelle,
er sprach: ^mich düncket, geselle,
dez, sammir Gotez mynne:
wer in der mynnen brynne,
455 der si mit sorgen ser behafft.
dez lob ich die geselleschafft.’
da sprach mit wisem münde
siteclich, alz er wol künde,
von Sponheim grafe her Johan:
460 'herre, ir süllet da von lan.
mynne ist über alle dingk
ein werdez ende, ein süß ur-
springk.
minne machet ^'ünge di alten jar.’
fios'jder von Winsperg sprach: ‘ez ist
war,
465 minne ist der eren attichstein.’
der von Fleckenstein sprach:
‘ neyn !
geselleschafft ist beßer.
wanne der mynnen messer
trifft mit der spicze,
470 der kümet von siner wicze.*
von Hohenloch der schänden lere
sprach: * mynne die büßet swere.
ich müß die mynne vast loben,
wann ich bin in irm cloben.’
475 her Symon und her Eberhart
der rede da gefraget wart
wem si gestünden
462. darunter gestrichen v. 465; am "Rande
ganz klein: vaca p.
463. joDg c, mäge p.
475. nach Her gestrichen: eberhart p.
476. nach da gestrichen: fraget p.
477. Wenn si bestünden p, Wem si is ge-
stonden c.
in irs herczen gründen,
si sprachen bede ane toben:
480 ‘geselleschafft wir wüUen loben,
wann sie ist über der mynne
art’
dez zürnt sich her Gerhart
von Wachenheim, der werde lip;
er sprach: ‘die mynne ist leit
vertrip
485 den frewden sichen herczen.’
[106'] daz begond smerczen
herren Gerhart von Biegen,
im wart gach zu kriegen,
die mynne er schalt gar offenbar.
490 er sprach: ‘bi mynem eid, ez en
ist nit war
daz mynne sy über geselleschafft,
geselschafft hat die krafft
daz sie vertribet sweren müt,
dammb ist sie gut, me dann gut’
495 dez antwürt ym her Otte,
er sprach: ‘were mynne ein
Schotte,
ein beiden oder uz Czipperlant,
so were zu ser uff sie geraut
nu gebet si doch zu borgen
500 und lat mich für sie sorgen
und lant mich auch genysen
daz sie mag entsliessen,
binden und enpinden.
wer sal sich danne winden
505 wider sie mit kriegs krafft?
ich lobe sie für geselleschafft.’
da sprach der von Lüsnich:
‘uff mynen eit, dez dünkt auch
mich.
480. wirt mit gestrichenem t p.
499. get c.
501. lant mich] lam sj c.
502. si nit mach vliessen c.
506. sy c, fehit p.
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6, Minne und GeseOsehaft.
t
73
[106^] ich Sprechens mit knrczen werten
sieht :
510 werlich ir habt alle unreht
daz ir die mynne scheidet,
wann sie die herczen beldet
uff menlich ritters tat.
minne ist der hohen eren sat.
515 wann man sie sewet in ritters
müt,
da get uff menlich wird in eren
blüh
daz pr&ffet ir in allen ziden.
wie moht manig geliden
so manig vientliches kamen?
520 sült n& der mynnen stür nit fru-
men,
so enwftrde kein hercze n^mer
fro.’
‘wie noch, Cunrat, wie verstu so?’
sprach der von Landes crone,
‘hab ein wile schone
525 und laz auch mich ein wenig san.
wir willen her umb nit verzan,
ob uns mynne nit lonet alz dir.
sie hat erfüllet dir dein gir,
dez swftrstu wol, si tets uns auch.
530 nein, ir ffter zihet den gauch;
[ro?»-] beide nft und zu aller stünt
zühet si uns den halm durch den
munt
sit si uns triegenlichen trüget,
dar umb myn zunge bügef
535 und hincket an iren prise.
si fürt nit rehter wise
geselschafft von Schafsperg Ger-
hart,
sag an, hab ich mich nit bewart
daz ich die mynne gescholden han?
540 daz salt du mich wißen lau
wem din hercze n& geste.
dez biten ich dich in rehter fle.’
da sprach von Schafsperg der
heit:
‘sit du ez danne wißen weit,
545 so salt du ez nit für arg enpfan
üwer welchem ich alhie gestan.
sint alle meister sprechent
und hant ez so gerechent
uz alten buchen dorther für
550 daz keinz so harten herczen tür
enlebt, ez mynne etwaz:
sült ich ir danne benemen daz,
[i07'’]dä.z were werlich mir zu vil.
künd ich gejagen an ir zil,
555 dez lüst mich von herczen wol.
nit me ich da von sagen sol.’
Sus yderman sin reht do
sprach.
we mir, gedaht ich, waffen ach!
ich bin noch unbescheiden gar.
560 si kerens her, si kerens dar
und hellent nit geliche.
ich muz baz in die riche
und fremde wege dar nach varn.
ich bat sie alle gelich Gut be-
wam
565 und ylte hin gar dratte.
wen ich da sach, den fragte
ich umb der rede nrteiZ.
wer mich beschied, ich würde
geil.
wer dise rede gehört hat,
570 der geb mir dar zu sinen rat
wie ich den frawen wider sage,
daz ich dank an yn bejage.
524. schon p. 567. orteil c, yrteilt p.
534. bnget c, bögen p.
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74
7. Männerirtv* und Frauentreue.
7.
[107’’] Diser sproch ist ob manne trüwe beßer sy oder frawen
truwen.
(JOS'-J Min weg mich einez morgens
trftg
an ein waßer, daz gar ungefüg
ivdiz von rehter grözze.
von winden manig gestdße
5 die Anden namen her und dar.
ez waz so rehte eigisvar
daz mir begünde grusen.
ez ging dar ruschen, susen,
daz die Anden huses ho
10 sich uff draten balde do.
ich gedaht ez wer ein sturmwint.
‘biz daz die winde alle ver¬
gangen sint,
enthalt by disem staden alhie.’
da ich also in vorhten gie,
15 ich besach daz wetter hie und
da.
der hymel waz ein wenig pla
an einem ende worden,
der wint der ging von norden,
der schöne gewitter brenget
20 der hymel wart gemenget.
zu haut sach ich der sAnen schin,
alda der wint begond lin.
[i08»] da g^ng ich zu dem staden wider;
her und dar, uff und nyder
25 sucht ich einen schiffman,
der Aber waßer varn kan.
ich ging daz waßer uff und abe
und ersach in einer engen haöe
halten einen segel pla.
30 in einen nachen saß ich da.
ich gedaht: ‘ez ist sunder Sache
niht
daz man schiff hie halten sicht’
sus für ich dar verlocken
biz daz ich by den kocken
35 mit mynem nachen da gestiez.
den deinen nachen ich da liez
und sprank in daz schiff zu haut
Ich besach dez Schiffes want,
die waz behenket kÖstenlich.
40 in den äugen duht ez mich
ein samit syden unmaßen bla,
dar yn gestrewet hie und da
von gold reine die bustaben,
lAsticlich und wol erhaben.
[109»-] si sprachen zu dAde:
46 ‘bla tragent die lAde,
ez ist auch ein varwe gut
wol ym der ir reht tut!
so betAdet sie auch stete,
50 wer ir tut gerette.
wer untrAwe an ir verhänget,
so Wirt si swarcz gemenget
dar umb beseh sich wer sie trage,
daz die varwe icht von im clage.’
55 in der selben varwe
pfulwen und kAssin garwe
2. das e(f), fehlt p.
3. Wafi e, hatt p.
28. habe e, bade p.
34. vor kocken gestrichen: g p.
39. Die e, Daz p.
41. vor bla gestrichen: grozz p.
64. frauwe e(f).
55. varwe aus warwe p.
56. vnd vnd p.
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7. Männerireue und Frauentreue.
75
lag daz schiff do allez rol.
ich gedaht: 4n trüwen, hie slieff
ich wol ! ’
min kogeln zoh ich für den glast;
60 wie ich doch were dez schiffs
gast,
ich gebart gar wirticliche.
mir wart auch slefferlich.
da ich mich dinne alleine sach,
‘we mir’, gedaht ich, ‘ymmer
ach!
65 wez heldet daz schiff alleine
by dises werdes reyne?
[109 «’] ez ist so wol dar zu gemacht
daz reine wip an überbracht
mit guter geselschafft alhie
70 sich erclefften und daz sie
sweres Volkes wem entladen,
ob sie von undersclieiden saden,
da wült ich gern hören zu.’
Sus lag ich in gedencken nä,
75 ich slieff noch enwachte.
an der stunt ez da gerächte
daz mir von slaff begonde tür¬
mein.
in dem slaffe hört ich mürmeln
menlich stymme und auch ein
wip.
80 da rihte ich uff mynen lip
und lüstert dem done nach,
ich lieff da von dez waßers lach
and sprang mit freuden uff den
wert.
da ichs getet, ich wart ervert,
85 und begond mich doch rüwen;
ich vorht si sülden mich schuhen,
ich sach si beide binden zu,
da enhatte ich raste noch kein
rü
68. Do f, Dftz p.
96. bare e, enbar p.
[iior] daz sie myn würden iht gewar.
90 ich kroch uff henden und füßen
dar
und begonde mich da drücken,
gar heimlichen smücken
begonde ich mich vaste under
ein ris.
sie triben allerley wis
95 mit claffen vaste her und dar.
Die frawe, aller schänden üar,
sprach dem frümen ritter zu:
‘geselle, du hast wenig rü
din jüngen tage da her gehabt.
100 in fremde lant du bist gedrabt,
ich müz ez mit Urlaub vor dir
jehen,
man hat dich hie und dort ge¬
sehen.
dez müz ich dich zu gesellen
wein.
hörtestu sin niht, ich wüld zeln
105 vil lande die du hast ervarn,
in den du ritterschafft er am
künde«^ und auch der wibe gruz.
ob ich mit Urlaub /ragen muz:
ob du ye kernst an die stat
110 und uff dez underscheides pfat
[770'] daz du erfürest die wäre mere
ob frawen trüwe ganczer were
oder manne trüwe, dez fragen
ich,
daz du dez wüllest bescheiden
mich.’ —
115 ‘frawe, üwer tugent hat mich
gerümet
me und mynen lip geblümet,
daz nye der zehend an mir ge-
schach.
mich hat leyder schänden dach
107. Enndestn e, Künde p.
108. fragen e, tagen jp.
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76
7. Männertreue und Frauentreue.
bedecket me dann eren krön.
120 ich fürht mir si üwer lop ein
hon.’
si sprach: ‘dem sy wie ym sy,
ich bin durch claffen da her by
gesessen, daz laz enden,
wiltu dinen syn druff wenden,
125 du sagest mir wol den gnint da
von.’
der ritter sprach mit hartem don:
‘waz ich sage, daz ist on zom.
uff den eyt den ich hon geswom,
uff den ich billich buwe:
130 mich dftncket der manne tmwe
steter und vester.
sie habent swerer lester
[111^] uff sich geladen von truwen wen;
untrüwen hant sie irn sen
135 mit trftwen an iren r&k gemacht.’
die frawe antw&rt mit zoms
braht :
‘du sagest recht alz du dich ver-
stest.
ich weiz daz du mirs nit engest,
ich wölle dich überreden zwar:
140 die wip hant in irs herczen tor
gesencket trüwe mit heris kraft,
mit aller trüwe stete sedelhafft
ist trüwe dinne worden,
recht alz manches orden
145 haltent alle ir regeln reht,
sns müßen die wibe ir tru sieht
gein den mannen halden.
wie getürst ein wip erbalden
daz sie einen man betrüge
150 und liebe veiyehc der sie lüge ?
wanne wo ein wip von rehter
schancz
minnet von rehter stete gancz
eyneii ritterlichen man,
sy enkan ez nochten nit gesan.
[iii'jich weys daz uff myn letzte vart
156 daz manch strenge liebe hart
ist vergangen mit herczeleyde
durch reyner wibe plödikeicL
dez slahe den wan uz dinem müt
160 daz dekem hidirbe wip güt
betrüget den man zu keiner frist
sy sagt ez käme daz war ist.
die red ich nit gelangen kan,
die wip entänt nit alz di man,
165 der mit Worten manger güdet.
wo man den guten abent büdet,
da wüllent sy guten morgen
nemen.
dez wülten wir uns sere Sche¬
men.’
Der ritter sprach gar sidelich:
170 ‘frawe, ir habt balde gesweig^et
mich.
ir künnet mit Worten lange zal,
mich düncket ir sit der manne
hal.
ich wen ez von naturen sy,
ein frawe klaffet me dann manne
dry.
175 dez enkan ich myn gesellen göt
nit entreden, als ir tüt
[112'-] (ich und alle üwer gespiln,
danne ich wil an die warheit
ziln.
ein man waget gut und lip
123. L uns e. e.
134/1 Dan Sraüwe als ich mich verstehn
Die teiliing ist 6ngelich g. e.
144. monchs e.
150. Viehe ef, vemihte p.
160. Daz dekein bidirbe R., Dez daneben
dir die p, Dafi yemmer kein reinez e.
168. gelengen e, gelanben p.
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77
7. Männertreue und Frauentreue.
180 yil me durch ein einig wip
danne tusent wip durch einen
man.
war sie yn heißen riten gan,
in welch laut sie lüstet,
i«^ er danne nit ger&stet,
185 er ritet dar on gerete,
daz tut sin tr&we stete,
daz er dann gftßet sin edel bl&t,
daz düncket ewch wip von
herczen gut,
daz ir yn schicket über mer.
190 da lidet er manig herte ser
und vil manig angst,
ach wip, also du yn drangst
in todes Wappen müdiclich!
ach wip, daz sült erbarmen dich
195 daz diser mort durch dich ge-
schiht !
nnder rosse man sie ligen siht,
manchen edeln ritter reyn,
gebrochen arme und beyn,
zutretet nase und mfint;
200 wanne er hie und da ist wünt
und sich der beyn nit wol ver¬
mag,
den arm er treit an sinem nag,
sns Wirt er nymmer lid gancz.
so kümet dorther ein snöder
schrancz,
205 gestreichet und gestrichen;
alle müde ist ym entwichen,
die naht mag er wol springen,
lauffen, tanczen, singen,
toben, trincken, eßen. •
210 so Wirt dez byderben vergeßen.
der wünt zu herberg gangen ist.
ach, wibes trüwe, wie klein du
bist!
hört er ewch an ewer ere
sprechen,
sölt man yn dar umb erstechen,
215 er wil ewch ye entreden,
wo er getar, an allen steden.’
Die frawe antwürt mit zorns
müt:
‘in truwen, über geselle gut,
du sprichest wir künnen claffen.
220 du kaust auch wol geschaffen
[ii3r] daz alle din notdurfft wirt geseit.
du hast auch snelle uff mich ge-
jeyt
din mönt get sneller dann ein
mül,
an dinen Worten ich iaz fül.
225 du hast also gesprochen:
die ritter haben gebrochen
durch uns arm und beyn,
ir trüwe sten in sülcher mein,
sie wüllent durch uns riden,
280 ir swert durch vynde snyden
und tieff durch mannes brust tun
waden;
bosheit sie wüllen do mit ent¬
laden
werden und aller zagheit,
und waz yn laster mache breit,
235 daz lan die man durch reine wip;
alle ir gut und ir lip
daz wöllent sie durch wip ver-
zem:
' so wölt ich uff myn trüwe swern.
180. durch aus danne p.
213. Hört am Bande; im Text verbessert
184. Ist e, Ir p.
aus H&tt p. sprechen e, gesprochen p.
195. dich f, fehlt p.
224. das e, dich p.
201. des Leibes e.
282. doe mit e, sin p.
234. yn] ire e.
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78
7. Männerirette und Frauentreue.
sie tetens umb sin selbz pris!
240 ritterschafft versmülcz alz is,
meint man nit dran dann frawen.
man s61t dran wol schawen
[iiar] wer danne biderb hieze,
enhetens sie ez nit genyze,
245 von aller der werlt ere vil.
tu hin, ez ist ein kindes spil
mannes trüwe für wibes stete,
kein man durch frawen tete
daz yn an eren swachet;
250 so ist ez leider gerachet
daz ein wip durch reht trüwe
ir selbz vergaz. het siez rüwe
dar nach, den schaden liez er ir.
sich, frünt, alsülch truwe wir
255 künnen den mannen eygen.
min leben müße feygen,
het ich irgen einen frönt,
zu dem ich harte mich het ver-
bönt,
hiez er mich durch yn in den tot
260 gen, ich schühte kein not,
ich tet ez williclich durch yn.
ich hon daz wol in mynem sin.
sin gebot wült ich ye tragen;
lip, gut zu dem magen
[ii4r] begeh ich, wer ez sin gebot
266 ez ist war, also helff mir Got!’
Dem ritter waz die rede swen
er sprach: ‘ich hörn fremde mer
von ewch, reinez wibez fruht.
270 nu sprechet uff ewer selbz zuht
und selber ewch dar an betraht:
sit ir ritterschafft nit aht,
waz sülle wir dann durch ewch
tön?
wir enzügen doch nye kein hön,
275 so enkönnen wir auch nit hirten
sin,
rinder hüten noch der swin.
wir enkönnen nit schöbe machen’
(smelich begönde er do lachen)
‘ich gelernt ny kein belczwerg,
280 ich wende daz man der mynnen
berg
ergrüb mit der ritterschafft,
hot hantwerg aber höher krafft,
so müßen die wappen wir be¬
geben
und lernen an dem stnle weben.
285 ez ist auch lange da her geprüft
und waz in der werlt rufft
[114*] daz ritterschafft zu wiben hört
vil biderber ritter ist betört,
mich düncket ir riten sy verlom.
290 teten si reht, si hetens verhorn
und weren zu schul gegangen
und heten in tun langen
die Pfründen uff dem köre,
wer da ritet, der ist ein tore.
295 Got kennet doch göten pilgerin,
die plate möz ymmer swerer sin
danne ir röcklin dünne,
ob ich ez geprüffen könne,
so ahtet ir hantwerg, pf affen
sang
800 höher dann der helme dang.’
Daz reine wip sprach aber also:
‘gotsein, wi verstes du ez do,
ich wülle die ritter drücken
und wölle her für zücken
805 zu male unendelich diet?
entrüwen, also enmayn ichs nft
269. vor dorch gestrichen : in den p. 291. schnle e, fehlt p.
263. ich nit p, je e. 293. presentze e(f).
264. zn dem] fnint nnd e. 302. Qotsein = Gotes eine.
267. flwer f, swere p.
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7. Mävmtrireue und jFYauenireue.
79
ich sag dir sicherlichen daz:
und were ich einem mann gehaz,
[lis»*] der sin hercze het gehafft
310 in rehter lieb mit steter krafft,
ich gewünne in liep in herczen
hart.
daz mein ich nff myn letzte vart.
ich enhon ez anders nit gemeint,
den mannen sint ir hercze ver-
steint,
315 daz s&lich truwe nit in im lip
kan kamen so in die werden wip.
ich en verkert in nit zu gründe,
si riten alle stünde
her und dar, daz wildet sinne,
320 daz gancz trüwe noch stete
mynne
nit in irm herczen plibet;
daz riten ez in vertribet.
wer sihet so mancherley
clarer wibe fey,
325 dem Wirt der sin verirret,
verzwirkelt und yerzwirret
Wirt sin hercz da und hie,
sin stete trüwe vellet an die
die ym dann die nehste ist.
830 dar umb, mannes trüwe, du bist,
alz du, herre Got, wol weist.
[ii5*] an frawen vindet man allermeist
trawe ymmer wernde.
wer tmwe gern lerade,
335 der küm in frawen schüle.
ich wen daz man da hule
künst der rehten stete,
wer gern trüwe hete,
815. nocA in gestrichen: jn p.
316. am Anfang gestrichen: Lip p.
321. plibet aus pleibet p.
324 scheint verderbt.
826. Yerzwifelt n. verirret e, W* zwirbelt
vnd Vzw ... in p am Rand hiider v. 335; der
Schluß abgeschnitten.
der vindet sie by den wiben.
340 da heime sie müßen bliben,
daz stetet yn synne und müt.
gancz trüwe mit steter flüt
ir hercze dann umb flüßet.
daz wiße, dez genüßet
345 vil dicke dez reinen wibes amis
daz irs getrüwen herczen ris
gein im mit liebe birt fruhte
mit wiplicher zuhte.
si enhaut kein ander gezal
350 dann daz sie in irs herczen tal
senket liebe gein irem getrüwen
fründe.
der in dez vergunde,
dez wer zu mal der ungelimph.
[iie»-] tribent sie keinerley schimpf,
355 daz verkert man yn zu stfint.
sie tünt nöte uff den munt
manchem bösen cleffer,
der sinen bösen gleffer
erwidert mit gebletze.
360 er saget vil manig gesneptze.
swig er, ez were alz gut
dar umb ein wip wolbehüt
mftz sin werk und wort,
si entar nit sagen waz sie dort
365 trüwe in irm herczen hat.
offenberlich »r dan stat
und rümet ewch liebe und
trüwen.
daz müz mich ymmer rüwen
daz es nit geoffenberig^ wirt
370 waz frawen hercze trüwen birt.
eins wibes hercz ist verzagt^
849. ^ hergetze sal e.
856. Sie e, So p.
357. Vor m. e.
858. seinS f, sine p.
866. ire e, er p.
369. efl e, irs p.
870. hertze e, h’czen p.
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80
7. Mätmerireue und Frauenireue.
dar umb ez nymmer reht gesagt
ir liebe nach irem willen,
ir trhwe muz sie stillen,
375 verborgen nnd heimlich tragen.
[116’] daz müßen wir armen dicke cla-
gen.’
Der ritter sere wart erfert:
‘frawe, ir habt mich beswert’,
sprach er, ‘daz ir sagt so war.
380 ir habt mich überkumen zwar,
ich gib mich gevangen euch,
wult ir, so lat mich in ein
drüih!
vil billich ir mich tümet.
ich han ewch ser erzömet,
385 umb daz ich wiplich stetikeit
hett so gern hin geleit,
ich waz uff unrehtem wege.
dez wil ich mich in ewer pflege
geben ewch gevangen,
390 von ewem handen hangen.’
die fraw snelle antworte do,
si sprach: ‘nü enwart ich nj' so
fro
dis daz ich dich han bekert
und mynen gelauben gelert
395 doch gewflschest du sin nymmer
hin,
Bit ich nfl din meister bin.
ich wil dich ser kestigen,
[117»-] ich wil nit verzihen
uff din gevangnüsse.
400 ich sag dir gar gewisse,
ich wil dich pinigen sus und so,
daz dir verget din mut so ho
zu sehen dinen genoßen,
daz sie sich an dich stoßen,
405 daz sfe ez gelauben überal:
dez wibes trüwe ist ein sal,
dy mannes tr&we drücket,
daz sie sich nyder smücket’
mit den Worten tet sie ein griff:
410 ‘du müst mir volgen in myn
schiff’,
sprach sie gar vermeßen,
. ‘hye ist lange genüg geseßen.’
mit dem hals sie in dans.
‘du gest hie zelten als ein gans.
415 laz uns snellich ylen,
über dryßig mylen
wil ich dich füren hynnen.
ich enbit dich dinen gewinnen
nymmer mit mir geteylen.’
420 sy begünd yn do seylen.
f2i7*]sy sprach: ‘du hast hüt gerast,
waz du dar an gewünnen hast,
daz strich eins tags an dinen
stein,
so du kümest wider hein.’
425 der ritter der ryff drade:
‘frawe, an ewer genade
gab ich mich on pinlich leben,
nn wüllet ir mich an martel
geben ;
wen ich daz ewch enfcret.’
430 ‘du hast claffen geleret’,
sprach sie, ‘swig, du snöder
gauch,
miner genaden müstn leben . auch.’
iren weg sie gein dem schiffe
vieng,
alles strebend er da nach ir
gieng.
435 von dem über si yn sprang
mit iren gevangen ane sinen
dang.
888. vor ir ge$trichen: s< p. 429. WeS vch dz sere enterit f. enret p.
893. Als e, fehlt p. 486. Mit dem e, Iren p.
4ffl. Der ef.
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7. Männertreue und Frauenirette.
81
Von mir sie do fl&Ben.
ich enweiz nit war sie sch&ßen,
dan da ich ir hinweg gewart,
440 da mäht ich mich an myn yart
und sach nach mynem nachen.
dar gein begond ich rachen.
[718»-] doch waz ich zu mal verdaht
daz mich abentfire braht
445 hatt zu wünderlicher rede,
wann ich ny zu keyner stede
hört so wünderlichen krieg
und darnach so herten bieg,
ich welge ez her und welg ez
dar,
450 der frawen rede d&ht mich gar
war sin nnd ungelogen,
dar umb wir manne nit enmogen
uns wider frawen seczen.
ir tr&we kan dicke leczen
455 nnd verwänden mannes lip.
wem ein getrüwez stetez wip
ir rehte trüwe zeigen wil,
der frawen ist nit zu vil,
ez sy yr liht zu tun durch den.
460 ob ir sin trüwe wider begen
von dem manne, daz ist gewagt,
wer mich der mer für warheit
fragt,
dem sag ich waz ich hon gehört:
wir sin an manne trüwe betört.
[778»] daz hat die frawe bewert alhie.
466 größer bewemusse nye
gehört ich zwar von keinem man.
wer ez hört, der sol ez san
für warheit allen mannen.
470 ir trüwe sie verbannen
wider der reinen frawen trüwe.
da, frömer man, dar uff buwe
und halt dich zu den frawen
reyn,
wann ir trüwe ist alz ein stein
475 den nyman mag erbillen.
wem si mit willen
lihent ir hercze getruwelich,
der mag für war wol frewen sich
und mag sich wol verloßen.
480 daz si gekündet allen gnoßen!
8.
Diser spruch ist von den zehen swestern.
[778»]
Ich vant ein wip in clagender
not;
sy schrey: ‘nä küm, vil lieber
tot,
von hercze leyde mich enbind!
ach, leit nnd ungelüke, ir sint
[i78'‘]niime libe ein swerer last!
6 ach, freuden trost, wie fremd ein
gast
bistu in dem herczen myn!
für dich krefftige nüwe pin
sprüßet uz myns herczen sproßen.
10 solt ich myn leit verstoßen,
ein laut sin würd erfüllet.
439. vor da gestrichen: ma p. ir e, in p.
455. von hier ab 20 andere Sddußverse in e.
463. am Anfatig gestrichen: Wir p.
480. si gek&ndet aus sie gekAnden p.
3. en bint f, enbinde p.
Zu 8.
10. verstossen 5, v’scboßen p.
Dttutücb« Telia doe Mitielilterf. XXIV.
6
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82
8. Die eehn Sch¥>estem.
mit echczendem we behftllet
ist myner frewd wipheit.
awe, des jamers kröne treit
15 min haubt, freude nymmer me.’
gar jemerlich sie ‘ach!’ schre
wol f&nfstunt nach ein ander,
mit dem wort geswant er,
daz sie zur erden seig.
20 da ich hörte daz sie sweig,
da trat ich ir naher baz.
ein volle bl&men tauwes naz
raspte ich da gar drate,
da mit ich sie besprate
25 so lang biz sie sich versan.
nöwen jamer hub sie an
[119*] und klagt grftlich ir leit
ich daht: ‘hie wirt ein snelle
gescheit
von sele und auch von libe.
30 wie we ist disem wibe!
herre Got, nü mach ir bazl’
ir truren waz do nit zu laz
ez brech ir snelliclich die not
daz sie aber viel für tot.
35 da erschrak ich me dan vor.
mit dem haubt ich sie enbor
hub uz dem näßen clewe
und nam sie von dem wewe,
so ich beste künde.
40 miner red ich so begonde:
‘reines wip, vil hoher hört,
aller manne leides mort
sit ir und ein frewden tag.
für war myn munt euch heißen
mag
45 ein köstenlichs balsem vaz.
wiplicher mynne «linder, daz
durch brich ritter herczen grünt
menlicher tad ein füllemünt
[j.20r]ist ewer wiplich güte,
50 mannes tad in plüte
«üchet euwer süße uz dürrem ris,
daz ez frewd plüwet in aller
wis.
sit alle frewd nü an ewch lit
und ir mit tröste mannes plit,
55 wez untröst ir ewch dann?
ich enkan ewch anders nit gesan
danne: frewet sich alle werlt
myn,
ich wült auch in frewden sin
und wült nit qnelen mynen lip.*
60 Mit sewffczenden Worten sprach
daz wip:
‘du sprichst alz der dem ny kein
leit
geschach; westestn myn erbeit,
du verdehts sin mich nicht
daz myn hercze sus jamerz pfliht.
65 nye keym menschen wirs ge¬
schach
dann mir, dez schry ich ymmer:
ach!
ach! ach! daz ich ye mensch
wart!
ach, leit, wez bin ich dir so zart
daz du mich nit entödest
70 und mich doch also nödest
t
[iÄ)»]mit diner sorgen dämmen?
verfluchet sy der ammen
dy myn gesleht hat emert!
we, waz leides ist beschert
12. nocA we geetrichen: heb p.
15. nUmer b, ymm' p.
16. ach b, auch pf.
22. hant vol f.
33. brechte f.
46. Wiplicber b, Wiplieb p. zond. e,
Blinder p:
47. bliebet f.
51. Zenbet f, S&cbet p.
59. lip aus müt p.
63. sin my p, mich es f.
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8. Die zehn Schwestern.
83
75 mir armen creatüre!
min honigseym zu sure
ist mir leider worden,
in der rüwer orden
ist myn freud gesloßen,
80 nn heyl het mir erftros^en
und ving myn heil in sorgen
strik.
miner freuden mger dfinrsplik
verbrennet hot bis uff den grünt,
min swebende wfinne zu tod wfint
85 lit, di kan nyman emem.
wil nngel&k sus uff mich zern,
so Wirt ez riche, ich frewden
bloz.
leide geviel ich an dem loz,
dez eidet ez mich in sin ge-
Walt.* —
90 ‘Frawe, ir habt mir vil erzalt
üch werre, und enwiz doch nit
waz;
ich bin zu fragen ein teil zu laz.
swig ich auch so lange!
ewer quäle die tut mir ange,
95 reines wip, die eugent mir.’
si sprach zu mir: ‘ich sag ez dir
und clage dirs in din hercze.
mich smirczet so min smercze
daz ichs nit kan verdulden,
100 der sorgen brfich ich hfilden.
min sin ir zwifels hütet so
daz ich uff erden nimmer fro
kan werden affter diser zit.’ —
‘frawe, sagt mir wer ir sit,
105 und tflnt daz snelle on underbintl’
Si sprach: ‘eins hohen königes
kint
bin ich gebom von rehter ee,
min gesleht hat ern me
denn allez daz uff erden waz.
110 waz man von wirde noch ye ge-
laz,
daz waz gein uns gestüppe.
nü hat mir leides gel&ppe
durch stochen myne wunne,
getötet alle myn könne.
[121 «-] ich waz selb zehend geswester.
116 daz ist mir also gester
daz sie alle lebten
und in em swebten,
hoch in der wirde trone.
120 ir aller haubt trug crone,
Zepter und riehen gewalt.
ach, arme, der hot der tod gefalt
echt in kürczen jam!
wie sölt ich baz gebam,
125 ich armez wip elende?’
si want ir wyzen hende,
ir goltvar har sie rauffte.
‘ach Got, do man mich tauffte,
wez ertrenket man nit mich!
130 nu han ich auch ein königlich,
und ist mir alz ich nit enhabe.
ach, tod, schik mich zu dem
grabe,
zu den lieben swestem myn,
ane sy enmag ich nit gesin.
135 ich armer, elender weyse,
wy geleb ich diser freyse?’
[i5.2'-]si sprach zu mir: ‘tut dir nit we
min wemde not, ach ymmer me,
und diz grölich leit?’ —
140 ‘ja, wißent, fraw, uff mynen eit,
kein ding tet mir nye so ange.
80. erbossen h, erloschen p.
81. fing anch p.
82. anger f, angen p.
89. Des f, Daz p.
91. 1. weiz /■(&).
94. vor ange gestrichen: we p.
102. erde f, feJdt p.
126. hende f, hend p.
128. do f, fehlt p.
138. me f, we p.
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84
8. Die zehn Schwestern.
min hercz lit in einer zange
von fremdem quelendem leide,
sagt mir by dem eide:
145 wie hießen üwer swester?’
‘so Wirt myn leit ye vester’,
sprach sie, ‘wann ich sie nennen,
doch salt du si erkennen,
die eine hiez Gerechtikeit ;
150 der tod tut mir so krefftig leit
daz mir daz hercze rißet.
ir name mir doch glißet
in mynes herczen äugen,
nn clage ich dir vil taugen
155 min swester Maz, die ist tod.
ach der cleglichen not!
daz hielffet mir alle dy werlt
clan,
wann Mazz kond di kröne trän
fürsten, frawen, ritter wert
160 nu prüfe: der tod auch Stete
gert,
daz reine wip hat er da hin,
daz ist myn leit und sin gewin.
noch ist ein leit myn rüwe:
Warheit und Trüwe
165 die sach ich leider auch be¬
graben.
ich enkan mich nü nit wol ge-
haben,
sit sie mir sint erstorben,
sie hant dicke lob erworben
in hjrmel und in erden.
170 Got erte selb dy werden.
0 we, myn swester, die werde
magt,
Scham ist tod! daz ymmer clagt
myn hercze vor allen dingen,
ir tod kan freude twingen
175 mit leid in angst clusen.
188. Irs lebens f, Ir lobens p.
189. quB f, kan p.
alle tugend kond sie hnsen,
wiplicher wip wart ny gebom.
ich hon sie gar zu unzit verloni.
awe mir, we, Bescheidenheit
180 ist tod! daz ist ein sülich leit
\i23<']^s.z ichs nit überwinden mag.
ach daz ich disen tag
gelebt han, und sie sind tod,
daz ist myns herczen grymme
not
185 noch hett ich ein swester me,
der tod tut mynem herczen we,
wann sie waz riches lobez wert
ir lebens wol myn hercze gert
ir tugend kam manigen vil eben,
190 doch verclag ich baz ir leben
wann der andern keyne.
wült Got, wer sie alleine
für die andern alle tod,
so were geringe myns herczen
not.
195 sie rüwet mich wol durch sippe,
wir sin von eime rippe
alle gemachet von Gotes hant,
Miltikeit waz sie genant
nach ir min äuge billich weint
200 nu prüffe: waz hat Got gemeint
daz er mich eyne leben lat
und 8^ alle genümen hat
[123^] der werlt also schedlich,
und daz die aht künigrich
205 alle gar on erben sint,
ir keine gelaßen hat kein kint?
daz ist klage über alle leit
daz n^an nü ir erbe treit*
Do sprach ich zu der frawen:
210 ‘aUer tugenden ein auwen,
hohe, werde fürsün fiy,
gehabt ewch baz dann ewch sy
199. min f, mir p.
211. fnrstin f, fürste p.
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8. Die eehn Schwestern.
85
geschehen hie, begebt die dage
nnd kftndet mir m«t kurczer sage:
215 habt ir kein swester noch?’
si sprach: ‘ja, eine doch,
uff die ich mich wenig lan,
wann ich hon dez ganczen wan
daz sie iht lange müge leben.
220 mich dhncket daz ir sie vergeben,
sie ist krank zu male,
ich sihe an ir vil quäle,
si enkan sterben noch genesen
und wil doch by den löten wesen,
da han ich vil lidens mitte,
226 wann sie ist anders gesite
dan si waz vor der krankheit.
ir name in wirde waz gekleit,
do sy sich wol vermohte.
230 zu dem male tohte
kein myn swester on sie nie,
gein ir bngen si alle ir knye,
sie waz die eitest und die herste.
ir «rsprüng von erste
235 erbnb sich in dem hymelrich,
si braht Got, daz ist wißenlich,
von hiemel uff die erden,
si tet in mensche werden
mit irem wisen sinne.
240 er hiez sie selber Mynne,
also nennen wir sie noch,
wil si gegen kan einen kroch,
ir söche und ir krankheit
ist mir ein nngefögez leit
245 nnd lit mir zu herczen hart,
ir löt, ir laut sint unbet^art,
ez get allez an störe.
214. mit f, mut p.
234. ynprong 5, ansprfing p.
242. Tr leit mir leist des Ijdinz yoch c.
246. lAt ir lant p, lant jr biete f. vnbe-
wart f, ynbekant p.
251. meym f, mynem p.
253. dye f, dise p.
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noch wirser dann ein löre
ist worden ir vil sößes leben.
250 groz ungenade ist gegeben
mir an mynem sippteil,
auch ist gar dein myn heil.’
Do die frawe diz gesprach
und mir ir aller namen verjach,
255 do wundert mich der mere
wer si selber were,
und bat si mir ez sagen,
sprach sie: ‘ich wil dirs nit ver-
dagen,
man heißet mich die Manheit.
260 manig hercze ist mir gereit
und dienent mir flißigliche.
gar wit ist myn riche
in allen kristen landen;
mit gewalt ich wanden
265 uff velt, uff mer, in beiden lant.
waz lebt, daz neyget myner hant.
ich vam alz ein wolkenbrust
und aht uff nymands vertust.
[153»-] ich bin wol halb unsinnig,
270 min gir ist so gewinnig
daz ich besorgen lip noch leben.’
‘getörst ich dez antwört geben’,
sprach ich, ‘frawe, so schelten ich
öwer site, sie sin niht löblich.
275 dez zöm sich gein mir nit ewer
möt,
idi sagz ewch, frawe, werlich
durch gut
daz ir ewch hötet dester baz.
man gibt ewch, Manheit, manic
haz;
258. Sye sprach ich enwil f, Sprach sie
ich p.
260. ist f, fehlt p.
261. dienet b.
264. wandern b, ebenso 284.
265. yelt vor, yff nach mer gestrichen p.
278. manche hafi f, m. daz p.
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86
8. Die zehn SehwetUm.
daz hdr ich von den wisen
2S0 daz sy üch nit enprysen,
und wil ewch sagen warümbe:
vil manig groz geprümme
schicket ir in den landen
und tht die j&ngen wanden
285 uff alle abentüre,
und gebt yn kein stüre
daz si sinlich triben
ewer manheit schyben
trybent si uff alle velt,
290 dez gibt in lop daz widergelt
[i25'>] daz si menlich heißent.
•
uff strites gir sy beyßent
ir sinne mit falken Augen,
zu tumyem, stechen hngen
295 ir gir, ir mut, ir wille.
getörst ich sagen stille
war umb ez mir .missevellet :
daz riten ist nfi gestellet
nit anders dann: «rita, rit,
300 vihta, sticha, strita, strit!
var von heymc in fremde laut,
renna, töd den lip zu hant,
ich enbit dich anders nymme.”
dez straff ich ewch dar Amme.
305 ez hört auch me zu werden man
dan küm nymmer von der ban.
wen man mit Aiz sal rümen,
den müßen tAgend plAmen,
der Awer swester pAagen,
310 e danne si tod gelagen.
ich ahten riten deine,
pAigt man nit tugend reine
[i56*-]dar zu vil vesticliche.
290. lob f, liep p.
292. sy fehlt c.
301. heyme f, heymS p.
303. anders f, fehlt p.
308. lügend aus lügenden p.
314. eyner f, ewer p.
315. er f, einer p.
316. Vnd m. f, Vnmafle p. geligl f.
waz sal einer mudez riche
315 ob er gerechtikeit nit pAigt
unef maße an im auch nit gesigt,
die werde tugend gecrönet,
so ist sin riten gehönet
stetikeit, die tugent,
320 die solt er triben von kindes
jugent,
auch warhafft und getrewe sin,
hercze liebe frawe myn.
schäm ist ein tugent fAr alle
ding,
zu allen eren ein nrspring.
325 bescheidenbeit die solt er haben,
wil er uff wirde ban traben,
und milte sin in mancher wise
und nit alleine uff gebens prise,
milte sin libes und mutes
330 und nach mAgend sines gutes,
auch wart zum wappen nye
richer hört
dann mynne; wer der bekort
in irem reinen wesen,
der ist aller Untugend genesen.
(i26'']wo mynne ist on conterfeit,
336 da ist frewde on herczeleit,
sAße on aller snm,
trost on allez trum.
dir wisset, fraw ver Manheit:
340 mir ist durch ewern willen leit
daz Mynne ist sich und also
krank.*
do sprach sie: ‘dez hab ymmer
dank,
du vil lieber geselle!’
321. gelrene f(jb), gelrewen p.
329. Tfi gules mates f.
333. wesen aus wasen p.
336. h'czelil p.
337. alles f, alle p.
339. Difi wissen! f, Dise wise p. fraw
T’manheil (= wron m.) pf, fraw fraw m. b.
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8. Die sehn Schwestern.
87
Ich sprach: 'nu sagt mir snelle,
345 war umb schicket ir nit dsus,
die nä ritent, daz sie baz
die vorgenanten tugent rieh
triben ser und flißiglich,
alz man hie vor jaren pflag?’
350 sie sprach: 4ch sag dir wie daz
lag
hye vor vor manigen jaren,
da lebendig myn swester waren,
wanne wir fryschen einen man
and wir daz sahen wol ym an
355 daz er zum wappen hatt gir,
so santen sie alle boten mir
[x27'-]imd ließen mich ez wißen,
so was ich dran geflißen
und schaff ein groz pariament
360 and verhaoffet den covent
miner werden swester her,
dar zu tart mich kein zer;
und praht sie dann in daz palas,
da unser gesprech dicke waz.
365 wann wir dann solten rüsten
dün manheit wolt lüsten,
den verboten wir alle dar
und sprachen zu im alle gar:
^‘wiltu werden ein ritter her,
370 so prüfe unser aller 1er
und schrip die in dins herczen
buch.
nit la dir sin: ich enruch
ob ich der lere vergeßen. *
wir wüllen dir dar messen
375 weder zu kurcz noch zu lang,
mäht du ez gelem, so hab dang
in allen künigrichen.’'
“wilt du menlich strichen
[157»] zu ritterlicher abentüre,
380 so wil ich geben dir zu stüre”,
sprach myn swester hochgemeit,
“daz du habst gerechtikeit,
dann mir die meiste menig gi^
daz man one mich hab tagend
nit.
385 gerechtikeit n;^ant trüget,
sy enstyelt noch enlüget,
valschez urteil ist ir leit,
sy geswör nie meynen eit.
böses gut ist ir ein pin,
390 si ennymt auch nymant daz sin,
si gan auch aller der werlt wol
daz sie mit em leben sol.
gelükhafften nydet sie nit,
Got zu dienen ir sit plit.”
395 wann Gerechtikeit diz gesprach,
Mazze man dar treten sach
zu dem jüngen ritter:
“wilt du versten myn litter”,
sprach fraw Mazze, “ich schriben
dir
400 war nach gestellet ist myn gir,
[i58'-]wy ein ritter die manheit übe
daz er mich, Maße, iht betrübe,
wann ich bin der naturen,
min hercze daz muß truren
405 wer mazze nit an aller stat
ich bin aller tugpend gat,
ich scheid mich von keiner tat.
maße teil gar witen hat:
waz tete uff erden mag gesin,
410 wil man nit maße dar en plin,
so sint die werke alle lasterbere
354. vor wir gestrichen: d p.
379. litteDÜcher f, ri
356. So so p.
aus abent&ren p.
363. sy f, fehU p.
383. gicht b, gibt p.
368. ym f, in p.
408. ir teyl f, die p.
409. geschin f.
abent&re
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88
8. Die eehn Schutettem.
und mir, Maße, gar nnmere.
diz müwet licht Manheit,
und, daz ich ez spriche, daz ist
ir leit
415 doch, ritter, halt an Maße dich,
nit baß kan gewisen ich.
daz sint myn rete.”
dar nach sprach die Stete:
“sag, liebe swester hochgebom,
420 sal diser man vil uzerkom
werden und manhafft wesen,
so sal er stetikeit an sich lesen.
[i^S’jwil er stete borden,
er Wirt ein plüm in ritters orden.
425 sin lop Wirt rieh gegrenet
ob er sich stete senet.”
“ein wolgesnyten ritters kleit
gib ich dir”, sprach Warheit^
“daz si din plate, schilt und
schoß.
430 min st&re zu ritterschaffte ist
g^oz.
warheit ist ein dürrer schacz,
du salt behalten von mir den
sacz
daz du iht kumest in lügen reme.
so Wirt din riten gar geneme.
435 an wem man worheit nit en vint,
dez manheit ist zür not ein
wint”
zu haut dar nach do daz ge-
schach,
Trüwe, myn swester, auch do
sprach :
“wült ir dem ritter helffen vort,
440 so muz ich sagen ym ein wort,
daz er nit rit on mynen solt.
min gäbe ist beßer dann golt.”
si sprach: “edel ritter jüng,
wilt du enpfengen der eren füng
[i29'’]mit manhafftem riten,
446 so biz zu allen ziten
getrüwe und haße nntmwe!
so Wirt din lop gar nüwe
gepüret in der eren esse,
450 alz der plüend zwig von Jesse,
und schick daz ich ez an dir
spür.”
nach dem wort trat her für
Scham in süßer klngheit;
si sprach: “ritter so gemeit,
455 hast du zu ritterschefft« gir,
so schöme dich und volge mir.
waz da ist lasterbere,
daz schüh, so wirdest du mere
allen biderben lüten.
460 schäm kan wol ruten
uz der naturen allen bresten.
wen untngent wil begesten,
die kan ich, Scham, vertilgen,
min lop plüwet alz lilien.
465 auch hüt dich worte lesterlich
und scheme auch zu sweren dich.
[129*] ich gib dir dez ein underscheit,
on mich tawg nit die manheit”
diese wise lere
470 prüffet Bescheidenheit vil sere;
si sprach auch dar zu iren
* Spruch :
“ritter, wilt du leren noch,
ich lere dich mine regelt
nit küm mit dem flegel!,
475 alz man daz Sprichwort spricht
bescheidenheit die pricht
416. nach kan gestrichen: ich p. 454. so] vil f.
417. sie sint p. 457. da aus daz p.
436. wint /", lint p. 462. vor Tntngent gestrichen : yntrnwe p.
441. meinS f{h), mynen p.
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8. Die zehn Schwestern.
89
mangen krieg und suren müt.
zu allen dingen ist sie gut
und senfftet und gädet,
480 vil schaden sie behftdet.
si ist auch nymant herte,
Demfit ist ir geferte,
Gedult ist by ir gern,
vil über ritter, dae lern,
485 so decket dich der eren dach,
waz man von manheit ye ge-
sprach,
daz w&rde gar zu nyde,
ob ich mich von ir schiede.”
[I30r] wann dise lere gekündet wart,
490 Miltikeit, m}m swester zart,
trat dar vil zühtikliche:
“sag mir, mutes riche”,
sprach sie, “wilt du ritter sin,
so sol du uff den Sachen lin
495 wie du miltikeit pflegest,
mit milte du zu eren stegest.
gut halten wider ere
krencket ritterschafft vil sere.
milt bis der worte din
500 gein riche, gein arme, wie sie sin;
teyl din gut nach diner müge,
gib auch dem zu geben tüge!
mUte bedarff wol wysen rat.
wer wislich gibt, der ere hat,
505 düncket mich und ist auch war.
vergib dich nit, daz dine jare
in kümerlicher fnre leben,
wann wer nit hat, der müz stre¬
ben
nmb eins andern habe.
510 da von kümet er eren abe.”
[130«’] daz waz der Milten lere.
zu hant mit sneller kere
trat myn swester Mynne her für;
si sprach: “werder ritter, spür:
515 wilt du die wappen triben,
so must du allen wiben
dienstlich undertenig sin,
doch müz alle din selde lin
an einer die dich stüre
520 zu ritterschafft gehüre.
0 wol dich, seldeuhaffter man,
dem werde« wip mit liebe gan
daz er ir diene uff mynne solt!
der ist richer dann daz golt
525 aller diser werlt sin were.
ein wiplich wip ahpere,
die sich schänden kan entsnüren,
ein engel sült sie rüren.
kein man ist sin nit wirdig
530 daz wiplich hercze girdig
ist nach siner mynne;
ez kost billich sin sinne,
[131 «■] sin lip, sin gut und waz er hat.
wol dem man dez leben stat
585 an eines reinen wibes pflege,
der lebt in seiden allewege,
zu ritterschafft nye bessers wart
dann mynne eins reinen wibes
zart;
die aht ich alz ein götinne.
540 nit beßers gutes hat mynne
dann liebez wip, den hohen hört,
kein man kerne nymmer vort,
entet daz mynnicliche leben
daz wip kan lieben mannen
geben
545 mit irr mynne süßikeit.
sie hat im balde hin geleit
swer arbeit und sures leben,
er sal sich alzemale ergeben
482. getterte /) gefert p.
484. das f, nü p.
487. zu nychtte f.
510. nach von gestrichen: von p.
522. wcrdes f, werden p.
562. sein f, f^üt p.
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90
8. Die $An B<htBetlem,
mir, Mynnen, und einem wibe,
550 so Sülle wir sime libe
geben hohe wirdikeit
im sal auch durch uns beide leit
sin aUez daz im übel stat.
sus kümet er uff der manheit
grat.
[131*] waz ein man sunder mynne tüt,
556 dem wert kein wil der m&t.
darnmb, jung man, fliBe dich
daz du mynnest ernstlich
mit rehter stetikeit;
560 ez lonet wol der erbeit”
wanne diz di Mynne gar ge-
sprach,
den ritter man do keren sach
zu mir umb volleist.
an mir lag ez aller meis^.
565 so sprach ich danne dem ritter
zu:
“min swester hant geleret nn
dich yil genczlich ir leben,
der tugend keine du salt begeben,
ich, Manheit, han sie alle wert.
570 wez hercze ritterscheffte gert,
den zieret wol ir lere.
waz hülffe ob du stritest sere,
tümyerest oder stechest,
ob du di tugend brechest
575 die myne swester leren dich?
volgest du in, so düncket mich
din riten werde nücze.
menlichen müt nnderstucze
mit den vorgenanten tügende
580 und rit dann nach diner mügende!
ich rat uff ritterlichen müt:
besorgen lip noch daz g^t,
kint, wip oder mage!
nit wir^ an riten trage,
585 du mäht nit riten an ein zil.
werde ritterschafft die wil
getriben sin biz an den tot!
rit und schühe kein not,
so bist du mir ein lieber frünC'
590 Ich sprach: ‘frawe, ir habt ge-
künt
mir vil gar ewer liden.
wie sal nü geriden
ein man, dez bescheidet mich,
sit der tod so jemerlich
595 euwer swester hat erslan?’
‘daz ist auch doch daz ich klan’,
sprach Manheit do vil kleglich,
‘keynen gehelffen den han ich.
[m<>]ich lere auch nit dann: “rit und
rit!”
600 waz mir gehelffen mühte Nit,
sam mir Got, daz tet si gern,
si sprichet dik: “lern,
jung man, nym in dinen müt:
waz din nachgebur tnt
605 mit riten und mit manheit,
daz laz dir inniclichen leit
daz sin lop für dich brichet
tfirnyert er, strit er, stichet,
daz nyd und nym in dinen sin:
610 ‘“er gefürt ez nymmer hin.
sölt sin lop für mich dringen,
ich liez mich ee betwingen
den tod vil snelle zu grabe
und verzert ee alle myn habe.’””
615 sich, alsus hilffet mir Nit
sy ist in den landen wit
gestrewet in menliches müt
558. Hier bricht b ab,
564. meist f, meiste p.
571. vor lere geetrichen: leben p.
582. Besorge f, Gesorgen p.
584. Wirt f, wirde p.
606. nach Daz gestrichen: dir p.
s
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8. Die zehn Sduoestem.
91
ich nem ir helff wol für gat.
machet sie aber ymant daz leben
veyl,
620 daz mäz ich laßen an ein heyl.
[J33»-]sy sal herten iren site.
durch nyt vil vaste wirt gerite,
*daz weiz ich ane zwyfel war.
ich han si wert ein kleines har
625 het ich uff sie nit gegeben
da myne swester künden leben,
sie hett« nit tdrren eugen sich
vor den kftniginnen rieh.
Sich, n& han ich dir gesagt
630 min leit und waz ich hon geclagt
da du mich fhnde in jamers
clage.
ein rede ich dir da by wol sagen:
sit myn swester Mynne ist kräng,
so ist ydes mannes gedang
685 daz er mynne hie und da.
daz machet mich, Manheit, dik
gra,
wan ez dik erzürnet mich,
wan Mynne machet mfides rieh
minen lieben dienern;
640 so dünket ez mich mit gefem
daz sie danne wencket
und iren mdt verkrencket,
[isa»] si enweiz hewt war ümme,
ir sliht fünde, ir krüme
645 jaget dann die widervart.
daz dünket mich ein leben hart
daz si irriten dar nach kerent.
wie sie die wip lerent,
darnach müßen si riden,
618. nach wol geztrichen: Vgnt p.
626. konden f, knnde p.
62H. betten pjf.
628. koningynen /) küniginne p.
638. rieh f, dich p.
639. dynere f.
640. gefere f.
650 wie swer ez ist zu liden.
etlich wip daz ahtet kleine;
die hat den mfit mit mir gemeine,
wann ich auch dez ahten ni/it
daz eim ritter we geschiht.
655 fürschest du aber mynen sin,
wie ich daz mejmend bin
daz mich daz d&ncket nit zu gut?
wie ein wip ist gemüt,
darnach keren sich die man,
660 nit me si in besorgen kan.
dez we mir, we der leide !
si sint nit alle von underscheide :
die doch sint wiplich und güt,
der hat vil kintlichen m&t,
[I34f] daz si nit künnent geahten,
666 mit irem sinne betrahten
daz man in manheit warff
zu tragend wol tusent tugend
darft’
die frawe sprach: ‘diz mfißen
wir lan,
670 du hörest wol daz ich nd han
von wiben keine volleist’
Si verswanjt bLs ein geist.
do sprach sie zu mir ee daz
wort:
‘rit balde und kere vort,
675 und waz du hörest verkeren mir,
daz entrede, also glaub ich dir.
du weist den lanff allen gar
und waz mich machet freuden
bar.’
sus verfur die reine
680 und liez mich do alleyne.
644. Tr Bleichte werde ir ein crtlme c.
646. mich f, fehlt p.
650. es f, jfehlt p.
653. nit pf.
655. Yerstestn f.
659. keret sy den f.
672. Sye v. als f Da t. ab p.
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92
9. Der enifiogene Falke.
V.
Diser sprach ist von dem valken.
[13J '■]
Tnirigen herczen ungemach!
die mynne, die mir manigei” ach
gefrumet hot an mynen dank,
tet mich an frewden also krank
[J54>’] daz ich den sorgen siges jach.
6 truren alz ein sneller hach
yemitten durch myn gedenke floz
und tet mich aller frewden bloz.
swaz mir uz wibez äugen gruz
10 erschein ye durch sorgen büz,
dez waz ich nit gedenkig,
ez waz mir allez wenkig
waz hoch gemüte solte geben.
SOS in unfrucht swant myn leben.
15 Do ich mit sorgen so gerank
daz ez min sele duht zelank,
do wante ich mich balde
gegen eime gr&nen walde,
der dort vor mynen äugen lag.
20 trurens ich mich do bewag
und rante durch den gr&nen kle.
min hercze dulte ein strenges we
und auch gar ein unsanfftez
leben.
do sach ich zelten gegen mir
eben
25 ein frawen, von der ich nfi sage
daz ich sit joch den selben tag
[I35r] so mynnicliche nye gesacÄ,
alz ir myn hercze do verjach.
do ich ir also nahe quam
30 daz ir äugen mich vemam,
do sach ich daz sich die geerte
gein dem walde kerte.
daz tet mich frewden sch&hen,
ich vorhte daz sie fl&hen
35 mich w<e wider in den walt;
dez wart min sorge manigfalt
neyn, sie bleib verhalten,
ich prufft sie leides walten,
alz ich auch sit enpfant,
40 do mir ir kumer wart bekant
do mich die hohe geert ersach,
dy süße mir mit zuhten sprach
ir mynniclichen werden grfiz.
mir maste unkunst werden bfiz
45 s< ich üch von irr schöne
sagen,
snst müst ich an ir lop verzagen,
wart ir myn dank do niht ver¬
ewigen?
nein zwar, hercze, synne nygen
[135»] der süßen mit begirde.
50 eya waz wiplicher wirde
an der gehüm, sAßen lag!
in synnen sie myn hercze wag
wol zu der höhsten krön
und zu dem hymels tron
55 wol an sin gebl&mpten schar,
wie so h&bsch und so dar
waz allez daz ich an ir koz.
wart wip uff erden y wandeis
bloz,
dez m&z ich sie bezihen,
60 daz an ir konde gedihen
zu w&nsche waz wiplich hiez.
Überschrift: nach Diser gestrichen: ist. 82. Sich gern.
2. manigS. 46. an lop ir.
27. gesache. 56. We.
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9. Der etUfiogene Falke.
93
Unlang sie mich halten liez.
eya, sie mir ir nngeferte seit:
‘geselle myn, mir ist leit
65 von ungelAke widervam.
diz mag ich dir nit lenger spam,
ich mäz dir myn nngeverte sagen
und auch myn ungeKike klagen,
ich bin zu seiden nit gebom,
70 ich hon myner freude spil ver-
lorn,
inins herczen kürczwile,
und mit sneller yle
dem nach gerant her in den
wald-
durch myn Verlust wart ich so
halt
75 daz ich ym rante alleine nach,
ey, wie ein schedlicher schach
den freuden myn gesprochen ist!
zwar, yn büßet nymmer list
die wil myn leben turet,
80 wil ich sin die truret.
geselle myn, mir ist enpflogen
ein valk, den ich het erzogen,
daz ich für die warheit sprechen
wil
daz wip noch man ny veder spil
85 so gar mit allem zart erzoh.
ez sücht mich nd daz mich floh,
wenn ich mynen edeln valken
sach,
so swant mir allez myn un-
gemach,
ja het ich aller wflnne hört.
90 nfl vah ich leyder an die vari
da man die freuden sichen zeit
ich bin dem ungel&ke erwelt
[136*] in diser klagenden reyse.
wo sal ich frewden weyse
95 nfl kürczwile suchen?
ich mäz der stunde fluchen
die mir den schaden hat erholt
da von myn hercze unsanffte dolt
für die warheit ich daz sprechen
wil:
100 sit ich die ersten kindes spil,
dy tocken und den bal verlie,
daz mir mit kürczwile nye
so sanfft wart me by mynen
tagen.
ja kan ich nymmer vollen klagen
105 min liebez, trutes vederspil.
min sorge nympt nymmer zil,
sol ich yn so verlorn han.
er waz so schön, so wolgetan,
uz einer so edeln zuht braht
110 daz sin Verlust mit jamer gabt
so tyeff in mjmes herczen grünt!
wart mir ye kürczwile künt,
daz hat sich gar verkeret;
ich byn nü leit geleret
[I37r] eya daz er ye myn eygen wart,
116 sit mir sin fluhtliche vart
mit leide also zu herczen gat!
geselle myn, nä gib mir rat:
waz griff ich an daz darzu tüge
120 daz mir myn leit benemen
müge?
und ez myn synne zu rehte
spehen,
so müste ich üch von schulden
jhehen,
und düht mich niht an truwen
krank.
ungelücke und truriclicher swank
125 mit mir ranten in den walt.’
86. erzoht.
86. l. socht^ daz = daz ez. vor floh
zioei Buchstaben gestrichen.
90. wort
112. mir aus mirt.
125. taten.
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94
9. Der entflogene Falke.
Von irem jamer wart ich so
halt,
der süßen ich m3ni trösten
sprach :
‘frawe, duldet ir nngemach,
daz ist von kleinen schulden;
130 daz laut von üwem hulden
mich nü vertriben.
ir mügt noch fro beliben,
swy joch der valke si verlom.
ez ist mir sicher an ewch zom,
135 ob er nü gar verlorn ist,
so könnet ir doch denselben list,
f/57*l daz lat an ewch werden schin.
ir sölt nit lange an valken sin.
ist ewch der valk nü enpflogen
140 den ir selber habt gezogen,
bereitet und geleret,
di knnst von ewch verkeret
w«rd an ein rotes vederspil,
dez ich ewch hür beraten wil.’
145 si sprach: ‘ne3m, trutgeselle myn,
Got dank dir, daz sal nit sin.
da wil ich fürbaz wesen von
daz nymmer me keins valken
won
in myner pflicht werde gesehen,
150 daz laz ich nymmer me be-
schehen,
sit mir myn liebster ist enpflogen,
den ich so zertlich hon erzogen,
ez heißet wol geungebildet
daz sich der mir entwildet
155 hot den ich so zertlich zoch,
sit daz er uz der schaln kroch;
und waz er valken site kan,
die lerte ich yn sich nemen an.*
[138»-] ich sprach: ‘vil reine frawe zart,
160 nn haltent wiplich art
und lerent auch mit zühten ela-
gen.
ir sült so balde nit verzagen,
vil liht ob er noch fnnden wirt?
durch üch myn Wille nit verbirt,
165 ob ir sin wüllt gemchen,
den valken rit ich suchen
hin in den walt, so ich best kan.’
Si sprach: *nein, getrüwer man,
daz geb mir sünderlich ein leit
170 verlörest du din arbeit,
und wer mir durch din tröwe
zom,
wanne sicherlich, er ist verlom.
ich prüfe daz besnnder
an mir, daz ist ein wunder.
175 un sinnen jener heißen mnz,
und wörd mir allez leidez buz.
ich sag dir wol und ist auch war:
ich hon den valken manig jar
erzogen, daz ich nye enpfant
180 daz billich an ym wörd gewant
[i38 *1 Untat, nntugent, alle unart;
ich hett yn allez dez bewart
daz man an vederspil verkert;
ich hett yn ördenlich gelert
185 daz er daz luder gern nam.
er wart auch sit ny u^tderzam
daz ich yn dez ersten bereit,
daz mich snnder zu wunder leit
wie ez ymmer möht geschehen,
190 wan ich hab anders nit gesehen
von ym dann snellen, gyrigen
stoz,
wenn ich ym für daz luder schoz.
129. vor üt gettricken: lan. schöldet
143. War dann.
156. d* schaln aus daz er.
162. nit fehlt.
175. In sinnen.
186. vnderzam.
187. Daz K, fehlt p.
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9. Der etUflogette Falke.
95
daz hat er hAt geschähet,
der mich so töblich flühet!
195 ich het ein wil gedingen
mir s< noch baz gelingen,
do ich ym für daz luder schoz,
do wond ich aber daz er den stoz
nicht lenger sült meyden.
200 do kond ich wider reyden.
do er mir also nahe quam
daz er myn schryen wol vemam,
[139»-] do kert er mir den rücken,
mit sneller flüge dücken
205 sach ich in die lüfften hoch
fligen ser und daz er zoch
hin über jenen walt hinweg,
er waz der fluht also kek
daz ich alle myn synne wen
210 daz ich mich dar nach ymmer
sen
daz mir die selde icht me be-
schehe
daz ich yn ymmer me gesehe
den liht in wilder wise.
ich wil dem dürren ryse
215 tun nach der türteltuben art
enpfelhen mich, di daz bewart
daz sich ir rüe dez verwigt
daz si nach irr verlüste pfligt
ir rüe uff dürren esten.
220 ich kan mich freuden gesten
und sorge, die mich nit yerbirt.
ich weiz, wo er gevangen wirt,
do Wirt sin nit so wol gepflogen
alz ich sin pflag uff allen wegen.
[139*] daz git mir sünderlich ein leit
226 von myner wolbescheidenheit,
die ir an miner tröwe speht
ez waß allz sin gevider sieht,
an keyner stat gestrübet.
230 ich het yn auch gehübet
und beschuhet also weydenlich
daz er wol erkant daz ich
in hete in allen sinnen holt,
nn fürt er hin daz rode golt
235 und auch di glanczen schellen,
do ich die hört hellen,,
die düngen in mynes herczen
grünt,
do wart mir alle myn frend en-
zünt.
sol ich yn nü verlom hon,
240 so wil ich frewden wesen an.
er lebe auch alz ez ym ergee,
doch weiz ich daz sin nymmer
me
gepflogen wirt alz ich sin pflag.
min fliz an ym zu male lag.
245 sit mich daz nit geholffen hat,
so kan dez nymmer werden rat,
[140»-] ich müz in leide swinden.’
Sie ving an hende winden
und want sich von mir hindan.
250 sie sach mich tmriclichen an,
mangen seoffczen sie do lie,
der uz irs herczen gründe gie.
sie sprach mir tmriclichen zu:
‘geselle, mjnien willen tü,
255 rit heim, din süchen daz la varn,
so wil ich riten auch myn schäm
hin zu der freudenlosen diet,
die sich nit wann leides niet.
wann wiß: din süchen hat nit
frnmen.
260 die zame ist ym nü benumen,
200. ich p, er i2.
209. wene.
216. di sich dez.
249. hinden.
266. l. auch nit spam ?
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96
9. Der entflogene Fdüce.
daz er die l&te scbüliet
und allez loken flühe^/
ich sprach: ‘frawe myn, daz ist
mir leit.
ich liez durch kein arbeit.’
265 si sprach: ‘nein, trutgeselle myn,
la sin, la sin, ker wider hin.
Got müz dich in hät han!’
sus schied die werde von mir
dan.
[140'] ich hielt ein wile und sah ir
nach,
270 ir waz zu der widerferte gach.
sie furt leides mit ir vil.
Wer myner 1er volgen wil,
der sage den reinen wiben dank,
wanne ich zele alle trAwe krank
275 gegen reiner, werder wibez
trüwe.
auch wil ichs sprechen ane ruwe:
ich wen daz trftwe nyndert sie
wont sie nit guten wiben by;
diz ist mir von yn worden kdnt
280 nu wünschet daz ein selig fünt
ir kürczlichen wider ge,
der sie nit laß truren me.
dez günde ich ir, uff mynen eyt,
als myner selbs selikeit
10.
Das Minneturnier.
[SS»-] Ich thummer such der hoffwyß
drytt
und wer im schympf und ernst
gern mitt,
wie wennig ich der sytten kan;
dienstlicher man sol undertan
5 sym obem altzyt wesen,
dar in laßt mich genesen,
es ist nit das ich wen,
ich hauwe vil grober spen;
so ich bruch allen flysß,
10 gar wennig ich umb rysß
im zyrckel Gottes wunder,
der ich deheynes besünder
nymmer mer hergrund.
und ob ich eynnig kund
15 was alle menschen künden,
noch mocht ich nit hei^nnden
des vantasy mich reytzt
hie mit sy ab geschneytzt
mynr kmmmen est uß flechten.
20 ich bin verfaßt dem rechten,
das alle nndatt strafft
gar dick myn lyb entschlafft
und übt natürlich rüge,
so fug und auch nnfüge.
25 mir wircken seltzum treym
gemelt, und nit geheym,
mir die zn halten zympt,
[88»] durch was man gutts vernympt.
262. fl&hen. 276. Doch.
264. liez = liez ez.
Zu 10.
1. V. 1 bis 4, 189 bis 196 und 833 bis 860 26. nit] auch.
sind vierhebig, aUe andern Verse dreihebig.
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JO. Das Minntturnier.
97
nnbillich man das birgtt.
30 das merckt: ein träum der wirgtt
mich reden diß gesprech.
die leng ich gern ab brech
und nem an mich die kfirtz;
wie ich den träum besturtz,
35 so bricht er neben uß.
Wirt ein verlengen dmß,
dar in habt kein yerdriessen.
mit kurtzer red beschliessen
mag nieman diß geschiecht,
40 wie mich der träum anyicht
den ich uch hie entdeck,
ich bitt mich nieman weck
biß ich den bring zu end.
dem anfang ich zu lend.
45 Mir traumpt eins nachts so sQes
als ob frauw Myn durch grues
mit wachen mich begrueßt.
min schlaff der was gesneßt
zu kurtzwyl menger hand,
50 dar in ich sichtig vand
wie das frauw Abentür
hett diesen meyen hiir
geschlagen sich zu yeld
unfer by eyn geweld
[89»-] und ein gebierg zu thal,
56 uß dem ein wasser schmal,
doch schiffrich, groß dett fliessen,
dar ob zu sammen stiessen
gebierg, geweld und anger.
60 die breyt, wie wytt noch langer,
das han ich nit gemessen,
der anger was besessen
mit freudenricher schar,
zu erst do ich blickt dar
65 yor liechter son uff brehen,
da hett der thauw mit trehen
blum, laub und graß benetzt,
eyn yds sich des hergetzt
des sin nattur begert.
70 in dem ward ich herfert
durch yil der yogel stim,
die tratzlich süeßer grim
uff schrien gein dem himmel,
ee das des tages wimmel
75 die morgen rot yerzuckt.
es lag auch noch geschmückt
sueß lieb in beides arm.
die morgen wind, senfft, warm
herzeygten sich dem tag.
80 ‘Nun me ich sehen mag’,
dacht ich in mym gemüett,
[SS«-] ‘was doch des meyen güett
mit wftnder hie bescheyn.’
her und dar alleyn
85 spatzirt ich ungeirtt;
in dem myr sichtig wirtt
eyn gebierg, sam wers gemeld,
dar in der wunder seid
mengfaltig was behußt,
90 yil stett und schloß yerklußt,
für alls benotten yest;
US dem yil werder gest
frauw Abentur zu zogen,
ich wand des sin betrogen
95 durch yttel zauber list.
das wunder das hie ist,
dem wißt ich gern sin end.
ich dratt mynr drytt behend
biß ich yand eynen grysen;
100 den batt ich gütlich wysen
mich diß yerwundem wild
und wer uff dem gefild
die groß yersammelung wer.
er sprach zu myr: ‘dritt her,
105 hie by uns in dem berg
54. eyn radiert aus eym. 72. l. süeßes grimmen (: stimmen)?
Deuitobe Taste daa Ifittalaltan. XXIV. "J
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98
JO. Daa Minneturnier.
da wont ein kleyn gezv erg,
der dich des grundes bericht
was wirckung hie beschicht.
|»0'-]die hat sin eynnyg haut
110 in silier stein want
gemalt und uff geschriben.
all ordenung wirt getriben
wie er die hat gesetzt;
sin list dich nach hergetzt
115 und Wirt dir selsam sin.’
ich sprach: ‘ach, frunt der Myn,
so w.vßt mich zu im dar!’
er sagt zu myr: ‘nym war,
doii. siestu groß ein thor,
120 da finstu hangen vor
zu yder syt ein schilt.
Venus, die göttin milt,
den ein hatt uff geschlagen;
den andern an verzagen
125 frauw Abentür mitt krafft,
die diß versammelung schafft,
hat drostlich dar gehangen,
was yden dutt gelangen
zu ritterlicher just,
130 des fint er allen lust.
dar by nym eben gaum:
vil schilt an eynem bäum
sind by den schilt gehencktt.
wie im der man gedencktt
135 zu tryben ritter spiell
l-W'-Jund er das tryben will,,
ein schilt er dar von fintt.
des zeychen im begintt
wes er sich halten soll.’
140 ‘myn frunt, ich merck uch woll’,
sagt ich hin zu dem alten,
‘glück myns gangs muß walten,
das mich der zwerg in laß.’
er sprach: ‘er ist der maß
145 das er dich gütlich heltt
und sich zu dir geseltt,
auch gütlich underw'yßt.
all gest hand in gebryßt.’
Des abscheyds ging ich hin.
150 der zwerg der ließ mich in
mit züchten menger frag,
ich was mynr antwort trag,
den er was myr zu kläg.
er redt: ‘gesel, mit fug
155 laß uns zu sammen sitzen.’
sinrich, spitz mit witzen
was all sin red gethan.
‘bistu ein edel man,
syt michs bedunckt, das sag!’
160 ich antwort im den tag
mit so getannen fluchten
und mit den besten züchten
die ich herdencken künd,
so das im nit myn münd
[•‘^^''Imin namen dett bekand,
166 auch nit von wellem land
ich kommen was biß dar.
‘wie ich vil land herfar’,
sagt ich, ‘das ist myn ger,
170 des bin ich kommen her
zu dieser fremden schanw.’
er sprach: ‘hie lytt myn frauw.
frauw Abentur, mit macht,
die hatts also betracht
175 das sie des meyen zyt
wil haben kempff und stryt,
turnnyren, rennen, stechen,
schilt, heim und spieß zurbrechen,
jagen, beyssen, schiessen.
180 wes yder mag gemessen,
des flnt er feylen kauff.
dem laß ich sinen lauff
und sag dir von der sach;
diß ordenung, die ich mach,
185 die ist also gethan:
185. also so.
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10. Das Minnetumier.
99
wer ernst und schympf wel han,
der fint by myr bescheydt,
und ist so an geleydt:
den ersten schilt hat Venus
190 für myn thor gehangen sus:
wer pflegen wol gerechter mynn,
[Ol «>] das er der sueßen konigynn
gehorsam sy und irm gebott.
der ander schilt zeygt an die rott
195 die hie myn frauw versammelt
hat.
‘frauw Aventür’ geschriben stat
hoch an des schiltes ortt,
dar nach von wort zu wortt
was ir brieffeleye sy,
200 dem nach auch dar by
wie sie thut fried gebietten.
wer sich wil arbeyt nyetten
nach ritterlichem pryß,
der hütt vnd sy des wyß
205 das er kein Unzucht bruch;
er nympt vil bdsem struch
denn ye gedett her Key.
min frauw wil das der mey,
den Gott so hatt gebluembtt,
210 von ir werd auch geruembtt
uff aller cristen ter,
syt uß den landen fer
Wirt vU versammelung hie.
ir gnad fnrwar ist die
215 die menger wunder wyltt.
die dritten meng der schyltt,
des baums gehengt on zal,
da fint ein yeder wal
was er gern aventurtt.
[9-2»-]ist er zum ernst gestürtt
221 und klopfft an schilt den hohsten,
so kom ich und vertrösten
eins kempff genossen sin.
wes me3rnung dan erschin
225 zu rennen mit den spiessen,
der mag on myn verdriessen
klopffen an schilt den andern,
er darff nit wytter wandern,
er flysß sich und sy klug;
230 ich send im zu siu fug.
also getts für und für.
was yder wel und kur,
so er ein schilt an klopfft,
so komm ich zwerg gehopfft
235 und schick im zu sin man,
der ritterlichen kan
des wercks des er begertt.
und wen dan sich verrertt
der Schild beduttung ‘hurttir!’,
240 so vacht dan an ein thurnnyr
und gesellen stechen darnach,
wem sy zu dencken gach,
der arbeytt und sy vest.
by diesem ettlich gest
245 mögen schiessen, beyssen, jagen;
wer dan sin sund wil klagen,
[92 »] der fint auch Gotts gezirde.
gantz aller lust begirde
wirtt lutzel hie vergessen.
2.50 gesel, wir sind gesessen
ob diesem ding zu lang,
woluff mit myr, und gang
zu hochgebomen kinden,
da machtu furbas finden
255 das wesen das hie ist.’
Ich sprach zu im der frist
mit dancken und mit nyegen:
‘min knuw das sol sich byegen
uch, frunt, zu dienst alzytt.’
260 er sagt: ‘sieh uff, hie lytt
der suessen Mynn frauw I
ir paflyon an schauw,
dar uff Amor, das kind,
dar by ir ingesind
212. lande mit Rasur am Schluß. 237. Attraktion des Demonstrativums.
1*
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100
10, 7Ms Minnetnmier,
‘26r» mit einer meng groÜ.
frauw Aventtür nit bloß
lytt zu der andern sytten,
dar macht du gen und rytten
biß dir werd gar besichtig
270 und gentzlich wol berichtig
gantz aller dieser handel.
mit Urlaub furbas wandel.
0
gesel, zu gutem heyl.
ich muß zu mynem teyl
hie wartten mynr gescheft't.
276 ee mich zu hoff verklefft
der schwatzlüt gifftig zung;
der alt und auch der jung
sind klein dar für gefrytt.’
280 ‘ich bit uch, fruntt, nun bytt’,
sprach ich, ‘und hortt ein klein,
sol ich nun fnrbas eyn
hie wandern unbekant,
des sorg ich sin geschant.
285 vil ludt zu hoff sint nydig;
des wirt der gut verstossen dig,
der arg hien zu gelassen.’
Der wil kumpt nß der massen
ein recht geschickter man.
290 der zwerg der sprach in an,
gar gütlich er in batt
und sprach der selben statt;
‘gesell und frunt der Myn,
lasß dir bevollen sin
295 den fremden gast by myr.
usß ferrem land sin gyr
hatt in getragen her
zu freyschen dieser mer,
die hie herwachßen will.
300 nym hien und für in still
zn seltzammer presentt
dinr kongin hoch benentt,
der dn durhutter bist
ir gnad sich kluger list
.305 Wirt gein dem gast gebruchen.
min gast, hütt dich für stmchen
die kungin ist subtyl,
sie hat unzalber pfyl
in ir, der Mynnen, koecher.
310 ir stahel schmytzt die locher
durch dusenffaltig mum;
mit irm gewalt an dum
herst sie on alles myttel,
doch .schont sie ser der spytteL
315 da arm gebrechen sint
Amor, ir kint gefint,
schwebt ob ir in den Infften;
gewalts myt ubergnfften
zwingt sie offt wyß und thum.
320 nun, gast, ich ker mich am,
zytt ist es das ich ge.
ir beyd, myn frund, ade!’
Hie mit der zwerg abschied.
der ander sprach: ‘ich ried
325 du blibst ein klein wyl stan,
so wil ich yllens gan
der kungln Venns sagen
was dich dutt her betagen,
und wider kommen schnei.’
[94 '■] ‘ ich danck uch und gehel ’,
331 sagt ich; er ging nnd yltt
die zyt gar unverwyltt
schauwt ich der göttin zeit
nnd meynt nit das die weit
335 so rychen hört vermöcht.
Amor, das kind, herh6cht
in guldem tabemackel,
hett in sinr hend ein fackel
von eym karfunckel stein,
340 des glast so liecht herschein
sam wers ein hitzigs für.
so hett frauw Aventtür
uff irm gezelt ein affen,
der was also geschaffen.
336. danach gestrichen: Hett jo sinr hend f.
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10. Das Minneturnier.
101
345 er ließ nicht unversucht,
umb kurtz so wil ich flucht
von dieser meldnng nemmen
und mflß mich doch des schemmen
das ich nit gar herzel
350 und vü der ding verhel
da fürstlich kostbarkeyt
was großlich an geleyt,
auch listen, seyl und horten,
und wie von wort zu Worten
355 al zeltt da warn geschickt.
[94*] min m&nt sin vil verzwickt,
das myr benympt die leng.
Als bald durch ein getreng
kam myn geselschafft schier
.360 und sprach; ‘gett her mit myr,
min gnedig frauw die gert
zu halten unverkert
uch für ir hoffgesind.’
des gangs was ich geschwind,
365 dan al myn gird dar strebt,
ich dacht: ‘ich han herlebt
das ich der mynn göttin
zu hoffgesind benent bin.*
mit willen yltt ich dar
370 da ich die gottin klar
fand in herklertem schin.
‘du solt enpfangen sin
zu wilkum Gott und myr!’
sprach sie; ich neygt zu ir
375 min biegen, wie myr zam.
ir hendlin wisß das kam
mir schlechten knecht gebotten.
zu Engellant und Schotten
herlebt ich nye der er.
380 sie sprach zu myr: ‘sitz her
und sag uns, wenn und wie
du kumbst und wes dir hie
[.95'-]der kumpanny behag.
365. dem schwebt.
375. I Mit f
kung Arttus mengen tag
•385 vertreyb uff Florischantz ;
der zytt offt krön und krantz
wart ritterlich herworben,
hie ist noch unherstorben
meng ritterlicher heltt,
390 der hab wir uns geseltt,
frauw Aventtur uud ich.
wir wollen lassen dich
der ritter wunder sehen
und vil hersufftzter trehen
395 usß liechten äugen wallen,
so ritterliches vallen
der blummen färb bedeckt
und lieb in lieb herschreckt
durch myns gewalts betrang.
400 sie sind in mynem zwang
die hie der lieb begern.’
Ich sprach: ‘by mynen ern,
min durchherluchte frauw,
mit an gefallem tauw
405 hüt fräw au diesem morgen
ging ich mit mengen sorgen
umb schweymen hien und her
und nam zu lest myn ker
zu eynem zwerg gantz reyn.
[95 "j der ist sins ly bs ser kleyn,
411 sinr synn doch hoch, gegrößt;
der hat myr gantz entblößt
diß wesen und geschieh,
von wunder ich herschrick
415 so ich im nach gedenck.’
ir gnad die sprach: ‘nit wenck!
der zwerg acht dich, myn knecht.
des machtu schauwen recht
gautz allen diesen handel.’
420 ich sagt: ‘gnad, frauw, on wandel
bin ich des diensts herfrejrt.’
ln dem so kumpt bereyt
890. l. Dem (Den f) R.
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102
10. Das Minnetumier.
ir frauwen zymmer gantz,
mit menger blumen krantz
425 geschont und wol geschmückt,
da ward sich dieff gebückt
von den gefinten w'erden;
ich weyß nit mer uff erden
der kostberlichen macht.
430 ir waren in myner acht
der Jungfrau w ob druhundert,
eynr kleydung usß gesondert
von yttel Scharlach rott.
myn gnedig frauw gebott
435 sich schicken zu der mesß,
und ging usß dem besesß
[^’ö'-jin sunder ir gemach,
das under zeltes dach
was an ein ort gestelt.
440 eyn schub sie ab ir velt
und schmückt sich, als sie wolt,
ir har gebend von golt
und liechter robin gym
(die zal ich kleyn bestym),
445 dar uff ir kunglich krön;
die was so wercklich schon
durch steyn und golt geflochten
das wennig menschen mochten
herkennen sollich gemecht.
450 noch was es mynder schlecht
al umb zu allen orten
mit sueß gerümpten Worten.
Amor, dem kind, gemeß
der kungin schons geleß
455 was schynbarlich gegentzet.
biß uff ir brust sich glenzet
ir schons gebrech lieplich,
dar under hett sie sich
bekleytt mit guldem stuck,
460 sam hett ir wunschlichs gluck
zu franden das geweben.
ich meyn nit das im leben
ir nicht geliehen kund.
[öo*'] wer ir nit guttes gund,
465 dem sy die lieb gehasß!
Mit dem herblickt ich daß
ob dusent ritter und knecht
zu dienst nach irem recht
mynr frauwen gnad zu trungen.
470 dem was nit wol gelungen
der ir den rock nit trüg;
dan weller mocht mit fflg,
der trang zu nehst hien by.
der höchsten fürsten dry
475 der furten zwen die tock,
der dritt trug ir den rock
zu priesterlichem ampt
da wart gar unverschampt
der müßig don gesungen
480 usß franßsos welscher zungen.
ob funfftzig cantor warn,
die künden offenbarn
süeßlich das göttlich lob.
dem selben schwebt auch ob
485 künstlicher orgennyst,
und als zur selben fryst
das ampt gesungen wartt,
von stund man sich da schartt
zum essen yederman.
(^7'-]iang sag ich dar von han
491 mit willen ab geschnytten,
denn vil ludt han den sytten
das in knrtz red geveltt.
auch hat mirs gluck gesteltt
495 mynr arbeyt klein genyessen.
usß dem volgt offt verdryessen;
ich zeyg den kurtzen weg.
Die maßenny nit treg
423. l. glantz ?
427. dem.
441. l. solt.**
4Ö0. nynder.^* R.
494. michs.
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10. Das Minneiurnier.
103
dem essen nach sich schartten
500 mit partten wider partten
zu ritterlicher wer.
da was gantz alles her
zu rosß und fusß enbor.
gern wolt ich reden for
505 von aller ordemmng,
so hat Venns myn zung
zu dieser red verletzt,
gedieht wil sin hergetzt,
mnssig, an verdriessen.
510 salt myn gedieht herschiessen
usß angezeygtem boßen,
so kem dar usß gefloßen
ein michel grosses buch,
das wer mir yetzt ein fluch.
515 dar umb gar offt ich zuck
[97 *] und setz zu gnad und gluck
dem ich hie dienstlich schal,
solt ichs benennen al
von frauwen und von hem,
520 eym yeden sin lob mern
mit wesen, was und wie,
wie dieser, der und die
sich hant die zyt gehalten,
des kund her Wolffram walten,
525 von Eschelbach genent.
wer sin gedieht herkent,
min meynung hie vemympt.
doch sag ich, als mjr zympt:
ein für genommer platz,
530 dar uff man trutz und tratz
mocht ritterlichen bruchen,
zu vallen und strnchen
was er verfaßt in schrancken
mit mengen starcken blancken,
535 zu ring vier dusent schritt,
^estult und hoch gebritt,
mit sammet überzogen
stund dar by uff gebogen.
der frauwen zymer vil,
540 der ich keins nennen wil
denn besunder zwey,
l'^S'^lder was auch diß geschrey:
frauw Aventtur und Venus,
die der sueßen mynn kus
545 in irm gewalt beschlußt.
wes man zu freud genußt,
das Wirt ir presentiertt.
des ging ir gnad geschiertt
uff das gezymmer ir.
550 frauw Aventtur auch schir
kam uff die andern sytten.
ein Zugang und ein rytten
was ubermessig grosß.
da wart gesehen blosß
555 meng sneß gerötter mund,
und in der selben stund
so kumpt das zwerglin stoltz
mit in synr handt ein holtz,
recht wie eins marschalcks bengel.
560 geziert schier glich eym engel
was es in siner watt,
es ging mit züchten dratt
zu beyd den frauwen myn;
den wolt gefellig sin
565 das man den schympff anfiug.
an stett es dannen ging
zu sitzen uff sin pferd.
[yö»] die beyd von der erd
warn dryer eilen lang.
570 zu dem ein trumpter trang,
den hieß der zwerg uff blasen,
wer sich nit wolt vermasen,
der raust da wesen styll.
er sprach: ‘hie ist der wyll
575 beyd myner frauwen gnad
das nyeman red noch rad
zu dem das im nit zym,
und, als ich sie veraym.
536. Bestnlt.
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104
10. Das Minnetumier.
wer eynich unzucht übt,
S80 der Wirt sins libs betrübt
4
synr ern und auch sins gutts,
darumb so sind des mutts
das wir behalten zucht,
so nyessen wir der frucht
585 die uns der mey hie pflantzt’
Das zwerglin hopfft und dantzt
zu synem berg gar schnell;
da was die hamnasch zell
der ritterlichen fürsten
590 und aller der gedürsten
zu pflegen ritters ampt
die wurden da versampt,
wie das was uff gemerckt
was yden dar in sterckt,
595 de« fand er keynen mangel.
[»»»•l des hat der mynnen angel
verschlickt meng küner tegen.
der pfleg der priester segen.
wer her kumpt, der muß hin;
600 verirtt ich aber bin
und für mich selber us.
der trumpter zu dem sus
der bliesen mennig hflndertt,
da yede schar gesundert
605 hien zogen uff die ban.
sagt ich nun wie sichs an
des ersten hat gefangen,
so han ich mich vergangen
und kan dar von nit lan,
610 ich laß hie mit bestan.
fechten, stahel trennen,
thumyem, stechen, rennen,
dantzen, sagen, singen,
nach pryß und ern zu ringen
615 was da kein underscheyd,
dann suchen alle freyd
ein tag und alle tag.
gespött ich mit myr trag
595. Des R., Dem h.
SO ich uch nit entschliesß;
620 des durch der leng verdriesß
sich birgt hie myn gemnett.
es ist diß meyen güett
by Arttus nye herhortt
[99 »] ob mich myn tranm betortt,
625 das habt myr nit vor übel;
ein bader lobt sin knbel
für alls sin hnß gesind.
mit schäm ich hie verbind
biß fürbaß zn dem end.
630 Venus, myn frauw, behend
all ritterschafft wol kantt,
der sie myr wennig nantt
sin was myn frag auch kleyn,
dann myr geviel der eyn
685 für all die andern da.
die zytt was kommen na,
schilt, heim und spieß sich spryß-
ten,
so daß man den gebryßten
ir ritterlichs justiern
640 durch alls gezung gloriern
mit red all tag da pflag.
myn frauw die sprach: ^nun sag,
wer ringt nach danck dem besten
nnder allen diesen gesten?
645 das wil ich von dir hom.’
ich sagt: ‘ach frauw, betorn
mocht mich myn taube wyß,
sie streben all nach pryß;
ye doch gevellt myr der
650 der alle tag zucht her
geferbt rot, schwartz und wysß.
[ioo'-Jnach sym herschynten glysß
so ist er furst groß mechtig,
sin dienstlüdt all eintrechtig
655 sind in sin färb beschnytten
und üben manlich sytten,
sam wem sie held mit al.
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10. Das Minnetumier.
105
deß fürsten senlich qwal
dütt nach den eren dnrsten.
660 herblickt ich ye kein fürsten
begabt mit hoher tugent
in so gethaner jugent,
so meyn ich das ers sy.
er dntt sin ding so fry
665 als hett er riesen sterck,
sin lyedmaß ich nit merck
in so gethaner krafft,
sin hertz und wil verschafft
das im zu lob gelingt.
670 den danck er hynnen bringt.’
Min gnedig frauw die sprach:
‘min knecht, in mym gemach
red wir mit muß dar von.
er ist myn liebster son,
675 das wil ich dir urkunden
und so sin wesen gründen,
dar in du ine herkenst
und billich für den nenst
[/oo^ider aller tugent wyelt.
680 unlang so wirt gespielt
diß wesen uff ein ortt,
so mog wir wort zu wortt
von dem und anderm sprechen,
hab acht der Stangen brechen
685 und vil der ritter val.
din furst hatt unser wal.’
Hie mit ging zu die wyl
das man durch müed mit yl
der arbeyt rüg begert.
690 Venus, myn frauw, die kert
zu irm gezelt hien wider,
in irm gemach sie nyeder
sich satzt uff ein gestüel
und ließ ir bringen kfiel
695 getranck und auch von spyß.
die listig göttin wyß
hieß all die im usß gan
709. JiinUr ewigs gestrichen: alle.
und sprach: ‘myn fremder man,
wie liebt dir diß gevertt?’
700 ich sagt: ‘myr ist beschertt
myn zyt nie größer heyl
dan das ich sol zum teyl
uch sin benent zu knecht.’
sie sprach: ‘deß merck mich
recht :
705 kein ding mag werder sin
dan das in gutem schin
[loir] dem wysen ist geacht.
all ding sind krancker macht
an ewigs ein alleyn.
710 merck uff was ich nun meyn,
dar von wir reden wollen
und billich, als wir sollen,
von dem der dir gevelltt.
den hab ich usserweltt
715 myr für myn liebsten son,
wenn synr complexion
ist er sangwinibus,
under dem stera Venus
unzwifflich geborn,
720 der myn gantz usserkorn
durch all siu vysamy.
ich won im gunstlich by
und han in auch alweg
gehabt in myner pfleg,
725 als ich dan fürbaß wil,
biß in das mörtlich zil
zu dienen myr benympt
sin angeburt die klympt
im romschen rych an myttel
730 wol glich dem hohsten tyttel,
so man ubt kunglich wal.
sinr dugent vil an zal
ich yetzt zu melden laß,
[Wi'lumb das ich üb die maß;
735 ab der dich nit verdrieß,
ich sag dir und entschließ
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106
10. Das Minnetumier.
hie wie ich in herkenn,
zu weller zyt und wenn,
und sag also anfangs;
740 Ein kindelin klein und krancks
fliegt myr frauw Seid zu hus;
sin hertzlin lebt dem sus
des ye die mynn begertt.
in dem han ich hernertt
745 den hochgelobten jungen,
biß diß herfur getrungen
ist hie durch all dieß diett.
sin manlich hant verschriett
hut vil der schilt und heim,
750 das für und auch der melm
von siner hurttir stoben,
hört ich nit uff zu loben,
min red sich nummer endt,
sin löblich werck herkendt
755 Wirt dir und andern lütten,
des laß ich myn bedutteu
und bitt dich, hör furbas.
eins tags er by myr sas,
da redt wir menger hand.
760 mit sufftzen er dick wand
[j05'-]sin hend durch vantasy,
sam dett im wonen by
eyn sucht, geheyssen sennen.
ich sprach: “mich trieg dan
wenen,
765 min son, du bist beschwert,
ob dich das kind versert
das Amor ist geheyssen,
so finstu in den kreyssen
noch aller dieser land
770 (des hab myn truw zu pfand!)
nit beßers rats dan myn.
Amor, myn kindt, sinnt pin,
wer nit herkennt sin artt,
und dem zu recht nit wartt
775 des er sich under windt.
741. myr aus mjn.
es sind an im herblindt
gar vil der menschen worden
in aller regel orden.”
‘“min grnedig frauw”’, sprach er,
780 “‘dinr gnaden radts ich beger
altzyt in myner sach,
und ob ich schmertzlich lach.
*
ach, gnedig frauw, das dult!
din kind Amor sin hnld
785 jetzt schmertzlich mit myr deyli,
als ob sichs dieblich geylt
[705'] ist das geheyssen lieb?
ich glich din kind dem dieb,
der gibt und wider stilt
790 min gottin, ob du wüt,
was ist doch lieb, das sag!”’ —
“Min son, was dir behag,
das dun ich hertzlich gern,
dut dich din lieb versern
795 mit heysser mynnen brant,
das gib nur usß der hant.
lieb ist so reyner güett,
sie laßt din stets gemüett
in jamer nit versincke^
800 wilt du der lieb nit hincken
und pflegen ir zu recht
wer lieb zu recht betrecht
gantz ewig, der nit irrtt
mißbruch der lieb verwirrtt,
805 so das der lieb vemunfft
dritt in der narren zunfft
min son, dem biß zu wyß!
hoch an der eren ryß
hat din geb&m geschlagen.
810 des laß dich nit herjagen
keyn zwyfel in der mynn!
Nun, das myr nit entrynn
din frag was lieb doch sy,
[itw»-] die deyl ich dir in dry;
815 all ander ich ver achtt.
772. singt.
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10. Das Minnetumier.
107
die erst mit flyß betrachtt,
das ist die lieb gotlich.
die ander lieb die ordent sich
gantz in den selben flusß.
820 die dritten lieb bringt gusß
der angeborn nattur.
wurd myr das nit zu sur,
ein kleyn redt ich dar von,
min aller liebster son.
825 wem dubyttatt dryfaltig
hatt nnser Got gewaltig
die lieb also gedrytt,
gegründt und hoch gefrytt
wie ich die hie verfasß.
830 die ersten lieb ist dasß:
lieb solt du han ein Gott
und halten sin gebott.
die ander lieb hat ordenung,
wie uns bewyßt die cristlich
zung,
835 sackermentlich in der ee;
nit wytter red ich dar von me.
die dritten lieb ich fürbaß meid,
die bringt uns seid und auch un-
seld;
der nent man mich ein gottin.
840 das ist, myn son, natturlich
mynn,
li05>-]in der sich wenig ich verbirgt
was die natturlich lieb dan wirgt,
es werd geoffent mym gewalt.
dar in ist Übung manigfalt,
845 die dir nit not sind zu herzein.
die höchsten Übung wol wir wein
die mym gewalt geeygent ist.
Amor, myn kind, mit klugem list
hat es gar mennig hertz verritztt
825 am Anfang offenbar verderbt; l. Von
drinittatt ?
833. Vgl. Anm. zu r. 1.
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850 und sich dar in heymlich ge-
spitztt
mit stich der mynn zu allen
ortten.
ein loß geberd in werck und
wortten,
getaubt, gebient mit offen äugen,
yetzt offenbar, dan Stil und
dangen,
855 yetzt rot gef erbt, dan gel und
bleych,
yetzt hertts gemüett, dann lind
und weych,
yetzt verzagt, dann keck und
fry —
das wont, myn son, den menschen
by
die der lieb nattür gebiertt
860 und in ir hertz gegossen wirtt
von angebomer krafft.”
Er sprach: ‘“myn frauw, so
schafft
din kint gar wenig rüg.
ist sin gewalt so klüg
865 die hertzen zu herschlictien,
was mags din gud geriehen
das du im das verbeugst
und nit mit rätten zwengst,
[loir] es ein masß behalt?
870 sin mütwil so ver alt
und wird dar in herkecken,
mit rätten noch mit stecken
herlaßt es sich sinr dück.
ich wen es dien zu gluck
875 und gar zu hohen em,
wer sich beger zu kern
dir, Venus, frauw, zu dien,
841. ich = icht.
856. vor weych gestrichen: ble.
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108
10. Das Minneiurnier.
wen uß dem kung der bien
sugt man das honig seym;
880 das meynt ich in geheym
uß dir in mich zu ziehen,
eyn schrecken und ein fliehen
Amor, din kint, myr zeygt.
und so myn hertz sich eygt
885 ZU pflegen rechter lieb
und ich mich gantz hergieb
dienstlich der lieb uff gnad,
so kümpt zu frü und spad
din kind mit vil der schertz
890 und dnnckt sich sin gehertz.
im gilt myn schmertz gelich.
sind zwey in diesem rych
die sich zu sammen sennen,
die dutt din kind verwennen
895 in zuversiecht all stund,
ir beyder hertzen wund
[ioi'jwerd gluck zu sammen fugen,
ich muß myn jamer rügen,
was ist für sennen gutt
900 da zweyer hertzen mfltt
eins willen sind vereynt
und in der tag bescheynt
ein finster, bitter nacht?
min gnedig frauw, betracht:
905 ist des din ^ad gelobtt?
wüett so din kind und dobtt
nach dinr gethanen sag,
so glaub, myn frauw, ich klag,
bin ich gebom dym kynd.’”
910 Ich sprach: ‘^myn son, nit lind
ist rechter lieb herobem;
lieb laßt sich nit herkobem
mit wünschen und gedencken.
bekrencken und versencken
915 dutt Übermaß der ding,
merck, son, wenn dir geling
so das din lieb herjag
des sich din hertz yermag
zu lieb für ander all,
920 so mit bedenck den schall
nach dym gevallen ewig,
im hymmel wont der selb sig,
hie ist er uns benommen.
[i05»-]keyn lieb ist hie volkommen
925 dan gotlich lieb die eyn.
natturlich lieb ist kleyn
der lieb gelich zu achten,
dar in soltu betrachten
was sy der underscheydt.
930 liebt dir ein schone meydt,
das ist ein lieb natturlich.
die nit bedenck sin ewiglich,
das dich din Glot nit straff,
hütt dich auch, nit verschlaff
935 die ewig lieb durch zytlich!
unratt dar in vermyschtt sich
wer lang dar in yerbytt.
halt rechte masß und zytt
in allem dym gefertt,
940 so Wirt dir nit yerkertt
yon Gott und auch der weit,
und als din frag sich melt
was gut für sennen sy,
da pfleg der artzenny
945 mit so gethaner witz:
laß das daß wyter sitz
dan du es macht herlangen,
die lieb ist kleyn yerfangen
die man nit mag herreychen.
950 man ner sich dan im zeychen
das rechte lieb usß streckt
[iOö'] durch hoffenung herkeckt
gar offt der menschen hertz.
die lieb übt yil schmertz,
955 dar mit man sie herkenn.
878 /■. scheint verderbt
933. din] sin? B.
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UMVERSITY OF CALIFORIMJA
10. Das Minnetumier.
109
glaub, wen ir füer brenn,
der muß sich senfftlich küln.
usß wütten und usß wUln
wie unvemunfftigs schwyn
960 Tolgt mengem menschen pin.
min zarter son, das merck:
ub altzyt manlich sterck
in allen din gemüetten.
lytt ichts in dir zu brutten,
965 das schlach dir usß dem synn.”
Er sprach: ‘“myn kunyg5mn,
min lieb die laßt nit sich
zu mym gevallen mich
meynstern wie ich wil.
970 mag man der mynn spil
dan alweg so uff stossen,
so sind der mynn genossen
unstet und wanckel mnttig.’”
ich sagt: “myn son, bis guttig,
975 verstand mich als es ist.
by Wesens dir gebrist.
du bist versert durch myden,
das mustu guttig lyden
oder also dar von lan.
[;o6'']nit altzyt mag man han
981 das sennlichs hertz begert.
gerechte lieb verkert
sich nit durch keyn abwesen,
ich wil zu dym genesen,
985 min son, dir hilfflich sin.”
‘“gnad, gnedig frauw die Myn’”,
sagt er an, ‘“steett zu myr!
hilff, radts und 1er von dir
bin ich altzytt begem.”’
990 Ich sprach: “wir wollen kem
von dieser dispetatz.
villicht vind wir ein schätz,
der uns auch kurtzt die wyl.
min son, nit geh noch yl.
995 dym zom laß nit sin krafft.
halt dich dinr meynsterschafft,
so blybt din macht und rüm.
in diesem keyserthum
ist dir keyn furst geglicht.
1000 de^ hat dich Got gericht,
dem gib des er und danck!
dins regements anfanck
bedenck, allweg sin end
in Gott, dym schopffer, lend.
1005 nit din, sin will der werd,
dan was dir tregt die erd,
deß bistn pfleger sin,
[loe*] sin ist es und nit din.
gerichts und rechts pfleg wyßlich,
1010 parthyg nieman rechts ab brich,
verwyeß din furstlichs ampt
so das dich nit verdampt
die urteyl sinr gericht.
mit land und lütten vicht,
1015 wer dich tring wider recht,
din ritter und din knecht
halt vest, sam dun sie dich,
nit allen mißbruch rieh,
offt gnad für recht bewyß
1020 und biß doch nit so lyß
das man veracht din zom.
mach dich dym fynd ein dorn,
so dich sin aug anblick.
im hertzen nit herschrick
1025 ab grnsamlichen mern.
dinr land und ludt beschwern
mit wysem radt betracht,
nit über letist din macht
mit mengem last zu groß.
1030 lasß dich nit finden bloß,
geschickt zu diner wer
din jerlich nutzung mer;
wan nympt sie deglich ab.
962. Vb radiert aus Vsä. 1006. dir = dar.
992. vnd. 1028. l. lest? H.
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110
10. Da^ Minnetnrnier.
du kumpst zu krancker hab,
1107'] ich zeygs uffs kurtzst dir an.
1036 was dir sy underthan,
das schyrm mit hoher truw
und allen unfryed schuw
da man dich friedlich laß.
1040 hab flysß gerechter masß
zu fryeden und zu vechten.
bedenck das mittel flechten
im höchsten ist geflochten,
zu vil noch lutzel mochten
1045 im lob noch nye besteen.
auch laß din schympff zurgeen
so er dich dunck im besten,
ein stetige ubergesten
lert kästen und die keller
1050 und brucht gar vil der heller,
der man zu nott bedarff.
ich weyß din syn so scharff
diß alles zu hermessen;
des sy der red vergessen!
1055 Ich red hie wie die mutter,
min drutter und du gütter;
usß truwe myn red bedenck!
mer wil ich snchen schwenck
die myner art gezymmen,
1060 und wil dir die bestymmen,
so kurtzst ich yemer kan.
[107^] mich trieg dan al myn wan,
so lebstu mym geblütt,
ich acht dich glich der gütt
1065 Artus, dem Bryttuneyßer :
der was zu unlob heyßer,
zu lob eynr hellen stymm.
min son, die leytter klymm
die ich dich für uff stygen,
1070 so Wirt din unlob sch wy gen,
din lob herklingen hei.
unheyl bringt wider vel.
verschult und unverschult.
der muß wir han gedult
1075 und streben nach dem heyl.
gantz alle ding sind feyl,
nit all mit gelt zu kauften,
mit arbeyt sur herlanffen
wirt dick das süeß gewonnen.
1080 Wer drinckt der mynn bronnen.
der muß myn regel halten
und uff des gluck ratts walten
steet setzen sin gelingen,
steets ritterlichen tringen
1085 zu ritterlichen ern
und in die nachvolg kern
der taffeirunder dyett, •
die nit durch gab und myett
übten ritters orden.
[708*-]die besten dar inn worden
1091 durch güett der mynn geübtt.
kung Artus nie betrübt
keyn ritter durch den gyl,
es wer dan nnder wyl
1095 her Kay und sin gelich.
son, wer der em ist rych,
der hat dich für den man
der dienst herkennen kan.
dem soltu sin so mylt
1100 das im din gab vergilt
was er verdient umb dich,
so machstu williglich
dir diensts all ritterschafft,
merck wie der mynn krafft
1105 die taff eirunder zwang:
hern Partzevals anfang
ubt mynn in schulsacks kleytt.
die frauw vom Lack uß leytt
den düem hem Lanselott,
1110 dem Yenover gebott
vil ritterlicher datt.
1055. l. din ? 1105. am Anfang gestrichen: Hern partze.
1074. l. Des ?
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10. Das Minnetumier.
111
Schonottalandern hatt
geübt die magt Sygun
durch mennig groß forttün
1115 der heydenschafft zu wider,
dar vor und auch dick sider
zu em und ritters mfitt
[/08']die mynn mer Übung dutt
wenn aller fürsten geben.
1120 durch Kyburg wagt sin leben
Sant Wylhelm der marckys,
der durch die hiemmel prys
an heyden hat herstritten;
der meldnng blib vermitten.
1125 ich weyß der namen vil,
son, die der mynnen spil
zu woldatt hat gereyßt.
Ein schon jungfrauwe heyßt
und auch ein schönes wyb
1130 wol hoher seiden schyb;
und das daß warlich sy,
,das merck, myn son, hie by:
liebt dir ein wyplichs bild,
gezembt, nit dom und wild,
1185 geberd und wandeis züchtig,
auch aller unem fluchtig,
geborn dir, furst, glich messig
oder ritters artt gelessig,
so sprich sie süßlich an
1140 und mach ir underthan
dienstlich alls din begynnen!
ist sie von guten s3Tinen,
vernunfftig und kan glympff,
sie merckt din ernst und
schympff.
1145 der wider lieb sie lebt,
[ 109 »•] ir hertz stetts ob dir schwebt
in lufften wie der falck,
und blickt ob nit der schalck
icht won by dir zu huß.
1150 ir dutt anfangs der grüß,
biß das sie dich herkentt.
bistu ir dan benentt
billich zu lieb und lust.
i
sie vaßt dich in die brust,
1155 dar in ir hertz, das reyn,
hat liebloß gantz alleyn
ein lange zyt gewontt
alsdann sie dich belontt
dinr lieb mit wider lieb
1160 und spricht: ‘“gesel, ich gieb
min gunst dir für al ander.’”
Sygun Schonottulander
det anfangs auch also;
eins Worts starb sie unfro,
1165 des mals sie zu im sprach,
under des schiltes dach
wurd er ir lieb her amen,
den dodt must er si^ garnen,
der wunden verch in rurtt.
1170 brack und seyl verfurtt
den jungen held, eiaß!
der brack Gardievyas
ist übel da gebryßt.
\J09>] des dotts Sygun bewyßt
1175 ir ubermessig traw.
ir dag was deglich nuw,
besargtt uff eyner lynden;
der must ir hertz entpfinden
mit leytt nün gantzer jar.
1180 des glaub, myn son, furwar:
keyn erlichs wyb noch magt
vermag sich mans verzagt
oder der nit leb nach lob
und in der untzucht dob,
1185 wie riffian by dem win.
wiltu gevellig sin
dins hertzen drutt amy,
so mach dich Unzucht fry,
1128. vor heySt getilgt: die.
1 150. l. dort (= tiuret) ? H.
1165 ff. Titurel 71, 3. 4.
1168. Dem. sin.
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112
10. Das Minnetumier.
ritterlich und forchtsam,
1190 und ub das sich herhdch din
nam!
schyrm witwen und weysen,
htidt dich vor winckel reysen,
dring alweg an das liecht,
da man die dursten siecht
1195 sich schicken zu der wyrd!
zu Gotts dienst hab begyrd
in allem bandel din,
so das in dir herschin
das primüm querite
1200 Gottes rych und des me;
[JiO»-] Inhalt der passional
bedenck zum tag ein mal
und danck Gott, als du solt,
so blybt dir hertzlich holt
1205 dins hertzen trosterynn.
min son, das kan die mynn.
red ich von diesem me,
so sprechen ludtt wie ee.
ich finds in alten buchen,
1210 da machtu selb in suchen
der mynn und lieb getetten,
und was der mennig poetten
hand klug dar von geschriben.
ich han vil red getriben,
1215 der dich verdriessen mocht.”
“‘Das ist myn syen entpflocht’”,
sprach er, “‘in myn gedencken.
g^ad frauw, ich hört den
schwencken
gern zu biß an ir end.
1220 von diner gnad ich wend
und danck dir inniglich,
din gnad an m3rr nit brich,
wie ichs verdienen sol.
ich wil der mynn zol
1225 dir nndertenig zollen,
ich han mit flyß gehollen
in alles din geschick.
I i '] min hertz stett uff dem ry ck
dins vessels an gebunden.’”
1230 Ich sprach: “ich han befanden,
min son, das mich benügft
von dir, und so dir fflg^
so macht du wider keren.
alsdan will ich dich leren
1235 min ord«n und myn regel,
und zeygen dir den pflegel
dar mit ich stettigs trysch,
und auch war mit ich fysch
dieff in des meres grund,
1240 dar zu mit wellem vund
ich an den hiemmel reych
und, ob dich unmynn leych
mit falschem an sich ziehen,
wie du dem solt entpfliehen,
1245 und welles unmynn heyß;
was mit der üllen beyß
und hfltt sich vor dem falcken,
da laß dich nit beschalcken,
min son, die nacht betrügt,
1250 der sonnen schin nit lügt,
wie heyß der yemmer sticht,
hie mit myn red ab bricht
des ends, myn son, mit diesenoL
[zii»-] schmeckt sie dir glich dem bie-
sem,
1255 das wer myn hochs hergetzen.
vemym myn yetzigs letzen,
gantz gunsüich in der zal.”
Er sprach: “‘mich hat ein
stral
dynr süßen mynn geschossen.
1260 des bin ich unverdrossen.
1199 f. Matth. 6, 33. 1241. dem.
1285. Odern. 1249. macht.
1240. vnd.
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10. Das Miimehimisr.
113
fraaw, diner rett zu pflegen,
gnad myr mit dinem segen!'*’
Mit dem schied ab myn son.
die meldung ich dir don,
1265 die merck, myn knecht und gast,
und biß dem dienstlich vast
der dir dntt hie gevallen.
sin ernsten, schympffen, schallen
ist zu dym lob gesteltt.
1270 so han ich dir herzeltt
die red, beyd sin und myn;
die laß gevellig sin,
min knecht, dir nnverdrießlich.
min lang red hie endet sich,
1275 syt ich nit hab der wyl.
zyt ist es das ich yl
mich schicken zu dem dantz.* —
'gnad, gnedig frauw, mir gantz.
ich hört nie lieber mer
[iii'jdan ich in diesem her
1281 herblick und auch herboer.
fnnd ich der engel koer
dem wesen glich inhalten,
ich wolt von hynnen schalten,
1285 dar ylen, ob ich kund,
herlassen mich der snnd
die mich dar an verhindein.’
Nun hörtt, jetzt wil sich myn-
dem
diß kurtzwyl vor dem end.
1290 min kammer t&r behend
stieß uff myn knecht durch
sorgen,
ferr uff den tag am morgen,
und sorg^ ich leg ser kranck,
da ich in dem gedanck
1295 mjms traums mit zabeln schlieff.
so lut er mich an rieff
das ich dar ab herwacht,
er sprach zu myr und lacht:
'ir hand die mesß verschlaffen ! ’
1800 ' dich muß der hencker straffen ! ’
gab ich zu antwort im;
ich kunt vor zomes grym
nit wissen wie myr wer.
da ich nach myner ger
1305 myn träum nit mocht gar enden,
ich sprach: ‘Got muß dich sehen¬
den,
[ii2r] das du mich hast herweckt’
das wecken mich herscreckt,
so das ich hie herwind,
1310 mym träum ke3rn end find.
11.
Bestrafte Untreue.
[lOr] Nun dar, ir jungen werden,
die nun lebend uff der erden
in fröwden und in houchem mfit,
die süUend gen des mayen plflt
5 sich freu;en, deß ist worden zitt,
wann der süsse may der geit
fröd den wolgemäten hertzen.
da wider fügt er senden smertzen
1299. detssdbe Motiv: Hdtxlvrin 115 v. 292.
Za 11.
5. frewen w, frien g.
Deota«be T«st« dM UittoUIter*. XXIV. 8
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114
/ /. Jtestrape Ut^reut.
mir armer indem hertzen mein,
10 und leid ouch jämerliche pein,
du mir untruw gefugt haut,
ich het ergeben an ain stat
lib, mät und ouch das hertze min
und wölt ouch deß gar sicher sein
15 wie ich hett gantze trüw da fan¬
den.
das haut in also kurtzen stunden
untruw alles ander fam.
das ich by allen mein jarn
von sölicher untruw nie hört
sagen.
20 min hertz mag wol von schulden
clagen
das mir in also kurtzer frist
trüw mit untruw vergolten ist.
es het geschworn das hertze min
[^O'les sdlt bis an des ende sein
25 nicht wann trüw hon fanden,
zwar ich hon aller erst enpfnnden
siner. untrüw an dem end.
dar umb ich ain arm und eilend
beliben muß und frowden än.
80 güten gedingen und lieben won
haut untrüw mir gefüret hin,
dar umb ich ymmer trurig bin,
baide nacht und ouch den tag.
kain rü ich nymmer gehaben
mag,
35 u6 dem schlanf ich dick erwach,
min hertz rüfft dick mit seuffzen:
ach!
ouch ist stet minß hertzen schrey:
wie gern w&r ich unmaussen fry!
11. l. Die to.
16. hett to, fehit g.
21. mir] jm tr.
25. haben w, hon ich
38. Wi6 g.
40. ist to, fMt g.
43 hia 48 aus tc, fehlen g.
da wil man mir helfen nicht;
40 da von ist all mein frod enwicht.
Also lag ich an ainer nacht,
wider mich selb ich mir gedaucht;
'ach herts, teilt du also verzagen,
so muß ich heg allen meinen tagen
45 allen frewden wider urlab geben:
war zu sol mir dan daz leben ?
mir w&r bdsser vil der tod
wen daz ich leb in sullicher noti!'
da ich in den gedencken lag,
50 ich sach uff, es was am tag;
auch hört ich der fogel gesang.
ich plaib dar nach unlang,
ich stund uff bald und g^eng.
ain schmalen stig ich da gevieng,
55 der trüg mich also pald
[i/'‘]hin gen ainem grünen wald.
da sach ich ainen panmgarten
so wnnneclichen und so zarten
das ich so schönes nie gesach.
60 es was deß garten überdach
nicht anderß wann lonb und föge-
lin.
ich hüb mich pald und g^eng dar
ein.
do ich in den garten kam
und sein alles war genam,
65 was wunn an dem garten was!
feiel pla und grünes gras
was da zü samen gemenckt,
sechs färb gar sehen gesprengt
plümen weyß, gel, prün und rot,
70 alß es der süsse man gepot
wann der lag da reichlich zü feld
49. nach tc, Walt ich darnach nit lenger
lag 9’
49/1 umgeatelH nach w.
61. 52 atu tc, fehlen g.
G6. pla tc, plat g.
70. l. may, tete in r. 6 ? H.
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11. Beslrafit Untreue.
115
und hett mit listen sine zeit
uff geschlagen ön wer.
dar zä so sach ich ligen ain
wunneclichs her,
75 der selben zal on manß was:
ich main die tropffen an dem graß,
von s&ssem tow gevallen.
die dar frow Sunn mit schallen
durch die wölken da gelentzt.
[ii*\ vil schier so ward da engentz
Sl des Clären tewes anehan
müst weichen von der sunn
uff gang.
ich sach da mengen schönen
paum;
ich gedaucht: ‘lig ich in ainem
träum,
85 oder wer haut mich da her
praucht ? *
wann mir was sicher ungedancht
das ich kain fröd sölt süchen da.
wär ich gewesen anderßwa,
das ließ ich gern on allen haß,
90 wann mir was lützel dester baß
alß ich je me fröd da sach,
minem hertzen je wirß geschach.
gedencken mich erst beg^den
man
das ich gedaucht: 'mftß ich mich
an
95 der fröden der mein hertz ye gert,
so sind onch mir die fröd nnwerd
die mine ougen senhend hie.’
grossen jamer min hertz da gefie,
belangen ward mir aber nüw,
100 ich sennet mich nach stetter tröw,
wie fremd die mir nun worden ist
ich gedaucht an der selben frist:
*ach Got, sölt ich die fröd hon
da ich nun bin geschaiden von
105 gegen diser wunneclichen zier,
[12''] wer künd sich geliehen mir
an fröden und an hohem mät?
was achtet ich des maien pl&t,
het ich des mein hertz begert!
110 deß pin ich laider ungewert.
das dag ich arme ymmer,
von der dag so lauß ich uymmer
biß ich vollende all mein tag.
was hilfft mich das ich lang
dag?
115 es ist doch an mir niemand laid.
das ist ain grosser underschaid
das mir ist we und im ist woL
ich wond das ymmer wesen solt
noch an unß baiden möcht be*
schenhen,
120 wann ich nun laider hon gesenhen
das er mein trüw gar ring wigt.
untröw haut trüw angesigt
insinem hertzen sicherlich.
ich dneht mich als der kaiser rieh,
#
125 würd trüw mit trüw vergolten
mir.
des ich nun laider wol enpir.’
Da ich also stund und clagt
und von laid het nachend verzagt,
gedenck machent mich so kranck
130 das ich müst on minen danck
da nider sitzen indas graß.
min krafft mir gar verschwunden
was,
[12*] die hett mir unmöt gar be¬
nommen.
75. Des zall w.
80. l. engentcet w.
81. anehan anehang.
92. Als IC.
93 f. l. manen : anen w.
105. Jn to.
117. Das jm ist wol vnd mir ist we tc.
118. das es nymer me tr.
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1 1. Bestrafte Untreue.
ich gedaucht: 'ich mag nit mer
wider körnen,
135 mein leben wil sich enden hie.’
ain klaine krafft ich da gehe,
das ich ain wenig uff sach.
ich sag üch als mir beschach;
do ich also umb plickt,
140 von forchten ich da erschrick,
wann ich sach da dry frowen
ston,
so wunneclich und wolgeton
das ich so schönes nie gesach.
von forchten mir da wegeschach,
145 wan ich west nit ab in ir mutt
gen mir wer übel oder gütt.
nur ainß dings tröst ich mich:
das sie warn frou?^ als ich;
da von ich ain hertz gewan.
150 Die ain trög swartze claider an
und nant sich frow Trüw, als ich
da hört
sd sprach: 'mit swartz dag ich
das mort
das manig man an frowen tfit
und doch will sein gerecht und
gfit
155 er git ir trüw und swert ir ayd
er well in stüttikait
gentzlich nach irem willen leben,
der trüw wird ir als vil geben
das sie es mdß globen zö hand;
160 so i)richt erß doch, und giltz ain
land.’
[^5'’] Die ander was in plaM> geklait
und nampt sich frow Stetikait;
die clagt ouch ser und sprach also:
‘ich. Stet, mag nymmer wesen
frow,
165 syd Unst&t mich verdmngen haut
indem land an so menger stat;
wann menig man ist also gemöt
das er an ainer frowen g^t
pricht er waist selbs nit umb was;
170 dem sol man billich tragen haß,
die werden man und frowen göt,
wan er vor em ist behüt.
unsUt haut in als gar umb geben,
das im halt laidet stütes leben,
175 und macht sich da mit un werd,
das sin niemand zü eren gert.*
Die dryt in wisser färb ich
sach;
die clagt ouch ser und sprach:
‘ich haiß frow Lieb und hon den
sin
180 das ich da all zitt gern bin
wa sich lieb mit lieb veraint
und das mit gantzen trüwen
maint
das haut laider sich verkert,
rechter lieb nun nieman gert
[^5»] das mag ich, Lieb, nicht mer er-
liden
186 und müß ir aller hertze myden.
die mir würin gern underton,
die mag ich nit behalten dar an,
wann ich waiß das manig man
190 ain frowen laut offt in g^tem won
er hab sie lieb, und des ist nicAt
mit dem mag ich nit haben pflicht
145. jr in w, umgesteüt nach H.
163. spricht tr, was g.
145/*. aus w, fehlen g.
170. sol man g, solten tr.
148. frawen tr, from g.
179. lieb tr, leb g.
155. jr tr, fehlt g.
181. sich tr, fehlt g.
160. pricht tr, spricht g.
189. waiO tr, fehlt g.
161. plaw tr, plawes g.
191. nicht tr, mir nit g.
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11. Bestrafte Untreue.
117
wann sin lieb ist trüw fry.
kain rechte lieb wondt im nit by,
195 sein pringt Myn alUeit laid;
das macht sein unstettikait
das er kain rechte lieb mag han.
die unstet z^cht in da von,
das er an der gfiten wenck
200 und sie an allen fröwden krenck.’
Do die red also beschach
und yegliche besonder sprach
was ir z& sprechen da gezam,
und das alles ennt nam,
205 vil schier wurden sie ge war
das z& in kam gegangen dar
ain frow, so recht schon und
mynneclich
das ir da keine was gelich
an schöni und ouch an clarhait.
210 sie tr&g ouch also riche klaid
das für die andern all wag,
als f&r die nacht der liecht tag
lAchtet stät mit sinem schein,
noch rötter dann der dar mbin
[ur^ was da als ir gewand.
216 es was ir recht, sie was genant
die gewaltig frow Mynn,
die da ist ain maisterin
weib und man über alle land.
220 die dry frowen all z& hand
gar schnell eclich uff spmngen,
frölich sye her gen ir drungen.
sie sprechend: ‘frow, sind Got
wilkomen !
ir hond uns tmrentz vil genomen,
225 seid ir her zä uns körnen seit,
wir habe üwer gewart lange zitt.
seid uns üwer botschafft erst ward
kunt.
zü hand an der selben stund
so seind wir all dry her körnen
230 und hetten gern von üch ver-
nomen
was üwer will gen uns war;
das mücht uns wesen nit zä swar
wir laistin geren üwer gebott.’
Sie sprach: ‘das vergelt üch
Gott!
[io 67»] daz dien icÄ gereti wie ich sol.
286 ewres rattes darff ich wol,
wan ick teil euch nit betagen,
ich wöll dich allen dreyen sagen
von wunderlicker tagalt.
240 sick het ergeben in mein gewalt
[68'] ain fraw und ain gesell gütt.
sie hetten baideu stetten mutt
und waren mir auch under tan.
wie ich es gehebt wolt han,
245 daz warens paideu stett berait,
gantze trete und stettikait
wont in gewaUdgclichen bey,
sie waren aller untrew frey.
dar zu gab ich mein hilfßich stuyr;
250 mit dem reckten myne fuyr
zundt ich ir paider hertzen an,
daz aines nach dem andern pran
in rechter lieb on allen wanck.
nun ist sein trew worden kranck,
255 auch ist der reckten mynne schein
erloschen in dem hertzen sein.
[66*] sein trew hat er weit gezogen
und hat die gen gutten frawen
also betrogen.
daz claig ich euch und ist mir
laid:
260 sie sprach: *sag an, fraw Stettikait,
waz ist dar umb in ewrem syn'f’
195 bis 198 a«« to, fdiiett g. 229. seid g, sey to.
196. dein to. 236 bis etm Schluß ergänzt ttach to.
211. Das = Das sie, tote 12 sei.
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118
II. Be$lrafie Untreue.
Die Stet sprach: ‘ynnd, fraw
Myn,
tcoU ir mir gynncn das ich sprich
und mich mit wortten an in rieh?'
265 fraw J^yn die sprach : ‘ dir sey
ytan'
sie sprach: *so wil ich heben an
und teil im wünschen das seinen
leih
hassen alle werden weib,
und das in weder man noch fraw
270 kaines gtdten nit yetraw.
daz wünsch ich im, daz ist sein
recht,
wan er ist geicessen schlecht
gen ir als aines kreßners stab,
auch gat im an der warhait ab,
275 die hat er vast an ir gespirt.
ich waiß wol daz kain fraw mir
wirt
sie hob als gantzer stett gepflegen,
die er hatt lassen ander wegen.'
Fraw Drey stund auff und
sprach:
280 ‘ich mag von schulden clagen; ach
daz sein leib ye ward geporen,
an dem vil trete ist verloren!
dar und) wünsch ich dem unge-
trewen
daz muß sein laid newen,
285 und weß sein hertz zu freteden ger,
das sich daz edles in laid verkör,
und wer in tretven und in stet ge-
haist,
[69»] daz im der nitz wan untrew laist.
daz ist vor Gott sein rechter Ion,
290 wan er daz selb auch will thun.
ich waiß die gutten in den trewen
deu; mich ir trew muß ymer rewen.
die sie an im verloren hatt.
Gott geb ir aller seiden rat,
295 daz kann ir trew verdienen y>ol.
nit anderst man ir wünsche sol.'
Fraw Lieb drat da zu hand
het' für.
sie sprach: ‘an ewr red ich spir
daz ewr clag ist halben mein,
300 seit das sich in dem hertz en sein
aü rechte lieb verendet hatt.
ich wand daz ich von dem stat
seines hertzen nit wolt kumen
[70r]})iß ffuxr der tod hett benomen.
305 daz mag nit sein, sich hat verkerf
sein hertz unstetter liebe gert.
die hatt in gar von mir vertribeu,
und ist an nyemant stet pliben.
dar unib wünsch ich im, als ich
kan,
310 daz sich sein schand muß hd)en an
und daz sein er als vergee
als in dem sutner thät der sehne,
und daz all sein friund sich schä¬
men
seiner gepurd und seines namett
315 und im lützel güttes verjechen.
kain lieb im nymer mäß geschecheti.
und wer im aller 2aides^ sey,
der won im stettigclicken bey,
und wan er hob ain lieben won,
[70»] der müß im mit grossem laid zer-
gan.
321 daz wünsch ich im inmeinem m&t.
278. l. krefimera H.
276. mir] l. mer? H.
280. clagen H, fehlt to.
284. sie.
294. sede seiden.
295. sol.
901. Als.
904. Biß = Bifi ez.
906. TBstetten.
907. mich.
914. Deiner.
817. liebest
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11. Bestrafte Untreue.
119
fcan die rain fraw g&tt
heit rechte lieb in irem hertzen
mit schimpffen, schal und schertzen,
325 dez ist sie sicherlich tcol bewert;
ir hertz ye rechter lieb begerV
Da die red alle waz geschechen,
fraw Myn begund zu in allen
jechen :
*ich hör wol, ir send im gran.
330 dcu! pin ich auch im allsam,
wan daz ist vor Gott sein recht,
er sey ritter oder knecht,
der sollich mort an frawen th&f,
dem Süllen alle frawen gütt
335 nymer wessen trete noch hold.
171»*] daz hatt sein untrew wol ver¬
schuld.*
fraw Myn sprach: *ich will daz ir
all drey verhaissent mir
daz ir im kainen dienst thüit,
340 und rattent allen frawen gütt
daz sie von seiner liebe ziechen
und sein groß untrew fliechen.*
sie sprachen: ‘fraw, daz sey ge-
than.
er sol kain dienst von uns mer
han.
345 damit siilt ir uns Urlaub geben.*
sie sprach: ‘Gott müß etvr pflegen!*
Also die frawen schieden sich,
in meinem syn gedacht ich
waz mir zu thün wär.
350 mir waz leib und mütt schwer,
330. in.
384. aller.
wan ich waz alles trostes frey,
[71'] mir wont auch nyemant bey.
da begund verdriessen mich der
zeit.
der gart tcaz lang und weit,
365 ich sach hin und sack her
und sach laider nyemant mer
der mir gab hilff oder trost,
daz ich von trewen waz erlöst,
ich mocht nit lenger do pleiben,
360 die nach begund mich do von trei¬
ben.
ich gieng biß ich haim kam.
Also mein fart ain end nani.
aber mein laid sich endet nicht
es geschech den ain geschieht
365 da von mir kern ain gutter müt.
auch pitt ich all frawen gütt
daz sie gedencken an dieser frist
wie es mir ergangen ist.
halt ewr hertz bey der zeit inn,
370 daz es euch nit zu ver entrinn,
und lat euch wessen nit zu geuh!
gedencket waz künftig wirt dar¬
nach:
nit wen laid und grossen nott.
dar vor pittent euch behütt Gott.
375 all die sein noch überig sein,
ir werden frawen, gedenckent mein
und wunschent mir hail durch ewr
gut.
damit uns Gott alle behütt!
372. Gedencke.
377. gttt fehU.
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120
12. Der Minne GerielU.
12.
Der Minne Gericht
[30»] Des morgens in dem külen tow
kam ich gegangen in ain ow
spatzieren durch verdriessen.
zu aines prunnes fliessen
5 kam ich gar vergeben,
mein hertz in frod tett leben,
da sach ich pl&mlin one zal;
pr&n wolgemät und die wal,
vergiß mein nit plab, das plftmlin
hei,
10 gedenck an mich, die plämen gel
lachten da wider ain ander,
und ich also wander,
da fröt ich »uch im hertzen,
15 paide vogel und die tier,
das by mein zitten mir
nie sölicher lust begegnet was
alß ich zß wald und in dem graß
vand under des mayen ob dach.
20 mit dem die sunn her prach
brunschlich als ain zänder.
mein hertz nam michel wunder
wie es der may also kund
schicken.
Mit dem gund ich erplicken
li?i»‘]ain frow by dem brunnen.
26 in fröden richer wunnen
grüst ich die tugentlich
und sprach: ‘ir werde frow
wunneclich,
was sächt ir in deß maien zier
30 all hie, das s&llt ir sagen mir.*
sie antwürt mir uß betrübtem müt
und sprach: ‘lieber gesell gät,
durch belangen und verdriessen
bin ich zfi desß prnnnen fliessen
35 her körnen den may zü schowen,
die liechten plämen Inder owen
und zehöm der klainen fögel 1
singen, 1
die in dem wald lustlich erclingen!
dar durch ob mir vergieng swär.’
40 ich sprach : ‘ nun sagt ir mir
rechte mär,
ir werdes, mynnecliches pild,
ob ir durch deß mayen milt
sint körnen her durch fröden lost
oder umb ander sach snnst?’ —
45 ‘ja, geseU, durch deß mayen hail
und ouch umb cfäglich sach ain
tail,
die mir senden an lügen töt;
und wisß ouch, tmtt gesell güt,
ich bin betrftpt im hertzen
50 und trag haimlichen smertzen
[^i'ltüff in mineß hertzen grnnd.
ich bin versert und verwunt
tieff mit untruwen wauffen.
das ich ie ward beschaffen,
55 das dag ich ymmer und ewenclicb.
ach, höchster Gott im himelrich,
lauß vallen her ab ainen stain
zetal,
9. pl&mln.
13. acb.
14 fehlt; l. etwa: Wan ich sach da
scberUen.
18. ich fehlt.
46. tiglich.
56. h&cbter.
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13. Der Minne Gericht.
121
der mich hie all zu mal
erschlach zfi tod an diser stat!
60 0 her, sol mein werden nymmer
rant,
das sich mein unhail waicher,
her GK>t, so ist all mein begir
dn laust mich gar ersterben
und in deß merß gmnd verderben,
65 da mit ich käm deß jamers ab!*
ich sprach: ‘ach frow, üwers her-
tzen dag
pringt mir sicher selber smertzen.’
sie sprach: ‘mein lachen und min
schertzen,
gesell, ist mir zd dag und wainen
worden.’
70 ich sprach: ‘pfüw, es ist erst ver-
lom!
klagt maßlich, ir minneclichs pild,
fröt uch hie deß mayen mild
und der liechten plfimlin prechen,
zart raines wib, tät mir vergehen
75 was doch sy üwer clagen pinl’
[22r] Sie sprach: ‘lieber gesell mein,
wist ich dich als trüw vesten,
ob ich mich tett gen nch engesten,
das dn mir triülich rant weitest
geben,
80 so wdlt ich dir mein claglichs
leben
gern machen offenbar.’
ich sprach: ‘zart frow, das sölt ir
gar
gen mir on allen zwifel sein
das hertz, synn und der müt mein
85 deß hin fftr nymmer melden sol.’
sie sprach: ‘gesell, ich trüw dir
wol,
dn tdst mir trülich raut geben,
61. l. waiche mir R.
111. As] Vnd.
SO will ich dir recht als mein
leben
sagen, all meinß hertzen dag.
90 sid dich Got uff disen tag
zn mir her gefügt hant in disen
may
und nnr allain wir zway
sind körnen in deß mayen rieh,
so h6r, gesell tngentlich:
95 ich dag Aber ain ritter herte
dag,
dem ich vil mengen tag
tragen hab lieb und stAte trüw.
nun hant in recht affterrüw
begriffen und besessen,
100 und haut min gar vergessen,
alß ob er mich nie erkant hab.
[^.9*] noch ist ains mein gröste dag:
er haut mich verkert mit ainer
andern,
die ist von Flandern.
105 die selb zfl aller zitt
ainen nmb den andern gitt.
das tAt mir am wArsten im her¬
tzen.
dar nmb all mein fröd und scher¬
tzen
ist mir zA grossem trAbsal wor¬
den,
110 nnd dag das ich hon gar verlom
an im all mein lieb nnd stAtikait,
wann ich im allzitt was berait
in züchten nnd in eren
dett ich in allzitt geweren
115 alles das sein hertz begert.
ich hab in ouch gelert
gAt ritterlich sach zA triben.
man möch^ nit halbs vol schri-
ben
118. möchtzt.
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122
12. Der Minne Gericht.
die untrüw als mir ist geschen-
hen.’ —
120 *zart frow, nun tdt mir ainß ver-
jehen :
mag ucti niemand von dag
bringen?’ —
‘ach, gesell, ich hab klain ge-
dingen
das ich nymmer erfröwt mag
werden,
dann ich hie uff diser erden
125 mein zitt in laid vertrib.
doch gesell, hie belib,
desß bit ich dych durch alle
trdw,
ob noch möcht werden nüw
[^3'-jfröd uns baiden.
130 mich haut alher beschaiden
frow Mynn uff disen tag
und wil verhdm hie min dag.
s6 wil mir ouch raut geben
wie ich hin f&r min leben
135 an fäch, da mit ich an frdd nit
Verderb
und als gar an hohem müt nit
sterb,
als ich zu ir hab ain trauu^en.’
Secht, da sach ich durch die
owen
frow Mynn dor her varen
140 inrott als der orden;
rott bedütt die mynn.
sie sprach: ‘ir höchste richterin,
frow Mynn, nun höret min dag
und hertzelaid als ich trag,
145 wann ich vor jamer nit reden
kan,
und bit uch, ir erloubt mir disen
man.
121. och] dQ.
137. traomn.
das er üch, frow Mynn, f&r mich
mach kunt
meinß laides den aller höchsten
punt.’
frow Myn sprach: ‘ich gan im
sein woL’ —
150 ‘nun hört, sid ich dagen sol
an ir stat uch, frow Mynn;
ir höchste richterin,
ir senhetz in swartz däglich
mit gewunden henden sendlich,
155 ire ougen Überflossen,
1^3»] der raine ire wenglin rott.
nun hör, frow Mynn, ir dag und
not:
sie clagt üwem gnaden frü und
spaut
160 das sie ainer engolten haut
ir überflüssiger trüw,
die ir allzitt gen im was nüw
on alles wencken;
wann sie dett nie gedencken
165 anderß dann lieb stüt an im zn
halten.
nun haut er sein trüw und lieb
gespalten
an ir on alle schuld.
*
dar umb sie lidet und dult
tag und nacht; haimlichen smer*
tzen
170 haut sie an irem hertzen ;
ir sy ouch fröd und wunn ver¬
gangen,
sie hab ouch laides zangen
begriffen starck mit ir krafft,
das sie sy gantz dorhafft
175 worden von siner untrüw,
die ir täglich von im ward nüw.
140. l. der myon orden ? VgL v. 571 f.
160. l. engelten laut?
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12. Der Minne OerichL
123
frow Mynn, das tfit sie ueh sagen
and herteclich clagen,
frow Mynn,' und bit nch raut ze-
geben,
180 da mit sie hin für ir leben
anheb, da mit sie werd gerochen.’
frow Mynn sprach: ‘syd er haut
zerprochen
sein lieb, st&tte, trüw an dir,
rain sAlig wib, nun folg mir
185 und ker von im, wann er ist
varnde hab,
und schrib im er sy ouch schabab.
syd nun die schuld din nit ist,
so wigs ouch ring zu aller frist
und gedenck: ‘‘was ich nicht
haben sol,
190 des trüw ich mich verwegen wol.”
wann er haut Abel an dir geton,
dar umb soltu in faren Ion.
doch soltu disen ouch fraugen.
main ich er wiß dir ouch zü sagen
195 was gehört zü lieben Sachen.’
mein hertz ward da in fröden
lachen
das mir die aubentür beschert
was.
ich sprach: ‘frow Mynn, alles das
das ich der rainen west zü rauten
200 oder da mit ich ir west körnen zü
statten,
frow Mynn, das dett ich ir gern.’
die betrübt sprach: ‘gesell, tü
mich gewem
und raut mir noch mer in trüwen,
da mit ich uß den affterrüwen
205 möcht körnen und laides würd an;
wenn ich verste dn siest ouch der
weit man.
und sich wol das dir wonet by
der weit louff, wie dem sy.
dar umb tü mir dinen raut noch
geben.’
210 ich sprach: ‘Got laus Ach mit sei¬
den leben,
zart sülige wib, ich raut uch gern,
und gelobt mir by minen ern:
möcht ich uch selber helfen
rechen,
dar umb wölt ich gern zuprechen
215 spieß scherpff uff schiltes rannt,
wenn mich ie deß mein trüw er-
mant
umb das als er an nch haut ge¬
ton;
deß solt ir keinen zwifel hon.
doch will ich uch me raut geben.
220 volgt mir und verkert üwer leben
wider zü gütem müt.
das raut ich üch, zart frow gut,
und laust in sin wer er sy,
und werdent wider mütes fry
225 und fröwt nch mit den fröwden
riehen
und tünd niernt deß geleichen
samb nch laid sy geschenhen.
ouch tünd üwer laid suß niemant
verjenhen,
wann offt tüt ains clagen ainem
sin swär,
230 es sÄch lieber das sin mer wir.
so vindt ir noch gesellen vil,
die fröd und ritterliche spil
durch iüwer gepott triben.’ —
‘swig, gesell, das wil ich lanssen
bliben.
[^5'-]kainer lieb der pflig ich nymmer
mer.
204. den fefüt, itt aber nach affter ge-
strichen.
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124
J2. Der Minne QerichL
236 und gloub mir uff min er:
solt mir noch ainest also be-
schehen
das ich aber ainem tet Terjehen
stäte lieb nnd wari trdw,
240 und das er dann die aifter rüw
gen mir mer solt gewinnen,
e wil ich deß gedingen
leben und gedencken, ob ich nicht
hon,
das ich doch nichts Verliesen kan.
246 so hab ich vor laid rfi und rast
nnd von senen kain überlast,
und wil ouch kain wechssel triben,
in stütt und trüw also z& beliben,
er tü recht an mir was er well.
250 da von, trut gesell,
sölichs rautz volg ich dir nit’
ich sprach: ‘frow, nympt üch der
syt!
bednnck üch mein raut nit gfüt,
so fragt frow Mynn, die honch
gemüt,
255 die üch nß sölichem laid
wol gantze nnderschaid,
waist trüwen raut zfl geben,
wie du dann uch haist leben,
da wider süllt ir nit sin.’ —
[25»] ‘ wolhin, lieber gesell min,
261 erst rautscht du mir recht und
wol.
dinß rautz ich dir folgen sol.
nun kum ich wider an uch, frow
Mynn:
raut mir noch dar inn
265 uff den raut den mir diser tüt.
da mit raut mir, frow Mynn gut,
das ich nit kum in grossu rüw.
nnd rantent uff ewer wäre trüw,
und man uch üwers höchsten
Orden,
270 alß ir habt geswom:
wa ir yemant erfamd tüt
do man mit unstütem müt
lieb nnd trüw wolt letzen,
die weit ir alle setzen
275 indas lannt gen Bewental,
das in da nymmer mer kain maul
von lieb kain g^t me sol ge¬
schehen.
nun tünd ir, frow Mynn, selber
jenhen
das diser mich von stät wölt kern
280 und weit mich unstüt lern,
da mit ich küm in grosses laid.’
der gesell sprach: ‘uff mein aid,
frow, das verantwürt ich gen
ewem trüwen:
gelobend, es müst mich ymmer
rewen
285 sölt üch mein raut zu schaden
körnen.
[^'‘lich main ir habend mich nit recht
vemomen.
ich raut üch nur zü fröden das
pest,
und gelonbt: das ich west
das üch min raut verfüm solt,
290 so gelobnd das ich wolt
e an lib und güt verderben
und selber an hohem müt sterben,
da von tünd mich nit verdencken,
zart frow, ich wolt üch ungern
krencken
295 an fröwden, das uch nit wir zä
synn.
252. spracht aus spricht. dritten Person, teie auch v. 344. 403. 512. 515;
282. Der Dichter redet von sich in der vgl. auch v. 824.
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12. Der Minne Gericht.
125
dar nmb so fraugt frow Mynn
ob ich an allen argen wan
üch dar inn nit recht gerauten
hon.
das wil ich ach bAssen gern,
300 wie mich frow Mjrnn tfit lern,
und gern abtragen, ob ich kan.’
sie sprach: 'da bist ain gfitter
man.
mainstu das ich bäß an dich be-
ger?
ich waiß wol, din raut and 1er
305 gibstn mir in trAwen und in güt.
aber mein sin und stAtter müt
mag es am hertzen nit gehon.’
frow Mynn sprach: ‘ich wil üch
sagen,
ir betrAbten fröwden an:
310 sinen raut ich nit verpessern kan,
den ach diser geben tüt.
[56*] dann stellet wider üwem müt
zA den frowden riehen,
so tüt üch laid entwichen.
315 das raut ich üch offenlich,
wann ir volgend billich
all hie disem trüwen man,
alß yer ich mich versynnen kan,
wan er git üch trüwen raut.
320 ir müg^ wol an ain andriu stat
ewem schrägen zü besserm markt
setzen
gen ainem der üch tü ergetzen
ewers laids und swArer dag,
doch also das er uch ouch trag
325 stAte lieb on alles verkem,
und tüt suß kain gewern, .
ir erkennet dann sin trüw recht,
vindent ir in dann trüw und
schlecht.
so tünd nach sinem willen leben.
330 kainen bessern raut kan ich üch
geben.
so Wirt uch noch mer tr&^d zü
tail
und vergant üch aJls üwer unhail.’
Mit dem kam frow StAt ge¬
gangen
und ward lieplich enpfangen
335 von frow Mynn und ouch von mir.
‘noch ains wellend rauten wir,
gesell, diser eilenden,
ob mir ir laid möchtin wenden:
(^7»-]sid frow Stett ouch zü unß ist
körnen,
340 als du das ouch haust vemomen,
das sie es auch raut tA bitten;
wann die durch stAte Sitten
ir dar inn billich rauten sol.’
er sprach: ‘frow Mynn, es gefeit
mir wol.’
345 die betrAbt sprach: ‘ich bit sie
gern,
wenn wer mich möcht wisen oder
lern
da mit ich kAm uß den Sachen;
gesell, so tü kündig machen
an miner stat frowen StAtt,
350 und wie man mich trüw engelten
laut,
das tü ir alles machen kunt,
alles meinß laides ain rechten
grund,
so waist sie mir dar inn zü rauten
und dester baß körnen zü statten.’
355 also erzellt ich frow Stet ir leben,
die ir ouch sölich raut tett geben;
frow Stett sprach: ‘so raut ich
üch
297. an^n.
322. Gemainem.
328. sw&re.
331. frow.
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126
12. Der Minne Gericht.
nff mein statu trüw,
euch, vil rain, s^lig wib,
860 das ir mit uwern jungen lib
ewer gemüt wider kerent
zu ainem andern der üwer be-
geret,
der uch lieb und sUtt tii halten
und sin trüw nit tfi Si)alten,
[27 r] als ich hör das der erst hab ge-
ton.
866 nit baß ich uch gerauten kan,
wann es wür schad uff min aid,
sölt ir in solichem hertzen laid
ewer zitt uff erden vertriben.
370 lond den schnöden beliben
mit siner unstat wer er sy,
und laust uch machen möttes fry.
man vindt noch ritter gut,
dar zu gesellen houch gemüt.
375 die noch kindent fröd machen
mit ritterlichen Sachen
und die stüte orden tragend,
naintz bessers waiß ich üch ze-
sagen.’
sie sprach: ‘ir sagent mir güte
mür.
380 wa vindt man sie aber öngefür
den man möcht getrüwen
und gantz nff sie puwen?
ich besorg man vind ir keinen
die uns mit trüwen mainen,
385 sid mich der haut verlaussen
der mir uß der maussen
uff erd der aller liebst was.
ir sond ouch für war wissen das:
er schwör mir den höchsten aid
390 das er durch lieb noch durch laid
[^8'‘]mich nymmer wölt verkern.
364. Bchalten.
396. sehen.
415 /f. vgl V. 467 ff.
mein trüw tett mich ouch lern
das ich im wider swem tett
ach Got, wie offt an menger stet
395 ist das von uns baiden beschehen
das ich im offt in lieb tett ^‘ehen
das sin lieb mein hertz durch gie!
ach, ich waiß wol wenn und wie!
das ist nun laider alles verlom.
400 Gott weit das ich nie war gebom
worden von müter lib!’
‘erhör ouch, sülig wib’,
sprach der gesell und bald frowen.
‘hab zü der weit ain pesser trü¬
wen
405 und zü fröden güte Zuversicht!
ain sölichs laider offt geschieht
das trüw ains am andern tüt
prechen.
das kan frow Mynn mit recht wol
rechen.
dar umb, zart frow, gehabend üch
wol,
410 wann üch ye recht ergon sol
von dem der übel an üch haut
geton.
dar an sond ir keinen zwifel
hon.’ —
‘frow Stett, weit ir mir deß trost
geben,
so will ich gern fröwlichen leben,
415 biß ich in zü recht mag pringen.’
‘frilich hab trost und gedingen’,
1^8 '1 frow Mynn und St&t sprachend
baid,
‘d«r sol hie on underschaid
recht widerfam nach diner ger,
420 und wiß das uns kome her
etlich frowen zü dem rechten
418. Du soll.
420. l komen, wie maiuio r. 423 u. ö.
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12. Der Minne Gericht.
127
mit vil ritter und knechten,
die ouch maini z& clagen.
dir haist ouch frow Mynn sagen
425 sie wel das recht selber besitzen
und mit gütten witzen
trüwlich dar ob sein.’
Mit dem kamen die frowen
rain,
frow Lieb und frow Trüw,
430 frow Zucht und Er, die gehewr,
frow Maß und frow Scham,
der frowen aller höchster nam;
die tett frow Mynn lieplich en-
pfahen.
sie tetten all z& ir gaben
435 und sprachend: ^frow Mynn,
ir höchste richterin,
was püt dwer gnad nnß allen?’ —
‘ir frowen, es ist gevallen
ain frow in hertzeliche dag.
440 der hon ich ainen recht tag
[-29^] beschaiden geh ainem ritter,
der ir suß ze bitter
gemacht haut mit seiner nnstat
und sie trüw engelten laut.
445 ir frowen, die müß wir schlecht
machen
mit ritterlichen Sachen,
wann sie das recht röfft swürlich
an.’ —
‘frow Mynn, sag unß, wer ist der
man?’ —
‘ir frowen, er ist von Wangkel-
stein.
450 zö Unstettem felß ist er da haim,
und in Falscheneck ist er be-
huset.’ —
‘nun pfü, dar ab unß gruset,
ab siner slöß bösen namen.
er mag wol sein von bösenn
stammen
455 kummen, das gloub mir.
rain sülig wib, wir wellind dir
recht gen im laussen gon.
er m&ß aber gen dir ston
in recht, das man hör din dag,
460 all hie hüt nff disen tag,
wann er kumpt ouch für unß
her.’ —
‘frow Mynn, das ist mines hertzen
ger,
wann er dar wider nicht mag
sprechen ;
ich trü und hoff, ir sond mich
rechen ’,
465 sprach die betrübt wider,
[-29«’] ‘wann er ist falsch und nit
bider.’
‘frilich hab trost und gedingen,
wir wellind dirn zü recht pringen’,
sprachend die frowen wider paid,
470 ‘dir sol hie on underschaid
recht hergon nach diner ger,
alß denn frow Mynn ist körnen
her
zü unß in dise owen
mit disen frowen und jungfrowen.’
475 Do sprach frow Mynn hoch ge-
müt:
‘so wol her, ir frowen gfit,
und sitz her zü mir nider
und laust unß diser frowen pider
recht sprechen und hergon
480 gen dem der da hie sol ston
gen ir hüt umb trüw und er.’
mit dem giengen die frowen her
und sprachend; ‘hoch gelopte Min,
deß rechten ain rechte richterin,
430. Er] l. Tugend, wie v. 493 und 755 ? ' 484. rechtelichterin.
451. in fehtt.
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128
12. Der Minne Gericht.
485 sitzt ander unß, wer uch gefall.’
frow Mynn sprach: ‘nun sitzt all.
by erst so sitzt nider, frow Stätt;
nempt z& üch frow Trüw, ir sind
min raut;
frow Lieb, ich haiß üch ouch
sitzen;
490 frow Zucht, nun sitzt mit witzen
[30»-] und sitzend zu disen frowen her,
das püt ich üch by mynne ger.
frow Tugend, frow Scham,
der frowen aller höchste nam,
495 sitzt zü den andern frowen nider;
frow Maß, ir raine frow pider,
sitzt ouch zü disen frowen her,
und lond unß hören wer
über den dag so herte dag.
500 dar nach ich üch deß rechten
fraug.’
Mit dem setzt sich frow Mynn
und sprach: 'wem sy zü synn
zü clagen, der kam her!’
die betrübt frow sprach: ‘ich be-
ger
505 ains der mir mein wort die spre¬
chen,
* frow Mynn, der üch herzel minen
prechen.’
frow Mynn sprach: ‘ich gan üch
sin wol,
so vil ich dann durch recht sol.’ —
‘frow Mynn, so beger ich deß
510 der alhie in des maies beses
by unß ist gewesen disen langen
ta^.’
also gewan sie in mit fraug.
sie sprach: ‘gesell, sprich mir
mein wort,
alß du hüt von mir haust gehört,
515 tü es durch aller frowen er!’
er sprach: ‘sid ich bin körnen her,
[30»] frow, zü solicher aubentür,
so wil ich üch gern lern und stür
geben, so ich best kan,
520 so ver es mir mein frow Min
gan.’
frow Mynn: ‘ich gan dirs wol.
ain yeglicher trüwlich helfen sol
des rechten, als er best kan.’ —
‘frow Mynn, so ding ich sie an,
525 ob ich sampt und nit recht 1er,
da sü mich dann wol verker
mit ainem der es wol verste,
da mit ir doch recht erge.’
frow Mynn sprach: ‘du haust ir
gedingt wol.’ —
530 ‘so hört, syd ich ir reden soi
frow Mynn, so hört der betriepten
dag.
sie clagt sie hab all ir tag
ain ritter gelieb in lieb und sUt,
der sie nun trüw engelten laut
535 der hab fälschlich an ir geton
und hab sie trüw engelten Ion.
er hab ouch haimlich hinder ir
sein hertz, sin, müt und begir
einer ander gewaltig machet.
540 dar umb ir hertz er krachet,
[31 »] dar umb sie an fröwden müß ver¬
zagen.
frow Mynn, sie tüt ouch me cla¬
gen
sie hab in zü gütten Sachen
praucht,
dar an er sunst nie het gedaucht,
545 und hab im des ersten herweckt
den müt,
alß noch vil menge frow tüt.
490. z. frow schäm nO. 526. Da = das vor s, wie v. 851 u. 13 ae. lu.
505. die] l. hie tS ?
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12. Der Minne Gericht.
120
da mit sy er zu ainem menschen
worden,
und sie hab all ir trüw verlern
an im, all ir hertzenlich lieb,
550 nnd er hab verholn als ain diep
ir verstoln ab und von ir hin
baid fröd, hertz, mdt und sin.
das legt sie zu im alß mit dag.
frow Mynn, dar umb so tfit ain
fraug
555 wes er dar umb schuldig sy.
frow Mynn, sie haist mich oucli
da pey
melden sie hab me zü clagen.
frow Mynn, nun tüt fragen!’ —
‘P®yt> gesell, nun nympt dir der
sit,
560 ga sol man sich ver jähen nit.
lau 6 vor berAffen den
der gen ir in das recht sol sten,
das er sein antwürt gen ir tü ! ’ —
‘frow Mynn, so haist im sprechen
zu,
565 ob im her gebotten sy.’
Ain jungfrow hoch gem&t und
fry,
[31 d die hieß die von Trüwenstain,
die sprach: ‘ir werde Mynne rain,
ich hab im gepotten alß ich billich
sol,
570 das sond ir mir geloben wol.
secht, er tünd herfam
inplaw nach stettem orden;
er ylt vast, im ist gauch.’
frow Mynn gar zuchticlichen
sprach :
575 ‘biß wilkomen, gesell gfit!
sichst hie die frowen in trurigem
mAt
vor disem rechten ston?
die bit mich das ich ir laus gon
recht über dein höchsten trüw
und er.’ —
580 ‘frow Mynn, ich bin ouch körnen
her
mich zü verantwürten gen ir.
ich bit üch, ir herlobent mir
und schaffet mir aine zA
die mir mein wort sprechen tA.’ —
585 ‘gesell, sAch under den allen
weihe dir tü gevallen,
der gan ich sin wol,
so ver ich durch recht sol.’ —
‘frow Mynn, so beger ich frowen
Zucht.
590 stett uff, ir wolgeborne frucht,
tüt mir eilenden mein wort hie
sprechen.’ —
an mir, wann ich sein nit enkan,
[3.9 rj (jann haiß ain andrnn zü dir
gon.’ —
595 ‘frow Zucht, ich beger üwer nit
Wandel,
ich wil üch wol allen mein handel
aigenlich und gantz erzein.
ich will ouch kain andrun erweln,
mich benügt üwer gantz wol.’ —
600 ‘frow Mynn, sid ich im sprechen
sol,
so ding ich im alle sin recht
die ie ain yeder ritter oder knecht
vor ewerm hoffgericht haben sol.’
frow Mynn sprach: ‘ich gan im
sin wol
605 zA wiem yedertail haut gerechti-
kait,
und ich will in baiden uff minen
ayd
hüt sin ain gerechte richterin.’ —
571. er fehiU. 595. wadel.
r>0ut0oh« TtzU den MitUlalUrt. XXIV. 9
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130
/?. Der Minne Gericht .
‘so Ilöret zu, frow Mynn!
ich dag von wegen diser frowen
610 das durch ir lieb und wol ge-
truwen
ir falschheyt und ontrüw ist ge¬
schehen
von dem deu ir hie tfit sehen
vor hoffgericht hie in ritters
weyß,
uff den sie allen iren flyß
615 nur gelegt hab allain,
der falsch und unrain
mit ir umb gangen sy, als ich
uch sag,
wann sie im baide nacht und dag
sy gerecht und willig gewesen.
620 frow Mynn, send, den brieff laut
uch lesen,
[5^”] dar inn vint man siner untrüw
vil;
dar uff ich ouch me reden wil.
nun hört deß briefes anefang:
“volkomen und mangen danck!
625 wysß, mein trost und usserwelt,
mein hertz haut sich z& dir ge-
stelt
vor aller weit, mein ainiger trost,
wan du haust mich von trüren
erlöst
und bist die der ich zö willen le¬
ben,
630 und wj’sß, ee ich dich weit be¬
geben,
das ich an dir weit wencken,
das unser lieb sölt krencken,
608 ff. ist eine emevte Anklage, vom Dichter
gesprochen. Man erwartet viel eher die Ver¬
teidigungsrede der Frau Zucht, die vor v. 683
gehalten sein müßte, aber erst v. 686 folgt.
612. den ir H., der ie g.
624 mir unklar; steckt eine einleitende ellip¬
tische Begrüßungsformel darin? Z. WUkomen
e wölt ich n&nstnnd sterben;
an lib und göt verderben
635 wölt ich ee uff ainen tag;
und wysß, mein trost, das ich nit
mag
gehaben weder rüw noch rast
vor grossem senen überlast,
das ich so g^ern wer by dir.
640 0 höchster hört, du liebest mir
von tag zü tag, ye lenger ye mer.
zü dir bekomen ist min beger;
wie gantz haut mich din lieb
umbf angen !
mich haut ouch diner lieb zangen
645 begriffen vest und krefftenclich.
ich züchs an Got im himelrich
r35'‘] das du für war die recht bist,
die mein gewaltig ist;
wann sölt ich oder müst ich din
enbem,
650 so wyß das ich uff diser erd
ainen tag ungern weit leben,
doch tüt mir vil fröwd geben
das ich wol waiß das du bist
mein.
ich wil ouch anderß niemant-z sein
655 dann din allain, das glob mir.
ouch tö ich mer zü wissen dir
das ain turne» ist genomen,
zö dem ich in dein pot wil kö¬
rnen
und dein färb da frölich tragen.
660 möcht ich die er da her jagen,
dar nach will ich ringen
und dir sie mit mir pringen.
638. l. senens.
650. wayß.
657. turne.
658. ich wil in.
662. dir.
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12. Der Mhme Gericht.
131
da mit so wünsch mir gluck und
hail,
und geh Gott das unß werd z& tail
665 in kurtze^H lieplich umbfang
das du mit dein armenlin plang
mich lieplich druckest an din
prust ;
so wftrd erfiMlt mein fröd und
lust.
da mit behAt uns Got
670 und halt uns baide in sinem ge-
pott
und halt mich alß ich dich!
uff erd nit mer beger ich.”
nun hört, frow Mynn,
ir edlu richterin:
das schriben als er ir haut geton,
676 da by haut erß nit beliben Ion
und haut sin trüw und aid zfi-
prochen,
alß ich vor hin hon gesprochen,
da von lang zfi sagen wAr;
680 so sagt der brieff alle mAr,
da lauß ichs by beliben,
alß ir wol bort sin schriben.
nun habt ir dag und widerred
vemomen.’ —
‘Frow Zucht, nun tü ich an uch
körnen
685 und frang üch deß rechten uff
uwer wirdikait’ —
‘frow Mynn, mir. ist von hertzen
laid
das man in ti\t so hart verclagen.
doch haist er mich Ach wider
sagen
er lögne nit, er hab ir geschriben
690 und sy ouch in dem synn beliben
668. ich vor mir geeirichen.
665. kurtzen.
688. Stammt and widerred aus v. 705 ?
697. clagerim.
ir zu dienen ewenglich.
dann das in ain andrA mütes rieh
ouch hab gemacht in lieber gir.
was er des süll engelten gen ir
695 mit recht, das well er dulden
und körnen zu iwern hulden.’
da red der clagerin für leger:
♦‘frow Mynn, hornd ir dise m&r,
das er den wechssel haut getriben
700 und haut ir das verswigen?
[•^^''Ideß bit ich Ach zft gedencken
das er mit valschem wencken
die frowen haut in laid gesetzt,
das sie an hohem müt letzt.
705 nun hon ir dag und widerred ver-
nomen.
frow Mynn, tut in das rechten
körnen ;
wes er ir schuldig sy, deß fraugtl’
Frow Mynn, die houch gelobt
magt,
sprach: ‘frow Stett, ich fraug Ach,
710 das ir uff uwer statte trAw
ertaild uff red und widerwort.’ —
‘frow Mynn, sid ir hie und dort
baider halben haut geschlagen an,
alß ich das nun vemomen hon,
715 und er vor gericht haut selber
verjehen,
so sol im nymmer lieb geschenhen
von kainer werden frowen,
wann im ist nit z& trAwen,
dar umb das er sein statt
zü praucA.
720 ich ertail das im folg hinden
nauch
schand und laster biß an sin
endes zil.
711. Stammt off atM v. 710 f
712. ir = er, wie v. 728 und 736.
718. in.
719. prancht.
9*
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132
12. Der Minne Gericht.
des ich uck trülich bitten wil.’
frow Mynn fraugt an frow Trüw:
‘ir raines wib, was bedunckt üch
725 recht sein, als ir habt ver-
nomen?’ —
‘ich sprich das er nymmer sol
körnen
zu fröwden noch zfi kainen gutten
Sachen.
ir sol ouch nämlich verewachen
alß ain verlogen trieger,
7S0 er sol ouch allen frowen iinniar
sein biß an sin endes zil.
nit anderß ich zfi recht sprechen
wil.’ —
‘frow Lieb, nun fraug ich üch
uff uwer lieplich trüw
735 was nck nun dar umb beduncket
recht.’ —
‘syt ir als gar unschlecht
umb gangen ist mit lieb und
stütt,
so ertail ich das er frü und spaut
müß haben den ewigen fluch.
740 man sol in ouch indas büch
verzaichen und verschriben,
dar inn er sol beliben
by den unstütten allen,
frow Mynn, das tüt mir z& recht
gevallen.’ —
745 ‘frow Zucht, nun fraug ich üch
des rechten uff üwer trüw.’ —
‘frow Mynn, als ver ich mich
verste,
so sprich ich: wa er sitz oder ge,
das er hie und dort verflücht sy
750 und das im all zitt wone py
722. Qch] in.
724. Ich.
735. nch fehlt.
740. indz auch buch.
alles das ungeluck das alle land
haben,
das er das alles allain m&ß
tragen,
[<3-^''] dar zä als hertz laid und pin.
frow Mynn, das ist die urtail
min.’ —
755 ‘frow Tugent, nun tü ich üch fra¬
gen.’ —
‘frow Mynn, so wil ich nun uff
min aid sagen
und dar z& urtail geben
das im aller rainer frowen segen
ymmer syen iwer fluch
760 und Wucher im als der Juden
flüch,
da mit sich mer sein nnhail,
und das im alle dag werd zfi tail
hertzelayd und sendeclich pin.
frow Mynn, das ist die urtail
min.’ —
765 ‘nun fraug ich uch, frow Scham,
der frowen aller höchster nam,
deß rechten uff üwer aid.’ —
‘frow Mynn, mir ist selber laid
das er alß fälschlich haut geton.
770 doch ich im nit helfen kan
und sprich das im zä kainer
stund
von kainer frowen rechten mund
kain göttlich wort werd zä ge¬
sprochen,
da mit all frowen werden ge-
• rochen,
775 dar zä sin zitt in laster vertrib
und dar inn ewenclich belib
so lang biß an sins endes zil.
759. syen iwer ■= ei ein niuwer.
760. l. eäch R.
765. uch fehlt.
771. im das.
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12. Der Mintie Gericht.
133
noch mer ich zu recht sprechen
will.
[55'-] frow Mynn, ir sond verkünden
allen frowen
780 die da stät lieb püwen,
das er stüt lieb haut zerprochen,
alß ich vor hon gesprochen,
dar umb das er keine me tu
laichen.
frow Mynn, ir sond in ouch
zaichen
785 mit ainem prand under sin ougen,
da mit im menglich müg schowen
und herkennen hin für by dem
zaichen,
das hin für kaine werd ge-
laichen
von dem schalk nymmer mer.
790 das gib ich zü recht uff min
er.’ —
‘frow Maß, nun tü ich uch fra¬
gen.’ —
‘frow Mynn, das wil ich uch
sagen:
ich setz mein urtail zü frowen
Scham.
ir sond im sinen ritter nam
795 nieman, dar zü sant Jürgen sporn,
wann er das billich haut verlom,
und für ritters orden geben
der schnüden, bösen hüben leben
die man da frihet nemmet,
800 das man in da by kennet,
und ainer snecken korb an sinen
kragen,
den er in dem land sol tragen
[36*’Jvon ainem dorff zü dem andern.
da mit laut in hain wandern
805 mit ainem hüben lotter holtz,
780. st&t da.
786. l. in.
das er kainen ritter stoltz
also mer hin für tü sehenden,
ir sond in ouch pfenden
an dem lib umb das wandel
810 und umb den grossen handel
den er haut an der frowen geton
und haut sie trüw engelten Ion.
ir sond in ouch zaichen mit dem
prand
und von der rechten hand
815 die dry finger ab howen
da mit er haut der frowen
erschworn mengen falschen ayd,
da mit hin für frowen und maid
vor im sint versorget schlecht.
820 frow Mynn, das ist ewer hoff ge-
richtz recht.’
Frow Mynn sprach: ‘wes be-
gerent ir mer?’
die clagerin sprach: ‘sid im trüw
und er
mit recht ist gesprochen ab,
so be.gei't die frow aine gemain
fraug,
825 das er hin für leg ab
die staten färb plaw,
dann sie im nymmer mer gehört
an.
sid ich das recht genomen hon,
[•5<>‘Jso wil ich frösch schaiden hin,
830 frow Mynn, und wa ich ymmer
bin,
dancken ewem gnaden,
das ir mich habt entladen
meineß laides und in fröwd ge¬
setzt.’
frow Mynn sprach: ‘farnd hin, ir
werdent ergetz
835 alles das uch ist beschenhen.’
820. mein.
822. clag'im.
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134
13. Der Minne Gericht.
Secht. da liet man wunder ge¬
sehen
klag von mannen und von frowen.
wir hüben uns uß der owen,
ich und die da warcnd fröden
rieh.
840 also gesegent sie mich gütlich
und dancket mir uß hohem müt
und sprach; ‘lieber gesell gut,
du bist mir trülich gestanden by.
hertzelieb din Ion s}’,
845 das füg dir Got on alles end!’
die rain pot mir ir hend
zü urloub und schied mich vou
der rainen.
wie sies aber noch tü mainen,
ob sie sich wider nach lieb stel
850 oder allain beliben well,
da selb ich noch nie erfam kind.
#
und wünsch ir zü aller stund
das ir noch alle lieb geschech
und sie wider in hohen fröden
süch.
13.
Der Stern der Treue.
W’-] Ich gieng ains aubentz spaut
allain,
da sach ich ain frowen rain
ston linder ainem paum.
ich nam ir dan gaum.
5 paide ir sitt und ouch ir perd
die dneht mich ongevard.
sie was gar adelich gestalt
und in rechter mauß pald.
ich nam ouch ir klaider war,
10 die warn ouch gar wandeis öar,
ir rock was waidelich geschnitten
nach gewandlichem sytten
von ainem prün sAmat
15 ga falten als manß gern treit,
eben ir hübschlicheu claid,
und was ir ouch eng genüg,
uif dem i'ock die frow trüg
über all gesträt,
20 das es mein hertze erfröwt,
Stern, von ünem gold geschlagen.
I'^^'^lsölt es ain kaiserin tragen,
sie waren kospar gnüg,
alß sye es uff dem rock trüg.
25 ain prüiieu kappen von Scharlach,
geschnitten klain und zwifach,
ir das hopt verdacht,
845. ou J2., vnd g.
Zu 13.
Bei diesem Gedicht macht sich das Fehlen
einer sweiten Hs. besonders fühlbar. Zahlreiche
Lücken (mindestens 11) und viele sinnentstellende
Fehler erschweren das Verständnis des Textes
sehr, so daß die Verbesserungsvorschläge hier
noch weniger als sonst den Anspruch auf
Sicherheit machen können.
851. wie.
4. gaum fehlt.
10. Wandel Tarn g, waudels bar ü.
12. unwandlicbem ? H. ; oder gar waide-
lichem ?
27. Das sie ir.
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13, Der Stern der Treue.
135
das ich ploß nit gesenhen macht
wann so vil das antlit dar.
30 die kappen was beschlagen gar
anch mit guldin stern,
da sach ich üch von fern,
aller ir wandel mir wol gefiel,
by ainem paum ain prun wiel.
35 .
ich gedaucht: ‘solt ich allain
gen zu der frowen
und sie recht schowen,
es hett nit gflt gelimpffen,
40 so kan ich nit wol schimppffen.
ich will trincken hon zu wort,
und schlach da by ainen ort’
Da ich kam zfi dem paum,
do her sach mich die rain
45 und gieng her gegen mir
[•'iS'’] und sprach : ‘ gesell, Got geh dir
gfiten aubent; wa wilt hin so
spaut ? ’
ich sprach zu der frowen traut:
‘Got danck üwer tugentpar sytt
50 das ir üwer grussen tailud mit.
ich wolt hie gedruncken hon
und wolt mich sunst ergon.
nun ist mir aubentür geschehen
das ich üch hie hon gesenhen,
55 und west ouch gern wer ir wer^.’
sie sprach: ‘ich würd licht ver-
mert
von dir, das wür nit güt.’
ich sprach: ‘frow, nain, er ent&t.
ir sond uff mich clain sorg hon.
28. sie.
31. mit fehlt.
82. Da sach = Das sach.
34. paum fehlt.
42. amen] l an den.^
44. War gaum Reimtoort wie v. 4P
60. tailnd am Rande für geetrichenes tänd
im Texte.
55. wern.
60 ich wil ain wil hie by uch ston,
und sag mir, zarte frow rain,
was üwer wesan main
das ir allain hie so spaut sind?’
sie sprach: ‘ich sag dir wie es
leit:
65 Trüw ist min rechter nam,
hab es dar für nit daz ich mich
schäm.
das ich hie allain pin,
das tun ich uff ain sin.
ich hon geschafft vil,
70 das ich dir nun sagen wil.
ISS'] ich hon gehofft in &im berg,
den verkoufft ain klainß zwerg.
da sind noch vil inn
die undertenig sind der Mynn,
75 wann sie dar ein die schuZ haut
und lernd sie frü und spaut
recht mynn halten
und stet lieb walten;
ich hon ir vil in miner pflicht.
80 ir aller kunst wür ain wicht
wer mein nit gert zfi siner 1er,
stätikait und rechte er
und wil doch mynn pflegen,
das wysß: der ist verlegen,
85 an allen gfiten dingen
kan im nit gelingen,
und ist verschmächt aller tilgend,
kumpt er in alter und in Jugend,
das wyß uff mein aid,
90 ich hon dir die warhait geseit.
da von bin ich bekümmert ser
58. er] l. ir; vgl. Anm. tu Dlria.
68. ir fehlt.
71. ain.
72. l. verklust, wegen v. 555 f. 9
75. schuld, wie 557.
78. halte vor walten ge$tr.
83. mein.
88. er fddt.
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136
13. Der Stern der Treue.
ZU der schul mit miiier 1er.
deß ich dir nit sagen wil.
95 aber war umb ich hie ste
und all aubend her gee,
das will ich gern sagen dir.
sid es zü horn ist di» gir.
ich tun es durch kurtzwil
100 und bin hie nachtz untz uff ain
zil
und wart ainß sternß hie,
den kund ich lang ersehen nie.
sin uff gang pringt mir sorgen vil,
vil mer dann ich dir sagen wil.
105 sich wie der himel ist geziert,
mit allen stern durch floriert,
die lüchtend durch die vinster
nacht.
der ainig stern meins hertzen
ft'ffcht
mit aller wunn gar durch get,
110 so er ain Wochen stet.
sin glesten ist so manigvalt,
da mit er mich by fröden halt,
sein schin gaut allen stern vor.
ich nam in mineß hertzen tor,
115 da sich gen im entschlust,
der wirdikeit genüst,
all die mit mir umb gand,
das ich die gütlich bestand,
sein louff ist wider die faigen,
120 die mir untruw erzaigend
und mein gesellen, die ich hon,
manig Untugend habend getün
[39 f] und alle zitt wider sie <riegent,
95. vmb vor war gestr.
98. diner.
108. hertz. tracht B., rücbt g.
114. in = in in. vor.
115. Da sich = Das sich.
123. pringet.
131. im.
136. l. erspeheu ?
mit Worten uff sie liegend,
125 yerratnnß triben vil.
mein stern der selb nit enwil;
sie sind by im abgezalt
so er wird reichsnen mit gew^alt,
deß ich doch gedingen hfiu
130 es süll kürtzwill ergan.
ob in die w'olken habind vertrlbt,
so w’aifl ich wol daß er übt
alß das mir tröstlich ist.’
Ich sprach zü der selben firist:
135 ‘frow, laut mich üch helfen
senhen,
oh ich in recht künd ersehen,
dort staut ain stern, der ist grosfl:
er mag w'ol sein üwer genoß
vor ander stern all;
140 secht wie er üch gefall,
nempt den, laut in fam!’
sie sprach: 'woltest du mich be-
wam,
solt ich den üwem verkem
145 mein nam zü der frist,
ob der mein verporgen ist.
das macht lecht die bösen wind,
deß Übergangs ich vU vind
[40f] da mit sein clarhait wirt bedeckt,
150 das nun mein liden erkreckt.
schür, hagel, regen und sne
tünd mir dick an im we,
so er über die berg gee,
so er über die uff gee
155 .
und Satumuß gen im staut.
139. Der.
140. Secht R., Sicht g.
141. in] l. jenen ^ R.
149/'. Es reimt wohl bedacht : erwacht
(vgl. V. 27 f.) oder bedeckt : erweckt.
154 wird bloße sinnlose Wiederholung sein
und 156 unmittelbar an 153 anschließen, mit
dem Reim ste. R.
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13. Der Stern der Treue.
137
SO Wirt nun mein hertz gar versert
und all mein fröd verkert,
so ich sein Hechtes brechen
160 von Wasser flut nit mag gesehen,
und wie in der planet irt
(manig stund davon mir wirtt),
deß ich dir nit gesagen mag;
ich sag dirß nicht biß an den tag,
165 das pringt mic^ in plaidikait.
dar nmb ich mich nit von im
schaid,
ich sech in oder sech in nit.
mein hertz haut sich zu im ge-
richt,
ich acht keinß anderß sternß louff.
170 du wüffes mir ffir bösen kouif
das ich sölichen wechssel dett.
pfndich diner bösen rä.tt’,
sprach sie zd mir laideclich,
4ch waiß wol das du ratz an
mich.
175 der ist mir von Gott geben;
ich muß nach sinem louff leben,
und wer mich zA paulen hab
[40»] und verporgen argen dag,
der wär deß lustes von malio,
180 der wir dann mit sampt frow
so er sicJit sein vollen schein.’
ich sprach: 'frow, nun fart hin.
on spott, da gett ainer her;
lügt eben, ist er der?’
185 die Trüw sprach: ‘lieber gesell
min,
du magst wol ainfültig sein:
soltz du in vor mir senhen
und in sölicher manig spechen,
das muß von gluk sein.
190 sich, ain Stern der ist mein
der dort in der hoch stet
wysß das er vil tugend haut,
wenn ich in in miner pfleg hon,
und wer mir ist underton,
195 frow, ritter oder knecht,
ieglichen nach sinem recht
macht er stoltz, frow und gemaid
an laster mit under schaid;
zu allen gütten dingen
200 muß im dester baß gelingen,
wird, tugend und er
schickt er an wider ker
[4i'']dem der gnaud zu mir haut
wann er ist da, er sitzt mit
stAtt’
205 ich sprach: ‘liebe frow mein,
wa von haut er klain schin
und da py so grossen gewalt,
alß ir mir vor habt gezalt?’
‘mein stem ist groß und schint
dein ’,
210 sprach die minneclich, die rain,
‘ich will in dir zü kennen geben
hie nach der weit leben,
man kent sin edelkait dar by
und was tagend an im sy,
215 alß ain mensch das sin müt
edel und synn hertz behüt
159. sein mein.
163. kan vor mag gestr.
165. mir.
166. nit fehlt.
170. l. w&rfes R.
174. an fehlt.
177 f. unklar, l. pnolen ?
178. l. nnverporgen ? H. l. mangen
dag?
179. l. vor mal ro? *der die Lust vorher
nicht kannte’ R.
180. l. Wirt. l. mit mir.
181. sicht fehlt.
189. sein vor sein gestr.
193. l. Wen ich in m. p. h. ?
196. Jeglichem.
202. Schickt R., Sicht g.
212. nach aus nacht.
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138
13. Der Stern der Treue.
vor waudel und vor schänden
und ist an minnen panden
verschlossen mit der stätikait;
220 deß er groß tugent tret,
die der man nit mag gesehen,
der klain schein tüt mir verjehen:
so ain mensch ye höher sy
an adel, dem wondt gnaud by
225 über wen er haut gewalt,
das sy sin tngend manigfalt.
das vind ich an dem mein,
die sich durch mich pin,
die sind demütig,
(41 »l gedultig und gütig,
231 über sehen tünd sie vil
mir, wie ich es haben wil.
sye schickt im senden laid,
das waiß ich wol für ain warhait
235 und ist mir ouch kuntlich,
wann ich es offt und dick sicli.
sie müssend schäm und forcht han
und sich ouch genügen Ion,
wie klain ich in fröden schizh
240 ob es wür ain ougen plick
von lieb, der durch mich geschieh;
ain umbfang den niemant sAch,
von dem liebsten dos er haut,
und das geschach nach minem
raut,
245 sol im volkomen fröd bringen,
ich herlonb im ouch gedingen,
wann deß sol er ouch ymmer
leben,
und sol ain tröstlich fröd geben.
217. Von gestr.
218. minen.
237. forcht am Hände für gestricJtenes
schäm im Text.
239. in in. sieh.
243. den.
244. sinS vor minS gestr.
245. So.
es sol im ouch beholfen sein,
2.M) das zaigt mir der dar schein,
wa sich so houche wirde naigt
und sy mir miniclich erzaigt’
ich sprach: Mas ist billich,
zarte Trüw tugentlich,
14.2'-] das du dem beholfen bist
256 der dir dient sunder frist
wer dir ist also underton,
den soltu durch yemant Ion
oder man würd dir gehaß.’
260 Sie sprach: ^gesell, waistu das,
was mainst das sinwel ist ain
Stern?’ —
‘ich nain, frow, ich west es
gern.’
‘was sinwel ist, das ist weghaff*,
sprach sy, ‘und glich der Minne
krafft
265 und irem orden, den sie da haut,
wyß, sie ist geswinder ritt
und weglich aller creatnr.
sie ist hilfOich mit ir stür.
ir ver sch macht doch nit,
270 alß sie dir noch wol vergicht
ainem zü lieb, ainem zü laid
tüt sy sich umb hie und da;
sie möcht e zitten werden graw.
2«^ sie wandelt umb in den landen,
hett man sie nit in panden,
ir geschech vil torhait,
die ich gern von ir seid.
wArich Trüw und StAtte nit,
246. im ouch] mir 6ch.
249. l. Ich, toegeti v. 255 ?
262. sy] l. sichF
258. l. nyemant
265. iren öden.
278. l. scheid f oder ich nit gern ?
279. n^.
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13. Der Stern der Treue.
139
280 sie wer ettwa on gericht.
wir müssend ir mit synne pflegen
etican in allen wegen,
wa sie by gälten lütten ist,
da sy wir by ir zü aller frist
285 und nemen Vorcht da zü,
das sye dester rechter tü,
Scham, Zucht und Er.
wa sie volgt unser 1er,
da gett sie allweg vor
290 und schlüst uff minfl hertzen tor
und gaut gewalticlich dar ein
und würd die gantz fröd sein,
wann sie lebt nach unserm synn.
so haist sie wol die werd Mynn,
295 die aller würd krön trett,
al£ ich dich wol beschaid.
wir süben sünd dar zü gericht:
wa man rechter liebe pfligt,
das tritt sie bald mit ir straul.
SOO wan das hertz enpfacht das maul,
so bin ich by den ei’sten da.
da rüfft Stütikait nach plaw,
die stricht dar an die recht lasur.
305 so kumpt Maß mit ir kr&ft,
Fürcht, die werd, die unbeha/l,
dar zü Schaz/« und ouch die Zucht
[43 »•] louffend gar mit stUler flucht.
die kennent gälte krütter wol,
310 da mit man es verpinden sol.
sie pringent war sicherhait;
ain klaines krütel haist ain aid,
das ist nnverprochen gät
280. wenn.
282. Etman nit.
290. l ainfl 9
300. Was.
306. kab.
306. Tnbebagt.
307. schow.
322. Bchaidem.
328. wider.
das gelipt stral nit schaden tut;
315 es mäß ouch gewachssen sein
linder meins sternß schin.
hochen mät, vergiß mein nit
pringent sy zä der geschieht,
wegwart die ist gät dar zu,
320 ich main das sie ycht wirser tüw.
die doch wol dem schaideu zympt.
valsch wachsset gern da under,
das hab nit für ain wunder.
325 belib ye dar under ain klaiu torn,
alle arbait ist verlorn.
ich sag dirß on spotten,
zagel hail ist verholten
von unser aller krön.
330 die krütter niemant die Trüw,
Er, Zucht und Scham
und dar zü unser aller nam
legend zä dem hertzen
durch manigvaltigen smertzen
335 der dar inn verborgen lit.
[43«'] wir müssend ouch zä rechter zitt
sein mit unser hilff da.
die rind müß ouch wesen graw
durch höchmütig gedencken;
340 es sol ouch nit enwencken,
wir niemans mer dann drifach,
das kain zwifel da durch schlach,
so wir es verpinden,
genädiglich verwinden
345 alß mit unser hand taut
und ouch mit der herrin raut,
die uns lerend das recht pond.
825. sye.
828. l. Zagehait? R. Oder steckt in Zagel
bail ein Krättiemame?
329/1 entstellter Reim oder Lücke if
338. rind] l bind?
341. niemas.
344. Vwnnden.
346. her’en.
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140
13. Der Stern der Treue.
die verstrickt es mit der hand
und veraint lieb und mynn
350 dar nach unser aller synn,
das sie baide müssen leben
wie wir in raut und stur geben,
und mit ain ander liden,
all untrüw vermiden.
355 sie müssend waidelich sin
und mit frölichem schein
all zitt sich erzaigen
ze laid dem bösen vaigen,
die durch nid in seind gehaß.
360 so wellend wir ouch von in das
das sie sich schön ziechen,
[44 '] all von on tilgend fliehend,
all trackhait müssend Ion
und ouch Got vor ougen hon,
365 wann er in gefügt, wann er wil,
fröd, er, glückes vil
hie nach der weit leben;
er mag in die ewig fröd geben,
nach mines stern wegung
370 so sol yetwederß zung
dem andern das pest jehen
und in sinem hertzen spehen
das kain gedencken dar in sy
da arger list won by,
375 und wie ains behütt
deß andern würd und gut,
des sol das hertz in zittern
schweben.
die wegung kan mein stem
geben.’
Ich sprach : ‘werlich, es gefeit
mir wol
380 das Mynn iren orden halten sol
nach so hocher tugend raut.’
377. Das.
384. l. nngev&r?
385. l. geticht.^ S.
388. sein mein vor fein gestr.
sie sprach: ‘sichest nit wie man
sie haut?
wa die mynn an unß wür,
man briefft ir fürsicht in gevar,
3H5 als ich dirß e gelicht hon,
zu andern stem die da ston.
ich mein nicht den mein,
den dam und den fein,
das hon ich dir ouch wolgeseit,
390 die wegung hetten underschaid.’
ich sprach: ‘zarte, liebe frow,
dritt da her und schow
wa dein stern klain rest haut’
sie sprach: ‘das ist frü und spant
395 de« louff ist all zitt so schnell,
es sy trieb oder hei;
so ist es sein natürlich sytt.
da ist es mir gezaichet mit:
wa zwayer hertzen lieb wür
400 und die würn nngefär
verschlossen mit der mynn pand
und ouch nach der tugend raut,
die lieb durch minne gepunten
haut
405 die ich dir vor genand hon.
also soltu mich verston:
das hertz ist minem stem glich,
das rüwet ymmer ewenglich
und müß alzitt laidnng hon
410 mit sinem liebsten snnder Ion,
es sy mit lieb oder mit laid,
das ich mich nit von im schaid,
oder lecht durch gedingen,
wann im sol gelingen,
415 und vil licht durch schow.
es sy man oder frow.
394. Ich.
895. Dem L ich.
404. mine.
408. Das = Das es.
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13. Der StO'n der Trette.
141
deß m&ssend sie mir rechen,
wann ich hon gesprochen:
“wa ains gern by dem andern wer,
420 das pringt dem hertzen grosse
sw&r,
und es dannocht mäß myden.”
wyß, das ist ain laiten
und gar yor allen dingen
mag es yil unm&t pringen.
425 es knmpt von dem frechen dar,
die tänt aller ding war
und kert es uff das pest
deß aines ich mich tröst,
man ist im doch niernt hold.
430 naintz anderß ich im wünschen
wolt.’
ich sprach: ‘frow, das war,
ich acht sie nit umb ain har.’
sprach aber die Trüw zfi mir:
*es ist doch mineß hertzen gir
435 und mein gedencken by den
zwain
die mit mir sind über ain.
die sind all zitt berait
durch mynn und durch stütikait
zewurcken alle gütthait.
440 wie man uns verspottet haut,
das dunckt sie gar unverdrossen-
lieh.
sie «int ouch dick mütes rieh,
[450] sie habend fryd on zall
inder weit über all.
445 mit mangerlay won
sint sie by liechter sun
deß louffes all zitt berait.
417. l. jehen ?
418. l. gesehen ?
422. ain an. l. liden.
442. Tint.
443. l. fr&d H.
446. sie ftihU.
448. im.
alß mein stem von in seit,
und habend ouch klain rast.
450 ich weit nit das es kain vaiger
weist
was aubentür in witter vert,
undrast und leyden ist beschert.’
Ich sprach: ‘Trüw, sag mir,
wenn ich der fraug nit enbir:
455 was maint die mainung die du
trest
und dich so süberliche klaist?’
sye sprach zft mir: ‘ich waiß sin
nit.
ich gen also von gesicht.’
ich sprach: ‘Trüw, nun vergich,
460 wann ich lützel frowen sich
güt mainung tragen,
sie kund ouch wol sagen
was sie maind da mit.
das ist nun der weit syt,
465 du solt dich sein nit schümen.’
sie sprach: ‘nach minem namen
hon ich mich begeben
in ein witwan leben
[46*-] mit der Demütikait,
470 zü liden lieb und laid.
wie frölich ich ymmer pin,
dennoc/t sol hertz, müt und sin
gedulticlich hon vergüt
was Stüt und Er an mir tüt.
475 ich müß mit senen ringen,
swigen ungezwungen
mit fr6d manig sfunt.
das tün ich mit dem rock kund
und ouch mit der färb sein.
452. Vnd rast y =Untröstü.; od«r{. Unrast.^
456. JK. empfiehlt swerliche.
458. l. von geschiht *von ungefähr’.
472. Dennhot.
474. er er.
477. sampt
478. mich mit.
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142
/.V. Ihr Sitni der Treue.
480 .
du haust das wol von mir gehört,
ich hon dich da mit nit bed6rt,
durch wen der stem mein wirt
und mein lieplich gird,
485 die ich hon verporgenlich,
gen dem mein minn staut tuget-
lich.
der mich halt on all mail,
dem füg ich aller frSd ain tail
und mag in aller tilget sat
490 .
mit mir das mein herz erfrdt.
da von ich hon min claid bestr^wt
umb und umb und über all
mit den stern ain zall.
495 die scharppffen eck die daran
stand,
die zaichent nteinß stemß schin;
das ich durch schonhait erdaucht
und das mein mainung werd ver-
praucht
[46«-] mit den ecken werden.
500 wa ich bin uff der erden,
so sol ich halten stütikait
4
das ain ecA; die mamung treyt.
das zweXt'. gerechtikait gen lieb,
und das ich ouch nit ze dieb
505 dar an mit listen worden sy.
das drit ist myr bezaichet by
nit wann ain rechte Interkait,
das hertz und wort glich seit
und stee all zitt anain.
482. nit fehlt.
483. der aus den.
486. minn fehlt.
487. on all on m.
488. frfid fehlt.
491. erfart.
494. dem. ain = &ne.
496. keinß.
497. l. hon erdaocht.^
502. ecken manig.
510 das vierd eck ich dar zu main:
durch ain vestmütikait
ich hon der vaigen widerseit.,
das mir gedingen macht
und wider stee arger sach.
515 das funfft eck ist die er
das ich will nach der 1er
ymmer stütt leben,
sie mag mir fröd geben,
das secht eck bedarf! ich wol,
.520 syd ich den stern tragen sol
allen minen gesellen vor,
die gond uff mines louffes spor.
das die orter sind so scharppff,
[4~«-]dütent da das ich wol bedarff
525 das ich mich der falschen wer
und mich mit sölicher tnget ner
dar durch ich die mainung trag,
und mich der büsen dück ensag
umb Ire grosse misse taut’
530 sie sprach; ‘gesell, es ist spaut.
du haust wol vemomen
war umb ich pin her ‘körnen,
und gehört nach miner sag
war umb ich die stem trag.
535 das ist dir worden kunüich.’
‘zarte Trüw tugent rieh’,
sprach ich, ‘hon es wol veraomea
ich bin nie da hin körnen
da kain edel frow
540 in so reicher schow
ire grosser tuget ^aut
und sunderlich in sölicher spant
503. zweit] ein.
509. anedn R., allain g.
510. ich dich.
612. l. den ? vgl. v. 358.
513. l. mach.
528. dicken sag = tttcke entsage.
539. Da in.
541. tant; davor raut gestr.
542. sind'lich sondlich.
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13. Der Stern der Treue.
143
ich bin by uch gestanden hie,
und habt mir gesagt wie
545 ir halst oder wer ir seit
und was tagend an üch lit,
was maniger hande sin.
deß von ew ich gewtst pin
das mir vor was unknnd.’
[47*] sü sprach z& mir der selben stund:
551 ^es ist gern geschenhen.
gesell, wiltu spehen,
es ist sicherlichen spaut,
ich muß von dir ylen draut.
555 ich besorg des yezwerg
ob es verschlüß den berg,
das zam der Mynn schui nicht,
die mein wem unbericht,
die mir von ir enpfolhen sind;
560 es sind ettwa clainüw kind.
wer sie uß der hut laut,
ain kind bald vergessen haut,
das macht du selber wol verston.’
ich sprach: ‘weit ir gon,
565 so gond, das üch Glot behüt
all zitt vor ungemütt!
ich will guaud von iu hön:
wa ir secht mich ainig ston,
das ir mir prediget zehand
570 und mich da her wider mand.*
sie sprach: ‘des biß von mir ge-
wert.
du haust ain klain ding begert.
Glot geb dir gfit nacht,
ich wil gen, du enmacht
[4Ä''] nit lenger by mir sein.’
576 ich sprach: ‘gnaud, liebe frow
min!’
Sie kert sich umb und gieng
von mir.
ich stond ain wil und sach nach
biß das mir die nacht das benam,
580 das sie mir uß den ougen kam.
das braucht mir gar sweren müt.
so gedaucht ich dann: ‘es ist
lecht gfit,
sye mficht sich versampt hon.
so will ich ouch von hynnen gon,
585 es ist ouch schier uff dritthalb
nacht,
das hon ich wol in miner acht’
und hfib mich uff die strauß mein,
ich gedaucht: ‘es mfiß also sein,
es ist ee geschehen.
590 was wyltu dar zfi jenhen?’
AMEN.
14.
Frau Minne weiß Rat.
[48”] Ich tfi durch früden verjehen zfi sfichen lust und aubentewr.
hie do kam gelück zfi stftr
wie ich an ainem morgen gie 5 und weist mich in ain tieffes tal,
546. Wie ir. 557. «chuld.
547. Das vom. handel sein. 559. ir H., fehlt g.
548. ew ich B., ewig g. gewest. 667. ir.
555. bezwerg. 569. ir ir mir pred {toi).
556. es es. 578. Sü sprach got.
Zu 14.
4. l. kam mir g.
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144
]f. Frau Minnr weiß Fat.
dar durch ain michel wasserval
uß ainem bürg er springen tett.
ich hüb mich an der selben stell
und gieng dem wasser nach zü tal
10 und schont sicher über all
an bürgen und an lütten,
neben an ainer sitten
tett ain prunn erspringen.
so lustlich da besingen
15 hört ich golander nnd nachtigal,
hoch in die lüfft und ab zü tal
tett sich der lerch schwingen,
so maisterlich erclingen
hört ich usß maniges fogel kel.
20 so manig plümel liecht nnd hei
vil woneclich erlüchten tett.
ich yand an der selben stell
deß mayen zellt gantz nff ge¬
schlagen.
von lust, fröd, won wAr vil zü
sagen,
25 die ich sach in des mayen rieh;
[49 '•] doch was die fröd niemd gelich
der fröd, haist lieb nnd mynn,
alß ich mich onch wol versynn,
nach dem als es offt ist ge¬
schehen.
30 Also tett ich umb sehen
an kern und an lütten,
neben an ainer seytten
ersach ich ain vest, on maussen
hoch.
hertz, müt und danck mich dar
zü zoch,
35 das ich herfür die mür
wer uff der vesten wAr.
8. l. mich uff, tote v. 50.
13. pnug.
15. ich fehlt.
21. moneclich.
27. Die.
37. ich fehlt.
da mit tett ich mir rant
das ich mich sunder traut
hüb der vest zü nahen.
40 mit ylen und mit jagen
kam ich an das erst tor.
da sach ich sicher vor
ain paumgarten gar zärtlich,
dar umb ain hag von dom rieh
45 was gewachssen nnd zogen
und hett sich zü der erden ge-
bogen
von der rosen überlast
die gaben liechten, willen glast,
das mir mein hertz erfröwen tett.
[49»] ich hüb mich uff an der selben
stell
51 zü des garten clusen.
an sorgen und an grusen
nam io^ der vest an allen enden
war
und ouch des garten gantz nnd
gar.
55 und als ichs alß samd durch
schowet,
da kam ain mynneclich frow,
in rott enzünt nach mynne recht
ich gedaucht wie ich mein
antwürt schlecht
gen ir wolt tün, ob sie mich
fraugt
60 Mit dem die minneclich magt
frag^ mich der mAr
was mein gefert da wAr.
ich sprach: ‘ir mynnecUche jung-
frow,
ich ge durch lieplich schow.
41. an aus das.
53. ist
57. nach aus durch.
62. da zü süchD w&r.
63. nynecliche.
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14. Frau Minne weiß Bat
145
65 zft sfichen frod und aubentür.
nun hoff ich, ir seyt mir zu stewr
körnen in des mayen zier.’
die frow sprach: ‘gesell, ich main,
dir
wone by vil kluger synn.’
70 ich sprach: ‘syd irs nit frow
Mynn?’ —
‘ja, gesell, das betütt ich mit der
färb rot.
ich mach ouch mengem hertz nott
und kan es wider zü fröd pringen
allen den die zä der mynn lieb
han gedingen.’ —
75 ‘so wol mich hüt und ymmer
ward,
das mir die lieplich fart
an disem tag ye ward beschert!
mein hertz sich erst der fröden
nert,
frow Mynn, das ich uch funden
hab,
80 wann ir doch sind meinß hertzen
lab.
von wem oder welichen Sachen
sich s61ich hertikait tilt machen
das ainem man sein hertz vor
lieb erklieb
durch ain werdes wibes lieb
85 und der frowen hertz sol gantz
beliben,
das wunder will mir mein synn
vertriben.’
Frow Mynn antwürt mir wider
und sprach: ‘gesell, sitz nider
zfi mir in das gi’fine graß.
90 ich will dir sagen alles das
das da ist uff der mynne louff.
manger vint ain schlechten kouff,
etlicher wirt hart troffen,
mänger wond er het ser geloffen,
95 so ylt er fer hinden nach.’
mit züchten ich hin wider sprach:
‘frow Mynn, ir hab laider war.
es ist noch nit ain jar
[50»] das ich ouch mer erfam hab
100 das ainer ist uff, der ander ab.
frow M3Tm, beschaid mich noch
deß
durch wen oder wie es
ymmer müg geschehen oder sein
das hertz nit über ain
105 sind paidu der frowe und des
man.’ —
‘gesell, als ich dir sagen kan,
ainem gestetten truwen man
sein hertz nit gantz beliben kan,
es pricht und klüpt sich inder
prust.
HO das geschieht von lieb über Inst
und von grosser überflüssikait
der lieb die er zfi ainer frowen
treit ;
und ist ir lieb dann nicht als
gantz gen im
oder das der frowen sein lieb
nicht zim,
115 so kan ir hertz nit prechen.
doch tfi ich wider sprechen
das nit unmüglich wür:
wa ain stütiger bfiler wür
und der gesessen wär der waid
74. bab.
80. lad vor lab gestr.
101. ainß vor defl gestr.
102. l. wen {Instrum.)?
104. l. die bertz.
Doutflch« Teilte dee Mittelelterf. XXIV.
107. l. Stetten getrnwen ?
HO. waO.
112. er fehlt.
118/". l. bälAr gesessen w. d. \s.? B.
10
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146
14. Frau Minne weiß Rat
120 und der es trib on anderschaid,
alß ain stritiger jAger tut,
so gloub ich das kainer frowen
müt,
ir hertz noch sin so hert müge
sin,
sy precht ainer in der mynne pin,
125 lieb mynn die tet ir hertz zd-
prechen.
wann vor war, gesell, was weit
aine rechen
an yedem, er wir ritter oder
knecht,
deß trnw gen ir stend schlecht
und des hertz durch lieb gen ir
zäprochen wAr
130 und ir durch hertzen lieb on gefär
enpfilch sein hertz, lib und leben
und sich allain tett ergeben
in ir gnaud nach irem pott?
gesell, das wAr wider Gott;
135 wann allu trüw mäß vergolten
werden
dort, hie und uff der erden,
die ain yeders dem andern tüt’ —
^Beschaid mich, werde Mynn
gÄt,
ir sind mir doch zfi seiden körnen,
140 als ich dann hab an uch vemomen
ewern synn ain güten tail;
und ob ainer wär in fröden gail
durch ain mynneclichs wib
und begert an iren werden lib
145 lieb trüw mit gantzer stAttikait
und wolt ir gern sin berait,
123. sie.
126. Wjm war vö.
128. ir fehlt
132. nit tett
136. l. und hie uS.
139. sid vor sind gestr.
141. an.
142. ainer] wir.
nnd die im sein hertz het zü-
prochea,
[5/ »1 alß ich vor hon gesprochen,
ob sie sich des wider tett
150 und ließ ainem frü nnd spaut
red, mü und arbait Verliesen
nnd weit sein ye nicht kiesen,
kain trüw noch lieb verjehen,
als das offt tüt geschehen:
155 wie sol sich ainer dar in halten
dem sein hertz tüt spalten
gen ainem mynneclichen wib
nnd ir hertz gantz belib,
und an ir kain trüw ervinden
kan?’
160 sie sprach: ‘du bist ain g^ütter
man,
gesell, verstest es aber nit
nun hab ich gantze zü versieht
du verstaust es sirier wol.
ain yeder die sach triben sol,
165 wann kaine als bald gern ver¬
jehen tüt
ob halt ir lieplich müt
und ir hertz zü ainem ist genaigt
doch in dem sich ain yedrn er-
zaigt,
wer des erkennen kan,
170 dem aine liebs gan,
das es ist zü versten wol.’
[52r] Ich sprach: ‘dar umb ich nun
ymmer dienen sol,
frow Mynn, mit lib und mit güt
ob ainer hertz, lieb und müt
175 ainer frowen nndertenig macht
145. gantzer am Rande für gestr. aller
im Text.
149. sich] l. icht (mt( negat. Sinn) ?
150. leS.
156. sein fehlt.
163. sider H., selber g.
165. kainer.
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14. Frau Minne weiß Bat.
147
und sie sein als pald nit acht,
wie sol ich verston das
ob sie dennocht fürbaß
ir trüw weit zu im kem?
180 zart Mynn, das tut mich lern.’ —
‘so hör, gesell, und folg mir:
wa hin din hertz hab lieplich gir,
da pit nit lang und heb an
und sprich: “was ich ye fröd ge-
wan,
185 das ist durch dich, mein höchster
hört ”,
und erzel ir gentzlich dinu wort
und red mit ir von der lieb wegen
und sprich: “solt ich zü dienst
leben
dir, mein trost, das mein gir ”
190 gelonb, so vinst an ir schier
das sie sich ouch erzaigt
und ettwas gen dir naigt,
ob ir der will güt ist.
wann es sic^ kain lengerü frist
195 in zwain hertzen verbergen kan,
wa ainß dem andern guttes gan,
[•^5 *] es vint sich mit lieplichen Worten,
mit gesicht an mengen orten,
liep plick die ains dem andern tut.
200 also kumpt ye g&t uß göt.
noch ains merck vor in allen:
wenn ains dem andern tfit ge¬
fallen
und ains das ander erplickt,
vor fröd in lieb sein hertz er¬
schrickt
205 und erzint sin anplick für rott.
das macht als der mynne not
178. den hot gestr. vor dSnocht.
184. 188. sprach.
189. das = dast.
191. sich sie.
193. der güt will gut.
194. sy.
und die lieb die ains dem andern
gan.
vor lieb ains nicht wol reden kan,
bis es wider gefaucht mfit.
210 da von, gesell güt:
habst yendert zü kainer frowen
trost oder getrüwen,
der du din lib gern tailst mit,
so merck disen sytt
215 und sag ir din willen gantz.
habs füg, so bit sie umb ain
krantz
und sprich du wöllest zü fröd en
tragen.
tüt sie dir sein nit versagen,
so ist es aber der lieb ain zaichen.
220 .
dein arme mit ainem lieplichen
umb fang,
[5.^'‘1 und ettwas mit getrang
tü sie lieplich an dich drucken
und frnntlich zü dir smucken.
225 ob sie des dir in züchten gan,
so soltu kainen zwifel hon,
sie gitt dir der lieb widergelt,
ist aber das es tr nit gefeit,
dinü wort und din weyß,
230 so leg uff sie nit din fliß
und versüch anderßwa diner frö-
den waid.
doch laus dir dar umb sein nit
laid
ob sie es am eraten nit nyem ver¬
güt.
es ist kain frow so hoch gemüt
235 noch so arme noch so rieh,
202 ff. vgl. 1 1839 ff.
206. rot vor not geetr.
213. mit tailst.
217. fr6d en tragen H., frftdfi tagn g.
228. dir. fe vor gefeit geetr.
10*
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148
14. Frau Minne weiß Rat.
noch so edln noch so gelichu,
sye müß durch aller frowen schäm
und durch werder frowen nam,
durch Zucht sich in halten,
240 wie wol ir hertz tut spalten
inlieb gen dir als sich das din.’
Ich sprach: ‘ir werde Mynne
rain,
ir sagt mir recht, deß verstee ich
wol.
mein hertz i« ymmer folgen sol.
245 es w&r ouch schier schad und nit
güt
das die frowen hoch gemüt
alß pald yeden solten gewern,
[53 "l sie tette dann vor lern
wie yeder gesytt wer,
250 und erfür alle mär.
welche dann erfam tett
das ainer sin trüw und stett
recht hielt, als pillich wär,
die solt ouch nit lange mär
255 dar uff machen, uff mein aid,
wann offt geschücht groß hertz
laid
von langem verziehen und harren,
und werdend uff paiden sytten zu
narren.
so wirtt ouch offt versampt ein
tag
260 der nymmer herwider komen mag.
da von, es sy man oder frowen,
die lieb garten tund pawen,
die niemans spil wann es gefeit;
wann wenn sich ye ainß zä dem
andern zeit,
265 so ist owch dein werck gar güt’
239. dar nach Dorch geetr. l. sich enthalten f
242. sprich.
244. ir.
247. reden.
261. fro vor man geetr.
Die werde Mynne hoch gemüt
sprach: ‘gesell, du haust war.
nun hon ich dir gantz und gar
der mynn und lieb louff erzeilt
270 haust du dir ouch yendert erw^elt
kainü die dir müt macht geben
und durch die gern wölst leben
[54»-] in fröd und hohem müt,
das sag mir, tmtt gesell güt,
275 dar inn will ich din helferin sein.’
ich sprach: ‘ir werde Mynn rain,
syd ich als ver zü red bin komen
und an üch hon vernomen
wend ir mir dann behollfen sein,
280 so will ich üch by dem aid mein
allen mein gehaim verjehen.
so wist, mir tund geschehen
so we von ainer frowen güt,
der mein hertz, synn und müt
285 alß gern wär willig und underton,
und alles des mein hertz ye be-
so gedaucht ich allweg der frowen
dar inn.
so haut min hertz lieb mynn
gen ir stett verschlossen.
290 mich hett ouch nit verdrossen
sie ain gantz jar zü sehen an.
doch waiß ich nit ob sie mir es
ouch gan
als vil güttes alß ir mein hertz.
dar umb hon ich inwendig smertz.
295 doch will ich üch, frow, sagen
gar:
es ist mer dann ain jar
das sye mir deß ersten gefallen
tett,
263. niemans = nemen daz.
265. noch.
279. l. Ir wend?
288. So K, Sie g. jnn vor mynn geetr.
291. hfin.
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14. Frau Minne weiß Bat.
149
und sind nun von der selben stett
fs^^jgewan mein hertz wenig rü und
rast,
300 von grosser lieb überlast
ist mein hertz in fr6den streben
gen ir.’
frow Mynn sprach: ^sag, lieber
gesell, mir:
hastu irs nie zä wissen tän,
da mit sie an dir müg vei'ston
305 das sie dinB hertzen wol gewaltig
w&r?’ —
‘frow Mynn, ich will üch alle m&r
sagen, wie mir ist geschehen:
das ich sy pey erst det sehen
und sie ain wenig erkennen tett,
310 da kund mein hertz an kainer
stett
weder safft noch rüwe gehaben,
und möcht ir sein biß her nit ge-
sagen
und hieß manckfalt gern geton.’
frow Mynn sprach: ‘ouch, du ge-
melich man,
315 biß also in frowden erstickt
und in der liebe mynne erschrickt,
dorst ^r nit dein notdurfft sagen?
geloub, du wärst dar umb un¬
geschlagen.’
ich sprach: ‘frow, ich bin mir
selb darumb gran
320 und will uch sagen wie es kam,
dar umb ichs als lang gelaussen
hün.
ich was ains tails gen ir im won
wie sie ön kainen pfilen wär,
[55»-] und rett doch mit ir mengu mär.
825 in schumpffen und in lachen
rett ich mi^ «r uß mengen Sachen,
von lieb und der weite mynn.
ains tags sprach ich: “frow, ich
pin
wie ir on kainen pälen sind.”
330 sye sprach: “nam, uff mein aidl”
ich sprach: “frow, deß geloub ich
hart.”
sie rett mit manchem wortt
dar wider wie sie unschuldig wär,
frow Mynn, und durch söliche mär
335 hon ich ir meinß willen nit dürren
sagen
noch mein not nit dürren clagen
das ich sie hett vor etwan lieb,
und habs verholen alß ain diepp
allain in minem hertzen tragen.
840 und noch mer tü ich uch sagen
das mir ir lieplich plick und
rotter mund
vil redentz wär zü aller stund
vor grosser begir die ich zü ir
hab,
das mir doch all mein tag
345 von kainer mer ist beschehen,
und hab mengu stoltzu frow ge¬
sehen,
der mein hertz ouch lieb trüge,
es wär zü sagen ungefüge
[55 «’] wie gar mein hertz in vorcht her¬
schrickt
350 wenn ich ir lieplich aneplick
302. mir fe?Ut.
328. ich fehlt.
308. l. Da? y.
330. nU.
311. l. sanfft R.
335. irs.
313. l. tuet es.
342. wir = ‘verwehre’.
317. Dort mir.
346. hab fehlt.
320. ich. es aus ich.
347. Die.
326. mit ir] mir.
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150
14. Frau Minne weiß BaL
vor mir in fröden sehen td.
da von, frow Mynn, rant, helfend
dar zft
wie ich t& in miner nott.’
frow Mynn sprach: ‘yo durch Gott,
355 ich müß dein selber lachen,
weder tüst schlauffen oder wachen,
gesell, fach mannes mät!
sid dir die rain und die gdt
tüt gefallen vor allen frowen, •
360 so hab gedingen und trüwen
sie nym dich ouch z& ainem die-
ner uff.
wöltest dn aber wanckeln kouff
mit der rainen triben,
so lanß nur beliben.
365 wilt aber gen ir sein from, trü
und stett,
so will ich dir hilff und rautt
gen ir tün und sy machen
mit minneclichen Sachen
das sy dir ouch sol lieft ver-
jehen.’ —
370 *frow Mynn, möcht das geschehen
das sie mich ließ iren diener sein,
so het z& pfand die trüwe mein
[56*-] das ich mich gantz wolt ergeben,
lib, hertz, mund and leben,
375 dar zu synn und mdt’
sye sprach: ‘swig, gesell güt,
ich will es machen gen ir schlecht,
als dann ist der lieb recht,
und ir dein lieb machen kund,
380 das dir von irem rotten mund
diner trüw sol gelont werden,
das kainem uff diser erden
sftlicher Ion wurd geben.’ —
‘o frow Mynn, so wolt ich gern
leben !
385 so hilff und raut in kurter stund
das mir von irem rotten mund
werd verjehen lieb und trüw,
und das wir baide on affterrüw
in lieb und stett beliben.’ —
390 'gesell, ich will zä triben
so ich aller best kan,
dar an soltu kain zwifel hon.
doch far schön und nym dir sytt,
man mag es alß ergachen nit,
395 man kanß ainß straichs nit ab-
howen.
doch hab dingen und trüwen,
es sol kurtzlich werden gftt.
[56*1 da von, gesell houch gemfit,
gib mir urlob, zitt ist hie.’
400 Fröd groß mein hertz durch g^e
alles umb das
das mir frow Mynn so willig was,
und urlonbt mich da von der
gfitte,
der stolten, wol gemötte,
405 und sprach: 'frow, beschaid mich
wa hin oder an welhes end ich
s&ll zü üch körnen wider.’
sie sprach: 'gdt gesell bider,
in mein haß zü Hoffen hail.
410 da mit far hin, biß frölich, gail
und merck recht was ich dir sag:
kam von hüt über acht tag!’
ich sprach: 'frow Mynn, ich kum
gern.
durch lieb t&t mich noch ains ge-
wern
415 und nrlaubt mich mit üwer hand.
353. t& fehlU
354. yo B., ye g.
369. lieb'.
372. bet z& => bet sie zd.
383. Ion kaim.
385. kaine vor kort’ geetr.
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14. jBVau Minne toeiß Bat.
151
mein hertz ye trüw gen üch er-
mant.’
ir hand ich in mein hand enpfieng.
durch lieb und trüw ich nit en-
liesfi,
ich nmbfieng iren lib minneclich.
420 die rain tet mir euch deß gelich,
und schieden uns in Gottes namen.
Do die acht tag wider kamen,
[57*-] do ylt ich hin gen Hofen hail
und was da hoAes mütes gail.
425 da sücht ich aber die gütten,
die stoltzen, wol gemüten,
und als ich lang da süchen tett,
da kam mir an der selben stett
ain jungfrow minneclich
430 und sprach: ‘gesell mßttes rieh,
was süchst alhie in disem garten?’
ich sprach: ‘ich tu warten
ainer frowen, die haut mich be-
schaiden.’
sie sprach: ‘jamer und liden,
435 gesell, ich dag dir mein hertz
swer
und die jämerlichen mär
die sich knrtzlich haben ergangen,
es haut der tod mit siner zangen
die frowen baid hin genomen
440 dar umb du her bist körnen,
und habend mich dir haissen
sagen
das du zfl kainen tagen
ir zä fröd mer mügst geniessen.
sie ließ sich ouch nit yerdriessen,
445 durch ires sterben nott
sie mir trüwlich gepott
dir die laidigu mär zu sagen.’ —
424. hohes jR., habest g.
4S8. zQDgen.
439. baid] l. bald (H.), und haat m v. 441.
[57«'] ‘o jungfrow, erst müß ich ver¬
zagen,
wann all mein trost der ist da
hin.
450 ach Got, das ich nit pin
selber dott für die rainen!
ach Gott, was wylt du mainen
•mit mir eilenden man?’
die jungfrow sprach: ‘wol uff, dar
von,
455 meinß beliben ist nymmer hie.’
mit dem die jungfrow gie
von mir mit wainen und clagen.
das ich da nit dett verzagen,
für war da was genad by.
' 460 ‘o meinß hertzen aumey
sol ich dann nymmer mer ge¬
niessen !
zart jung^ow, laut üch nit ver-
driessen,
zü urloub biettend ir mir üwer
hand,
wann mich vil trüw gen üch
mant.’
465 ir hond ich in mein hand enpfie,
jamer und laid mein hertz durch
gie
alles umb das
das die rain gestorben was.
sie schied von mir in betrüptem
müt
470 so bin ich der die frowen gut
will clagen biß an mein endes zil.
gen Got ich ir ouch nit vergessen
wil,
[5S'-]als wenig als uff erdrich.
ach ewiger Got von himelrich.
454. sprach fMt. der vor dar gestr.
461. l. dein? B.
465. ich fehlt.
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152
li. Frau Minru weiß Bat.
475 das du maniges Unmensch laust
leben,
das niemand kain trost tüt geben,
und töttest söliche raine wib!
das laid ich in mein hertz schrib
und will das clagen alle tag!
480 die red haist schwig and niemant
sag.
15.
Der mynne gericht.
Do der summer was da hin
und do der winter nngewin
wolt pringen den klain vögelin,
das sie in irß hertzen schrin
5 musten Verliesen ire gesang
dnrch deß argen winters zwang,
nnd der ryff kalt und pitter
und deß herbst nngewitter
ui! sie fiel, das sie sich schmfigen
10 (wie houch die lerchen vor Augen,
ab mfisten sie sicA setzen),
ains morgentz rait ich hetzen
mit winden nnd mit vogelhnnden
ffir ain loch, da ich het fanden
15 zfi hetzen vil, das gedaucht ich.
holtz halb hfib ich mich,
ob es mir lieff an die hand.
der hund ainer ain hasen vand;
do ich in ward ansichtig,
20 ze hand zuckt ich den strick
I6i'-]und hetzt an in, ob ich in vieng.
der has doch den hunden engieng
und lief! in vor biß an das holtz.
Do sach ich ain frowen stoltz
25 gegen mir gien uff ainem Steg.
Zu
2. des.
11. sitz.
15. das das.
24. Doch.
ich sprach zu mir selber: ^nnn
schwig,
stand von dem pferd zü der erdew !
möcht dir ain grüsen von ir wer¬
den,
so w&r wol beschehen dir.’
30 die selb frow engegnet mir
und grfist mich, do das beschach,
ich danckt ir nnd sprach:
'gnäd, frow schön und rain,
wie sind ir also ain
35 körnen her? deß nympt mich
wunder.’
sie sprach: 4ch hett mir baß be-
sunder
zfi lieb erkoren ainen man;
der haut so übel an mir geton
das man in solt schelten.
40 er laut mich deß engelten
das ich gar stett an im was.
nun gevelt im ain andre baß,
[61 *] die selben haut er in dem müt.
das er das ungerecht gen mir tut,
45 das will ich frow Mynn clagen.
werlich, die kan nit vertragen
25. gieng.
27. andern.
36. mich. baß eu streichen?
44. l. unrecht ? vgl. v. 47.
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15. Der Minne Gericht.
153
das man unrecht tüt an mir,
das soltn geloben mir.*
ich sprach: ‘frow, laut mich mit
üch,
50 ich gib uch deß mein trüw
das ich üch ymmer dienen will,
ich hon ir ouch zeclagen vil
alß von ainem rainen wib,
das ich von der belib
55 so gar on hilf! und ön trost.
möcht ich von der werden erlöst,
das ich so gar hertz, mut und
synn
an sie nit leg on allen gewin!*
sie sprach: ‘ich für dich mit mir
dar.
60 da würstn ouch wol gewar
wes da die Jlfynn kan walten.*
Sie fiert mich anbent halben
durch ain holtz uff ain haid.
da sach ich in kuniglichem claid
65 die Mynn da zü rechten
mit vil ritter, frowen und knech¬
ten.
die warn all geladen dar
und namen da deß rechten war.
funff frowen sprachen do das
recht,
70 die ir frow Mynn hett erkort,
die da richterin was.
frow Er, frow Trüw waren das,
frow Stett, frow Seid, das waren
vier;
die fnnfft nem ich uch schier:
47. 2. an ir?
49. mich fehlt.
53. von feMt. ,
67. siy vor synn gestrichen.
61. nynn.
64. knnigliche.
69. l. das wort xoegen v. 97 ?
74. ic vor nem gestr.
75 das was frow Lieb, die mengem
man
lib und güt gewund an.
Durch das gedreng ich da
prach,
ich gieng für und sprach:
‘edln knnigin Fennß,
80 ich bin körnen alsns
das ir mir richtet hie durch Gott,
wann tüt durch üwer gebott
was nnvemumpffticlichen lept,
und mir ain fürsprechen gebt,
85 der mir min wort hie sprechen
wöll.*
sie sprach: ‘lieber gesell,
nym selber wer dich dunck gut,
des gan dir wol mein müt.’
frow Sellden ich da mit urtail ge-
wan,
90 die nam ich und fürt sie hin dan
[6»’] und klagt ir mein kommer,
das von ainer frowen ich tummer
hett erlitten groß arbait,
das sie die von minen wegen
klaid.
95 die für hin gar züchteclich
und sprach: ‘frow, vernympt mich!
ich sol dem das wort hie sprechen,
so weger ob ich im dett prechen.
geschach an züg oder dingen
100 oder an tagen das im müg
pringen
schaden, ob ich es nit recht han¬
delt.
75. was fehlt, mynn ; vgl. v. 200.
77 ff. Es ist auffällig, daß die Klage der
Frau überhaupt nicht mehr erwähnt wird.
82. Wafi mSn tut.
83. lie vor lept gestr.
95. hin für.
99. On.
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154
15. Der Minne Gericht
ob ich im sam, das er mich wän¬
de!
hie mit ainer ander ger,
der selben urtail begert er.
105 doch tilt er es nit gern,
er wolt er m6cht sin enpem.
frow Mynn, sprech zu sinem lieb
dar,
ob sie es noch gentzlichen und
gar
wölt laussen an ir zu,
110 so geb er ouch ettwan dar zu
das wirß mit der lieben machte
siecht ;
das w&r besser dann das recht.’
frow Mynn sprach; ‘ich tünß gar
gern,
weit sy der bet mich nun gewem.’
115 was sie die lieben da gepatt,
[63'-] da kunt sie an ir «indert statt
vinden das es möcht gesin.
do sprach also der fürsprech
mein:
‘der hie des rechten gert,
120 er mag es sein von mir gewert;
wann der lit von mir smertzen,
der haut sie in dem hertzen
und haut sie ouch in dem synn
und ist deß nie von ir ynn
125 worden ob er ir gevall
etwas für ander man all.
und er ir nit gevelt,
frow Mynn, ob ir es weit
und ob es das recht geben mag,
130 man geb im hie ain andern tag,
die wil er erfam sol
ob es stee übel oder woll.
111. lieben H., mynn g.
116. ir nindeit R., mir mindert g.
120. Mag er.
120/'. mir] l. ir?
126. an vor all gesir.
dar nach geschech was recht sy.
der urtail will ich geston py.’
135 Frow M3mn fraug^ dar nmb zü
band
frow Eren was der wer bekant.
frow Er sprach: ‘im ist nit also,
man sol tragen gemfit houch
von frowen on ainen klainen Ion.
140 sicherlich das stant schön.
[6'3*]wer des selben nit will pflegen,
des sol man sich verwegen.’
Frow Mynn fraugt da zü hand
frow Truw was ir wür bekant
145 frow Trüw da zü hand sprach:
‘es ist pillich, wer nngemach
litt von des andern schuld,
das er ettwas hin wider dnlt
das ainem sein pin widerlegt
werd,’
150 der selben urtail ich da begert
Frow Mynn fr&ugt dar nach zü
hand
frow Stett was der wer bekant
frow Stett sprach mit wortt:
‘wa ein frow ain man aUfart
155 steteclich in irm dienst sich
und er zü allen zitten spricht
sie sy in sinem hertzen die best,
und onch sin hertz ist gen ir vest
und ouch mit gantzen trüwen
stütt:
160 ob die ain gnand gen im tätt,
das geschach on allen haß.
er clagt von aller erst das;
da er sie erst an sach,
das im da sein hertz prach
165 und für dar ein mit gewalt
136. woL
139. on fehlt.
146. g TDgemach.
151. sprach.
161. Vnd dz.
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15. Der Minne Gericht.
155
[64 r] and haut sich dar ein enthalt
on recht biß an die stnnd.
er clagt das ir rotter mund
in frävelich haut verprant,
170 das sie mit selbs ir hand
der myn für leit an in tongen,
deß sie nit wol mag gelügnen.
sie hab des nit gerächt
und hab in haim gesächt
175 vil manig nacht und tag,
so er in sinem pett lag.
und so alld weit sol haben frid,
so acht sie deß alles nit,
sie enpüt im den unlust
180 unverdient und umb sunst,
haim süchen, rohen und prennen.
frow Mynn, das sond ir erkennen
und sond in deß von ir machen
fry.
fraugt was dar umb recht sy
185 das er an sie haut geleit
gantze lieb und stätikait
mit gantzen trüwen offt und dick,
und sie mit ainem ongen plick
in getröst haut noch nie.
190 der selben schuld ger er gerichts
hie.’
[64'»] Frow Mynn fraugt dar nach zu
hand
frow Seiden was der wär bekant
frow Süld die ertailt also:
‘es macht ain frow ain man wol
frow
195 offt mit ainem ougenplick dar.
das chnnd ir niemand gar
verkeren, wann es wär billich.’
der selben urtail begert ich.
Nun stund alles mein hail
200 an frowen Lib urtail.
die bedaucht deß doch sich
und sprach also gar züchteclich
hie mit gütten Sitten:
‘wir süllend disen pytten
205 das er von dem rechten laß
und sich der dag mauß.
man soll uff gnaud diene» frowen,
villicht so Wirt man hilff
schowen.’
Dar nach in kurtzen tagen
210 (was sol ich üch mer da von
sagen ?)
sie benampten mir ain tag,
uff den solt ich meinß Ions betrag
lugen von der zartten.
[65 »-lie doch ich fürcht ich müß
warten
215 der frist noch ain wil.
ich sprach zä mir selb: ‘nun yl
und rieht dich hin uff die fart.’
urlob mir da gegeben ward,
und ließ die andern all clagen.
220 aber man sol der lieben von mir
sagen:
rieht sie sich nit myt mir vor
dem tag,
das ich es fürbaß clagen mag!
170. l. selbs mit ir h. oder mit ir selbs h. 196. dar vor gar gestr.
171. leit an in JR., haut gewesS an ir g. 207. dienen H., den g.
tougen H., trage g. 212. Ions aus long.
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Anhang.
Sesarfen.
A.
Aus dem cod. tyal, germ, 358,
6, BI. Der Liebesbrief, llätzlerin IJ,10, S. 145 — 147.
• • _
Uberschriß Dis ist gozoldis sproch. V. 1 — gedntckt bei Geuther a.a. O. S. O-'tf.;
AbtveicJiung : 39. myne.
57. mir an den. 58. Oet. 60. Hulff ibt daz ich gelege. 61. Noch eim.
63. Daz ez vch. 64. dann feJdt. 65. snnst fehlt. 66. in] an. 67. Vert er mir reht
mitten. 68. Alz der. 69. er dar smyden. 70. geliden. mer fehlt. 71. Me so gr.
72. fr. vine. 74. enweiz. 75. ye gar. 76. sagen dirz. 77. ritt*. 79. Nye . . so
süßer. 80. Ach waz tän ich armez. 81 f. umgeslellt. 81. Wil ich mich aber selber.
82. Daz ich an in ged. 83. Ach mich ach mich tU. 84. Jeezünt heiz vnd allcza. 85. So
w. m. dafi an der st. 87. vnd ab' r. 88. ich bin t. 90. Tmt geselle wilt. 91. vil] so.
92. zartt] süße. 93. Den fehlt. 94. Wil got 95. wil dirz zwar d. 96. frawe ir.
97. Wanne ez. 98. Alle my selde an der. 99 f. umgestellt. 100. mag dirs nit entw.
101. dir ye kein g. 102. bet. 103. So fehlt •, disen. 104 — 106 feJden. 107. So schrip
alsns ließ vnd lieff. 108 fehlt. 109. Lieff vnd lieff lieff an. 110. fraw fehlt. 111. diz
mit min' hant g. 112. ir noch by. 113. sprechent me so. 114. ist wise wo ist w.
115. sind] ist. 116. Ach got ez ist so 1. so 1. 117/'. umgestellt. 117. Ez ist so 1. in sach.
118. Wie k. s. daz w. uollen s. 120. Sprechent me od' mir wirt. 121. schaffen mynS h'ren
etwaz. 122. Ey] nü. 123. alza wol. 125. sie begonde ak. 126. ich ir. 127. Varwe
lit. 128. schön] süße. 129. ledoch . . der stünde. 130. Ein dünes flemelin tö. 131. waz
yon d' h. die er trug. 132. da nit. 133. minE vinger. 135. Der sie von minne konde.
137. Liez daz briefflin. 138. Daz.
7, Bl. 85'’. Treue Minne macht froh. Hätzlerin II, 45, S. 206 — 210.
Überschrift Dis ist d' sproch da die frawe dem frumen Ritter also wol
getrnwet. 1. einem male. 3. richte. 4. enhatte. 5. Ez hatte. 8. kalter. 9. Der
für mich denen. 10. Der brünne der w. w. 11. Von dem brünnS kam. 12. Oar lühtig.
14. sin der wart mir w. 15. gedahte. 16. Sie saz yff. lach. 17. vnd auch. 18. Sie
saz in den besehenden. 19. sie wült y. 20. Vnd fehlt. 21. Wunne f. ymm* tr. 22. alz
ich bin. 24. west ich von were. 25. Diz sorgenlose frolich. 26. Ich besach. 28. saß
vnd fehlt. 31. Waz dütet von. 33. Mir selber, andern] allen. 36. der fehU. 37. allez
leit da. 38. Si sprach g. h. 40. müz dirz wol alleine s. 43. Ich müst mich frende
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Anhang. Lesarten.
157
nottant. 44. üt vff getränt. 45. zu Vb&zet. 46. b. ist nit mit 1. berüzt. 47. ist dnrcb
lubtig* f. 48. mich] mir. 49. Wol mich d. 50. daz bat. 51. b. zun freuden sieb
v'stricket. 52. Zu dir v'rigelt vnd v'ricket. 53. Hot sieb myn frolieb frower m. 54. fraw]
wie na. 55. Waz ist eweb 1. f. rein. 56. Ir siezet doeb bie almüt’ ein. 57. Wez mögt
ir eueb gefrawen nu. 58. Sagt an vif eur frewelieb. 59. Wo von ir nu f. tribet. 60. der
nä übet. 61. der beldet in m&te. 62. War vmb wer ieb nit freudSrieb. 64. Dar zn.
65. Ist sin reiner innger. 66. Daz der liep bat mieb snodez. 68. Dar vmb bin billieb f.
69. Vnd frewe mieb. 72. Vnd an mich nit gesinnet. 73. myn ere swaebet. 74. dar vmb
laebet. 75. Daz sal dieb. 76. gestemS. 77. Liebte betr. 78. enwifient nit wie di man nü t.
80. der fehlt. 81. meinet dez nit vmb. 84. wort wem. 85. er fr. bat zu. 86. G. naeb
mys; danach noch 10 Verse: leb sprach kent ir rebt di man Ir kert euch wenig an ir san
W^anne mans in vz butet wol Die wile sint sie freuden vol Eiz si kument anderswar Si tunt
rebt alz der adlar Si griffen ie daz nebste an Si sprach min frunt d' libe man Der betrüge
mich n&de Gegen vntat ist er bl6de. 87. er myne. 88. Minnet er d. 91. Han ich
vzerwelt. 92. Dar zu er auch hat dicke g. 93. Mir ich si sin irdisch. 94. hab. 95. In
so er. 96. Dez ist er min s. 97. ich dez. 98. Ercleren h. taugen. 99. S. frü vnd.
100. f. alz ir noch. 102. s. du wilt mir 1. 103. ist auch me v'sucht. 104. So wer mir
zu male v’fiucht. 105. Ob ich. 106. s. diz sint; danach noch 10 Verse: Ich gesach nie wip
so veste me Het ir in zu rechter ee Ir gelaubtet im ze sere genüg Si sprach wo man myn ie
gewüg Er gedaht min da zn gfite Vnd hat in sinem mute Mich gehabt manig iar Tut er
iht ritt'schefte zwar Daz geschiht in minem namen Ich sprach diz han ich minS gamen.
107. ir im. 108. Mit Worten manger frawg. 109. Wan er. 110. Er m. auch dicke 1.
111. So er eweb. 112. liebe fr. heya fMt. 114. Die w. s. dicke spaltig. 115. Die vor
ewch gancz. 116. sp. zu mir ir p. 117. mit mynem. 118. Ir habt. 119. Daz ir mich
bringt. 120. Mich dünkt ir sit ein. I2l. wüllet. 122. Ich en gebe nit vff ew*. 124. Da¬
nach: Wie en ist euch nit zu san Ich het bekeret sit zehen man. 125. Ach fehlt. 126. Si
8. ia. 127. ritterschafft. 128. Er tut aller t 129. mit r. 130. wol] zu male. 131. a.
güte wip. 132. Er het sie liep sdz. 133. Die also. 134. Wern alz ir eweb düncket T m.
135. kurczen w. 136. mir gar. 139. den fehlt. 140. Mit r. t. einen; danach: Han ich
in my h'cze gemacht Mit steten grüntfesten steinS gelacht. 141. Han ich. 142. kein
vberbein. 144. Zalt m. m. wol die t. 145. mich durch in erw. 146. keinen noch disen
noch den. 147. dünk so w. ; danach: Ich weiz er äugte auch trüwe mir GetÜrst er nach
sinez h'czen gir. 149. ich durch den. 150. Der trüwe vnd ritt'schafft kan 1. 151. voller
hant in sinem s. 152. Vnd d. 153. daz ist n. w. 155. In] minS frünt. 156. die]
den. 158. Wie wolt irs werdB ioch g. 159. Ob er liep het. 160. es] er. 161. Vnd
rit in manig v're lant. 162. Da wirt im. 163. auch feldt. 165. Ir werdet im la in
sinem. 166. Dar vmb ich im nit dester vind’; danach: Sprach si er let di hüste ye mich Sin
daz weiz ich sicherlich. 167. Daz er. 169. Vzzer. 171. ich in. 172. Lobet. 173. in
hoben f. leben. 174. Daz er sns k. m. g. 175. andern] allen. 177. Min grundlose iamers
clage. 178. muz leben. 179. frewden alz ich wüde. 180. ein h. ein j. 181. taten
oder ein. 182. im noch doch h. gesin. 183. wol d. floriret. 184. Ich sprach ich.
185. gelenffte. 186. Wer ez nit schand w. g. ich reuffte. 187. Mich mit ewch v. disen.
188. Sit ich. nit kan. 189. Noch vmb kein ding b. 192. enbiten kein f. 193. Si
würde wider s. 194. nS mit. 195. mynnet. 196. sie nü brinnent. 197. Si prenten
dafi vil h. 198. Gar licht würde in di m. 199. Die sie von. 200. Gar s. sie nü r.
201. si nit vindent s. 202. Manig gut man. 203. Wie die gew. 204. stellen] sten.
205. mut] wan. 206. s. daz si getan. 207. wenen] wißen. 208. Von erste min freude
w. ny. 209. gen] zu. 211. Im] mir. 212. Ich doch alle myn tage g. 213. nye
get&t V. 214. Ich weiz wol w. i. v. s. 215. Daz er daz d. m. n. 216. h. vol tmwen.
217. wencken. 218. gezwifeln. 219. Ich e. auch noch en s. 220. Ob ich vnd* aller d* w.
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158
Anhang. Lesarten,
die. 221. Hette ich k. nyniRt. 222. 0. a. s. ich aach. 224. Wie ich im nit enbin g.
225. An tngends a. e. a. w. 226. Aach alle my heg. 227 f. umgestellt. 227. knaben] ritter.
229/1 umgesteUt. 229. Ich wil mut h'cze sinne sp. 230. Vnd lan alle lewte v. 231. Ym
eine daz ir n. 232. Me d. der d' mich. 233. vberfludig. so fehlt. 234. Frölich vnd madig.
235. so] wan. 2-16. Si sprach za mir dir tort der; danach: War basta sinne vnd mut getan
Daz dir so effecbt ist din wan. 237. wenest. 239. Sicher dez v'gan. 243. die sin korcz
gemät. 244. Sie ruckent g^ hin. 246. Stete ich n. w. g. 247. So vil an. 248. Alz
ich hie an ewch schauwen. 249. Dar vmb ir. 250. Daz ir ewer sinne vnd ew* mänsL
251. M. stete sns. ritt' went. 252. er gelent. 254. Dez wirt. rach. 255. Billich
von disem. 256. 58. Daz er. 259. Verre me d. i. b. 260. Vnd d. er g.; danach: Lebt
in hohem mute Vnd daz er alz ein Wünschelrute. 261. Reinlich. 262. Vnd d. 266. So
wil ich sprechen sam mir got. 267. Daz er an ewch billich s. 268. alle l&te. 269. allain]
eine. 270. Daz er. 271. eUch fehlt. 272. Vnd daz er a. 273. Daz tat er b. sit ir
ym getruwet. 274. Vnd daz in sin lieb nit rawet. 275. Daz ist w. recht vff mynS.
276. E. sal auch n. werden. 277. Daz ir ym s. s. 278. ir stete an. 280. n. me. 281. m.
doch spreche. 282. Daz sin h'cze ist tr. vfi st 285. Da ein 1. dem and'n g. 286. w* vff
geschaäbet. 287. Vnd daz man allez. 288. v'h&rt hie. 289. Ich wil ez k&nden war ich
kämen. 290. Wird mir myn zwifel auch benämS. 291. Dez w. ich g. 292. Ich varn w.
293. Mit zwifel in den s. 294. e. wart mjnen. 295. So en wart m. n. keins. 296. pfi
daz V. 8. Danach: Man sal den frnnden getmwen Vnd nit vff die vinde bawen. 297. Frawe
ir sprechet 298. W. alle iar t. e. sot. 299. auch] doch. 300. in einer z. 303. dem.
304. sp. gotsein wie. 305. Ich pruffte. man mich. 306. Min frnnfte vnd ich wir s. vereint
807. Sprich ich io er w. also. 308. Sprich ich neyn so ist er. 309. Min. sin. 310. Er
8. iedoch. 311. Dez v'heng ich ym ye me. 312. f. ich kär e. 313. F. m. f. verre.
314. Lebte noch gewerre. 315/*. fehlen, 317. Er kund ewch nit Vm. 818. Seht do b.
8. 1. 319. min 1. f. 320. han d. stete 1. v'k&nt. 323. Vnd gelanbe anch. 324. ain] zu.
827. Oelanb. getruwet ez. 328. F. ir habt geraten. 329. Ein ding d. i. envolgen. 330. Ir
habt s. ane zal. 331. Daz hon ich wol von e. v. 332. Waz ich m. r. hon e. bek. 335. dise
8. von. 336. Sin h. 337. Die müüet ir ye a. von mir. 338. gang] nä. 339. künde
ez ioch w. euch. 340. Aida ich mich, rüst 841. Vnd reit da h. 342. Wer ez wil
her so bin ichs wer. 344. Danach noch 4 Verse: Ich wil ir volgen ob ich kan Vnd wil auch
werden ein stet man Wann man vil gut fründe Vlüset So man ander lieb erküset. 345. Dez
r. ich guten. 347. Alle v. 849. in lonet der erbeit 850. ewch allen. 352. Ir sollet
alle vnstete lan. 853 — 356 felUen; dafür: So ist man ewch wid' stete Diz eint myne rete
Ach wie gern mag der leben Der allen zwifel hat begeben.
13, Bl. 140*. Der schwere Traum. Hätzlerin II, 4, S. 125 — 127.
Überschrift Diz ist der sprach von dem Traume. 1. kurczen ziten es so.
2. sorge, benam. 4. hett gemach vnd b. 5. Vnd fehlt. ■ 6. noch nye. 11. Von
strengen sorgen. 12. Ez waz so vinster daz ich nit 13. Ich enwest auch nit. 14. doch
bering. 17 f. umgesteUt. 18. Daz brShte. 20. Ein kr5me gezogen vmbehin. 21. Waz v.
22. die fehlt. 23. gemacbet. 24. hendlin. 25. Hatte genalden an. 26. der w. ir lise.
30. ich erbermeclich. 32. slaffe. 35. lieben. 40. by die i. rein. 41. ach] ey. 47. v.
ich sie. 49. vff also. 50. Jemerlichen w. 52. Die j. ring sie bar. 54. bibten alle ir.
55. Daz daz. 56. Die j. sagte. 57. m. vil liebez. 59. got vnd s. 61. f. h. sich do.
62. mänt der. 65. h. magt vnd trat g. 67. Iczänt werden ene. 68. H*regot gesene.
72. bin and's wachend. 75. Daz ist. n. nu. 76. ie han. 78. ichs ebQ dir. 82. vnd dick
fehlt. 84. Ach s. 85. mere] meyen. 86. fr. an. 88. Iar] gar. 89. mät fehlt
90. Dargen] Gar din. 92. steit 94. Die quelent 95. enmag dez. 96. liber. 102. lieb]
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Atifumg. Lesarten.
159
myne. 105. sweiz. 109. ander] wiplich. 110. mir den lip. 111. Die e. 112. ich
myne sie. 118. so swindes 1. 119. daz leit die. 120. ist mynne lebfi ein swind'. 121. da
gar fehlt. 122. hilff fehlt. 126. Habent newr hohen. 127. luge. 128. Das] Wann,
finge. 129. englaübt ich n. 132. £z bot mich bed. 133. nun] ym. 134. seid] mit
übe. 136. Er] Vnd. 137. OSte vnd wo er m. 138. Wo mir zu sinne ged. 139. was]
ist. 141. mich mit worte abe. 143. er danne. 145. an got. 146. liebes. 151. ein
vngetriwer 1. 152. süllen. 154. v'derbet. 155. alle my tage. 157. auch von.
B.
AttH dem cod. pal. germ. 376.
1, Bl. 1 Hadamars von Laher ‘Jagd \ *)
1 1. Betlich. 2 s. nit zu gaben. 4. nu fehlt. 6. ein fehlt. s. §] es.
4 1. Sich m. ding t. 4. yart] wort iht] nit. 7. zn früwe nit 5 1. jglichs glich sin
glichen. 2. In hertzen wol. s. mnst d. w. riehen. 4. glich wol sym. 6. kund an s.
7. niht] wol. 6 6. mich jagen frolichS fraw. s. darnach mir dick. 7. Ist syt z. 75. oder
snst in säte. e. ich da icht. i. trtete] date. 82. Das wesen stet. 5. dich] hab. halte]
haid. 9 3. Die mag. e. in stette. 10 2. ynd dar zn. 4. Sie. 7. in dem mre.
11 1. myne w. s. In m. 4. alfi beste ich. 12 fMt. 13 1. gar fehlt. 2. den
gelncken. 14 1. anfahen. 2. wolt sie han. 4. jehs. 5. ab lassen. e. lieb m. j. sider.
7. wol kane. 153. er. 5. sie bald hin. wol fehlt. e. hetz&] vnd hertze. 7. habe]
halt. 16 1. hinfnr. 4. ylicher. 5. ichs dir an von allen rechten. e. Nun s. 7. Lost
den j. knechten. 17 3. zn dem. 4. so solt. 18 3. diesem. 4. yberlistigem. 5. gen
jm. 19 1. gedacht. 2. nn] halt 4. es yns beiden ymer. 5. Wan] dan. 20 7. und]
Ich. 21 2. Hin hin. s. Dnrch sUsses anenahen. 4. noch mocht. 5. sprach nttn h.
6. yberscblichen. 22 1. vffprahen. 2. Vff kam er gen. 5. also. e. Wie i. s. ln. 7. lie
fehlt. 235. vnd auch gar. e. daz fMt. 24 s. vnd auch. 5. fmcht 7. kein wild.
25 G. Etlich. 26 4. die] sin. 5. danne fehU. e. wol. 27 5. von] vnd. 28 2. dar fehlt.
29 2. der] siner. 4. syne. 7. dan auch niemät. 307. Die suchen hie besorg ich din d.
31 4. sind gar d. 5. jnn so latt. 7. das dir die w. darvber. 32 1. Din. e. Da vindstu.
334. MyO ist dir myneclichen. 5. erlaiden. e. habe w. 7. ajmes. 34i. lohem. s. dir
dar. 35 3. ist nhn. 4. wund. 36 2. Zwar allen. 3. Die. hoher. 37 6. ynerschrockenlich
sichtig. 384. in] zn. 7. Das kan der mUt vff rechte tatt erhitzen. 393. dinen. 5. an
sich will. 40 4. Von. 41 4. nit heng. 5. nnschemlich] frilich. 43 5. sin wilde.
6. Wer es alles will vfirichten. 7. kan mit fugen n. 445. wilpan icht besser. 7. sicher
fehlt. 45 2. icht vnder. 5. vngeuere. 46 1. Varliches. 4. Vil m. es bring. 5. vnd
ein. 7. gnot] den. 47 4. das mich nit sin stab. 5. mden 1. fry. 48 1. Der. 4. ez]
er. 7. br. schaden k. g. 494. dir mng schaden b. 504. fit hin] hinfnr. 5. zeharren.
6. und fehlt. 518. mit recht. 4. ere. 7. Recht. vnd gegen w. 523. m. wa der t.
6. erwend. 7. an geruttes wildes h. 532. Zwar gar. 4. edel fehlt. 7. Vil g.
542. gar vmb ein. 4. Hie myn. 5. schied ich mich mit 556. se hin. 662. auch alda.
5. vnd swartz. 7. vnd veld. 573. und fMt. 584. geschätzte. 594. sie recht er-
Bchawet. 5. also. 60 4. ich] es. ermaQte. e. nu] will. 7. wil fehlt. 61 5. Den
angen das s. 0. daz und allz fehlen. 62 1. anlange. s. verdachte. 3. Im was. 4. mich
verworren. 5. dett recht als es. 7. dich] din. 63 s. onch dö] ye doch. e. H. tett den
*) Die Abweichungen des cod. pcd. germ. 376 in beeug auf die Strophenfolge hat
Stejskal in seiner Ausgabe vollständig verzeichnet. Ich kann mich deshalb darauf beschränken,
die sprachlichen Abweichungen von Stejskals Text anzuführen.
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160
Anhang. Le$atien.
g. niendert. 7. Vnd auch darzn ander. 644. von gantzer. 7. Das er. 65 o. myii
hertz mich. 66 4. ich do s. &. get hie heran. 67 &. waltet 7. Den hünel vnd das e.
vff. 68 1. von disem. 2. jene vart. 3. aller] arger. 4. et fehlt, daran vnd. 6. by
verte schlichen. 61*2. dem] jenem. 70 3. nun vor. 4. gerechtenclich volenden. 5. wille.
(>. vor. 713. Der waren m. künden. 72 e. lieber hatt. 7. wan und so gar fehlen.
734. her] hie. 6. sicher fehlt. e. An mfft ich vast die k. 7. Das sie da ganmten war.
74 4. teil] gm6. 75 4. Myn sorg. nUn hab. 5. nicht m. sy nOn der. 763. hat mit.
4. ich] Vnd. 7. hinder nach] hin gesell. 77 2. Do g. 4. zertrande. 6. gar] ot.
7. vnnser f. vff erd die hoste. 782. Wer sach ye. 6. vor. e. Nach hie her gut g.
7. Trit 792. ist zwar. 5. sin niln. 7. nieman fehlt. 80 3. des nit. 4. Hieher das.
81 1. verfangen. 5. nün hat. e. immer] wider. 7. nn] hin. 824. Vnd ob. 5. Hinbin
gesell lieber zu. 7. sich fehlt. 83 1. Da es gieng her g. 6. soll vinden mich da by.
7. nymer. 84 3. mit] vor. e. Da bat es a 7. kan] mag. 85 4. ach alles. 7. her fehlt.
86 4. hoch mit p. e. Noch hieher. 7. tut nit als ein b. den fehlt. 87 1. beidemal schatten.
883. Den. den. 4. glich ein eugel oder snst aim b. 7. vil] ist. 896. sich wendet.
7. langest. 903. mit senden. 5. gewetten. 914. auch als. 6. kan erleiden. 7. Mir
die. mich jr. 92 2. sträng. 3. geb&re. e. mir. 7. mit jm. 93 1. Sin fuß.
2. gerech. 3. mir fehlt. 4. von mir ymer. a kretzent valsches schalckes. 94 2. Geschech
mir das heil g. 4. Vnschedlich jm so das ich d. 954. im] ir. 6. erkennst. 7. Es hat
von g. 96 4. straffen. s. Darnach gesell willeclichen henge. e. Ist der pusch g. vnd
kein 1. verkoret. 7. schanze fehlt. 97 s. yemand. 7. mit eynS gedanck nit dencke.
98 1. Eer zu mir her geselle. 2. kera her. s. Noch hie her war es wolle. 4. Von der. ye so.
996. vor girlicher. 7. alles lob vberobte. 100 1. hub sich vff von. 2. frSuden] gemden.
4. hymelriches. 7. st. als ich wer in. 101 2. all myn. 6. der fehlt. 7. widerlauffe.
102 5. onch fehlt. e. Beiiben. 7. süssen. 103 1. ein wil. 4. fr. oder ieh m. ymer.
6. Nun hört ich das tr. 7. alle beide. 1046. der sich. 7. von fehlt 1054. ich es.
beschawen. 7. ich da 1yd von jm senden s. 1065. Wan es. ve'rigelt. 7. es was ver¬
siegelt. 107 1. raff. 2. den getmwen. 3. He'tzihSt. &. ir nach halte eingefügt.
7. durch] alle. 108 3. nu fehlt 6. das ist als. 1092. Wol ach ab y. w. 6. ich eucJi.
110 2. auch nach. s. so fehlt 6. Sie tuwe d. da von w. 111 1. H fehlt 4. got von
himelrich heraber. 6. dies gar w. 7. selbig herre. 112 s. dö horte] gehört. 4. lute hell.
wones. 6. besonder aus sonder. 7. Hin j. wol. 113 3. der wille. 4. Herab. als]
recht. 6. Min will, snel] suO. 6. H6r. 1142. näm es. 6. ein fehlt 1153. erklieben.
6. Nach im jagt one wencken. 117 1. dö] die. 3. Dort. 4. all der. 118 s. gedacht.
5. jm ein teil halt für. 7. so kan er alle. 119 3. Ich hielt an einem. 4. dneht mich,
gesehen. 7. jn mit j. das. 120 4. ö] gar. 7. nit gar als du w. e. 121 2. anschawen.
4. ward also. 7. ward der vil. 1226. Wan es noch alles. 6. und fehlt 7. sin dienst.
123 2. gesencket 3. ichs. 5. rattes. 124 1. vff myn. 4. Das ich nün wol empfinde gar
mit hanffe. 6. Ich sprach sol. 7. ancb an. 1252. Vnd g. 6. Wo. 1263. Seinen.
4. den fehlt 6. mit] by. 127 1. die] myn. s. Die f. 4. vervahen] erjagen. 128 5. doch n.
1293. Sprach ich. 6. vnd darczu. 1304. Gedacht ich wiltu. 7. Ser ich e. vor.
131 3. manig. 6. des] Du. 132 3. mir fehlt 4. wolffhunen. 133 3. vnd auch zevelde. '
6. sy Ott von. 7. din Dan g. wan es. 136 1. stercket vnd krencket 2. leben. 4. in
vnmüt wol. 137 6. bist auch er. 138 2. erquicket. s. kein. so. 4. schicket. 7. ir]
der. 1394. pachet. 5. Syd vnmut m. an sie nit enfindet 140 s. ist fehlt. 5. so fehlt
7. aber fehlt 141 2. Vnd auch m. 4. das zu. rechte wage. 7. Vnd ob es jm den.
142 s. zu hanfi. 1436. durch 1. vnd nit d'reh 1. 6. hertze snehen. 144 1. künden.
3. von] an. 4. mynen synnen. &. daz fehlt 7. noch fehlt. 1454. er fehlt. 6. allez]
ja. 7. daz] die. 1462. dö] das. 7. Wer aber wer m. virill. 1473. weste. c. niemant
das bedencken. 7. gütlich. 148 1. armes. 3. All zwingelich. s. safft 149 &. silier.
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Anhang. Lesarten.
161
e. mir fMt. 7. mynen synnen. 15t 4. dar za mit tr. 152 3. Das doch mir n. 4. ez]
sye. 1532. wsd die weit. 3. springen t. 1. 4. hnb ich. 5. vaste] alle. 1544. Das
das an mir kan w. 155 s. inden wirden. 5. davon wenden. 7. wil] mUß. 156 1. In.
8. Wirt es jm nit ze. 4. genome. 7. stet ja. 157 1. knnd sich nUn. s. jndien wider-
gengen. s. so solt er bald erschlichten. 4. sich nlin 1. mU6 vil. 6. ez] Das. 1584. dick
wollent. 7. gar dick betorett. 159 1. pilder. 3. sich die in myn. 160 6. ich] Vnd.
161 1. gar] vil. 7. schantz. 162 1. Ach vnd owe. 2. so] Vil. 4. jm Ittgett. 6. em.
7. doch by genen golde. 163 1. gemote] rüdisch. 2. dnrch done 1. 4. hntt sich woll er
sich nit verk. 5. wollet. e. Ein h. wol g. 7. gehayms w. 164 1. spitzig m. 3. Die
harrent. 4. lanffent als ob es. 5. sicht sie by h. s. e. e. sd] wan. 7. nnd hin] vnde.
1652. and fehlt. s. Also. 166 4. snellen j. n. e. so] wan. 167 2. vffhalten. e. daz]
jm. 7. ob ich ir. 168 4. ie gSn] gegen. 6. da fehlt. 169 1. Sol hoffen vnnd. e. jaget
den nachlanff. 7. hoher wird hinab. 170 7. wort gerechtenclich. 1714. mangs. 7. myn
fnr eygen gar gewaltig; darunter steht ganz Mein von neuer Hand: desnnt 6 strophse.
1784. entlanffen. 6. 7. yendert frenden. 1794. dem seil. 0. ich zn fnfie mit jm.
180 6. noch] doch. 7. Dem. 181 2. Den vant. 3. ze iagen. 5. gedacht. 7. hie fanden.
182 1. sprach. a. indert] für sich. 4. Das k. al der] aller. e. wild bett für. 7. Doch.
recht als. 183 e. es. e. vngefngett. 7. bl] in. 184 1. Doch. 4. es icht. 7. Sin
wer. 1856. ie] nOn. 7. Vzagten. 186 3. bewache. 4. d!n] dye. 7. an jn vnd.
188 1. neme. 6. zerbrechen. e. der lyse. 7. kelblin. 189 s. künd 3. ez] ichs. 4. ie
m6r vint fehlt. 6. es ist. 1904. wser] stnnd. e. Ich hoff das es noch 1. 7. mich fehlt.
191 2. Weistn. 4. hin] hie. 6. ir. e. jnn so m. 192 a. da die hertz k. 4. vnd och h.
6. Wen. 1933. gar] Mit 1942. ziehen. &. sol.. 195 1. Die. 4. sich ir. s. gen
jr haymen. 196 3. Dock kan. 4. fremde. &. vil dick erobert 197 2. mocht sin g.
4. fromde. 6. Din. 7. v. das ist sicher ane langen. 1984. der gr. e. der w. 7. straff.
1996. wol fehlt. 7. Sie. 2004. nyemSt. 7. fr! fehlt. 2014. leider] leidliche. 6. mir
fehlt. 7. mir lieber. 2028. onch fehlt. 3. Ich s. es s. 4. ich es. 6. wan fehlt.
7. ab fehlt. 203 1. vmbragen. s. sach do fnr sie. 6. stätem j. e. hnnde. 204 4. memorial.
205 4. ich bin. 7. ja an ir. beger nUr g. 206 7. bringen nymer. 207 1. wol mit 4. es
aber. 6. nü] mit 7. 7nd der g. dar fehlt. 2088. ez] das. 4. benngen. e. ersterben.
7. zerbrechen. 2094. mocht sich zn. 6. soltn. 2102. Dem. an dem. 4. vff wald.
5. glanb. 7. nnz] Biß. 211 1. §t al] mir als. 3. ndch] zn. 4. han gebandelt. e. h.
yn ye znf. 212 8. dnrch Eren. 213 1. sich] han. 3. Yntrew mit v. 214 6. wen sie.
e. vaste] Intt. 215 1. geselle. 2. vil anhencken. 4. Ich kain dan nicht by eren b.
7. wyder. 2166. zn vil. 2176. sagen. 2184. tobt vnd w. 6. wan man die g. hat n.
7. sechzig. 2194. senden fehlt. 220 1. stetes. 2. Sonder an alles w. 6. nn] ir.
221 1. Du. 4. weite dan wider von jm g. 6. sin tmw e. das ich hoffen. 7. her fehlt, vns
lanffen. 2228. dich will bewisen. 4. so bin ich w. 2233. will. 7. Dan. 2246. wie
sy dir. 7. allez] recht 2252. Senffzend. 6. wol] vil. 7. vor jr e. j. ach h. 2264. groß
inhertz g. 227 1. Wan. 6. trenckt sich. 228 2. vereynen. 4. Qemiscbet ist. 7. lobe]
nam. 229 7. solicber nott 231 8. ymer mit h. 232 4. rühes] kranckes. e. Verwesen-
liebes. 7. wünsch hie Do von wer dort ze. 2333. mir. 7. on lieb Der kan nit gntes V.
234 8. fnr sich g. 6. die mUst. 7. 0 we nein. ichs. 235 1. dich fehlt. 2. Dich ndr e.
6. daz fehlt. allzit w. 6. so s. 7. vßbmchige. 2368. erwendet. 4. noch hie,
238 3. Erkennen ob es dochte. 4. Vnd wer 1. on h. 7. der. 239 1. verwerren. 3. vam-
fischen. 240 3. gar] als. 4. oder f. 7. den r. lanff. 241 3. die s. 6. har myn e wol.
6. Hastn an frenden dan g. 7. Das selb an d. s. dan str. 2428. es ist. 6. ist ieglicher.
2434. das es. 6. Das auch die. 7. mit nnwen f. 2443. vil manig h. g. 4. sint fehlt.
veret 7. das sy. blanck die k. 2464. vnd da n. 6. vor. 7. bla mengen mißent
eren. 247 6. auch er jr. 7. vor. 248 7. Nttn trett der heisset wol vff erd e. 249 6. die
Deutsobe Text« de« MitteUltori<. XXIV. 11
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162
Anhang. Lesarten.
g. vor g. 7. nit. 2504. wer in g. 6. v. h. 7. wol g. 252 2. Die cl. ist. s. wie
ist dem in dem. 6. tU] den. 7. alt alda. 2532. b. die grossen. 3. da] das. 4. nit
her lUngen inden schossen. s. gntt vnd ere die s. 2553. verte] weite. 4. s. vnd libes.
256 1. erkante. 2576. ich hie vnd dort bin. 7. mir ye das r. 2583. sendiu] solich.
6. keine] Intzel. 7. hasse zn mir w. t. 2592. hie fehtt. 6. du mir es zu gat w. 7. noch
fehtt. 261 4. mit mir will. 262 3. Ich w. so n. 6. nün wie. 263 1. fi] vor. 4. sin]
mut. 7. nd fehlt. 2643. ich echt nUr das ein. 4. Das. 6. sin] sich. 7. wolt]
tett. 265 4. ymerwerende frend. 6. h. schrachen. e. ich an triegen. 7. vnzerbrochen.
266 2. leidet] säßet. e. mwen. 7. Das hringett. 267 3. es aber. 7. müg wol b.
2684. dieser weit nit. e. 7. Der durch vnns hat vergossen sin blutt vnnd vns gereynet mit
dem taUff. 2696. end am a. 2703. nie s^r] noch nye. 6. myn wort machent dich in
dyne synen. 7. mide] lid. 271 7. ein tranck. 272 2. an] da. 3. emüwen. 4. mag.
273 1. jach. 4. In wart. 7. für alles. 274 2. &ber] hocken. 3. mit fehlt. 4. ymer.
7. noch] doch. 275 i. nün. 6. gan dir g. e. doch durch. 7. vnd truw. 278 4. aller
der m. als ers. 7. far furbas. 279 2. Ja dem. &. 1&] heb. e. Das hast auch ye g.
7. werde sieche. 280 4. si] ser. 281 1. vol eren. 3. Lebt ietzund eyner yemant. e. man
trürig wesen. 7. frolich sin. 2827. man nit darff d. f. helfen d. 283?. doch ye.
2843. Vor d. mocht znbrechen. 4. Ja m. der vil r. 7. ich dir s. 2856. dich] ich.
6. willenclichs v. 7. w. noch mit d. 2864. sö] wen. vo’. 6. Es gett anch so. 7. vart
noch yendert mocht. 287 4. sacb fehlt. was ser vbersetzet e. gesprechen. 288 2. in]
ich. 6. vil] will. emäwen. s. mag zu jungst h. 7. by im r. 289 1. wol mocht.
6. wil] müg. 7. sd] Der. 290 6. stetenclich. e. sich] jn. 7. wolte. 291 6. sich.
7. grob, kinde da von g. 292 3. din altes. 4. Du jagst. 6. din. e. So rürt mich das
du. 7. indrat und fehlt. 293 4. nü fehlt. e. £ felUt. 294 1. doch] auch. 3. werc]
weg. 4. ez fehlt. 6. Er sändet. 7. vil] In m. 2952. Hecht als dir m. 6. so her
also. es och. 7. Die m. wirt mangem zu vnmyne. 296 e. Es. 297 &. guten trUwen
mast. 6. min] ein. 2984. Vereinet haben. 7. fragen. 2993. ve're. 6. Das hat.
7. g£n ir] an sie. 3002. sich fehlt. 6. mächt es sich fügen. 7. 1& dich] solt mich.
3014. truwe. 6. gedenck. 3022. Ir v. körnen. 4. ist von jr gen. 7. allein zu wider-
wegen. 303 4. warlichen. 304 1. Jerre. 4. Noch nie. 6. wer oder wer. 305 4. sö
fehlt. er es hatt erobert e. 7. ich noch leider nye. 3062. mangen. 3. An sjmem
tencken b. 4. jm lam Dem. e. den] das. 7. Der w. 307 6. das ders. 7. ein groß
gehr. 3084. by f. 6. eine] on helffe. 3094. alle fehlt. 310 1. Ey ratt an war.
311 2. dem] gern. 6. da fehlt. 312 1. Ez] Nu. 313 s. echt wol. 314 4. gedacht
7. jn synem. 315 1. einem] disem. e. Den doch darvmb sin. 316 4. von jn ymer.
6. mit fehlt. irn hals. 317 3. gedacht 7. Die jm. 3186. sö] wen. wite verr.
3197. Noch m. zn. 320 s. öt] hin. 7. daz manz] der jms. 3213. ez] ichs. e. Das n.
7. möcht. 322*3. gedacht 6. hinfür das es. 7. hin an. 3233. sin. 3244. itdn
abgewonnen. 325 1. Ey. 4. alze] alle. 6. niende't rürte. 326 2. ob] von. 4. mir
fehlt. smützenliches. 327 1. verpürge. 4. ie] er. 6. barm v. r. dort her g. e. m. in
der verr. 3283. den] der. 4. vnd prust 7. hie] nün. 3296. enpresten. 330 s. habt
nch. 4. blüt wechst uß m. e. darnach begynnet stellen. 3326. jagten] lachen. 7. ich
des 8. g. e. 3334. an] ein. e. liden] trüren. 7. Die hertzen. an höhem m. 3346. ich
noch g. 7. es das m. 335 4. so gar g. 6. vnd secb. 336 7. langem widerlanffe.
337 1. konden. 4. gar by sonderm g. 7. n&ch] ob. 338 1. sprechende. e. der was.
7. mit jn. 339 6. jm mit f. es sich do w. 7. jm das j. ich bekante. 340 6. ich by tusenden.
6. Der tregt den wünsch des eren. 7. Des vberwunsch mit w. n. mag g. 341 s. Dem bin
weis gott 1. 7. höre herr höre. 3424. sorg zespenen. 6. ob] ach. die leben.
3432. was aber ich im. 4. Da w. es hatten. 6. al die] alle. 3446. all der] aller.
7. Dan. 345 1. sich zu. 6. stroppen. 7. solte E uwer korper. 346 4. mich. 6. vor.
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Allhang. Lraarten.
163
347 1. s. and feMt. s. all der. 7. Dan das. 348 5. so] also. 349 6. sicher. 7. Der
jm anmutet. 850 s. zerwecken. 4. des f. enblecket von den. 351 3. vnd ervinden. 4. vil
vnd wejdeliche Sachen. s. ie] niin. 352 3. in] üch. 4. doch was. 353 1. nach jm.
2. im] Als. 354 1. ir] ich. 5. es den byl von not muß. 7. niun] nymer. 355 1. ez
fehlt. 3. vnsem. 356 5. eynem. also] recht als. 357 3. den armen. 7. zesamen nit
ensprechen. 358 1. Schrecken. s. zam. 6. das freiid last wün vnd. e. gedencken.
359 3. sprach. 4. er ymer den tag g. s. 3603. sag. 5. begriffen. e. die sind gesweiget.
361 7. von mir konde. 362 7. eynen. ge werte. 363 3. mÄr] nye. 4. frischer nüwen.
6. jm sy. 3645. Wille] wird. 3653. sol. 5. mit] an. 7. gegmndet sicherlich nün
ayne. 366 2. 4. dan. 5. vff gelUckes. 367 4. aller] all der. 6. furhas. 7. hatt kein
p. nye w. 368 4. ye in. 7. lange. 369 5. daz fehlt. 370 2. dir noch. 3. zn dem
lieben h. &. vnd senen. 371 4. Vnd anch. 374 7. leider] woL enpfinde. 375 6. An s.
7. Das kan mir mit. 376 5. möhte] solte. 7. da solt senen h. 377 2. msere] nare. 7. recht
knnt. 378 s. mnot] sich. 4. Ober b. sich mit g. n. 5. sind v. mir g. geffder. s. sö]
wen. 379 5. Vnheil das. 7. ye sich. 880 1. sin. e. allen. 381 1. Den. 4. selben
solt ir des in lan e. 8823. dick ze snre. 5. w£] wer. s. sö] Nün. 7. Ye eins.
383 5. gröblich. e. sol es das ve'antwortten. 3842. ja nein. 5. Vnd ist ja. e. solt«
385 5. noch Inst. 386 1. and] von. 7. one s. m. 1. 3876. Ja' s. zu. eyne. 7. wer der
trawen gerechtikeit wol e. 888 1. sich latt also. 7. scheiden sie. 389 4. dicke jagen.
5. Weichwild. 7. jungst jr frende töret. 3902. mUß mit leide dicke. 3. mit Leid] die
vart. 4. er fehlt. 5. leid han jch gar s. 391 1. groblut. 3. ob] das. 5. die fehlt.
einer] ein senffte. 3925. yedem b. 3936. vnd das sich. 8944. Ich trarig sy.
5. ichs jm. 6. mag. 895 7. öt fehlt, daz] der. 396 1. &n] ein. s. martrer. 5. leben.
397 2. allen schantzen. 398 4. Oh dem anch abgieng an. 6. Eynem r. guten gesellen. 7. soll.
3994. wil t. han vo. 4007. Da litt gesellig geselle t. 4023. bl] mit. 5. wO niemSt.
6. valscben] klaffer. 4034. beschirmen vor gifftiger. 6. daz] Ee. an truwen. 4043. be-
dencken. 4. k. hab ye. 5. gehelffen. 7. zun'snchS. 405 1. berren herre. 4. mögen
mir. emüwen. 5. mir] uch. keyner verte. 4065. ist] wer. 4076. wol fehlt.
408 2. vnd daby sind g. 6. dem] es. 409 4. ir lutzel. 6. ir nün gnndt ze m. 7. war-
lichen. 410?. valscben] bösen. 4115. vach an. 4124. balde mochten. 5. jm geschehe
nicht. 6. es dan. 7. soltest es gelassen han. 413 1. ouch] wol. 4. f. hie ve’schaffen.
414 2. vnd vnbezwungen. 6. des verjech. 7. ir schäm, künde] begunde. 416 1. vil erl.
2. Der echt jn frölich h. 5. sin ein narr. 7. aller k. 4174. ez] das. 4184. la die
dynen k. 5. nün din. 7. sin fehlt. 4195. ja gen. 6. mit] in. 7. dln] dir. 4203. Din.
ve'machet. 421 1. siner. 2. dir] im. 4. dem selben a. 5. Du machest a. f. freud.
7. dynem. sUne. 4225. geheime] keynes wildes. 7. si fehlt. 423 3. daz fehlt. 5. neren.
424 1. üf] an. 3. hört vil b. h. 4. Da 1. auch das. 5. Etlicher jagt. 6. Doch wünschet
ich s. 4254. Iftt fehlt. 6. furwar. 4262. verpirset vil ze. 3. Das m. wol er. 4. da
vff. 6. wenet. gön im] vff jn. 7. rehte fehlt. 427 2. spürt. 428 4. öt] nit balde.
6. es von dan will. 7. auch zwar. 430 6. Die loyk. mit loyke. 431 5. eya^ fuchs.
432 1. Die t. 3. gar] so. 7. lat die winde den bald erw. 433 4. der des palges wol
kan. 5. So denck ich mir. 7. Den dynen. 434 3. Dem. 7. erfinde. 4354. jn der.
436 1. senben. 3. spehen. 7. will vnd zitt. 437 4. die äugen. 440 s. ouch] Hin.
4. wonent stete, e. falschen j. hunden. 4412. guoter] reyner. 4. aller, gern der. 5. d&]
wol. 6. den. 442 3. er] es. 443 7. ist] wer. 444 6. dan fehlt. 445 2. werfen.
7. vnd auch an hohem müte gar verderben. 446 7. an] zu. 447 3. d&] So. 4. vnd valsche.
449 7. hatt vor verloren. 4503. ob fehlt. 4512. ich jm. s. menschlichen. 6. Die wer.
7. ez] der. 452 1. mit falscher. 3. d&ht] sprach. 453 1. Gerecht zu dem gerechten.
2. V. gelassen. 6. daz] dach. 4554. den] der. 4564. vor] von. s. arbeit nie. 7. Der.
mir vil. 457 2. danne] hin. 4. jm wer. wol da von m. Z. 7. riß mag vers.
11*
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164
Anhang. Lesarten.
458 1. Der tantenberge. 4. wart. 7. L. vnd ach w. 459 s. d& feJUt. e. da will.
460 8. tmck. 4. 461 1. Baden. 462 1. wlp] mjnne. 4. gar an. o. an mich
allein. 7. dir] jm. ist] wer. 463 1. hin] gar. 4. Minne] an mir. nyemS. 465 s. mir
für ein ein 1. 4. mir felät. din] das. e. hat myn we ntln wesen. 7. gar wol. 466 6. der
armen. 7. mir dise. yendert nüwe. 4698. wol mag. 4708. s!] hah. e. mätes vnd
vnm&tes. 7. t. oder lache. 471 1. dOwen. 4. so r. 7. nün bittend. 472 1. ist] ich.
4. gesucht. 6. na fehlt. 4734. erdencke. s. g£n] fttr. 7. e. sicher des. 4742. gar
sttre. 7. rechte güte. 476 6. za 1. ye leid. e. man] ich. 4776. trAg. 7. Daran waD.
gar ze. 478 6. spür, alda ich w. 479 1. sUeze] frowe. s. wie kund ir mich so eyne.
4806. sam] als. 7. her seht] an zware. 4816. gutt hah ich g. 7. ein teil da von.
482 s. er wer bafi. 4. €] je. 7. b. wol t. 483 4. wen aach. zwinget. 6. in] mit
e. ich 1. vnd 1. 7. wegen. mir krancken. 4846. ein] jm. e. dan kan. 7. den fehlt
485 1. wol fehlt. 4. will ers stritz erlagen one enge. 6. versamen. s. onch fehlt. 7. jag.
486 7. hengt vnd lasset. 487 s. dich] gantz. 6. sint] ist. vnd aach. e. Das myn will
ich. 7. min jagen fehlt. mir laoffen hie. 489 s. der] des. 6. bi] vff. 7. ab fehlt
490 3. von so bleib. 6. emerte] dicke nerte. 491 s. by eyne schrohen h. 3. riten] fliehen.
6. anch wol kond. 7. So er hin. 492 s. ichs. 493 1. vil fehlt. s. ersächen. 6. mich
vor erbsurmet. 4948. aach das. 6. min] vnd. sich n. vachet. e. wan] wie. 7. ach jn
mynS h. 496 6. sö daz] wen. das recht. 497 6. darr s. mit biynner v. s. pliczt. 7. Der
s. mir. 498 s. laaffen ach gott wie dicke. 4. hnglich j. mit v. s. 4998. Uz dem] DaroB.
6. kandem. e. der] das die. 7. wol h. 500 3. dem] jm. 4. wirt vnstete nyme'.
5016. verhalt den 1. 5027. hin fehlt den] dem. 503 1. mir] mit. s. vnd der. e. ich
den g. 7. strnte] lieb. 5044. hin fehlt 6. nit mocht. 505 1. sich fehlt. 8. Sich s.
7. etwan aach. 506 1. noch gewynnet. 8. sich nach j. s. besynnet. 6. ze fehlt.
507 4. den] der. 508 s. üf] jn. 6. niht] gesell. 509 s. g. des. 6. verbraten. 510 6. ritten.
511 7. leid her also. 512 1. w. nach tratt. s. doch] da. 4. vnd sich m. v. v'wirret.
513 8. mir] ir. 3. das da. 6. ist geleynet. e. das s. kemyn. 7. noch] woL 514 1. Qrnozen]
Trost den. 3. stUend] für. 4. sygen. 6. niht fehlt e. swiget. 5156. mir] nUn.
6. 1. g. m. 516 3. ninr] echt. 517 8. bringent. 6. datt erwachen. 518 7. wol fehlt.
5194. senecklicher. 6-7. Mich hat die myU enzinnt mit beissem fttre Vnd tutt mich darnach
senen Das ich fUrcht mir sy leyder tUre. 5293. Darch das er wolte h. 4. Den sinen g.
6. gra g. g. mach ich m. stetem 1. 6. £y k. 7. s. v. 5628. synem. 3. er fehlt.
4. Gedenck ich. g 4. mir] mich. 7. mit] nit h &. w&] Ja ja. 1 6. ir fehlt.
c.
Aus dem cod, pal. gernn. 393,
1, Bl. Peter Suchenwirts Bede vom jüngsten Gericht. Bei Primisser fehlen
folgende Lesarten:
2. Der darch w. 4. Der r. 5. im h. 8. Her bifl. 9. clare. 12. Vnd das
miner 1er geniefl. 15. 0 m. das ist din aigner. 16. Her got. 18. will wnnt 19. wir
tun Abel vnd. 23. da doch. 24. erd. 26. din sAnd. 30. Ouch ged. 33. vnd satz.
34. vnd schätz. 35. vnd gew. 36. gut gest. 37. din land lAt vnd gAt. 41. all feMt.
43. vnd sp. 45. der es w. 46. als ain. 49. Die st. 50. Die s. 51. 0 m. dz da hie 1.
53. Wann da. 56. kansta wol beneysen. 59. So n. da dinU nebU. 60. Dem g. L vnd
onch die. 61. Das lanst 62. vnd din. 63. dz vnse' her ihs. 67. dich dann din gAt
vest 70. bald so w. sie. 71. fr. zwär. 72. Alfl offt geschieht fAr war. 78. Das
ain gr. 76. an der w. 78. Vnd f. g. frA. 80. Der da n. t 82. in ab. 84. So w.
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Anhang. Lesarten.
165
ich r. *ä diser. 86. Das ir f. 87. Waß sich v'birgft n. yd siner. 91. ist b. 94. m. all
an diser v. 96. Die engel die. 97. die totten es. 98. So s. m. din. 99. So m. d.
daä nit. 101. alfi woL 103. Fraislichen. 108. 0 her. ain tag. 113. alfi wol kund.
119. Weder b. noch 1. 120. ouch nit. 121. da fehlt. 124. Er z. d. sin hailigS f. 128. swir
oder L 130. sind dir nH all zejamer g. 131. ir nit. 132. sye an. 134. gediehen.
137. sichst zä der r. s. 138. W. z& h. 141. Da hilff. 142. NO gen. h. o. gen h.
143. Der w. sind. 145. den fMt. 146. 0 m. 147. din gäte t. 149. so wol. 150. an
die. 151. aber gehapt. 153. Des m. din. 155. schauffe vnd die. 156. Er s. 157. her
ir. 159, Da iwer. 160. den verfluchten. 162. ir verdampten in dz ewig f. 163. mit
g. b. 165. 0 we ain sendeclich s. da besch. 166. gehelfen {statt in 167) nicht. 167. defi
weib. 168. kint der nitten kan. 170. da ist nQ d. b. tod. 174. h. weder r. vnd k.
176. Vnd haust verzert 179. rechte r^. 180. neben c. bis getnfr. 181. Dem a.
184. Das lert d. g. dem h. 185. 0 mensch h. 186. Das folgt dir nach bifi in. 189. Wan
sölich g. tut n. 190. an das. 192. halt gottes bot. 194. Das raut
2, Bl. 5*’. Lob der Frauen. Uätzlerin II, 1, S. 113 — 115.
2. haut es alles w. 3. An wnnnen werden w. 4. es wol nit ersehn 5. wird
baut. 6. Die w. vnd. 7. Das got besch. 8. Y. glich nach siner; danach; Nach siner
fursichtigen taut Alfl sie dann got beschaffen haut 11. sinem zärtlichem. 14. das m.
16. Kein c. w. n. 18. Da adam die g. 19. Noch im. 20. Der werde c. 21. es] das.
23. gund] so wolt. 27. des] sin. 28. so macht. 31. ir figur. 32. sein zarte n.
40. sol] mag. 42. Die mag in. f. p. 43. vnd ouch siu manlich. 44. So hon ouch
gesenhen ich. 45. a. nie v. f. 47. werdn solt zu trut. Die folgenden 41 Verse gedruckt
bei öeuther a. a. O. S. 53 f. mit folgenden Abweichungen : 7. dich. 12. im. 16. in syn6 synn.
36. wire. 37. rain. 49 — 58 stehen hinter 88. 50. vmb trägen. 51. von] den. 55. Do
g. e. ir b. sjtten. 57. vnd murdery. 58. Ain yeglich man der brieff dar by. 59—62 fehlen.
63. Vmb das sie hett pflegs der v. 67. der frowe. 68. dem] sine hailige. 72. selber
vor im. 76. all] gar. 77. Wan sie ir. 78. got] ihesn. 82. sind ntl hin k. 83. die s.
86. got ir missetant h. g. 87. Die frow wz. 89 f. fehlen. 91 f. umgesteüt. 91. redt]
seit 92. Das got die 1. 94. V. altar vnd a. 95. Scham. 96. enberS. 99. Bifl
das er. 101. So] Vnd. 102. Vnd das die. 106. pitter] sebarpffe. 109. im nQ. 111. Sin
falsch klaff vnd falsche w. 112. Das der den sälden riehen h. 113. allen zitten. 119. Dar
120. das aller erst. 122. das er. 123. Z. a. m. g. 126. Vnd das ir. 128. er
von ir. 131. njmer. 133. die bibel. 134. Ain d. 136. von] ab dem. 137. So b.
138. verheilt. 140. Der f. ye. 141 — 148 fehlen. 149. Was er g. in. 151. Vnd] Das er.
153. nß w. w. 158. Wafi wer. 161. grän. 162. Man sol kain f. schon. 163. mit
der. 164. wa ain zarte. 165. Ainen man als man die. 170. ain frow tngetklichfi zu
im 8. 174. Liebs g. min liebster. 177. erwaiebfi. 179. es wol. 180. man sicher f.
182. solt. 183. frowS bild g. 184. Es w. k. vnm&t. 185. zerstört d. frowe. 187. Den.
188. Vnd in 1. 189. Es m&fl sin 1. v. 191. Bifl das. s&lig. 192. ain rainfl wib.
193. dafi in sines. 195. Vnd ir enbieten alle z. 198. sy fehlt. 199. Er sol s. riemens.
202. Vnd wer das tät dem wärd beschert. 203. Vil trosts des er nie. 204. lieb] fröd.
205. f. I.] wiplich trost. 207. tngent ist so manig^alt. 208. Vnd er. 209. mit hohem p.
210. Vnd das er in k. falsche w. 211. nymer. 213. verdruckt 214. den] alls rainß.
4, Bl. 14^. Von rechtem Minneleben. Uätzlerin II, 6, S. 131 — 134.
2. vand ich. 3. 4 fehlen. 5. Den. 6. veld zu holtz vnd ouch zä waid. 7. es
der may zä. 8. sinem fruchtpem. 10. Dar an was im. 12. vnd fehlt. 13. Graw s.
14. Winter gryfl. 15. het gar. 20. sinen. 21. herfürj fär. 22. het sich. 25. Wie
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1R6
Anhang Lesarten.
cs. gemickt. 28. godaiicht wie. 29. frncht. 32. solt eS dem prunnen gon. 34. ich]
ouch. 35. Ir susse k. erkl. 37. Her fehlt. vnd dnrch die. 39. der wasser w’allen.
40. Da hett ich. 41. mich verlangen 1. 42. Das ich m. 43. halt sich. 44. mat]
wort. 45. So zö hand ich b. 46. Vmb lugen vnd s. zu st. 47. frowen. 48. Sie grust
mich ich naigt ir. 49. Zdchteclich als mir. 51. her] er. 52. mit siner r. 1er. 54. spch
trut gesell n. 55. der may. 56. jngfrow. ist. 58. Ich weist üch dann m. 59. Wafi
WZ. 60. Die tut. 61. Vor überigem verl. 62. frod die gert der Stangen. 63. Das
hant m. t. 64. Syd dz min bertz kainer frowde pfligt. 66. So m. ichs. 68. Vnd ouch
sich das nach gnäd v. 69. ich fehlt. 70. nli weiß. 73. ver vnd ich es. 75. So tail
ich dirß tr^lich. 76. jngfrow. 77. noch der kaine nicht. 78. sy by laude od' nit.
79. ich vnrXf n. vnd t. 80. ainer frowe. 82. Vnd sie h. mein hertz. 84 fehlt. 85. überigem
versenen. 86. ich waiß nit recht. 90. .sorg] furcht. 91. an felät. 92. ob] vo’. 93. da
fehlt. 94 feMt. 97. Belangen. 99. für gen ir t. 100. Nit halb mag ich es. 102. aber
fehlt. 104. In ainem tag. 105. Ich g. 107. mich] ich die. 108. Dar vmb ir allain.
111. W&rlich h. uff m. 113. Deß er. 114. mich dann gott b. 115. on sorgen fehlt.
116. On sorg driniUtig. 117. Mir von ir r. 118. ich das. 119. es] des. 120. Das w.
122. so lang. 124. ob] vor. 126. Es] So. 127. Erlescht. 128. nQ t&. 138. sagst.
134. liden klagst. 136. Sie s. nO. 137. sicht mein grossen. 139 so] als. 141. Schämig v.
142. Vnd mag vor. 143. recht wandelich bärd gehon. 144. Vntz das ich a. 145. Vntz.
147. iren w. a. 150. spch trut g. raut mir wid‘. 152. Od*. 153. Vnd du. 154. Ich
als m. 156. E das ich hon zu w. pr. 157. bin] sy. 158. Das sin. 159. Er s. jOgfrow w.
160. Mich dunckt. 162. g. verlangen hab ich v'ton. 163. Die wil mein zitt d. j. s.
164. Das dich niemant west noch sach. 165. Vnd das du einig pist by mir. 166 fehlt;
dapLtr 165. 167. Er s. jQgfrow. 168. sprach. der] wol. 170. biß in. 172. das]
spricht ouch. 174. Vü s. zu mir law dir nit sein 1. 176. Oder wer die m. Worten. 178. so
wol v. ge da von. 179. WaB du. 180. Ir. ir. 181. erfinden. 182. müssend sw.
183. Vnd dorren. 184. Die f. nit h. 186. Da lüg dz du weder. 187 fehlt. 188. Wan
mit frümkait macht du dich nern. 189. Recht wol als vor tnset. 190. Law. 192 fehlt.
193. Wa. 195. Vnd hür zelob deß ersten. 196. Dem höchsten vnd dem h. 197. 1. vnd s.
200. Den. 201. Deß soltu mich geweren. 202. Vnd h. 204. Vnd z. dich selb süberlich.
205. vnd mit. 206. würstu bekant. 207. Den fromen vnd den. 208. s. n. an m. 209. den]
einen, fräuelich. 210. so biß. 211. Wa du. 212. So w. 213. Zä wer alß ain held.
214 fehit; dafür 213. 215. Dar vüi das. 216. main. spil vnd kriegen. 217. selten.
winhuß. 218. by zitt dar nß. 219. E das. 220. niemand, danach: Deß soltu mich
vertuen Noch mer wil ich dir sagen. 222. Wa ich die an. 223. mir sicher z. 224. noch]
vn. 225. Sie k. sch. nit. 226. den. 227. fr. reden wüllest. 228. Lüg das du dich
gesellest. 229. Allzitt zu. 231. Des. hab v. 232. So tü alß ain bider m. 233. da¬
nach: Ob ich mich etwa hin ker. 234. Sam ob. 235. Du solt dich v. da by. 236. Als.
die. 237. Ainem a. 238. Ye grösser sol der b. s. 239. Geloub mir mit. 240. mir
mein. 242. Do wir. 243 fehlt. 244. Mit gesundem lebB. 245. dich gehebB. 246. E
das d. d. V. 247. wä] das. 248/". umgestellt. 248. ich .hon. 249. Du wirst dar vmb.
250. da'zü min. 251. Er s. frow du h. kein s. 252. Ob ich nit tv4 das wol s. 253. über
gieng. 255. gesegü d. f. schaffs wol. 256. die folgenden 47 Verse gedruckt bei Geuther
a. a. 0. S. 82 f., mit folgenden Abweichungen: 262. den. 263. Vmügen. 264. tilget.
267. frowe. 273. swur] sin. 274. Aigenlich in mine. 295. prieff. 303. Zetrost.
5, Bl. 20*. Der Minne Gericht.
In den Anmerkungen eu diesem Gedicht (oben S. 120 ff.) sind folgende Korrekturen
des Schreibers noch nicht erwähnt:
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Anhang. Lesarten.
167
10. gel vor gel gestrichen. 58. tal vor mal gestr. 69. gerauten vor worden gestr.
112. all vor allzitt gestr. 213. rechen aus rechte. 216. ich vor mich gestr. 224. W gestr.
267. mit vor nit gestr. 290. Da gestr. 305. Gigt gestr. 333. 1 nach stit gestr.
357. sprach am Versende nachgetragen. 401. der vor müter gestr. 440. Der aus Den.
459. man am Versende nachgetragen. 498. her vor wer gestr. 553. sie vor sie gestr.
560. gaben zwischen ver und jähen gestr. 573. ylt vor ylt gestr. 609. ebig vor dag gestr.
611. vn vor on gestr. 614. briß vor fliß gestr. 640. d hört. 694. v engeltfl. 711. tail
vor taild gestr. 789. ny vor nyme* gestr. 844. s vor Ion gestr.
8, Bl. 58'. Wer kann allen recht tun? Ahtceichunyen von Mones Ähdruck.
5. aller wandel. 8. wir. 10. Der in. 18. der. 23. Manglichn. 24. Man.
25. in die. 50. gar fehlt. 60. her zogü. 61. ain r. 62. zogen. 68. nas] groß.
104. im] nü.
10, Bl. 65'. Von den sieben Farben, llätslerin 11,21, S.168 — 170.
• •
Überschrift Von den suben färben. 1. gar waidelicb. 2. Sie s. gesell bewyß.
3. dings fehlt. 4. on allen s. 5. fraw] ja. 6. Ja s. die frow wol geton. 7. gelaub]
wen wol. 8. Sprich. 9. nun fehlt. 13. Gen irem heb. 14. es h. oder ist es. 15. ich
nit kan. 16. fragen] pitten. 17. Der rechten w. 18. mein frow dch wol. 19. alle] die.
20. mir ainer dem wont ich py. 21—24 fehlen. 25. Kunst vnd kluge maisterschafft.
27. 28 fehlen. 29. Er] Vnd. 30. ob es üch. 31. Das sag ich nch.. 32. deß w. ich
danckü dir. 33. Vnd y. t. hohen. 34. trautt] lieber. 35. m. g. f. 36. Dar nach die and'n
graw. 37. Ich sprach g. 38. Die. noch nie. 40. Der sol sich in g. laussen s.
41 f. fehlen. 44. ouch die. 45. Kü s. mir dar nach. 47. In] ain. 48. M. d. f. t. e. k.
49. gar] so. 50. er fehlt. 51. ain] die. 52. Ich s. die vil g. 54. Dem lieb noch laid
noch k. 55. Von frowen ist. 57. Dar vmb das. 58. In mynn nain er ist frow. 59. er
ir 1. 60. Vnd doch in ainem r. rock. 61. 62 umgesieüt; Vnd heidemal; er fehlt beidemal.
63. von m. pand. 64. Vnd haut ir n. 65. sey] geh. 66. Das hon ich gar tU e.
67. der] das. 69. ist] maint. 70. Wer 1. nach h. 1. t 72. Dem sytt w. i. f. 73. Es]
Dem. 74. Wen 1. in b. 75. Aber man s. m. p. t. 77. seit villicht. 78. Wer s. im.
79. Der sy st&tt durch stUtikait. 80. Villicbt der rock anderß seit. 81. wie aber d. m. sy.
83. seiner] der. 84. dir die warbait s. 85. So m. er. 86. Den man sicht fälschlich tgen;
danach noch 2 Verse: Da mit der red sy geswigen Vnd lauß wir es also lygen. 87. Vnd.
lieber. 88. Wer w. antreit wie ist der gemät. 89. s. das macht ain lieb' m. 90. Der
ain lieb. 91. Das macht w. 92. sprach ja 1. 93. wisse claid' t. 94. hertzelaid.
95. frowS. 97. die. 98. b. trfigner. 99. sich m. r. oder mit farbS. 100. in von frowQ
ist g. g. 101 — 118 fehlen. 119. Wann ain f. ain. 120. So seit er da tnsent maul.
121. sie im v'haissen. 123. ainem dann ain. 124. So mut er sy zä hand an. 125. sie
sull in g. 126. Der selb f. ver von dem mer. 127 — 134 fehlen; dafür: Geschieht sein
villicbt nit Die man sicht verbü deß trust nit dich. 135. Dar nach die zart frow mifieclich.
136. Fraugt vmb s. vnd graw färb mich. 137. Ich sprach das macht laid vnd. 138. Dann
a. ain 1. h. 139. Haut vnd d. der. 140. Also, vnd gut vnd. 141. mit st&tten diensten.
142. Schafft ir v. 143. sie ir z& lieb ain. 144. doch ir st&tt nit z. 145/*. umgestellt.
145. Vil vil er ir g. 146. Vnd sie ainem. 147. so fehlt. 149. lieb ist im zä. 150. s.
vnd grauen. 151. Ymmer t. mit jamers r. 152. Sie s. welch frow ist so nntn4. 153. Das
die ainem man t. 154. ir] der. 157. Für war ich weit sie njm'. 158 fehlt. 159. Das
man da by erkant. 160. Ir laster vnd ir schand. 161. m. frow. 162. nymer. 165. Ver¬
künden vnd bet^iten. 166. Die selbfi vngeschlachten. 167. Die von den fromS. 168. den a.
zä. 170. Das macht ir vnst&tt*. 171. D. der sy gemüt. 172. Kn sag mir lieber gesell c.
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168
Anhang. Lesarten.
173. Was maint der. 174. ze] gar. 175. NQ sicht man sie gar s. t. 176. Von der färb
soitu mir. 177. Ich spch das maint der. 178. rieh myneclich g. 181 f. fehlen. 184. Es
solt aiuer wol. 185. Vnd ain hiipsch waidelich w. 186. Iren clugen zarten. 187. ze] für.
189. Das es uß sines. 190. Nymer kainem menschn w'den. 191 — 194 fehlen; dafür: Aber
man vint nQ mengen man Das liebes lieb nit allain wolt hon Das er es west allain es mäst
Für die gantzen gemain Des wel der myner habQ rain Es solt aber kaine nit tSn. 195. Es
solt gar die mynn h. 197. Vnd was e der mynn r. 199 — 202 fehlen. 203. Ich sprach f.
204. Das noch die frow. 206. frow lond. 207. Vnd gend mir f. 208. got der m.
209. Gott danckt dir das dn mir haust g. 210. alle] die. 211. Vrlob nam ich da zestnnd.
212. Vnd schied mich von irem rotts mund. Amen.
11, Bl. 68". Von (Ion Krautgarfen. Hützlcrin 11,59, S.243 — 248.
1. An ainem tag. 4. D. muß ich r. g. 5. ich frischnur. 6. niemant nach.
9. Nach den. 10. verhert. 11. nach d. m. gir. 12. da feJüL 13. war all dar.
15. Als es y. den. 16. Sein 1. d. 17. gelickt nach frftden 1. 19 f. umgestellt. 19. was
mir egegnet dar jn. 21. p. ich pand. 22. Von. s. zehand. 23. g. hin dan durch s.
24. Hin durch mochtich nit. 25. Ich hin fürbaß s. mir. 28. mir fehlt. 29. sach] yand.
30. Von 8. 34. ir da] yon ir. 36. Ir fr6d was ir engangen. 37. Sie wz yffl gebB mit.
39. Sie g. m. 42. will ich äch sein z& d. 43. ir laid jemand kund Aber f. 45. gAter]
sAlig. 46. mein dag die. 47. Das k. jemand. 48. Doch so will ich sagen. 49. Vmb.
50. der w. 52. ynd] frow s&ld. 53. Die w. all in f. 54. noch nie. 57. Das g. dar jnn
in. 58. all da. 59. dar z3 h&n. 61. Pas z. wol fehlt. 63. bj siner tnfr. 64. das es
mich nit rk. 65. Von siner pfleg an rnrt. 66. In das g. ich in f. 67. Vnd a. im das im.
68. der ziert es. 70. hett sein nit anderß. 72. so w. edle r. 75. Die f. 76. sein
nswendig. 78. nit ynd p. yin. 79. Der f. erschain. 80. V. so must. 81. plUen]
pl&mlim. 84. gar s. 85. Es was der maistal y. 86. D. so s. m. y. 88. Was allzitt
das 1. 90. Was. 91. nie so. 94. m. lieber g. gut. 98. Mir wer besser ich wer.
99. ich ans. 100. Das es ist y. worden y. 101. Da w. g. in frAdu. 102. ynmAt. danach:
Verwachssen ynd yerdeckt gar NAr niem ouch pitter wurtz war. 103. Wa ich. e yand.
105. m. ouch a. mit. 106. mich da'ymb mit f. 107. All f. fliehend. 108. Ich hon. 109 fehlt.
110. nßwendig. 112. m. yo hertz laid. 113. wesen. 114. Dar ymb fliß ich mich.
117. Wer es uß wendig. 118. Der went er. 119. ist] was. 120. Das dem fromB ain f.
gieng. 121. mir fromB. 122. trautt fehlt. 123. ybraucht. 124. üwer f. ist yerdorbB.
125. gart nit m. 126. nit gar on. 127. lieh] mit hAt. 128. wer nie s. s. g. 130. Es
ist gar. 131. Vngifftiger s. 132. yon natur. 134. sie den y. zA all'. 135. erst ist
es in w. 136. ouch alzitt das m. 138. icht] nit. 140. irer bfiser falscher z. 141. Dar
an bescbuld ich in a. 142. Noch. 143. Haut vB miner s. 144. WaB sich n. 145. groß]
so yil. 146. dag] halt. 148. w. in das. 149. a. erdrich jendert gar. 153. D. zA k.
gAtten s. 154. Nur] Mir. danach: Ob sie das selb prechen en wicht Das sol niemand klagen
nicht. 155. Man solt b. 156. Aber das sol. 157. got ynd die w. 159. Vnd mAß
jmmer ynd eweclich. 160. haut nie. 161. die die weit missigt. 162. doch deß. 164. Das
mir das n. 165. fräden fehlt. 166. t. frow stAt frow m. 167. dar uff. 168. kan n. 1.
169. ir fehlt 171. Von irem f. 172. Noch wellend sie sein. 173. swach. 174. Noch
fliehend sie. 175. im. 176. künden niebtz mer g. 177. Vnd a. 178. gesprochfi.
179. gar an mir. 180. tet sie das. 184. Ir b. Ach s. e. 185/1 umgestelU. 185. So
mag es doch nit anderß. 186. tAt mir. 187. Ir sond so gr&slich nit y'zagen. 188. Vnd
üwer gemAt so ser Belagen. 189. ist an dem jar noch. 191. yor yngebi^en b. 192. B.
tAnd daD der sein yorpfleger wz. 193. Vnd d. s. sein mit. 194. yngerechtzs. 199. Oder
. . yor. 200. das lasß ab. 201. so gar y'dorben. 202. ou alle f. yerdorben. 203. Das
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Anhang. Lesarten.
169
kain moister lept. 204. mir fehlt. 207. ich mich wol v. 208. dar zu kain g. 209. Vnd
geben mir hett. 210 fehlt. 211. Ich hett. 212 fehlt. 213. gar die] gentzlich.
214. minem v. ich. 215. Yil miner schuld das m&8 ich. 217 fehlt. 219. Das ich zä
kain fr5den bin. 220. Mir t&t onch billich v. 221. abgesprochen. 223. Es was n. mit
mir. 227. hohem. 228. Der offt a. andern t. 229. gart was in. 230. gedenckt sy.
231. Das. 233. Vnd mich gar. 234. Das mir. 235. Indes man. 237. auch] doch.
238. 8. m5cht allen frowen. 240. Vnd onch yS dem n. mir. 245. nit] kain. 247. gedenckt.
248. 8. g. liebe frow. 249. Ain y. 253 — 256 feMen. 257. Aber w. frow t s. 258. Das
kan doch nit 1. wem. 259. wachst in irem. 261. Sie will. 265. sy] irß. 266. Wellch
frow tribat. 267. Aber w. 268. frow er rat. 269 — 272 fehlen. 273. Ob die ir f.
wer w. 275 feJüt. 276. dar an. 277. Wider zft fr. frucbt w. geselt. 278. gartner fMt.
279. t&t doch nach dem. 280. sein von erst n\('pfleger. . 281. gezwigt. 282. er mit listen
logt. 283. r. den da haust m. g. 284. weil fehlt. leben. 285. sein noch niemalz.
287. er fehlt. 288. ist nH w. zft. 289. alles] offt 290. gar p. 291 f. umgesteüt.
293. die] sftlich. 294. Da yon uch yeman pringen. 295. Doch f. e. alle f. gftt. 296. Vnd.
m&t. 297. Ein tail so yon yngebern. 298. sind. 299. so ain. 300. uch gar yb.
301. den fehlt. 302. Villicht. 303. Das ir y. ouch. 306. das ist n. w. 307. so] wa.
308. kan onch nichtzt baß. 309. Da yon ich ainig m. g. 310. so will durch. 311. Mich
sftUcher c. m. 312. yer ynd ich es. 314. m. ains dingen. 315. ich das n. 316. nit mer.
317. es in der weit also. 318. n. nicbtz so. 319. miiß doch. 320. ich harr hie.
321. yil] lecbt 322. nit mer wesen. 324- sind hie k. die. 329. swftr] laid. 330. minec-
lich. 331. Dar ymb. 332. der geh dch sin segen. 333. Vnd das ir. 334. s. zft mir g.
335. mftt] ger. 336. nur noch vü g. 337 f. fehlen. 341. Also yast das ich s. 342. Was
sich n. 343. in offt das w. 344. plack. 345. Das man offt ein pecken die langen. 346. an
ainer. 347. Die br. ynd Augen ab in n. 348. tftt] sfilt ir. 349. sehen] leben. 350. tut
mir. 351. F. ynd yngemftt mir. 352. ymmer gelingen. 353. du bin kerst. 356. Nn w.
von mir d. y. 357. der frowS hie uff. 358. Das sie an dem erfrftt. 359. Die ir ie fugten.
12, Bl. 76'. Die Liebesprobe. Keller, Erz. aus altd. Hss. S. 150 — 160.
1509. baut gep4ren ain. 4. Vnd da der sin nit ist. s. Aber man gar 1. ir. e. nach
rechtem. 7. Wann yed'man stockt paum. s. das arge 1. 9. Es geschach in ainer zitt.
10. Von ainer klflgen. 11. Die gern by gfttten Iftffen. is. Die weis so y^ in s. 15. w. nach
allem w. 17. Vnd fehlt. is. sich manig man an ir. 19. Aber da w. 0. y. 20. wond im
w&r gerecht. si. sie in falscher tr^ y's. 22. Ouch kamß zft kainem. 23. bracht sy] pftrd
sein. 94. Gar wol gestalt in recht' won. 151 1. Sie sprach ich haiß also yersun. 9 — 6
fehlen. 0 — 15. Ains waiß ich das wftrstu myden Vmb dein schftn würstu lyden Wann ich hon
es yersftcht Wer dann zft ainem pftlen rftcht Der yerhaist dir mer dann yil Die jung sjßch wa&
du es bahn wilt Gar trüglich in der still Püt im wort nach dinem will Wist er dir die on
wid'sterbü So weit dafi fmntlich mit im lebB. i$f. fehlen. is. Ja s. das ist] aller. 19. ich
ymer tftn in mines pftlen m. 20. h. yor f. an dem dantz. 91. sie so] es yil. 99 getrappt '
93. yr] an sie. 24. Er] Vnd. yast an 1. 25. on zigen. 96. yerhaiß] gewer. 27. Syd ir
zft pftlschafft habt z. 28. tft im want engel land. 29. Da. 1522. mich gedenck in der.
4. Ouch ich dch sagen wel ab. 6. Also g. sy mir ain Vmütz tag. 6. s. ich ymb nicht me
frang. 7. schied yb mir. s. Dar nach kam. 10. wie fehlt, in gantz. 13. gen yr] gar.
13. yerhftrt mich. 14. wider (ich. is. Gar fmntlich on. le. ach] ouch. is. yerhftr.
19. zft ir j. 90. pfilin. 21. im h. 92. 23 fehlen. 25. mich yersticklich habt im s.
97. Also mit. 98. ain gngling erp. 99. By andern f. an der s. so. Er n. ir t. 153 1. tftt
die. 9. g. im wftrd sy im erkant s. ich m. w. zft ir sant s. danck fftr. e. pesten]
lestten. 7. Das er] Vnd. 9. din. 10. Syd uns dt^ got hett g. 11. So soltu. 12. Laos
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170
Anhang. Lesarten.
ni. nach dinen huldti. 13. dir. 14. dinen. 15. was] wie. is. dich. 20. wind. 21. deS
an dir. 23. g. lieb vnd s. 24. gen ir. 25. muss fehlt. 26. v'hieß ir alß die vord'n z.
27. Sie b. zfl ir nierae g. 2.«. Sie sagt im das er. 29. Sie sfch ich hon ir dry geschickt.
30. J. mein zü p. gert. 31. Law s. 154 1. frow. 2. ffim vö bynuS die frow nit lie.
3 — 6 fehlen. 7/'. umgestellt. 7. Sie sagt ir das sie wol het VnomS. s. Fragt waO sie
soltii k. 0. Immer jarß f. küpt der. 10. Horst wie die f. 1. p. 11. leid ir mine. 13. Leg
dich nid' vnd mach dich. 13. Ich hon mich wol veraiut. 14. dich mit t. maint. 15. zü
disem. le. Wie sein hertz hett. 17. Vnd wie er üch w. is. Nach der schuld niem in uS.
19. erst] ist. 20. mir grosse. 21. anthan] an. 22. Die r. sie f. began. 23 — 26. Wa ist
die jügfrow ir sond mirß zaigii Sie speh mein fröd will sich naigen. 37. Sie s. fehlt. es. Er
tat sam er wer ergangen. 155 1. Er s. fehlt. t. noch fehlt. 3. Vnd ir gar swarlich.
4. halt fehlt. 6. und] frow. 6. sein fehlt. 7. Der ritt' bald vö dannen g. s. lag.
10. gar fehlt, mit yemantz gericht. danach: Wie haut sich sin hertz verhielt Geschieht ain
strnchS dz aiiie mit im feit. 11. So pricht all sein tnV e. 12. stet ist vest recht. is. zeit
ein] wil der. 14. bald das die frow v. 15. Ir mümeu. an des. le. vmbhang vmb sie.
17. om. IS. gar fehlt. lengt. 19. r. mfittes ger. danaclt: Sie enpfieng in er gieng her.
20. danach: Sie sprach mein hertzeliche swür. 21. Die haut laider niend'. 22. erkent.
23. Avol] honch. 24. sprach sie ist. 25. dort] der. 26. V. j. g. 27. bälschafft myden ir
dz. 1561. grossu frechto. 2. Er g. im das get an. 3. dann] doch. 6. Doch, laid v. s.
7. zart h. vnd mutes fry. s. 1. n. ich was ir. 10. venster var. 11. heerj dar. 12. Vnd
hüb sich, smackii. 13. Sein lieb was im entwachschen. 14. Es gen^ in er bald w. 15. Er
gedaucht für warß ward ich. la. vd iren wegn in schaden. 17. üch ich will gen im uß
pade. 18. Der ritter gancht bald vS. 19. fraw fehlt. 20. Es. püßlich fehlt. si. wie es
dem. 22. In kurtzer zitt kam d. lest. 23. ritt'lich engest. 24. Vnd gieng in d. h. durch
sch. 25. Vnd sücht gnad zü der. 26. Weß sie mit im het erd. 27. Er hett ir güte clain
hat p. 2S. Her dratt die f. listig vnd wiß. 29. den jungen r. mit iliß. 157 1. nider.
2. züchticlich wider. 3. Die. 4. So. 5. sie fehlt. 6. ir] mir. 7. niemlt west mein.
8. Er f. ob. 9. es. 11. V. m. s. hnndfi. 13. rittern] jungen. i4 fehlt. 15. Sie s. h. 1.
f. m. 16. mich das ich. is. secht ir sie dort ligen. 19. durch fehlt. 20. Sie h. so vast
vfüvangeu. 21. ich mich zü ir det n. 22. Ir w. ain smack v0 ir enpfahen. 23. ir es hart.
24. speh so wer ich nyme* g. 25. müß. 26. In wetwang mandalich sein. 28. Sie w. in.
29. Do und doch fehlen. 158 1. Do] Das. a. sprach mir. 3. sehn alß ich üch vo' s.
4. weit ich der wort 1. 6. Ich Vmag mich wie. 6. Sprach die jligfrow nß s. 7. Tret hin
für uch es wirt güt. sf. fehlen. vof. umgestellt. 11. Das s. niemSt gluckt 12. trüpt
13. Hin zü g. er kläglich. u. Her got wie h. mein. 15. doch] gen ir. le. Ich g. ir oS v.
17. wil ich fürbaß k. f. p. is. Die wil ich leb biß an. 19. ich sie fundn hon in sülicher.
20. Die s. vnd h. die c. v. esf. umgestellt. es- Nü dar weit ir sehen an. 24. Die. minder.
25. mag . . machen] macht. 26. venster cleyn] fensterlin. 28. was fehlt. gestript.
159 1. Er west vor f. wie seid erfarn. 2. Er begund zü. 3. Gar weglich er sie zü im fieng.
4. Vnd er 1. sy. druckt. 5. mich wart mein hüchst. 6. Biß. liebst. 8. Ir gesundhait
mir V. früd. 10. Die alt s. zü der j. gar ebü. 11. liepster. 12. lernt. 13. Im ist zetrüwen
g. dingen. 14. G. lauß vnß b. wol gelingen. Amen. Der Schluß fehlt.
13, Bl. 82''. Der Minne Gericht. Hätzlerin 11,55, S. 226 — 230.
V. 1 — 24 gedruckt bei Geuther a. a. 0. S. 145 f.
26. ich nit. 27. w. hend ich mich. 28. ward] dett. 29. gar fehlt. 30. die]
frow. 31. Die h. da ain gr. 32. mengerlay. 35. weit kürtzwilen ain micheltail.
36. Gar kurtzlich beschach mir das bail. 37. Das ich hört ain. 39. Hett] Trüg. 40. was
mag das. 41. ward vast hin g. 42. Mir begund d. b. nahen. 46. sprach nit gesell.
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Anhang. Lesarten.
171
47. Hie in. 50. an] zfi. 51. Alß bald ich. ersach. 52. Das m. h. nit enbrach. 53. Vor
frod da was gelucke. 55. will xich tftn kain. 57. vnd nott. 58. tü lieber war ich.
59. also] dise nott. GO. bösen. 61. Der z. vnd zerstört. 62. K. d. bronien. 63. aller
mein lib ist alsam. 64. senken Ion vor schäm. 65. Sünder ioch. 66. So. 68. sicher.
69. Ich must sin. 70. Wann die recht. 71. Erwarb mir disen r. 72. icht] nit. 74. mir
t&dig so. 75. Ich muß sin wider bloß alß e. 76. V^nd nackend gon. 77. Wart] Sich.
78. will dich tnt'lich b. 79. laid sy mein groß. 81 /*. umgestellt. 82. ir. 83. Dise g. a.
84. mir laid. 87. nit frow m. 1. 90. hon ich dise. 94. als ob ich hasß. 95. im trug.
98. wolt. nie. 99. knnt] möcht ye. 100 fehlt. 101. es im möcht werden s. 102. ernstlich.
107. verseit. 112. mir was er zft nacht gedacht. 113. Doch. 114. wilt du nit. 115. es
vatter vnd brfider. 117. an mir. 118. vand ich so vil n. 119. mit dein man. 121. im
ain recht ließ. 123. er rechts begert. 124. pald] schier. 125. Welt erß b. r. Ion b.
126. Es wir v. m. o. vor w. 127. verwag. 129. der edlen m. 130. Vnser yetwederß
samt sich. 131. Vnd] Wir. 132. Vor dem. 137. fr. die dar zft geordnet sind. IdQf. um-
gestellt. 140. Die m. ir wol erk. 143. a. haist tnV. 144. a. zft allen zitten d. r. 146. P.
vnd graw sind all ir witt. 151. Dich v. lecht miner 1. 153. ye da von. 154. ston.
157. Wie das er. 158. glich mit ir. 159. so g. 160. zwar nie. 161. vieng g. zorueclich.
162. Sie speh. 163. Das ich. 164. Hecht, es. 166. Sii sprach. im fehlt. 168. das
er. 169. ainem. 170. sond mercken. 171. geding. 172. genutzen. 173. S. all
gesprich als dick. 174. das er deß werd. 175. sprich, der gftt m. 176. gert. 178. hert
vnd so. 179. im] mir. 181. zft im sprich. 183. Vnd f. 184. Wan. ist gewesen.
185. Vnd. hant v. 187. Das sie in nie wolt fmntlich griessen. 188. Man sol sie schwarlich
dar vm bussen. 189. Wann. sie nie unzittlich. 193. Vnd nam mich baimlich an ir.
195. Hie staut. 196. Diser. 200. trieber. 201. irem h. zft irem. 202 fehlt. 203. Da
m. der] ir. 206. Wie waistu so eben m. mftt. 207 f. umgestellt. 207. mein] die.
208. danach noch 2 Verse: Stftt sprach hie staut mein gespil Diser sag sü nit Iftgnen wil.
209. Vnd antwnrt hie vor gercht. 210. sie aber aller. 211. sie lutzel dar vmb v.
216. yemand wider k. 217. Spricht die alt f. 218. wir welliß. 219. zwischen in ain.
221. Ich hon es langest zft dem rechten. 222. w. ye besenhen. 224. In iungen tagen wil
sie in machS. 225 — 230 felden; dafür: Die kunigin lieb so fraug ich dich Die rechte warhait
beschaid mich. 231. s. frow das begint m. VtragS. 232. vor] deß ersten. 233. ye h.
234. ich mich verston. 235. zftspröchs nit benuge. 236. ich nit hilff. 239. siben.
242. w. ryfier. 243. sie nit komS sye sol sie m. 244. Neslen broma d. 245. Dise u. siben.
246. ich yetz zwar. 250. so] da. 251. Das su v. h. 252. reden. 253. Sie bedarf! 1.
kein. 254. wärlich] sicher. 256. Die. ich sprich ouch also. 260. fraw fehlt. 261. Disu.
främd] selten. 263. ir fehlt. 264. dem] im. 265. hin vnd g. 266. Sie sach ir nit
sie mppfft sy. 267 f. umgestellt. 268. Sie s. 270. Mag d. g. knab dar. 271. Vnd fehlt.
272. ye] allzitt. 273. W. er ir hett. 274. das er gen ir hab g. 275. Kain vntnfr by.
276. ye] hie. 278. sich allzitt. 280. deß dick. 281. vor] da. 283. Kent er mer für
oder me hie by. 284. Da g. ouch vmb das r. 286. disen knaben. 288. Er s. nain.
gewem. danach: Vnd hftb uff zft der selbü frist W&rlich on argen list. 289. huß.
293. ist] haut. 297. Stund in den wald. 298. Sie k. noch. 299. Sie. 301. Mines hertzen
weiß hon ich genossen. 302. Sie sjßch g. dich hant billig v’drossen. 303. uffgehabü zft 1.
304. Mich dunckt an dir dich. 305. mirs] mich. 306. Lang tftding kan niemant kurtz
sagen. 307. da fehlt. 308. ward. 309. da ftMt. 311. mir] im. 312. Sie sjßch. g. deß
ich dich bit dz t 313. Sag a. rainen w. 314. es fehU. 315. Diß liden vnd sin nit.
316. Vnd sich ouch nit vermessin. 317. Sie hätte. 318. in mir wär vil wesf der tod;
darunter ausgehr atzt: Brich hertz ich brich nit.
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Nmnenverzeichnis.
Absolon 3828.
Achilles 3 843.
Adam 1 895. 2 438. 3 323.
Amor 10 233. 3i6. 333. 453. 737. 772.
784. 848. 883.
Aristotiles 3837.
Artus 10 384. sss. 1035. 1092.
Beheim 639s.
Biegen 6412.487.
♦Bryttnnejßer stm. 10 1035.
Brdssen (Land) 3253.
Cnnrat v. Landescrone 6413.
523.
Cunrat t. Lfissenich 6 4ie. so?.
622.
Cnnrat ▼. Winsperg 6 398. 434.
David 3 323.
Dietsch 6421.
Eberhart v.Stronburg 6409. 475.
Engellant 10 378.
Eschelbach 10 526.
Falscheneck 12451.
Flandern 12 104.
Fleckenstein 6 400. 433.
Florischantz 10385.
Franfisos stm. IO480.
Gardievjas 10 1172.
Gerhart v. Biegen 6412.487.
Gerhart t. Schafsperg 6420.
537. 543.
Gerhart t. Wacheim 6 414;
Wachenheim 6482/'.
Gantheim 6407.
Hector 3345.
Heinrich y. Fleckenstein 6 401.
433.
Hoffenhail 14409. 423.
[ Hohenloch 6429.471.
Yenover 10 1110.
Jesse 8450.
J&rg, Sant 12795.
[Johann] y. Beheim 6393.
Johann y. Sponheim 6 394. 459.
Key 10 207; Kay 10 1095.
Kyburg lOiiso.
Lack, franw vom L. IO1106.
Landescrone 6 418. sss.
Lanselott 10 1109.
Läcze y. Hohenloch 6 429 f.
471.
Lässenich 6 4ie ; Lüsnich 6 so?.
Otte y. Dietsch 6421.495.
Paris 3345.
Partzeyal lOiioe.
Piramns 3 349.
Rewental 12975.
romsch a^. 10 729.
Ryn 6388.
Rüssen (Land) 3 254.
Solomon 3s3i.
Samson Ssss.
Satomnß 13 iss.
Schafsperg 6420.537.543.
Schonottolander 10 1112. 1132.
Schotte stcm. Schotte 6493.
Schotten (Land) 10 878.
Sponheim 6 394. 459.
Stronbnrg 6409.
Sygnn 10 1113. lies. 1174.
Symon y. Güntheim 6 407. 475.
Tristan 3343, Tristrant 632,
Tristant 675.
Troillns 3 343.
Trhwenstain 12537.
Venns 5 84. 122. iss. i8s. 10 122.
189. 327. 603. 543. 330. 390. 877 ;
als Stern IO718; Fenns 1282.
812. 390. 378. 409. 435. 744. 748.
792. 893. 989. 1098. 1104. 1193;
Fennß 15 79.
Virgilins 3339.
Wacheim 6414; Wachenheim
6483.
Wangkelstein 12449.
yrelsch (m^*. 1048a
Wylhelm, Sant (v. Orange)
10 1121.
.Winsperg 6398.434.
Wolffram y. Eschelbach 10 534 f.
Zipperlant 6497.
Ysot 6 33. 75.
Yspanien 3254.
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Wortverzeichnis, 0
abbet gtm. 28«.
*&beDthalben adv. 15 C2.
abewesen stn. {Nachtr. S. 11)
10983.
ab^t stn. (m ?) 2 iis.
absolTieren swv. (Nachtr. S. 12)
2340-
adfi 10 382.
adelar siom. 1 75.
«adyocat m. 2 346.
affe swm. Affe 10 343; Tor
1 1786.
after praep. 8 10s.
afterriawe stf. 12 98. 804. 840.
abtend Zahlwort 1 iiea. iseo.
altgesprochen pari. a^j. (Nach¬
träge 8. 19): ein a. wort
274.
ambt stn. Amt 1 1046. 10 477.
101t; Messe 10487.
ametiste swm. Isos.
amle swf. IO1187, aumey
14460.
amis stm. 7346.
anune swf. 872.
anehanc stm. 11 ei.
&nen swv. refl. 11 94.
ange adv.i a. tnon mit dat.
8 94. 141.
*angebnrt stf Abstammung
10728.
angel subst.: der minnen a.
10 696.
angeuomen pari. adj. ange¬
maßt 1 1181.
anger stm.: mtner vrenden a.
8 82.
ansihtec adj.: a. werden mit
acc. 15 19.
antwirt stn. (f F) Antwort 3 298.
4i&o; Verteidigung 1 sie. 343.
1017; antwürte 8272. 1468.
antwirten swv. 1 149. ie90. 4 102.
arcw&n stm. 1 1418 u. ö. 3 ao4.
219. 4 79. 188. 136; arger w.
böser Sinn 12897.
annan stm. 2368.
arzente stf. 10 944.
«atichstein stm.: der €ren a.
6466.
Ayentiiir(e) stf. : personif. yrou
Ä. Abenteuerlust 1 419. 760
«. ö. 10 61. 93 u. ö.
b&bst stm. 2 86. 609.
bader stm. 10 686.
balsamyaz stn. 846.
bar adj- : schänden b. 7 96 ;
yrenden b. 8678; wandeis
b. 13 10.
bterde stf 136.
bedagen stw. (Nachtr. 8. 47)
11 237.
bedenken sw. : sich b. mit gen.
(acc.?) 4 807.
bedranc stm. 10 399.
begesten swv. 8462.
begim suw.: part. begirt mit
Begier erfüllt 5362.
behaben swv. 588.
beheften swv.: part. bebaft
6466.
beholfen part. adj. (Nachtr.
8. 52) 13 865. 14 279.
behtteten suw. verhüten 8480.
behttllen swv. 812.
beiten swv. 2 78. 5 i6S. 6 16.
bekleiben swv. : mit £ren leime
b. 6426.
bekliben stv. 5369. 6302.
bekomen stv. mit gen. d. suche
2 169.
bekom swv. mit gen. 8332.
beiden swv. 66I8.
beligen stv. liegen bleiben 5 111.
belbnen swv. mit gen. der
Sache IO1168.
belzwerc stn. 7879.
benamen swv. 15 8ii.
bengel stm. : eines marschalkes
b. 10669.
benoeten swv. 10 9i.
*berihtec adj.: besihtec und
b. 10 870.
berle stf. 1 777. 890.
bem swv. : fliegen wirt gebert
5 834 ; *sich in j&mer b. 5 100.
besachen swv. 1 767. 890. 2 439 ;
mit daz-iSats 3i90.
*) Mit * beseichnete Wörter fehlen bei Lexer. Ein (vron) vor den Personifikationen
bedeutet, daß diese bald mit, bald ohne vorgesetstes vron Vorkommen. Nachtr. = Lexers Nachträge.
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174
Wortveneich nis.
besarken swv. 10 1177.
beschalken swv. 10 i24h.
Bescheidenheit stf.x personif.
modestia 8 179. 470. 470.
beschnocben swv. Ozsi.
besez stn. (m F) 10 436 ; des
meien b. I2&10.
besingen ßr singen 14 14.
beslahen stv. 2&i7.
besprsejen swv. : praet. bespräte
824.
besteten swv. in eine Stelle
einsetzen 2so7.
betagen stov.: her b. hierher
ßhren 10 328; 11 237 ist wohl
bedagen ru lesen.
betibten siw. 1 740. 1
betonben swv. 6 132. i
betriegen stv. : triuwe b. (?)
11 258.
bev&hen stv. 3461.
bevesten swv. bestätigen 2339.
beviln stcv. unpers. mit gen.
d. Sache 5324.
bewseren swv. beweisen: part. \
bewseret 7 466.
bewsernOsse stf. 7466.
bewegen stv.: sich trbrens b.
920.
bezthen stv. 959.
♦biec stm. (: kriec) = bäc
Zank 7 448.
biegen stv. *absolut s= sich
b. 6 584.
bilde *8tf. = bildnnge? 547.
bischof stm. 286.509.
bisem stm. 10 1254.
biten stv. 3 379. 4 170. 14 iss.
bitten stv. *mit doppeltem acc.
■ 1 1600. 1723. 2 572. 4 8.
blwesen stn. 1 1657. 10 970.
blfisen stv.: bf b. anfangen
zu blasen 10 571.
blävnoz stm. 1 74.
blecken swv.: b. sehen 1 124.
blöz adj. : vreuden b. 8 87. Os;
Wandels b. 958.
bonmgarte swm. 1443.
bracke swm. 10 1170. 1172.
braht stm. : mit zornes b. 7 136.
breche svm. Gebrechen 12 506.
brechen stv. mit an 1 io67. 4 9.
brehen stn. 12 73. 13 159.
brengen an. v. bringen 7 i9.
bmnne sum. : gen. sg. st. 12 4 ;
der minne b. lOioso.
brünstiich (bmnschlich) adj.:
b. als ein ztinder 1221.
bäezen swv.: b. nnd wandeln
1 372 ; den strit b. 3 446 ;
den schfich b. 9 78.
buoz stm.: mir wirt b. mit
gen. 5 92. 370. 9 44. i76.
busftne swf.: gen. plur. bo-
snmen 5 us.
bUtel stm. 2 344.
C- siehe k*.
danc stm.: &ne minen (sinen)
d. 93. 7 436.
dtamant (demant) stm. 1 8i9.
dieben stcv.: ’^abe d. stehlen
1 1400.
Diemüetecheit stf. personif.
13 469.
I
Diemnot stf. personif. 8 4.s2.
dieplicbe adv. IO7S6.
dingen swv. mit dat. 1 316.
12 529. 601 ; einen an d. 12 524.
diune adv. 6 45. 7 63. 143.
dtnsen stv. 7413.
discantieren swv. 1 &i.
di.spataz f. 10 991.
diuhen (danhen) stn. vom
Fließen der Waldbäche {?)
1 84.
dinte stf.: ze d. 745.
doln swv. 9 98.
don stf.: in der d. halten
bildlich 6 169.
donerblic stm. 882.
donerstr&Ie stf. 6 153.
drien swv. 1082?; sich d. 1 1137.
drithalp adj. : bf d. naht 13 5S5.
drbch stm. 7 382.
"■durcherlbcht part. adj. 10 403.
dnrchflörieren strt'. 13 106.
dürfen an. v. mit gen.: be~
dürfen 1 173. 8668. 11 236.
A stf. Bibel 10835.
Edele stf.: personif. vron E.
2 422. 427. 480 ; Statt dssscn
Adel 2 137. 656.
ebenlich adj. 6 129.
♦egesvar adj. 7 e.
eht acht 8123.
eib! interj. 9 50 63. 115.
eiden swv. 889.
einhalp adv. 5 150.
eintrehtec ajj. 10654.
elas! interj. 10 1171.
’^empfeten ßtr impfeten sirr.
6 366.
engelschlich adj.: daz e. her
1 1749.
engenzen swv. 11 so.
engesten swv.: sich e. gegen
einem 12 78.
enphengen strr. 8444.
enphloehen swv.: daz ist minen
sinnen enphloht das liegt
mir fern 10 1216.
enthalten stv. warten 7 is.
entreden stcv. 7 176. 215. 8 676.
entrihten swv. 3417. 4 91.
entsn deren swv.: sich schänden
e. 8527.
cntwem swv. : der sielden ent¬
wert 599.
enzücken stcv. 68.
erarnen swv. 7 106. 10 ii67.
erheizen swv. 6 36.
erbeigen stv.: einem erbolgen
sin 6 140.
erbillen stcv. 7476.
erbriezen stv. 8 so.
Ere swf.: personif. (vron) E.
1 314. 855 U. Ö. 2 138. 260. 287.
12 430. 13 287. 331. 474. 15 72.
136. 137.
^‘ergetzesal (?) Ergötzung 7 349
Anm.
erheben stv. refl.: part. er¬
haben (: draben) 6 373.
erkecken swv. inirans.
( : stecken ) 10 87i ; daz
herze erkeckt (: streckt)
10 952; vielleicht auch für
13 160 anzusetzen.
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Wortverzeichni ».
175
erklaffen awv. : sich e. (Nachtr. |
S. 157) 7 70.
erklseren strr.: in erklsertem
schin 10871.
erklieben stv. 1483.
erkoberen swv. 109i2.
erkorn stov. 15 70.
erlaben stov. 587.
ennelin stn. 257; arnienlin
12 666.
ernsten stn. 10 1268.
erschricken swv. 11 140.
jrst: aller €. 1 1452. Ilse;
von a. £. 15 les ; ’^b! L 12 487.
14 soe ; des Ersten 9 i87 u. ö.
♦erswem stv. schwören 12 817.
ervöllen swv. mit gen. 8ii.
erwahsen stv. bildlich 10299.
erwinden stv. 10 1309.
erzeigen swv. refl. sich etwas
merken lassen 14 les. i9i.
esse stf.'. der £ren e. 8449.
f- siehe T-.
galander m. 14 16.
garwe adv. 766.
gate swm.'. aller tilgende g.
8406.
ge- fMt im pari. perf. : bräht
1 181. 601 14. ö., fanden 1699.
1206. 9 163. 14 79, geben 2 491,
klaget 2382, komen 12 465.
14 139. 277, machet 12 639,
^tragen 14839, troffen 6i63.
1493, zogen 1446, ^zwangen
1 1267 ; vgl. auch 1 698. 964. 1601.
gebletze stn. 7 369.
♦gebrite coU. eu bret Bretter¬
gerüst? 10636.
^gebrilmme stn. 8282.
gebär stm. 2i06.
gedanc stm. : plur. gedenke 97.
gedeckede stn. {Nachtr. S. 178)
1 669.
*gedenk-an-mich Blume 12 10.
*gedenkic adj. eingedenk 9 11.
gedlheu stv.x pari, gedigen
mit in 6290; mit ze 6242.
gedinge stn. Versprechen 2 642 ;
swm. Hoffnung 11 30, mit g.
25; 13 129. 613 und 14 74
kann auch das folg, ge¬
meint sein.
gedingen stn. 12 122. 416. 467.
Gednlt stf. personif. 8 483.
gegCn {?) stv. 8 242.
gehaben swv.: sich wol (baz)
g. 8 166. 212.
geheim stf. 1 1649 u. ö. 4 34 ;
*m. 14281; in g, lii89. lOsso.
geheize stn. Versprechen 1 555.
gehelfe svm. 8598.
geherze adj. beherzt lOsoo.
geboehen swv. 5361.
gehOme stn. Geweih lOsoo.
geilen swv. refl. 1 698. 10 786.
Geistlichkeit stf.: personif.
vron G. 2 484. 56i ; dafür
Geistlich L6re 2666.
^gelsezic adj.: ritters art g.
10 1138.
geleben swv. erleben 2 689. 8 iss ;
der vreise g. Überleben 8 iso.
gelfen stv. 1 34.
gelihen stv. I&43.
gelimpf stm. gutes Benehmen
10 1143 ; mit g. 1 240 ; Becht
2 187.
gelimpfen stn. : ez h&t gnot g.
es schickt sich 1399.
gelUckhaft adj. {Nachtr. S. 189)
8393.
gelttckrat stn. IO1082.
gelUppe stn. : leides g. 8 112.
gelnste swm. 4 loe.
gemselde stn. 10 26. 87.
gemelich adj. 14314.
genseme a^f. 2 m.
genge ac^j.: g. was ir Worte
phlnoc 6 292.
'*'geracb subst. 61^; s.dieAnm.
germte stn. : g. tnon 7 60 ; äne
g. ohne Ausrüstung 7 186.
gerabte : ez g. es geschah 7 76 ;
ez ist gerachet 7 260 ; praes. ?
Gerehtikeit stf. : personif.
(vroa) G. 2 1S8. 326. 8 149. 396-
gereit adj. mit dat. 8260.
geschaffen stv. 3 324.
gescheiden stv. : gescheidet
mich der vr&ge 1 163.
geselleschaft stf. 6 96. isi u. ö.
7 69 ; = geselle 10 359.
gesigen swv.: an einem g. Ssis;
einem an g. 263. 11 122.
*gesnetze (gesneptze) stn. 7 3co ;
vgl. JJl1''b. IV 1, 2, 3950
unter geschnatzig.
gestemphen swv. 6365.
gesten siov.: sich rreuden g.
9 220.
gester adv. 8116.
gestiielde (gestalt) stn. 10&36.
gestUppe stn. 8111.
geswester f: selp zehende g.
8 115.
geswinden stv. unpers. mit dat.
5 108. 162. 8 18.
getriegen stv. {Nachtr. S. 204)
444.
getorren an. v. 3 173. 7 148.
8 272 u. ö.
getwanc stn. 5 los.
^geungebildet part. adj. 9 163.
gevähen stv.: maot g. 14209.
gevserde stfn.: mit gerserden
444; &ne g. 136.
gevsere stfn.: in g. 13384; mit
g. 8 640.
gevazzen swv. : üz g. 6 190.
geyreischen stv. 6 236.
gevromen swv. mit dat. Ics?.
gevramen siov. mit dat. und
acc. 93.
geyttereu swv. : ez hin g. bild¬
lich 8610.
gewsere adj.: edel and g. 6209.
gewarn swv. mit gen. 7 439.
geweinen swv. 1 184.
gewelde stn. 10 64. 69.
gewilde stn. 1 39. 91 ; dafür
wilt sin. 366.
♦gewinne swm. 7418.
gewinnec adj. gewinnsüchtig
8270.
gewinnen stv. : sw. prät. ♦ge-
wnnde 1576.
gewischen swv.: hin g. ent¬
wischen 7 396.
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176
Woriver zeichnt s.
*geze]trimen etm. Zeltspruch
1899.
gezrmge strt. 10640.
gimme stf. 10 443.
ginnen stv.i sw. praet. ich
gnnde 1294.
ginden swv. 2 93. 4 48. 7 166 ;
genden (: vreuden) 8 143.
glever stm. (gleffer : cleffer)
7 358.
gl6rieren stov. 10640.
goltvar adj. 8197.
gonch stm. 6530. 7 431.
gonkelsere 8(m. 2407.
gr&l stm. 1 738. 790.
gnenen swv. bildlich 8495.
grinliche adv. 2 s. 897.
groezen swv. 10 411.
grüsamlich a^. 10 1095.
Qttete stf.: personif. vron G.
(G5t) 1 397. 764 u. ö.; stcf.
1 911.
gUeten swv. 8479.
gnott&t stf. 13499.
babe stf. Hafen 7 28.
habich stm. 1 75.
hagel stm.: ir sit der manne
hal (: zal) 7 178.
hagen swv. 1633.
halt adv. 11 174.
halten stv. : refi. mit gen. fest-
halten an etwas 10996; inne
b. tntr. sich halten 10 1983.
bantwerc stn. 7 982. 299.
«hamaachzelle f. 10688.
base stm. 15 18. 99.
beiden stm. 6497.
beidenlant stn. 8266.
heil alle! interj. 610.
hellen stv.: b. in zustimmen
10 1296; geliche h. 6 sei.
heller stm. lOio&o.
binde swf. 1 77.
hin stm. 1 77.
binre adv. 548. 1062.
hof stm. Tumierhof 8 959.
hofieren swv. 2 494 ; bnolen
und h. 2636; dienen nnd h.
mit dat. 2 m.
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hoehen strv. refL 5342.
holzhalp adv. 15 16.
honecseim stm. 8 76; der
tngende h. 6408; *n. 10879.
borden siov.: stsete (acc.) h.
8423.
hoeren swv. abs. horchen 1 los;
mit gen. 7 104 ; auf hören
2480; h. zno gehören 8905.
hovegesinde stn. 1 410. 10363. 368.
hoven swv. 13 71.
hovewise stf. 10 1.
hUgen swv. mit zno 8994.
holden stw. : der sorgen brach
ich holde ich huldige dem
Gebrechen der Sorge 8 100.
le — ieje — desto 2683. Sxaff.
u. ö.
iht stn. 5936. 6 162. 1084i;
ichts 10964; it 4i4i; adv.
acc. etwa 1667. 10 1149; für
nibt im daz - Satz 1 332. 1812.
8219.433. 13820.
inneclichen adv. 1 665 u. ö.
irdisch a^f.: daz i. paradis
1 662.
iole swf. 101246.
Jämer stn. 5 101.
j&merqo&l *sim. 2 601 ; rgl.
qo&l.
jar&! (yeia iera) tnfety. 610.
j&r stn.: ze j&re 3&oi.
jehen stv. häufig] mit dat
und daz -5ats = nachsagen
8 383.
joch conj. und auch 926;
swie j. wenn auch 9 133.
jode stm.: der joden sooch
12760 Anm.] der j. spii
Wucher 2477.
joriste stm. 2346.
kalben swv. närrisch sein?
2 379.
calcedönios tn. 1 827.
kallen stn. 1 468. 4 116.
kamertür stf. {Nachtr. S. 26.'))
10 199a
*kantor stm. IO481.
karcheit stf. 1 1109 u. ö.
kardinfil stm. 2 86.609.
karfonkelstein stm. 10 339.
kestigen stov. 7 897.
kibelen stov. 8210.
kiel stm. 567.
kiesen stv. wahmehmen 9 57;
erwählen 14i69.
kindespil stn. 7246.
kirchof stm. 6 147.
klaffen stov. verraten 1 1129
t4. ö., stn. 8369. 433. 5si4;
sprechen 6 117. 7 iss u. ö.
klaffer stm. 1 1321 u. ö. 8 246 ;
cleffer 7 367.
klam stm.: der sorgen k. 8 71.
klobe stm. 6160; der minne
k. 6474.
kifise swf.: in angest klfisen
8 176.
kocke stm. 7 34.
kogel swf. 7 69.
*complexion f. IO716.
conyent (covent) stm. 8s60.
kör stm. 7 293 ; der engel k.
101282.
kösen stov.: kibelen ond k.
8210.
köt stn. 2 60.
cröatfire stf. 876. 13987.
"■kresmer (krefiner) stm.: eines
k.8 stap 11278. Vgl. chris-
mer Bischof Schweiz. Idiot.
3, 856.
krte stm. 6494.
kristal stm. 1 893.
kristenlsuit stn. 8963.
kriotel stn. 18si9.
*kroch stm. : einen k. gön 8 242.
kramp a^f. Gegens. zu sieht
8644.
kttbel stm. 10628.
komp&nte stf. 10 883.
konft stf. 6481.
Konst stf. personif. 2 666.
künstle adj. 2336.
konterfeit stn.: äne k. 8336.
kttrsen stf. geringschätzig be¬
urteilt 5 944. 269.
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Wort Verzeichnis.
177
knizwilen (kartzwill) adv. |
dai. 13 ISO- >
kässln stn. 7 se. !
I
*lacli adj. 6 141; s. die Anm.
lache stf. Tss.
lachellche (l^chenlich) adv.
6 146.
Ifige stf.'. der minne 1. Gssi.
l&r stf. = l£re: der vrenden
1. Gdiebter 6 i&e.
läsdre stf. ISsos.
laz aÖQ.'. comp. "'lezzerO beaeer)
6sse.
läsen stv. : sich 1. üf stcA ver¬
lassen auf 8 217 ; ein kint 1.
hinterlassen 8 206.
legten swv.'. swsere arbeit hin
1. mit dat. Kummer ver- |
treiben 8546. ;
!
leichen swv. betrügen 10 1242. |
12 783; starkes pari, ge¬
leichen 12788.
leidecliche adv. 13 173.
^leidesmort stmn. 843.
leidic adj. böse 2264; betrüb¬
lich 14447.
leidunge stf: 1. h&n 134oe.
leitvertrip stmn. 6434.
lenden stev. : 1. in 10 1004 ; zuo
1. 1044.
lerche *stf. 14 17.
lären swv. lernen 8472.
letzen suw. mit an 12 704;
mit mit 12373.
Liebe stf. und svof: personif.
(vron) L. 1 298. esi. 337 i4. ö.
2 6. 7 14. Ö. 11 179. 185. 297.
12 429.489.733. 15 75.200.
lihen stv. Ämter verleihen 2507.
lilje sw. {nom. plur. lilien :
vertilgen) 8464.
linde adj- 1 isss.
lite SWf. 1657. 14 11. 31.
litter littera 8398.
loterholz stn. 12805.
lonfen stv. : pari, geloffen
(: getroffen) 14 94.
Inoder stn. 1 674. 9 185. 199. 197.
Inogen swv. 13 184 ; mit ftf 3 273.
U9ai>cbe Texte cloi« MittelnUerfl.
Ittemen (lömen) siov. 6 168.
Ihre f. Nachwein 8248.
Ifistem swv. mit n&ch 6116.
7 81.
lüterkeit stf. 13 507.
machen swv. *absolut = eich
machen entstehen 3462; rieh,
arm machen == werden
3468. 469.
Manheit stf: personif. (vron)
H. 8 259. 278 tt. ö.
markls stm. 10 1121.
marschalc stm. 10 559.
martel stf. : an m. geben 7 428-
marterer stm. 1 212.
massenie stf. 6423. 10 498.
m&ze stf: in der m. 5 111;
personif. (vron) M. 8 156.
158 U.Ö. 12431.496.791. 13305.
m&zen swv.: sich der klage
m. enthedten 15 206.
m6 adv.: nnd des m. u. s. w.
10 1200.
meie sum.: gen. *st. meies
12610, sonst sw.
meil stn. &ne al m. 13487.
mein adj.: meiner eit 8s88.
meine stf: in solcher m. stän
7 228.
melde stf. 6297.
melm stm. 10 750.
menen siov. 6293.
mensch stn. 13215.
merker stm. 1 1506. 4 sio.
Milte swf personif. 8511.
Miltekeit stf. personif. 8198.490.
Minne stf. rmd swf: personif.
(vron) M. 2 154. 5i. 8240u.ö.
10 46 U. Ö. 11 217 u. ö. 12 131
U. Ö. 13 74 14. Ö. 14 70 u. ö.
15 45 14. ö.; vron die M. 10986.
minner stm. 1 1216. 1439.
minner comp. adv. 1 80. 1433.
4219.
minnem swv.: sinh m. 1 1237.
1241.
minst sup.: znom minstenliosi.
«missehrfich stm. 10 804. lois.
^mitehandel strn. 1 1548.
XXIV.
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' mittel stn.: äne m. IO729.
mitten adv.: ie m. 9 7.
morgenstem stm. I789. 6273.
moerinne stf. 3s83.
mort stn. 11 152. 333; m. 7 195.
mortlich adj.: daz m. zil der
Tod 10 726.
miien swv. 6 232 ; mttewen 8 4is.
müge stf. : n&ch dlner m. 8 501.
inngent stf: n&ch (dlner) m.
8 330. 580.
murmeln swv. 7 78.
mfisic stf. 10 479; müsica l63.
242.
n&cbbdrinne stf. (Nachlr.
S. 326) 1 764. 2 263.
n&cbgebdr stm. 8604.
n&he adv. beinahe 5 196.
u&hent adv.: nahe 1 131. 768.
1 3 82 ; beinahe 1 119 u. ö. 2211.
; 280. 11 128.
' nabtegal f. 14 15.
! namelicbe adv. 12 728.
narre swm.: der narren phat
treten 2s64; der n. znnft
10 806.
natüre swf. 6220. 7i73. 84oe.46i.
Nit *f personif 8 eoo. 6I6.
nieman: erstarrter gen. nie-
mans als dat. 1 1172.
nieten swv.: sich leides n.9268;
sich arbeit n. 10 202.
nlgen stv. mit dat. 8266.
I niht stn.: ’^naintz 12378. 1343o;
^nitz 11 288; zuo niede
(: schiede) werden 8 487.
nochdan adv. 7 154.
norme sif. 65.
not stf: ez tnot n. mit gen.
2312. 3435.
ncete adv. ungern 7 S66.
nntznnge stf 10 1032.
ober subst. adj. Vorgesetzter
106..
*offenbserigen swv. 7 369.
Orden stm.: 1) Regel: der
lieben 0. 1 1559; der minne
0. 1 1042 tt. ö.; 2) Stand: der
12
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UNIVERSITY OF CALIFORNIA
178
Wortverzeichnis.
lieben o. Sssö; der minne
0. 5 1. 6 812 ; mUnches o. 7 144 ;
ritten 0. 8424. 10ioe9. 1279?;
der riuwer o. 87$; 3) Reihen¬
folge 1 846.
org^uiste sum. 10488.
Orient stm. : von d. 1 799.
örlei stn. 1 1249.
ort stn. Ecke 13 683 ; des Schil¬
des 0. oberer Rand 10 197.
öngen siov. 7 256. 8 96 ; sich ö.
8627.
ouwe (owe, öwe) swf. 1 wsi. 8H2.
2 262. 8 210 U. Ö.
palas stn. 8 363.
paradis stn. 1 662.
Parlament stn. 8369.
parte: mit parten wider par-
ten 10 600.
partiec adj. parteiisch 10 1010.
passion&l stn. 10 isoi.
pavelän stn.: palun 627, pa-
flyon IO262; panlen 13i77(.?).
Phenninc stm. personif. 26.
8 u. ö.
phi ! interj. 6 87 ; phldich ! 1 1796.
13 172.
phife swf. 5 142.
phiegen stv.: mit gen. oft;
part. gepflegen 9243. 11 277.
phliht stf.: p. haben mit
11 198.
phlihten swv. 6374.
phrttende stf. 7 293.
phnlwe swm. 6 69. 7 66.
pilgertn stm. 7 296.
pinigen stov. 7 401.
pl&ndte siom. 13 16I.
plate swf. zum Schutz der
Brust 8429; Tonsur 2639.
7 896.
plippen-plap 6124.
pödte Stern. 101212.
prdsent stf. 10 901.
präsentieren swv. 10647.
privileie (brieffeleye) stn. IO199.
*'procnrator stm. 2346.
prorinci&l m. 286.
püke (backe) swf. 5 142.
pftren swv. 8449. |
purpnr stm. 1 778.
qn&l *stm. 1 1199.
rabe swm. als Sinnbild des
unedlen, prahlerischen Min-
ners (Gegens. valke) 5 290i«.ö.
rachen swv. = recken : r. gegen
eilen nach 7 448.
r&m stm. Schmutz büdl. 1 1679.
ram stmf.: pl. rseme Bereich
8433.
raspen sxov. 823.
r&t stm.: ez wirt r. mit gen.
1 96. 9 246. 12 60.
redelds adg. 1 140. 496.
reden stev. : einem r. jemandes
Klage Vorbringen 12630.
regieren swv. 235. I
regiment n. (Nachtr. S. 346)
10 1002.
reht stn.: daz r. besitzen Ge¬
richt halten 12 486 ; d. r.
nemen 828; einem r. gan
{widerfahren) läzen 457. 678;
in (daz) r. st&n 468. 662 ; zuo
r. sprechen 732. 778, geben
790; einen zno r. bringen
I 416. 468.
: rehte swn. : Gericht 2 337.
12577; in daz rehten {zum
Urteil) körnen 12 706; yon
dem r. läzen die Klage zu¬
rückziehen 15 206; des r. vr&-
gen 12 686 u. ö. ; zno dem
r. 1 336. 881.
rehttac stm. : einen r. be¬
scheiden 12440.
reigel stm. 1 667. 5 321 u. ö.
rein stm. 7 66.
reizen swv. 1 6*0. 10 1127.
ric stm. : des vezzels r. 10 1228.
richeliche adv. 11 7t.
richsenen swv. 13 128.
riffi&n stm. IO1186.
rihtnnge stf. Versöhnung 4 180.
rilich adj. 5 141.
*rimen m. für rim 1 894 u. ö.
rinclichen adv. 1 1637.
I ringe adj.: r. machen 1 1469;
adv. r. wegen 1 910. 11 121.
12 188.
ringem swv. 1 1786.
ritterkleit stn. 8427.
rinten svsv.: allen bresten r.
8460.
rinwer stm.: der r. orden 8 7»;
in r. w&t 2485.
rost stm. 1 1860.
rotte swf. 5 146.
mbtn stm. 11 214, robin I799.
10 443.
mofen strv. 1 99. 2 192.
moft stm. : ez was in der
werlte r. es toar allgemein
bekannt 7 286.
mowe (rdge) stf. 10 23 u. ö.
I Sache stf. : &ne s. ohne Grund
1 1381. 1638.
Sachen swv. 338.
sacrament stn. 26i8. 619.
sacromentliche adv. 10836.
sage stf. 1 890. 663. 2 860 U. ci.
10 490 u. ö. ; bis auf 8 2u
stets als sag.
Sselde stf.: personif. yron S.
10 741 ; StO. 15 89. 192.
sam adv.: sammir Qot 86O1;
8. Qotes minne 6453.
samit stm. I778. 7 41. 10 537.
13 18.
Saphir stm. 1 804.
schabab sur Abweisung des
Liebhabers 12 186 ; als Name
1 30.
schalten st«.: s. und wenden
trans. 2 806; yon hinnen s.
tntrans. IO12S4.
Scham f.: personif. (yron) S.
I406U. d. 8 178. 463. 12 431 «.Ö.
13 887 14. Ö.
schanz stf. : yon rehter s. 7 161.
schar stf. Ehigelssehar 966.
Scharlach stn. 10 433. 1326.
schelmic a^.: ein schelmigez
rint 5300.
schemelich a^. 1 1886.
schemeliche adv. 1 1441.
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W Ortverzeichnis.
179
schepher stm. 2619- IOkxm.
schicken swv. bewirken Sm
u. ö.; sich 9. sich ereignen
5 51 ; B. 8. Kuo sich auf-
machen zu 10 435.
schiffeiin stn. 5 iso.
schimphen suw. 1340; stn. 10
1268; schompfen stn. 14325.
schip stm.: hoher sselden s.
10 1130.
8chlren(.^ suw. 10 548.
scholdem stn. 2i30.
schoene stf. 11 20$.
schöz stmn. Teü der Rüstung
8429.
schrate stcm. 12s3i.
Schranne (schrftnd) stf. 1 sss.
schianz stm. 7 204.
schdbe *8tf. 10 440.
schnole stf. : der minne s. I1777.
13 75. 557 ; vronwen s. 7 S35.
schnolsac stm. : in schaolsackes
(Knaben?) kleit 10 1107.
sedelhaft adj. 7 143.
seitenspil stn. 5 145.
senfte (ssfft) stf. Idsii.
s^re stf. 2879. 7i9o.
sider adv. 10 nie. 14 les.
eigen swv.: ^einem an s. 1 1174.
eigen stv. : ze der erden s. 8 19.
sinne sum. 1 1001.
sinwel adj. 13 sei. 863.
sippeteil stn. 8251.
site stm.: s. nemen mit refl.
dat. sich mäßigen 14s87; ent-
steUte Imperative 12258.559.
sin&e sum. 9861.
8l& stf. 6886.
slihte stf. büdUth 8044.
«smseheln stn., intens, zu
smsehen 2406.
smarac stm. 1816.
smitzen suw. lOsio.
smflcken suw.: sich s. 79a; s.
nider s. 7 406.
*zneitsen suw.: abe s. für
abe sneiten 10 18.
snelle stf. 6451.
soeben stör.: ez socht (sücht)
mich 986.
' sol swf. (sal : al) 7 406.
Bolt stm.: der lieben s. liies;
der minne s. 6255.
sonm stm.: der leste s. 568.
spam suw.: einem den bandel
(Verhandlung) s. 1 370.
spatzieren swv. 1085. 123.
sperren suw. (part. gespirt):
die w&rheit s. 11 275.
sperwer stm. 1 75. 6 18. 294.
spitel stm. IO814.
sprechen stv.: sie sprach an
fing an zu spr. 6 8t5 ; sch&ch
s. 976.
Sprichwort stn. 8475.
spriezen stv. vom Laub 645;
bildl. 89.
sprinc stm. Sprung 1 73.
sprinzen swv.: sich s. 10637.
stade sum. 7 13. ss.
stabel stm. 5 102. IO810; s.
trennen turniereti lOeii.
st&n stv. : an st&n l&zen *auf-
schieben 1 1074.
stat stf: 8. yinden an einem
bei jemandem etw. erreichen
15 116 f.\ an 8. sogleich 1 454.
Stsete stf. : personif. (vron) S.
lS93U. Ö. 8 160. 418. 11164.268.
12 333 U. Ö. 13 879. 474. 15 73
U. Ö. ; swf. 1 905.
Stsetikeit stf. : personif. (yron)
S. 11 162. 860. 13 802.
^stillen adv. (: willen dat.)
7 874.
streben suw.: part. strebende
widerwiUig 7 434.
streichen suw.: part. ge-
streicbet nnd gestrichen
7 805.
strltec adj.: ein str. jeger
1 623. 14 121.
stroewln adj. : ein s. strd 5 870.
strüch stm.: s. nemen lOsoe.
stUcke stn.: gnldin s. Oold-
stoff 10 459.
stddach stn. 640.
stunde stf. : an der s. 6 18. 7 76 ;
ze 8. 5888; TÜnf stnnt 817;
ninn stnnt 12638.
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süberllcbe adv. 13466.
subtil adj- 10307.
Snnne f: personif. vrou S.
11 78.
stlreu stn. 8337.
swanc stm. Schicksalsschlag
9 124; Schwank 10 1068.1218.
swatzlinte pl. 10 277.
sweigen suw. mit acc. 7 170.
swerzen swv.: sich s. bildl.
521.
ewigen stv.: mit gen. der ge-
SChiht B. 1 576. 2 885.
tabemakel stm. 10 337.
tagalt stf. 11 239.
tambftre swf. 5 143.
tavelmnder stm. 10 1067. 1105.
^teingen ? subst. v. 2 406.
tenör stm. 1 64.
terre stf: tf aller kristen t.
10 811.
terze stom. eine Art Falke 1 74.
tittel stm. Titel 10 730; syno¬
nym mit rim (gereimte Auf¬
schrift) 1942.953.
tjost (jnst) stf. 10 189.
tjostieren (jnstiem) stn. 10 639.
tocke *stf. (: rock) Mütze 10 475.
tocke swf. Puppe 9 101.
top&sins m. l8ii.
törhaft adj. 12 174.
tongen adv. 8 154 u. ö.
tr&cheit stf. 18363.
tragen stv.: ein erbe t. 8208;
einem varwe t. 1 342.
traz stm. Feindseligkeit 2488;
tmz and t. brächen 10 530.
trazlich adj. 10 72.
tretzen stn. 2458.
*tribeln swv., intens, zu tiiben :
die minne t. 6109.
triben stv. trans. : £re 1 973 ;
hoffart 2454.637; der man-
heit Bchiben 8 287 ; der liebe
spil I1177; rede 10 1214; die
wäpen 8515; den websel un¬
treu sein li786. 12699; wol-
nnst 2 549 u. ö. ; zno tr. Zu¬
reden 14390.
12*
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UNIVERSITY OF CALIFORNIA
180
Wortverzeichnis.
Trinwe stf.: personif. (vron)
T. 1 S9I U. Ö. 8 164. 438. 11 151.
879. 12 429 U. Ö. 13 66 U. Ö.
15 72 U. Ö. ; 8wf. 1 917.
trÖBt stm. die Geliebte 1 692.
tröstlös adj. 1 226.
tmmpter stm. 10 670.602.
Tugent stf.: personif. vrou
T. 12 498. 766.
tfiOD an. V. mit acc. u. infin.
lassen 8238.
tftren stov.: mich türet 8362;
&ne türen 10 bis.
tUrhtteter stm. lOaos.
tttrmela swv. 7 77.
tnmei stm.: einen t. nemen
festsetzen 12667.
tUmen strr. 7 sss.
tnmier stm. 8252. 10 240.
tnmieren svov. 2464.686. 8294
U. Ö. 10 177. 612.
tnrren an.'v. 399. 14 sn u. ö.
tUrteltöbe swf. 9216.
tftSCb stm. 1 1678.
tAsentvaltic adj. lOsii.
ttbeltmterin stf. I417.
überbrabt stm. 7 es.
ttbergesten stn. übermäßig
feiern IO1048.
ttbergttften stn. lOsis.
überheben stv. mit acc. u. gen.
• d. s. verschonen mit 2 10;
sich ü. sich überheben 2 14.
ttberic adj. übermäßig 1 1539;
eines dinges ü. (überhoben)
sin 11876.
ttberlesten stov. lOiose.
überinst stm. 14 110.
übememen stn. übermütig
werden 282.
überram stv. übertreten 1 18I6.
1818.
üfsaz stm. 2 127. 897. 406.
^nmbesweimen swv. 10 407.
nnd relativisch 3u8’, temporal
= als 12 18.
ünde f. 7 e. 9.
nnderbint stn.: &ne n. unver¬
züglich 8 106.
nnderrihtunge stf. 1 746.
nndervarn stv. verhindemlln.
nnderwlsnnge stf. (Nachtr.
S. 3S4) 1 1693.
nnendelich adj. untüchtig 7 S06.
"'nnentladen part. adj. 5 109;
s. die Anm.
Unöre stf.: personif. I933.
nnören swv. 1 926. 1147.
angelimpf stm. 7 363.
nngemnot part. adj. = un-
gemüedet unermüdlich 1 1&09.
ungerochen part. adj. 1 392.
ungescbaffen part. adj^ un-
gestalt 2 104.
nngetrinwe stf. I377.
nngevelle stn. 1 292.
nnknnst stf. 944.
nnlop stn. 10 loee. 1070.
Unmensch stn. 14476.
nnminne stf. 10 1242. 1245.
unmnoz stf. 5 364.
nnsselic adj. mit ze 1 232.
unsin stm. 1 1443.
unsinnec adj- 8269.
Unsinnen strr. 9 175.
Unstffite stf. personif. 11 166.
untroesten swv.: *8ich u. ver¬
zweifeln 866.
unverdrozzenlich adj‘ 13441.
^unTemumfticliche adv. 1583.
nnverschamet part. adj. ohne
Scheu (rein lobend) 10 478.
nnversunnen pari, adj- be¬
wußtlos 5 109.
unTTuht stf bildlich 9 14.
urkunden swv. 10676.
urlouben swv. verabschieden
14409; sich n. 14403.
urteil stn. : u. machen 1 437.
üzleiten swv. IO1108.
*Tächgam stn. f'anggam li902.
Talke swm. 1 74 u. ö. 8 293. 9 82
14.0. 10 1147. 1247; als Sinn¬
bild des edlen, verschwie¬
genen Minners (Gegens. rabe)
5 290 u. ö.
valsch stm. 1 333. 2 174. 13 323.
fantasie f. IO17. 76i.
' Tar stf: sunder t. 6201.
T&ren swv. mit gen. 6159.
v«ric adj.: *daz t. der Arg¬
wohn, das Lauem (?) 3222.
Tarn stv.: *an einem t. han¬
deln 1 369.
Tart stf: alle t. immer 15 lu.
Tederspil stn. 9 84 u. ö.
Teigen swv. intrans. 7 266.
Telt stn. ; ze Telde Ligen 5 148.
11 71 ; sich ze t. slahen 1063.
Terbem stv. unterlassen 5 sss.
7 290. 9 164 ; mit acc. d. p.
verschonen 9881.
Terbeten swv.: almuosen t.
2646.
Terbiten stv. verweilen 10937.
*Terbleffen swv. (: efFen) 6233.
Terboten swv. vorladen 8367.
Terdäht part. adj. in Gedanken
i 7 443.
! Terdenken an. v. mit acc.
I
Schlechtes von jem. denken
12 893.
Tergaffen stov.; Tergafft stdn
369.
Tergeben stv. mit dat. ver¬
giften 8220.
Tergebene adv. zufällig 12 5.
Tergezzen stv.: des was mir
T. 667.
Tergiz>mtn>niht Blume 129.
13 817.
Tergunnen an. v. mit dal. und
gen. 7862.
Terhüfen strv.: den conTent
T. 8 360.
Terkiuten vgl. Terqueden.
Terl&zen stv.: sich wol Ter-
lözen (: genözen) 7 479.
Terlengen stn. 10 86.
♦Terlocke stv. em Schiff 7 33 ;
vgl. Zs. 47 202 iii.
Termfisen stw.: *8ich t. mit
Schande bedecketi 10 572.
Termiden stv. fern sein, f.
bleiben 1 916.
Termügen an. v.: sich wol t.
8229.
«■Temibeln stw. 6 101.
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Wortverzeichnis.
181
rernäuftic (yernfifftig) adj.
2 336.
yerqneden stv. 1 iioe. um Anm.
yerqneln sto. 6 13.
yeiT^ren stcv. verlieren 1 iisi ;
Tuid wen dan sich verrSrt
{»ich endet) der Schilde be-
diatojige ‘hnrtir!’, d. h.
wenn edle Schilde mit dieser
Bedeutung vergeben sind
10238/1
yerschemen swv. trans. in
Schande bringen 2618-
yerschrhten stv. 10748.
yersinnen stv.: sich y. wieder
zum Bewußtsein kommen 825.
yerslahen stn. betrügen 2 407.
yertragen stv. mit dat. jem.
verschonen 6291; y. stn mit
gen. befreit sein von 8291.
yeitrtteben swv. 13 isi.
yertttemen stör. 6131.
yertomben stör. 5220.
yeryesten stör.: part. yervast
10 20. 633.
verwegen stv.: sich y. mit
gen. d. pers. 15 143 ; mit gen.
d. 8. sich entschließen zu
9 217 , verzichten auf 12 190.
verwesen s(r.: ein ambt v.
10 1011.
verwirken an. v. mit an 1 387.
verzihen stv. mit dat. verzeihen
4 173 , versagen 1 1371 ; ab-
schlagen 1 1739; mit tlf ver-
zichten auf 7 898.
*yestnifletekeit stf. ISsii.
videl swf. 5 i4fi.
finen stör. 10 sie. 427.
viol (feiel) stm. 11 es.
visaml stf. 10 721.
yinrrot a4j- 14206.
yI6 stf.: in rehter v. bitten
6642.
vltzen str.: schöne gevlizzen
geschmückt 1 126.
flörieren stör.: part. geflöriert
1 68. 328.
*flüwel? subst. ein kostbarer
Stoff 629.
vogelhnnt stm. 15 13.
volgen sior. mit gen. d. s.
1 1726 ; *daz nrteil was ge-
VOlget 1 461.
VOlleist stf. 6 136. 8 663. 671.
Vorht stf. personif. 13 285.30c. 1
formieren stör.: part. gefor-
miert 1 125. 6 73.
fortöne stf. 10 1114.
yrat a<^‘. I119.
vrech ac{j. 1 298. 13 425.
vreischen an. r. 8363. 10298.
vreise stf. 8 iss.
yrtbart (fribet) stm. 12 799.
yrinntbsere ac{j. 467 Anm.
VTöndentac stm. 843.
^’vröndentröst stm. 86.
Vrttmkeit stf. : personif. (yrou)
V. 2 137. 386 t«. ö.
fnllemnnt stmn. 848.
vnnc stm.: der ören v. en-
phengen 8444.
vnnt stm. 8344. 10 1240.
Vürbaz: persont/’. vronV.l966.
vürleger stm. Anwodt 12697.
yUmemen stn. Vermessenheit
2 98. 3 150.
fUro a<tr. 4 143.
wrnge adj.: comp, wseger Is??.
walken str. inlrans. für wal-
gen 1 666.
wan ac^j.: der sinne w. 612.
wandeln stör, büßen 1 372. 412.
wanden = wenden stör. tntr. :
W. öf 8 264. 284.
w&pen stn. Ritterstand 8331.
356; s. a. trlben.
war stf.: w. tnon mit gen.
13426.
warf stn. : in manheit w. 8 667.
W&rheit stf. personif. 8 164. 428.
wazzerval stm. 146.
wec stm.: von wegen, v. — w.
mit gen. 12 609. 14 187 ; von
— wön (: verstön) 7 iss ; von
mlnen w. I995. 1594; ^von
wec abseits 3 43 ; alwec adv.
3206. 13289. 14287; al Wegen
1 1682 ; in allen wegen 13 sss.
wegehaft adj. beweglich, hilf'
reich 13263; dafür wegelich
a^. 13267.
wegewarte f. Pflanze 13 319.
wegnnge stf. 13 S69 u. ö.
weidelich adj. 13 365.
weinen sior. beweinen 1 498.
weise stom. 8i36. 994. 10 1191.
welgen str.: her and dar w.
bildl. 7 449.
wenden stör, anruhren 1 im.
wert stm. Insel 7 es u.ö.
wö stn. 838.
widergelt stn. Erwiderung der
Liebe I526. 4i&e. 8290. 14227.
widerliebe stf. 10 ii46. ii69.
Widerrede stf.: klage and w.
12 683. 706.
widerstrit stm. : &ne w. 3 is.
widertnon an. r. wieder gut
machen 14 149.
widerral stm. 3 463.
widervart stf. 9270; die w.
jagen 8645.
Widerwort stn.: rede und w.
12 711.
^winkelreise stf. 10 1192.
wint stm. Windhund 15 13.
wirs adv. 8 65. 11 92; wirser
adj. 526. 8248; a^tr. 1332o;
sup. adv. am wUrsten 12 107.
Wisheit stf.: personif. (vrou)
W. 2 138. 366. 665.
witwe swf. 1 1207. 10 1191. 13468.
wizzen an. r. oft ; 3. sg. praes.
weist 1 709 U. Ö. 2 678. 12 267.
13449; daz wizze Got 3i6i;
G. w. 4 113.
wizzenlicb ac^j. 8236.
'"wolbescheidenheit stf. 9 226.
wolgemnot stm. Pflanze 128.
wolgetän part. adj. 2 366.
wolkenbmst 8267.
WOlnUSt stf. 2649.
WOlt&t stf. 101127.
wort stn.: einem sin w. spre¬
chen sstns Klage Vorbringen
12 606. 613. 15 85. 97 ; ihn ver¬
teidigen 12 684. 691 ; ze w. b&n
zur Ausrede nehmen 1341.
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182
Wortverzeichnis.
zabelcn stn. 10i2?ä.
♦zagelheil subst. Pflatize ?
13 328; 8. die Anm.
*zame stf. Gegens. zu wilde 9260.
zelten swv. 7 4i4. 9 84.
Zepter stmn. 8 i2i.
zertreten swv. 7 199.
• 4
ziehen stv.: hin z. das Uber-
geicicht erlangen 2 sss. 38o;
daz lop hin z. 2 lei.
zihen stv. beschuldigen 4 79 ;
mit doppeltem acc. Sau.
' Zirkel stm. 10 u.
zit stf.: bi den ztten damals
Oeo; £ ziten vor der Zeit
13274.
zitieren strr. 2s39.
zol stm.: der minne z. zollen
10 1284 f.
Zorne adv.: z. tnon mit dat.
1 218 ; ez ist mir z. es tut
mir leid 9 i94. i7i.
Zuht stf: personif. (vron) Z.
1 403 U. Ö. 12 430 tt. Ö. 13 287
14. Ö.
zweien swo. entscheiden Ii7i6;
refl. waz sich zweiet daz
drlet sich gern 1 iis7.
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BericTUigv/ngen,
S. 13 Vers 710 lies ich statt ish.
„17 „ 895 „ Adams statt adams.
„ 17 „ 905 setze statt des Semikolons einen Doppelpunkt.
„17 „ 907 setze das Häkchen vor v. 906.
„33 „ 1795 lies pfidich statt Pfidich.
„ 96 „ 26 streiche das Komma hinter gebejm.
„ 115 Anm. zu v. 81 ergänze: clarS aus clarSs.
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Druck von Ehrhardt Karras, Halle a. S.
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Deutsche Texte des Mittelalters. XXIV
Tafel I
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Heidelberg Cod. Palat. gerni. 344 Bl. 1
llung, I^uSW. I _ Lichtdiuck von
ÄHtf W filiBOtV Bcilin \V.
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Deutsche Texte des Mittelalters. XXI\^.
t
Heidelberg Cod. Palat. germ. 376 Bl. 88'^.
Weidiiiannschc Buclihati'llnng, Berlin SW.
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Tafel II.
45* OcAVtU^ainZ, /tMi^
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^ f^sySc« iMic^
Heidelberg Cod Palat. germ. 358 Bl. 1 1S'',
Lichtdruck von Albert Frisch, Berlin W.
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Deutsche Texte des Mittelalters. XXIV.
Tafel 111.
I
Heidelberg Cod. Palat. germ. 393 Bl. 32^
Weidraannscbe Buchhandtani;, Berlin SW. Lichtdruck von Albert Frisch. Berlin W.
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1
Verlag der Weidmannsclien Buchhandlung in Berlin SW. 68.
Deutsche Texte des Mittelalters
beraimlien m der Eiiiüiilicti Freessisclieg Mademle der Visseesclialtea.
I. Band: Friedrich von Schwaben. Aus der Stuttgarter Handschrift herausgegeben von Ma^
Hermann Jellinek. Mit einer Tafel in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (Xlfli u. 127 S.) 1904
Geh. 4.40 M '
II. Band: Rudoifs von Ems Willehalm von Orlens. Herausg. von Victor Junk. Mit 3 Tafeln
in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XLUl u. 277 S.) 1905 . Geh. 10 M. '
III. Band: Johanns von WQrzburg Wilhelm von Österreich. Herausg. von Ernst Regel. Mi:
2 Tafeln in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XXII u. 334 S.) 1906 . Geh. 10 M
IV. Band: Die Lehrgedichte der Melker Handschrift. Hcrausgegeben von Albert Leitzmann
Mit einer Tafel in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XIV u. 55 S.) 1904 . Geh. 2.40 M
V. Band: Volks« und Gesellschaftslieder des 15. und 16. Jahrhunderts. 1. Die Lieder der Heidel¬
berger Handschrift Pal. 343, herausgegeben von Arthur Kopp. Mit einer Tafel in Licht¬
druck. gr. Lex. 8. (XVIII u. 254 S.f 1905 . Geh. 7.60 M.
VI. Band: Elsbeth Stagei, Das Leben der Schwestern zu Töß. Herausgegeben von Ferdinand
Vetter. Mit 2 Tafeln in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XXVI u. 132 S.) 1906. . . Geh. 5 M
VII. Band: Die Werke Heinrichs von Neustadt. Herausgegeben von Samuel Singer. Mit3Tafel.T 1
in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XIII u. 534 S.) 1906 . Geh. 15 M |
VIII. Band: Heinrich von Hesler, Apokalypse. Aus der Danziger Handschrift herausgegeben von
Karl Helm. Mit 2 Tafeln in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XX u. 414 S. 1907. . Geh. 12 .M.
IX. Band: Tilos von Kulm Gedicht von siben Ingesigeln. Aus der Königsberger Handschrift herau<-
gegeben von Karl Kochendörffer. Mit einer Tafel in Lichtdruclc. gr. Lex. 8. (XII n.
110 S.) 1907 . Geh. 3.60 M.
X. Band: Der sog. St. Georgener Prediger. Aus der Freiburger und der Karlsruher Handschrift
heraiisgegeben von Karl Rieder. Mit 2 Tafeln in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XXIV u.
383 S.) 1908 . Geh. 15 M.
XI. Band: Die Predigten Taulers. Aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie
aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften herausgegeben vor.
Ferdinand Vetter, gr. Lex. 8. (XVI u. 518 S.) 1910 . Geh. 18 M
XII. Band : Die Meisterlieder des Hans Foiz. Aus der Münchener Originalhandschrift und anderen
. Quellen herausgegeben von August L. Mayer. Mit 2 Tafeln in Lichtdruck, gr. Lex. 8. |
(XXII u. 438 S.) 1908 . Geh. 16.60 M '
XIII. Band: Der große Alexander. Aus der Wernigeroder Handschrift herausgegeben von Gustav
Guth. Mit 2 Tafeln in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XIII u. 102 S.) 1908. . . . Geh. 4 M.
XIV. Band: Die sog. Wolfenbüttler Priamelhandschrift. Hcrausgegeben von Karl Euling. Mit einer
Tafel in Lichtdrück, gr. Lex. 8. (XVIII u. 243 S.) 1908. . Geh. 9 .'1.
XV. Band: Die Lilie, eine mittelfränkischc Dichtung in Reimprosa, und andere geistliche Gedichte.
aus der Wiesbadener Handschrift herausgegeben von Paul Wüst. Mt einer Tafel in
Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XXX u. 90 S.) 1^9 . Geh. 4.60 M.
XVI. Band: Die heilige Regel für ein vollkommenes Leben, eine Cisterzienserarbeit des XIII. Jahr¬
hunderts, aus der Handschrift Additional 9048 des British Museum herausgegeben von Robert
Priebsch. Mit einer Tafel in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XXII u. 104 S.) 1909. Geh. 5 .M.
XVII. Band: Die Heidelberger Handschrift cod. Pal. germ. 341. Herausgegeben von Gustav Rosen¬
hagen. Mit zwei Tafeln in Lichtdruck, gr. Lex. 8, (XLl u. 251 S.) 1909. Geh. 10.60 M.
XVIII. Band: Gundackers von Judenburg Christi Hort. Aus der Wiener Handschrift herausgegeben von
J. Jakschc. Mit einer Tafel in Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XVIII u. 92 S.) 1910. Geh. 4 M.
XIX. Band: Die poetische Bearbeitung des Buches Daniel. Aus der Stuttgarter Handschrift heraus-
gegeben von Arthur Hübner. (XXII u. 162 S.) 1911 . Geh. 6.60 iM.
XX. Band: Rudolfs von Ems Weltchronik. Aus der Wernigeröder Handschrift herausgegeben von
Gustav Ehrismann. (Im Druck.)
XXL Band: Die mitteldeutsche poetische Paraphrase des Buches Hiob. Aus der Handschrift des
Königl. Staatsarchivs zu Königsberg herausgegeben von T. E. Karsten. Mit zwei Tafeln
in Lichtdruck. gr.;Lex. 8. (XLVu.279S.) 1910 . Geh. 11.60 M
XXII. Band: Das Väterbuch. Aus der Leipziger Handschrift mit Ergänzungen aus der Hildesheimer
und Straßburger Handschrift herausgegeben von Karl Reissenberger. (Im Druck.)
XXIII. Band: Konrads von Megenberg Deutsche Sphaera. Aus der Münchener Handschrift heraus¬
gegeben von Otto Matthae i. Mit 15 Textabbildungen und 2 Tafeln in Lichtdruck,
gr. Lex. 8. (XIV u. 63 S.) 1912 . Geh. 3.60 M,
XXIV. Band: Mittelhochdeutsche Minnereden. Die Heidelberger Handschriften 344, 358, 376 und 39-3
Herausg. v. Kurt Matthaei. Mit 3 Tafeln In Lichtdruck, gr. Lex. 8. (XVI u. 182 S.) 1913.
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